Übersicht über die Ablation bei Vorhofflimmern (AF)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Vorhofflimmern ist eine Herzrhythmusstörung, bei der die oberen Herzkammern (Vorhöfe) unregelmäßig und oft zu schnell schlagen. Eine Ablation ist ein minimalinvasiver Eingriff, bei dem gezielt kleine Narben im Herzen gesetzt werden, um die fehlerhaften elektrischen Signale zu blockieren und den normalen Herzrhythmus wiederherzustellen.
Wichtige Fakten
- Die Ablation ist ein schonender Eingriff, der in der Regel über einen Katheter durchgeführt wird (Katheterablation).
- Sie kommt vor allem dann infrage, wenn Medikamente den Herzrhythmus nicht ausreichend stabilisieren oder Nebenwirkungen verursachen.
- Die Erfolgsrate liegt bei etwa 70–80 %, wobei manchmal eine zweite Behandlung nötig ist.
Ja, die Katheterablation wird in Deutschland jedes Jahr tausendfach durchgeführt und gilt als Standardverfahren bei behandlungsbedürftigem Vorhofflimmern.
Sie wird vor allem Menschen mit anhaltendem oder wiederkehrendem Vorhofflimmern angeboten, bei denen Medikamente nicht ausreichend helfen oder nicht vertragen werden.
Symptome
- Plötzliche einseitige Lähmung oder Taubheit
- Sprach- oder Sehstörungen (Anzeichen eines Schlaganfalls)
- Starke Brustschmerzen, die in Arme oder Kiefer ausstrahlen
- Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht ohne Vorwarnung
- ⚠Anhaltendes Herzrasen, das länger als 30 Minuten anhält
- ⚠Starker Schwindel mit Sturzgefahr
- ⚠Atemnot, die sich in Ruhe nicht bessert
Häufige Symptome
- Herzrasen oder unregelmäßiger Herzschlag
- Kurzatmigkeit, besonders bei Belastung
- Müdigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit
- Schwindel oder Benommenheit
- Brustenge oder -druck
Symptome bei Kindern
- Vorhofflimmern ist bei Kindern selten. Mögliche Anzeichen sind Herzrasen, Ohnmacht oder auffällige Erschöpfung beim Spielen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen nehmen die Symptome oft als „Altersschwäche“ wahr. Häufig klagen sie über Schwindel, Verwirrtheit oder Kurzatmigkeit.
Ursachen
Hauptursachen
- Bluthochdruck (Hypertonie)
- Herzerkrankungen wie koronare Herzkrankheit oder Herzklappenfehler
- Überfunktion der Schilddrüse
- Lungenerkrankungen wie COPD
- Alkoholgenuss in größeren Mengen („Holiday-Heart-Syndrom“)
Risikofaktoren
- Alter (>65 Jahre)
- Übergewicht (Adipositas)
- Diabetes mellitus
- Schlafapnoe
- Familienvorbelastung für Vorhofflimmern
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei neu auftretendem, sehr schnellem oder unregelmäßigem Herzschlag
- Bei Brustschmerzen oder starker Atemnot
- Wenn Sie einen Schlaganfall vermuten (FACE-Test: Face, Arm, Speech, Time)
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie immer wieder Herzrasen oder Schwindel bemerken
- Wenn die Beschwerden Ihren Alltag beeinträchtigen
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel mit einem EKG (Elektrokardiogramm) gestellt. Da Vorhofflimmern oft nur anfallsweise auftritt, kann ein Langzeit-EKG über 24–72 Stunden oder ein Ereignisrekorder nötig sein.
Mögliche Untersuchungen
- Ruhe-EKG
- Langzeit-EKG (tragbarer Aufzeichner für 1–7 Tage)
- Ereignisrekorder (auch über mehrere Wochen tragen)
- Echokardiographie (Herzultraschall)
- Blutuntersuchung (Schilddrüsenwerte, Elektrolyte)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Ihr Arzt wird zunächst Ihre Symptome erfragen und ein EKG schreiben. Falls der Befund nicht eindeutig ist, bekommen Sie ein Gerät für zu Hause, das den Rhythmus über mehrere Tage aufzeichnet. Meist folgt eine Überweisung an einen Kardiologen (Herzspezialisten).
Behandlung
Die Behandlung von Vorhofflimmern zielt darauf ab, den Rhythmus zu normalisieren, die Herzfrequenz zu kontrollieren und Schlaganfälle zu verhindern. Eine Ablation wird empfohlen, wenn diese Ziele mit Medikamenten nicht erreicht werden oder die Medikamente nicht vertragen werden.
Selbsthilfe zu Hause
- Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (aber nicht zu viel Koffein oder Alkohol)
- Vermeiden Sie übermäßigen Alkoholkonsum, besonders an einem Abend
- Lernen Sie Entspannungstechniken wie tiefe Bauchatmung
- Führen Sie ein Symptomtagebuch zur besseren Einschätzung
Medizinische Behandlungen
Zur Rhythmus- und Frequenzkontrolle werden verschiedene Medikamente eingesetzt. Welches Mittel für Sie geeignet ist, entscheidet Ihr Arzt individuell. Zusätzlich kann eine blutverdünnende Therapie empfohlen werden, um das Schlaganfallrisiko zu senken.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Katheterablation ist ein minimalinvasiver Eingriff, bei dem über einen Leistenkatheter winzige Verbrennungen oder Vereisungen im Herzen gesetzt werden. Sie wird durchgeführt, wenn Medikamente nicht ausreichen oder nicht vertragen werden. In einigen Fällen kommt eine offene Herzoperation (Maze-OP) infrage, z. B. bei gleichzeitigen Herzklappenoperationen.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer erfolgreichen Ablation können die meisten Menschen ihren Alltag wieder ohne Einschränkungen genießen. In den ersten Wochen nach dem Eingriff ist leichte körperliche Schonung angesagt – die vollständige Erholung dauert etwa 4–6 Wochen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung, aber starten Sie langsam (Spaziergänge, Radfahren)
- Gewicht normalisieren – schon 5–10 % Gewichtsverlust können helfen
- Stress vermeiden und ausreichend Schlaf einplanen
- Alkohol nur in Maßen (max. 1 Glas/Tag für Frauen, 2 für Männer)
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkorn und wenig gesättigten Fetten unterstützt den Erfolg. Moderate Ausdauersportarten wie Schwimmen oder Walking sind ideal. Besprechen Sie die Intensität mit Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose Vorhofflimmern kann Ängste auslösen. Viele Patienten fühlen sich unsicher. Nach einer erfolgreichen Ablation kehrt oft die Lebensqualität zurück. Falls Sie unter anhaltender Unruhe oder Niedergeschlagenheit leiden, zögern Sie nicht, dies beim Arzt anzusprechen.
Vorbeugung
Vorhofflimmern lässt sich nicht immer verhindern, aber Sie können Ihr Risiko senken, indem Sie Bluthochdruck und Übergewicht behandeln, auf Rauchen verzichten und mäßig Alkohol trinken.
Impfungen
Eine Grippeimpfung wird empfohlen, da Infekte Vorhofflimmern auslösen können.
Früherkennungsprogramme
Bei Menschen über 65 Jahren oder mit Risikofaktoren kann der Hausarzt bei der Vorsorgeuntersuchung den Puls tasten und bei Auffälligkeiten ein EKG schreiben.
Komplikationen
Unbehandelt
- Schlaganfall (Blutgerinnsel, die sich im Vorhof bilden, können ins Gehirn wandern)
- Zunehmende Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
- Verschlechterung der Lebensqualität durch ständige Müdigkeit und Atemnot
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung, sei es durch Medikamente oder eine Ablation, lässt sich das Schlaganfallrisiko deutlich senken. Die meisten Patienten, die sich einer Ablation unterziehen, erleben eine langfristige Besserung und kehren in ihren normalen Alltag zurück.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Herzstiftung e.V. ↗ · Deutschland
- Bundesverband Herzkranke Kinder e.V. ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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