Angina: Tipps für den Eingriffstag
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Angina ist ein Druck- oder Engegefühl in der Brust, das auftritt, wenn der Herzmuskel nicht genügend Sauerstoff bekommt. Es ist ein Warnsignal der Herzkranzgefäße.
Wichtige Fakten
- Angina ist kein Herzinfarkt, aber ein ernstzunehmendes Symptom.
- Sie tritt oft bei Belastung oder Stress auf und bessert sich in Ruhe.
- Eine genaue Abklärung durch einen Arzt ist wichtig, um die Ursache zu finden.
Ja, Angina pectoris ist eine häufige Beschwerde bei Menschen mit koronarer Herzkrankheit. In Deutschland leiden etwa 5 bis 7 Prozent der Erwachsenen daran.
Betroffen sind vor allem Menschen über 50 Jahre, Männer häufiger als Frauen, sowie Personen mit Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck oder Diabetes.
Symptome
- Brustschmerzen, die länger als 10 Minuten anhalten
- Plötzliche starke Schmerzen in der Brust mit Atemnot, Übelkeit oder Schweißausbrüchen
- Verdacht auf Herzinfarkt: rufen Sie sofort 112
- ⚠Neu auftretende oder sich verschlechternde Angina-Beschwerden
- ⚠Brustschmerzen, die auch in Ruhe auftreten
- ⚠Beschwerden, die nicht auf Ihr Notfallmedikament ansprechen
Häufige Symptome
- Druck oder Engegefühl in der Brust, oft hinter dem Brustbein
- Schmerzen, die in Arme, Schultern, Kiefer oder Rücken ausstrahlen können
- Kurzatmigkeit, Übelkeit oder Schweißausbrüche bei Belastung
Symptome bei Kindern
- Angina bei Kindern ist sehr selten, kann aber bei angeborenen Herzfehlern auftreten.
- Kinder klagen oft über Brustschmerzen, die nicht typisch für Angina sind – ärztliche Abklärung ist nötig.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen spüren Angina manchmal nur als allgemeine Schwäche oder Luftnot.
- Schmerzen können weniger ausgeprägt sein, aber trotzdem auf eine Durchblutungsstörung hinweisen.
Ursachen
Hauptursachen
- Verengung der Herzkranzgefäße durch Arteriosklerose (Ablagerungen)
- Verkrampfung (Spasmus) der Herzkranzgefäße
- Erhöhter Sauerstoffbedarf des Herzens bei Belastung
Risikofaktoren
- Rauchen
- Bluthochdruck
- Hohe Cholesterinwerte
- Diabetes mellitus
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
- Ungesunde Ernährung
- Familienvorbelastung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei ersten Anzeichen von Angina sofort einen Arzt kontaktieren.
- Wenn die Beschwerden häufiger oder stärker werden, oder in Ruhe auftreten.
- Nach einem Herzinfarkt oder einer Herzoperation bei neuen Symptomen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie Risikofaktoren haben, lassen Sie regelmäßige Kontrollen durchführen.
- Bei bekannten Herzkrankheiten alle drei bis sechs Monate zur Nachsorge.
Diagnose
Der Arzt fragt nach Ihren Symptomen, der Vorgeschichte und führt eine körperliche Untersuchung durch, um die Ursache einzugrenzen.
Mögliche Untersuchungen
- EKG (Elektrokardiogramm) in Ruhe und unter Belastung (Belastungs-EKG)
- Blutuntersuchung, z. B. auf Herzenzyme und Cholesterin
- Echokardiographie (Herzultraschall)
- Herzkatheteruntersuchung (Koronarangiographie) – dabei werden die Herzkranzgefäße mit Kontrastmittel dargestellt
- CT- oder MRT-Angiographie des Herzens
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist schmerzfrei oder nur kurz unangenehm. Ihr Arzt wird mit Ihnen die Ergebnisse besprechen und einen Behandlungsplan erstellen.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, die Durchblutung des Herzens zu verbessern, Beschwerden zu lindern und das Risiko eines Herzinfarkts zu senken.
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie am Tag des Eingriffs Ihre gewohnten Medikamente nur nach Absprache mit dem Arzt ein – oft dürfen Sie sie mit etwas Wasser schlucken.
- Bleiben Sie nüchtern: mindestens 6 Stunden vor dem Eingriff nichts essen, klare Flüssigkeiten sind manchmal bis 2 Stunden vorher erlaubt.
- Bringen Sie eine Begleitperson mit, die Sie nach dem Eingriff nach Hause fahren kann.
- Tragen Sie bequeme Kleidung und lassen Sie Schmuck und Wertsachen zu Hause.
- Informieren Sie das medizinische Team über Allergien (z. B. gegen Jod oder Pflaster).
Medizinische Behandlungen
Medikamente wie Blutverdünner, Cholesterinsenker oder blutdrucksenkende Mittel können helfen. Auch eine Behandlung mit Herzkathetern (Ballondilatation oder Stent) oder ein Bypass-OP können nötig sein – Ihr Arzt entscheidet individuell.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Bypass-Operation kommt infrage, wenn mehrere Herzkranzgefäße stark verengt sind und eine Ballonaufdehnung nicht ausreicht.
Leben mit der Erkrankung
Mit Angina können Sie ein erfülltes Leben führen. Achten Sie auf Ihre Belastungsgrenzen und gönnen Sie sich Pausen. Ein Herzgesundheitstraining kann helfen.
Tipps für den Alltag
- Rauchen aufgeben, da es die Gefäße stark schädigt.
- Stress reduzieren – Entspannungstechniken wie Yoga oder autogenes Training können unterstützen.
- Regelmäßige Bewegung nach ärztlicher Anleitung (z. B. 30 Minuten moderates Gehen täglich).
- Übergewicht abbauen.
- Blutdruck und Cholesterin regelmäßig kontrollieren.
Ernährung und Bewegung
Essen Sie herzgesund: viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, fettarme Milchprodukte und Fisch. Meiden Sie stark salzige, fettige und zuckerhaltige Speisen. Bewegung ist wichtig: Starten Sie mit Spaziergängen und steigern Sie die Intensität langsam – immer in Absprache mit Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Angst vor einem Herzinfarkt oder die Einschränkungen durch die Erkrankung können belasten. Scheuen Sie sich nicht, mit einem Psychologen oder in einer Selbsthilfegruppe zu sprechen.
Vorbeugung
Ja, durch einen gesunden Lebensstil können Sie das Risiko für Angina deutlich senken. Dazu gehören Nichtrauchen, ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und die Kontrolle von Bluthochdruck und Diabetes.
Komplikationen
Unbehandelt
- Herzinfarkt (Myokardinfarkt)
- Herzrhythmusstörungen
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
- Plötzlicher Herztod
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung und einem gesunden Lebensstil können die meisten Menschen mit Angina ein langes und aktives Leben führen. Moderne Therapien verbessern die Lebensqualität erheblich.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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