Arterienuntersuchung: Tipps für den Eingriffstag
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Dieser Artikel gibt Ihnen Tipps für den Tag eines Eingriffs an den Arterien (Blutgefäße, die sauerstoffreiches Blut vom Herz in den Körper transportieren). Solche Eingriffe dienen dazu, verengte oder verschlossene Arterien zu untersuchen oder zu behandeln, zum Beispiel mit einer Herzkatheter-Untersuchung oder einer Aufdehnung (Angioplastie).
Wichtige Fakten
- Am Tag des Eingriffs sollten Sie nüchtern sein – das heißt, Sie dürfen einige Stunden vorher nichts essen oder trinken.
- Bringen Sie alle Ihre Medikamente und eine Liste mit Ihren Beschwerden mit ins Krankenhaus.
- Nach dem Eingriff müssen Sie meist einige Stunden liegen bleiben und werden überwacht.
Eingriffe an den Arterien gehören zu den häufigsten Behandlungen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Viele Menschen kommen dafür in ein Krankenhaus oder eine Spezialklinik.
Die Eingriffe werden vor allem bei Menschen mit Durchblutungsstörungen des Herzens (koronare Herzkrankheit) oder der Beinarterien (pAVK) durchgeführt. Auch bei Notfällen wie einem Herzinfarkt kann ein solcher Eingriff nötig sein.
Symptome
- Starke Blutungen aus der Einstichstelle, die nicht aufhören.
- Plötzliche starke Schmerzen in der Brust oder Atemnot.
- Schwindel oder Ohnmacht.
- Wenn Sie das Gefühl haben, dass etwas ernsthaft nicht stimmt.
- ⚠Schwellung oder wachsender Bluterguss an der Einstichstelle.
- ⚠Rötung, Überwärmung oder Eiter, die auf eine Infektion hindeuten.
- ⚠Taubheitsgefühl oder bläuliche Verfärbung des Arms oder Beins auf der Seite des Eingriffs.
Häufige Symptome
- Nach dem Eingriff können leichte Schmerzen oder ein Druckgefühl in der Leiste oder am Arm auftreten, wo der Katheter eingeführt wurde.
- Ein kleiner Bluterguss (Hämatom) an der Einstichstelle ist normal.
- Manche Menschen fühlen sich müde oder haben leichte Übelkeit.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern sind Eingriffe an den Arterien selten. Falls doch, achten Sie auf ungewöhnliche Unruhe, Schmerzen oder Schwellungen an der Einstichstelle.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen haben oft dünnere Haut und ein höheres Blutungsrisiko. Achten Sie verstärkt auf Blutergüsse oder Schwellungen.
- Verwirrtheit oder starker Durst können auf Komplikationen hinweisen.
Ursachen
Hauptursachen
- Verengung oder Verschluss einer Arterie durch Ablagerungen (Arteriosklerose).
- Akuter Gefäßverschluss bei einem Herzinfarkt oder Schlaganfall.
- Bypass-Operationen oder andere Gefäßeingriffe.
Risikofaktoren
- Rauchen, Bluthochdruck, hohe Blutfette, Diabetes, Übergewicht und Bewegungsmangel.
- Hohes Alter und familiäre Vorbelastung.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei den oben genannten Notfall-Symptomen sofort den Notruf 112 wählen.
- Bei Zeichen einer Infektion (Fieber, Rötung, Schwellung) noch am selben Tag ärztliche Hilfe suchen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Nach dem Eingriff gibt der Arzt oder die Ärztin einen Termin zur Nachkontrolle, um die Einstichstelle und den Heilungsverlauf zu überprüfen.
- Sprechen Sie bei Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin an, wenn Sie Fragen zur Wundversorgung haben.
Diagnose
Vor dem Eingriff wird Ihr Zustand durch verschiedene Untersuchungen beurteilt. Dazu gehören unter anderem ein EKG (Herzstromkurve), Blutuntersuchungen und bildgebende Verfahren wie ein Ultraschall oder eine CT-Angiografie.
Mögliche Untersuchungen
- EKG (Elektrokardiogramm) – misst die elektrische Aktivität des Herzens.
- Blutabnahme – prüft unter anderem Gerinnungswerte und Nierenfunktion.
- Ultraschall der Arterien (Duplexsonografie) – zeigt Verengungen oder Durchblutungsstörungen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Am Tag des Eingriffs werden Sie nüchtern in den Behandlungsraum gebracht. Sie erhalten eine örtliche Betäubung an der Einstichstelle und sind in der Regel wach, aber leicht sediert (beruhigt). Der Eingriff dauert je nach Komplexität zwischen 30 Minuten und zwei Stunden. Danach müssen Sie einige Stunden flach liegen bleiben, um Nachblutungen zu vermeiden.
Behandlung
Der Eingriff an den Arterien umfasst typischerweise die Einführung eines dünnen Schlauchs (Katheters) über die Leiste oder den Arm bis zur verengten Stelle. Dort kann der Arzt die Verengung mit einem Ballon aufdehnen (Angioplastie) und oft einen kleinen Drahtgitter (Stent) einsetzen, um die Arterie offen zu halten.
Selbsthilfe zu Hause
- Halten Sie die Einstichstelle trocken und sauber. Der Verband sollte in den ersten 24 Stunden nicht nass werden.
- Vermeiden Sie in den ersten Tagen anstrengende Tätigkeiten, schweres Heben oder Sport.
- Trinken Sie ausreichend Wasser, um Ihren Kreislauf zu unterstützen.
- Beobachten Sie die Einstichstelle auf Schwellungen, Rötungen oder Blutungen.
Medizinische Behandlungen
Nach dem Eingriff erhalten Sie meist Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen, um einen erneuten Verschluss der Arterie zu verhindern. Diese Medikamente müssen Sie über einen bestimmten Zeitraum regelmäßig einnehmen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird die genaue Dosierung und Dauer mit Ihnen besprechen.
Wann kommt eine Operation infrage?
In manchen Fällen reicht eine Aufdehnung nicht aus, und eine Operation (z. B. ein Bypass) ist nötig. Ihr Behandlungsteam wird mit Ihnen alle Optionen besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Nach dem Eingriff können die meisten Menschen schon am nächsten Tag wieder aufstehen und leichte Tätigkeiten ausführen. Vermeiden Sie jedoch in den ersten zwei Wochen anstrengende Belastungen und achten Sie auf die Wundheilung.
Tipps für den Alltag
- Rauchen aufgeben – das verbessert die Durchblutung und senkt das Risiko für erneute Verengungen.
- Blutdruck und Blutfette kontrollieren lassen.
- Ausreichend Bewegung, zum Beispiel tägliche Spaziergänge.
- Gesundes Körpergewicht anstreben.
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und wenig gesättigten Fetten hilft, die Arterien langfristig gesund zu halten. Leichte Bewegung wie Spazierengehen oder Radfahren ist schon bald nach dem Eingriff möglich – besprechen Sie den genauen Zeitplan mit Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein Eingriff an den Arterien kann Ängste auslösen. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Sprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam oder einer Vertrauensperson über Ihre Gefühle. Bei anhaltender Angst oder Niedergeschlagenheit kann psychologische Unterstützung helfen.
Vorbeugung
Arterienverengungen lassen sich durch einen gesunden Lebensstil und die Behandlung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und erhöhten Blutfetten zum Teil verhindern. Nach einem Eingriff ist die langfristige Vorbeugung besonders wichtig, um einen erneuten Verschluss zu vermeiden.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Arterienverengungen. Eine Grippeimpfung wird jedoch empfohlen, da sie Herz-Kreislauf-Komplikationen vorbeugen kann.
Früherkennungsprogramme
Menschen mit erhöhtem Risiko (z. B. Raucher, Diabetiker, familiäre Vorbelastung) können regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen wie eine Blutdruckmessung oder eine Gefäßultraschalluntersuchung durchführen lassen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Blutungen an der Einstichstelle, die zu Blutergüssen oder einem Aneurysma (Aussackung) führen können.
- Infektionen der Wunde oder der Blutbahn.
- Verschlechterung der Durchblutung des betroffenen Arms oder Beins.
- Herzinfarkt oder Schlaganfall, falls sich ein Blutgerinnsel löst.
Langzeitprognose
Die meisten Eingriffe an den Arterien verlaufen ohne größere Komplikationen. Die Chancen auf eine deutliche Besserung der Beschwerden und eine gute Lebensqualität sind hoch. Mit einer konsequenten Nachsorge und gesunden Lebensgewohnheiten können Sie viel dazu beitragen, dass es Ihnen langfristig gut geht.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
- World Heart Federation
Lokale Organisationen
- Deutsche Herzstiftung · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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