Arterieneingriff: Vorbereitung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Arterienprozedur ist ein medizinischer Eingriff, bei dem verengte oder verschlossene Arterien (Blutgefäße, die sauerstoffreiches Blut vom Herzen in den Körper transportieren) wieder geöffnet oder umgangen werden. Die Vorbereitung darauf umfasst alle Schritte, die Sie vor dem Eingriff unternehmen, um Risiken zu senken und den besten Verlauf zu ermöglichen.
Wichtige Fakten
- Die Vorbereitung umfasst meist eine Blutabnahme, ein EKG und manchmal bildgebende Verfahren.
- Sie müssen vor dem Eingriff meist nüchtern bleiben (kein Essen und Trinken für einige Stunden).
- Der Arzt oder das Krankenhaus gibt Ihnen genaue Anweisungen zu Ihren Medikamenten – nehmen Sie nichts ohne Rücksprache ab.
Ja, Arterienprozeduren wie Herzkatheter-Untersuchungen oder Eingriffe an den Beingefäßen werden in Deutschland jedes Jahr tausendfach durchgeführt. Die Vorbereitung ist standardisiert und sicher.
Sie betrifft vor allem Menschen mit verengten Herzkranzgefäßen (koronare Herzkrankheit), Durchblutungsstörungen in den Beinen (pAVK) oder Verengungen der Halsschlagader. Die meisten sind über 50 Jahre alt, aber auch jüngere Menschen mit Risikofaktoren können betroffen sein.
Symptome
- Plötzliche, starke Brustschmerzen, die nicht aufhören
- Akute Atemnot
- Plötzlicher Schwächeanfall oder Lähmung einer Körperseite (Schlaganfallzeichen)
- Bewusstlosigkeit
- ⚠Neu aufgetretene oder sich verschlechternde Brustschmerzen bei Ruhe oder geringer Belastung
- ⚠Schmerzen, die in Schultern, Arme, Kiefer oder Rücken ausstrahlen
- ⚠Plötzlich starke Beinschmerzen mit blasser oder kalter Haut
Häufige Symptome
- Brustschmerzen oder Engegefühl bei Belastung (Angina pectoris)
- Atemnot bei Anstrengung
- Schmerzen oder Krämpfe in den Beinen beim Gehen (Schaufensterkrankheit)
- Taubheitsgefühl oder Kältegefühl in einem Bein oder Arm
Symptome bei Kindern
- Kinder brauchen selten eine Arterienprozedur. Wenn doch, meist aufgrund angeborener Herzfehler, dann zeigen sich Symptome wie Blaufärbung der Lippen, schnelle Ermüdung beim Trinken oder Gedeihstörungen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen können die Symptome weniger typisch sein – zum Beispiel nur allgemeine Schwäche, Verwirrtheit oder Luftnot. Auch stille Herzinfarkte sind möglich.
Ursachen
Hauptursachen
- Die häufigste Ursache für verengte Arterien ist Arteriosklerose – Ablagerungen (Plaques) aus Fett, Kalk und Entzündungszellen in der Gefäßwand.
- Auch Blutgerinnsel (Thromben) können Arterien plötzlich verschließen.
- Manchmal sind angeborene Engstellen oder Gefäßentzündungen der Grund.
Risikofaktoren
- Rauchen
- Hoher Blutdruck (Hypertonie)
- Erhöhte Blutfette (Cholesterin)
- Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
- Übergewicht und Bewegungsmangel
- Ungesunde Ernährung (viel gesättigte Fette, Zucker, Salz)
- Stress und genetische Veranlagung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzliche Brustschmerzen oder Atemnot haben – wählen Sie die 112.
- Wenn Sie einen Arm oder ein Bein plötzlich nicht mehr spüren oder bewegen können.
- Wenn Sie schwarz vor Augen werden oder ohnmächtig werden.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie bei Belastung regelmäßig Druck in der Brust oder Atemnot verspüren.
- Wenn Sie beim Gehen Schmerzen in den Waden haben, die nach kurzer Pause wieder verschwinden.
- Wenn Ihr Hausarzt bei Ihnen erhöhte Risikofaktoren festgestellt hat und eine Untersuchung der Gefäße empfiehlt.
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose einer verengten Arterie meist durch eine Kombination aus Ihrer Krankengeschichte, körperlicher Untersuchung und speziellen Tests. Wenn ein Eingriff geplant ist, wird vorher genau untersucht, wo und wie stark die Engstelle ist.
Mögliche Untersuchungen
- Blutdruckmessung an Armen und Beinen (Knöchel-Arm-Index)
- Ultraschall der Gefäße (Doppler-Sonographie)
- Belastungs-EKG oder Herzultraschall (Echokardiographie)
- Herzkatheteruntersuchung (Koronarangiographie) – dabei wird mit einem dünnen Schlauch vom Arm oder der Leiste Kontrastmittel in die Herzkranzgefäße gespritzt und mit Röntgen aufgenommen.
- CT- oder MR-Angiographie (dreidimensionale Gefäßdarstellung)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Vor der Prozedur werden Sie ausführlich aufgeklärt. Sie müssen nüchtern sein (meist ab Mitternacht vor dem Eingriff). Es wird ein Zugang an Ihrem Arm oder in der Leiste gelegt. Sie bekommen eine leichte Beruhigungsspritze, damit Sie entspannt sind, sind aber meist wach. Der Eingriff selbst ist kaum schmerzhaft. Nach der Prozedur müssen Sie ein paar Stunden flach liegen, damit die Einstichstelle nicht nachblutet.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, die verengte oder verschlossene Arterie wieder zu öffnen oder zu umgehen. Das kann mit oder ohne Operation geschehen. Die Vorbereitung dazu ist immer ähnlich.
Selbsthilfe zu Hause
- Bereiten Sie sich vor: Halten Sie alle Fragebögen und Medikamentenpläne bereit.
- Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Sie Ihre Blutverdünner oder andere Medikamente vor dem Eingriff absetzen müssen – tun Sie das nie selbst.
- Organisieren Sie für die ersten Tage nach dem Eingriff Hilfe von Familie oder Freunden.
- Tragen Sie lockere, bequeme Kleidung am Tag des Eingriffs.
Medizinische Behandlungen
Je nach Befund wird die Arterie während einer Katheteruntersuchung mit einem Ballon gedehnt (Ballondilatation) und oft eine Stütze aus Metall oder Kunststoff (Stent) eingesetzt, um die Arterie offen zu halten. Bei mehreren oder sehr schweren Engstellen kann eine Bypass-Operation nötig sein, bei der eine Umleitung aus körpereigenen Gefäßen geschaffen wird. Auch Medikamente zur Blutverdünnung und zur Senkung von Blutdruck und Cholesterin sind fester Bestandteil der Behandlung, aber die genaue Auswahl trifft der Arzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Bypass-Operation wird durchgeführt, wenn die Katheterbehandlung nicht möglich ist oder nicht ausreicht – zum Beispiel bei sehr langen oder verkalkten Verschlüssen oder bei drei verengten Herzkranzgefäßen.
Leben mit der Erkrankung
Nach der Arterienprozedur können Sie meist schon am nächsten Tag aufstehen. Die Einstichstelle am Arm oder in der Leiste muss geschont werden. In den ersten Tagen sollten Sie nichts Schweres heben. Ihr Arzt gibt Ihnen einen Nachsorgeplan mit.
Tipps für den Alltag
- Rauchen aufgeben – das ist der wichtigste Schritt für Ihre Gefäße.
- Regelmäßige Bewegung: Täglich 30 Minuten Gehen, Radfahren oder Schwimmen, nach Absprache mit dem Arzt.
- Blutdruck und Blutfette regelmäßig kontrollieren lassen.
- Stress reduzieren – zum Beispiel durch Entspannungsübungen, Spaziergänge oder Gespräche.
- Medikamente zuverlässig einnehmen, auch wenn Sie sich gut fühlen.
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und gesunden Fetten (z. B. aus Olivenöl, Nüssen, Fisch) hilft, die Gefäße langfristig offen zu halten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt wenig rotes Fleisch, Salz und Zucker. Bewegen Sie sich an den meisten Tagen der Woche – beginnen Sie langsam und steigern Sie sich. Ihr Arzt oder eine Herzsportgruppe kann Ihnen helfen, das richtige Maß zu finden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Notwendigkeit einer Arterienprozedur kann Angst und Sorgen auslösen. Das ist normal. Viele Patienten fühlen sich nach dem Eingriff erleichtert. Bleiben Sorgen oder Niedergeschlagenheit länger bestehen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt – manchmal ist eine psychologische Unterstützung hilfreich. Sie sind nicht allein.
Vorbeugung
Neue Arterienverengungen lassen sich durch einen gesunden Lebensstil und die Behandlung von Risikofaktoren oft verhindern oder hinauszögern. Ist die Verengung bereits da, kann man das Fortschreiten bremsen.
Impfungen
nicht relevant
Früherkennungsprogramme
Ein generelles Screening der Gefäße bei Menschen ohne Symptome wird nicht empfohlen. Wenn Sie jedoch Risikofaktoren haben, kann Ihr Hausarzt in regelmäßigen Abständen den Blutdruck und die Blutfette überprüfen und bei Bedarf eine Ultraschalluntersuchung der Gefäße veranlassen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelte Arterienverengungen können zu einem Herzinfarkt führen, wenn ein Gefäß plötzlich ganz verschließt.
- Bei Verengungen der Beinarterien kann es zu starken Schmerzen oder sogar zu Gewebeschäden (offene Wunden, Brand) kommen.
- Verengungen der Halsschlagader können einen Schlaganfall auslösen.
- Im schlimmsten Fall kann ein lebensbedrohlicher Zustand entstehen.
Langzeitprognose
Die Aussichten sind heute sehr gut. Die meisten Menschen können nach einer erfolgreichen Arterienprozedur wieder ein normales, aktives Leben führen. Mit regelmäßiger Kontrolle und gesundem Lebensstil ist das Risiko für spätere Probleme gering. Auch wenn eine chronische Erkrankung vorliegt, lässt sich der Verlauf meist gut beeinflussen. Es gibt Grund zur Hoffnung.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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