Achsellymphknotenentfernung: Überblick
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die axilläre Lymphknotendissektion ist eine Operation, bei der Lymphknoten aus der Achselhöhle entfernt werden. Sie wird meist bei Brustkrebs oder schwarzem Hautkrebs (Melanom) durchgeführt, um zu prüfen, ob sich Krebszellen dorthin ausgebreitet haben. Der Eingriff hilft, das genaue Stadium der Erkrankung zu bestimmen und kann auch Teil der Behandlung sein.
Wichtige Fakten
- Die Operation wird in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt.
- Es werden mehrere Lymphknoten aus der Achselhöhle entfernt.
- Der Eingriff kann zu einem Lymphödem (Schwellung des Arms) führen.
- Heute wird oft zuerst die schonendere Sentinel-Lymphknotenbiopsie durchgeführt.
Der Eingriff wird heute seltener gemacht als früher, da es oft schonendere Methoden gibt. Trotzdem ist er bei bestimmten Krebserkrankungen weiterhin notwendig.
Betroffen sind vor allem Menschen mit Brustkrebs oder Melanom. In Deutschland erhalten jedes Jahr viele tausend Patientinnen und Patienten diesen Eingriff.
Symptome
- Starke, plötzlich zunehmende Schwellung des Arms
- Hohes Fieber über 38,5 °C
- Rötung und Überwärmung der Achselhöhle (Zeichen einer Infektion)
- Atemnot oder Brustschmerzen (Hinweis auf eine Lungenembolie)
- ⚠Anhaltende starke Schmerzen trotz Schmerzmitteln
- ⚠Eitriger Ausfluss aus der Wunde
- ⚠Bewegungsunfähigkeit des Arms
Häufige Symptome
- Schwellung im Bereich der Achselhöhle
- Schmerzen oder Druckgefühl
- Bewegungseinschränkung des Arms
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln an der Innenseite des Arms
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern wird der Eingriff sehr selten durchgeführt. Mögliche Beschwerden sind ähnlich wie bei Erwachsenen, aber Kinder können empfindlicher auf Schwellungen reagieren.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen haben ein höheres Risiko für Lymphödeme und eine längere Erholungszeit.
Ursachen
Hauptursachen
- Nachweis von Krebszellen in den Lymphknoten (meist bei Brustkrebs oder Melanom)
- Verdacht auf Streuung des Krebses in die Lymphknoten
Risikofaktoren
- Brustkrebs oder Melanom in der Vorgeschichte
- Fortgeschrittenes Tumorstadium
- Vorherige Sentinel-Lymphknotenbiopsie mit positivem Befund
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Zeichen einer Wundinfektion (Rötung, Schwellung, Fieber)
- Bei plötzlicher starker Armschwellung
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Zur Nachsorge nach dem Eingriff (Wundkontrolle, Bewegungstherapie)
- Bei anhaltenden Schwellungen oder Gefühlsstörungen
Diagnose
Die Entscheidung zur axillären Lymphknotendissektion trifft der Arzt nach einer genauen Untersuchung. Meist wird zunächst die schonendere Sentinel-Lymphknotenbiopsie durchgeführt. Zeigt diese Krebszellen, kann eine vollständige Dissektion nötig sein.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung der Achselhöhle
- Bildgebung wie Ultraschall oder MRT
- Sentinel-Lymphknotenbiopsie
- Gewebeuntersuchung (Histologie) der entfernten Lymphknoten
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Vor dem Eingriff werden Sie ausführlich beraten. Die Operation dauert etwa 1–2 Stunden und erfolgt meist unter Vollnarkose. Nach der OP bleiben Sie für ein bis zwei Tage im Krankenhaus.
Behandlung
Die axilläre Lymphknotendissektion ist selbst die Behandlung. Sie dient sowohl der Diagnostik als auch der Therapie, indem befallene Lymphknoten entfernt werden.
Selbsthilfe zu Hause
- Den Arm nach der OP schonen, aber regelmäßig bewegen (nach Anleitung)
- Kalte Umschläge bei Schwellung
- Auf Hygiene der Wunde achten
- Engmaschige Kontrolle durch Arzt oder Physiotherapeut
Medizinische Behandlungen
Zur Nachbehandlung gehören gegebenenfalls Physiotherapie und lymphologische Übungen. Bei Schmerzen können vom Arzt geeignete Schmerzmittel verordnet werden. Bei Lymphödemen wird eine komplexe physikalische Entstauungstherapie empfohlen. Im Rahmen der Krebsbehandlung können weitere Therapien wie Bestrahlung oder Chemotherapie nötig sein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Der Eingriff wird durchgeführt, wenn ein Befall der Lymphknoten nachgewiesen oder stark vermutet wird. Die aktuelle AWMF-Leitlinie gibt Empfehlungen, wann eine axilläre Lymphknotendissektion sinnvoll ist.
Leben mit der Erkrankung
Nach der OP sollten Sie Ihren Arm im Alltag normal, aber vorsichtig nutzen. Vermeiden Sie schwere Hebearbeit und Verletzungen am betroffenen Arm. Tragen Sie keine engen Ärmel oder schweren Taschen auf dieser Seite.
Tipps für den Alltag
- Blutdruckmessen, Impfungen und Blutabnahmen möglichst am anderen Arm durchführen lassen
- Sonnenbrand und Insektenstiche am betroffenen Arm vermeiden
- Regelmäßige Kontrolle des Arms auf Schwellungen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit wenig Salz kann helfen, Wassereinlagerungen zu vermeiden. Bewegung ist wichtig: Spezielle Übungen unter physiotherapeutischer Anleitung verbessern die Beweglichkeit und beugen Lymphödemen vor.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose Krebs und der Eingriff können Ängste auslösen. Viele Menschen sorgen sich um Lymphödeme oder das Fortschreiten der Erkrankung. Bei starken Belastungen wenden Sie sich an Ihren Arzt oder eine psychologische Beratungsstelle. Auch die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr für Sie da (0800 111 0 111).
Vorbeugung
Die axilläre Lymphknotendissektion selbst kann nicht verhindert werden, wenn sie medizinisch notwendig ist. Allerdings kann durch Früherkennung von Krebs (z. B. Mammographie) oft eine schonendere Behandlung erreicht werden.
Früherkennungsprogramme
Zur Früherkennung von Brustkrebs wird für Frauen ab 50 Jahren ein Mammographie-Screening empfohlen. Dies kann helfen, Krebs in einem frühen Stadium zu entdecken, sodass möglicherweise weniger eingreifende Operationen nötig sind.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelte Lymphödeme können dauerhaft bestehen und die Beweglichkeit einschränken
- Infektionen können sich ausbreiten und eine Blutvergiftung (Sepsis) verursachen
Langzeitprognose
Die Operation selbst hat in der Regel eine gute Prognose. Die Entfernung befallener Lymphknoten kann Teil einer erfolgreichen Krebsbehandlung sein. Mit guter Nachsorge und Physiotherapie lassen sich die meisten Komplikationen vermeiden oder behandeln.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Deutsche Krebshilfe ↗ · Deutschland
- Krebsinformationsdienst ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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