Übersicht Brachytherapie
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Brachytherapie ist eine Art der Strahlentherapie, bei der eine kleine radioaktive Quelle direkt in oder in die Nähe des Tumors gebracht wird. So kann die Strahlung gezielt auf den Krebs wirken und gesundes Gewebe wird geschont. Die Behandlung wird oft bei Prostatakrebs, Gebärmutterhalskrebs oder Brustkrebs eingesetzt.
Wichtige Fakten
- Die Strahlenquelle wird für kurze Zeit (HDR) oder dauerhaft (LDR) im Körper belassen.
- Die Behandlung ist meist ambulant möglich und dauert nur wenige Minuten bis Tage.
- Brachytherapie wird oft mit anderen Behandlungen wie Operation oder Chemotherapie kombiniert.
Brachytherapie ist eine weltweit etablierte und häufig angewendete Behandlungsmethode für verschiedene Krebsarten.
Sie wird vor allem bei Patienten mit lokal begrenzten Tumoren eingesetzt, zum Beispiel bei Prostatakrebs, Gebärmutterhalskrebs, Brustkrebs oder Hautkrebs.
Symptome
- Starke Schmerzen oder plötzliche Schwellung im behandelten Bereich
- Fieber über 38,5 °C oder Schüttelfrost
- Plötzliche Atemnot oder Brustschmerzen
- ⚠Anzeichen einer Infektion wie Rötung, Überwärmung oder Eiter an der Einstichstelle
- ⚠Starke Übelkeit oder Erbrechen, die nicht nachlassen
- ⚠Starke Blutungen aus dem behandelten Bereich
Häufige Symptome
- Müdigkeit und Erschöpfung während oder nach der Behandlung
- Leichte Rötung oder Reizung der Haut an der Einstichstelle
- Schwellung oder Schmerzen im behandelten Bereich
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern sind die gleichen Nebenwirkungen möglich, aber oft stärker ausgeprägt. Wachstumsverzögerungen können auftreten.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen können empfindlicher auf die Strahlung reagieren. Eine gute Abstimmung der Behandlung ist wichtig.
Ursachen
Hauptursachen
- Brachytherapie wird zur Behandlung von Krebs eingesetzt, nicht gegen die Ursache der Erkrankung.
Risikofaktoren
- Die Therapie ist nicht für alle Tumorarten geeignet. Ihr Arzt prüft, ob Brachytherapie für Sie infrage kommt.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Fieber, starken Schmerzen oder Anzeichen einer Infektion nach der Behandlung sofort ärztlichen Rat einholen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Nach der Brachytherapie sind regelmäßige Nachsorgetermine wichtig, um den Behandlungserfolg zu kontrollieren und Nebenwirkungen zu behandeln.
Diagnose
Die Entscheidung für eine Brachytherapie wird nach einer gründlichen Untersuchung des Tumors getroffen. Dazu gehören bildgebende Verfahren wie MRT, CT oder Ultraschall sowie eine Gewebeprobe (Biopsie).
Mögliche Untersuchungen
- Magnetresonanztomographie (MRT)
- Computertomographie (CT)
- Ultraschall
- Biopsie (Gewebeentnahme)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Ihr Arzt erklärt Ihnen den Ablauf genau. Vor der Behandlung werden die genaue Position des Tumors und die Dosis der Strahlung mit Bildgebung geplant. Die Behandlung selbst erfolgt meist unter örtlicher Betäubung oder leichter Sedierung.
Behandlung
Die Brachytherapie ist eine Form der Strahlentherapie. Es gibt zwei Hauptverfahren: Die HDR-Brachytherapie (High Dose Rate), bei der die Strahlenquelle für kurze Zeit (Minuten) platziert wird, und die LDR-Brachytherapie (Low Dose Rate), bei der die Quelle dauerhaft im Körper verbleibt und über Wochen die Strahlung abgibt. Welche Methode für Sie geeignet ist, hängt von Tumorart und -lage ab.
Selbsthilfe zu Hause
- Schonen Sie sich in den Tagen nach der Behandlung.
- Trinken Sie ausreichend und achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung.
- Bei Hautreizungen: milde Pflegeprodukte verwenden und direkte Sonneneinstrahlung meiden.
Medizinische Behandlungen
Die Brachytherapie wird oft mit anderen Krebstherapien kombiniert, wie Operation, externe Bestrahlung (Teletherapie) oder medikamentösen Therapien. Ihr Behandlungsteam erstellt einen individuellen Therapieplan.
Wann kommt eine Operation infrage?
In manchen Fällen wird die Brachytherapie vor oder nach einer Operation eingesetzt, um das Risiko eines Rückfalls zu verringern. Bei Prostatakrebs kann sie auch als alleinige Behandlung angewendet werden.
Leben mit der Erkrankung
Nach der Brachytherapie können Sie Ihren Alltag wieder aufnehmen, sobald Sie sich dazu in der Lage fühlen. Bei der LDR-Brachytherapie mit dauerhaften Seeds (kleinen Strahlenquellen) gibt es für einige Wochen besondere Sicherheitshinweise (z. B. Abstand zu Schwangeren und Kindern).
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung unterstützt die Erholung.
- Vermeiden Sie Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum.
- Achten Sie auf eine gute Hautpflege im bestrahlten Bereich.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten hilft Ihrem Körper bei der Regeneration. Leichte körperliche Aktivität wie Spazierengehen ist förderlich, schwere Belastungen sollten Sie zunächst meiden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Krebserkrankung und die Behandlung können belastend sein. Ängste und Unsicherheiten sind normal. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder suchen Sie psychosoziale Unterstützung.
Vorbeugung
Brachytherapie dient der Behandlung von Krebs und kann nicht eingesetzt werden, um Krebs zu verhindern. Sie hilft jedoch, den Tumor zu kontrollieren und das Rückfallrisiko zu senken.
Früherkennungsprogramme
Vorsorgeuntersuchungen können dabei helfen, Tumore früh zu erkennen, sodass eine Brachytherapie möglicherweise besonders wirksam eingesetzt werden kann. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die für Sie empfohlenen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelt kann der Tumor weiterwachsen und Metastasen bilden – das gilt nicht speziell für die Brachytherapie, sondern für die Krebserkrankung selbst.
Langzeitprognose
Die Brachytherapie ist eine sehr wirksame Behandlung für viele Krebsarten. Die Erfolgsaussichten sind bei frühzeitiger Anwendung oft sehr gut. Auch wenn es Nebenwirkungen geben kann, sind diese meist gut beherrschbar. Ihr Behandlungsteam begleitet Sie und passt die Therapie bei Bedarf an.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Deutsche Krebshilfe ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.
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