Durchblutung: Tipps für den Eingriffstag
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Am Tag Ihres Eingriffs am Herz-Kreislauf-System werden Untersuchungen oder Behandlungen durchgeführt, um Ihre Durchblutung zu verbessern oder Erkrankungen festzustellen.
Wichtige Fakten
- Sie müssen vor dem Eingriff nüchtern sein – das heißt, Sie dürfen einige Stunden vorher nichts essen und nur klare Getränke zu sich nehmen.
- Nehmen Sie Ihre Medikamente nur nach Absprache mit Ihrem Arzt ein.
- Tragen Sie bequeme Kleidung und lassen Sie Schmuck und Wertsachen zu Hause.
Ja, solche Eingriffe werden täglich in deutschen Krankenhäusern durchgeführt. Sie sind Routine für die behandelnden Teams.
Betroffen sind Menschen mit bekannten oder vermuteten Durchblutungsstörungen des Herzens, wie z.B. Verengungen der Herzkranzgefäße oder Herzrhythmusstörungen.
Symptome
- Starke Schmerzen in der Brust oder im Arm
- Plötzliche Atemnot, die nicht nachlässt
- Starke Blutung aus der Einstichstelle, die nicht aufhört
- Bewusstlosigkeit oder Krampfanfall
- ⚠Fieber über 38,5 °C
- ⚠Rötung, Schwellung oder starke Schmerzen an der Einstichstelle
- ⚠Schwindel, der länger anhält oder mit Übelkeit verbunden ist
Häufige Symptome
- Leichte Müdigkeit oder Schläfrigkeit vor dem Eingriff
- Ein leichtes Kribbeln oder Taubheitsgefühl an der Einstichstelle
- Kurze Atemnot beim Hinlegen, die aber schnell vergeht
Symptome bei Kindern
- Unruhe oder Weinen, das auf Angst oder Unwohlsein hindeutet
- Blässe oder vermehrtes Schwitzen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder Desorientierung
- Schwindel oder Ohnmachtsgefühl
- Verstärkte Müdigkeit
Ursachen
Hauptursachen
- Verengung der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit)
- Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern
- Durchblutungsstörungen in den Beinen (periphere arterielle Verschlusskrankheit)
Risikofaktoren
- Rauchen
- Hoher Blutdruck
- Hohe Cholesterinwerte
- Diabetes
- Übergewicht
- Bewegungsmangel
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei starken Schmerzen in der Brust oder Atemnot noch vor dem Eingriff
- Wenn Sie die Nüchternheitsregel (z.B. unabsichtlich etwas gegessen) nicht einhalten konnten
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie Fragen zu Ihren Medikamenten haben – klären Sie diese rechtzeitig vor dem Eingriff
- Wenn Sie unsicher sind, ob Sie eine Allergie gegen bestimmte Medikamente oder desinfizierende Mittel haben
Diagnose
Vor dem Eingriff werden noch einmal Ihr Blutdruck, Puls und ein EKG (Herzstromkurve) überprüft. Bei Bedarf wird auch ein Ultraschall des Herzens durchgeführt.
Mögliche Untersuchungen
- Blutentnahme: Kontrolle von Blutwerten wie Gerinnung und Nierenfunktion
- EKG (Elektrokardiogramm): Zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens auf
- Echokardiografie (Herzultraschall): Zeigt die Struktur und Funktion des Herzens
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie werden in einen Vorbereitungsraum gebracht, wo eine Pflegekraft Ihre Daten erfasst, einen Zugang (Venenkatheter) legt und Sie über den Ablauf informiert. Der Eingriff selbst findet meist unter örtlicher Betäubung oder einer leichten Sedierung statt – Sie sind also wach, aber entspannt. Nach dem Eingriff werden Sie einige Stunden überwacht, bevor Sie auf Ihr Zimmer kommen.
Behandlung
Der Eingriff dient der genauen Untersuchung Ihrer Herzgefäße oder der Behandlung von Verengungen. Dazu wird meist ein dünner Schlauch (Katheter) über die Leiste oder das Handgelenk eingeführt.
Selbsthilfe zu Hause
- Halten Sie die Nüchternheitszeiten ein: In der Regel dürfen Sie 6 Stunden vor dem Eingriff nichts mehr essen, klare Flüssigkeiten sind bis 2 Stunden vorher erlaubt.
- Duschen Sie am Morgen des Eingriffs gründlich, aber verwenden Sie keine Cremes oder Lotionen auf der Haut.
- Tragen Sie bequeme, weite Kleidung (z.B. Jogginghose und T-Shirt) und lassen Sie Schmuck, Piercings und Kontaktlinsen zu Hause.
- Bringen Sie eine Liste Ihrer Medikamente mit und klären Sie mit Ihrem Arzt, welche Sie am Morgen einnehmen dürfen.
Medizinische Behandlungen
Je nach Befund kann der Arzt während der Untersuchung auch direkt eine Behandlung durchführen, z.B. eine Ballonerweiterung (Angioplastie) oder das Einsetzen eines kleinen Röhrchens (Stent), um das Gefäß offen zu halten. Dies geschieht in der Regel unter örtlicher Betäubung und leichter Beruhigung.
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei komplexeren Fällen kann eine Operation (Bypass-Operation) nötig sein – dies wird aber vorher ausführlich mit Ihnen besprochen.
Leben mit der Erkrankung
Nach dem Eingriff sollten Sie sich für einige Tage schonen. Vermeiden Sie schweres Heben und intensive körperliche Anstrengung. Halten Sie die Einstichstelle sauber und trocken.
Tipps für den Alltag
- Trinken Sie ausreichend Wasser (mindestens 1,5 Liter pro Tag), es sei denn, Ihr Arzt rät zu einer Einschränkung.
- Vermeiden Sie in den ersten Tagen nach dem Eingriff Alkohol und Rauchen.
- Achten Sie auf Veränderungen an der Einstichstelle (Rötung, Schwellung, Schmerzen) und melden Sie diese Ihrem Arzt.
Ernährung und Bewegung
Beginnen Sie mit leichter Kost (Gemüse, Vollkornprodukte, mageres Fleisch). In den ersten Tagen ist Spazierengehen in ruhigem Tempo erlaubt, Sport wie Joggen oder Schwimmen sollten Sie für etwa eine Woche aussetzen – fragen Sie Ihren Arzt, wann Sie wieder voll belasten dürfen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Es ist normal, nach einem Eingriff ängstlich oder unsicher zu sein. Sprechen Sie mit dem Pflegepersonal oder Ihrem Arzt darüber. Manche Menschen fühlen sich auch erleichtert – das ist ebenso in Ordnung.
Vorbeugung
Nicht jede Herzerkrankung lässt sich verhindern, aber ein gesunder Lebensstil senkt das Risiko deutlich: Nichtrauchen, ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und Stressabbau sind die wichtigsten Maßnahmen.
Impfungen
Eine Impfung gegen Grippe kann sinnvoll sein, da eine Grippe das Herz belasten kann. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (z.B. Blutdruckmessen, Blutfettwerte, Blutzuckerkontrolle) helfen, Risiken früh zu erkennen. Ab einem bestimmten Alter oder bei familiärer Vorbelastung kann Ihr Arzt spezielle Herz-Checks empfehlen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Blutungen oder Blutergüsse an der Einstichstelle
- Infektionen (Rötung, Schwellung, Fieber)
- Allergische Reaktionen auf Kontrastmittel oder Betäubungsmittel (Hautausschlag, Juckreiz, selten Atemnot)
- Verletzung der Blutgefäße (sehr selten)
Langzeitprognose
Die allermeisten Eingriffe verlaufen ohne Komplikationen und bringen eine deutliche Besserung Ihrer Beschwerden. Ihr Behandlungsteam wird alles tun, um Risiken so gering wie möglich zu halten. Nach dem Eingriff werden Sie engmaschig überwacht, damit eventuelle Probleme sofort erkannt und behandelt werden können.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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