Am Tag der Magenspiegelung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Gastroskopie ist eine Untersuchung, bei der der Arzt mit einem dünnen, flexiblen Schlauch (Endoskop) in Ihren Magen schaut. Der Schlauch wird durch den Mund in die Speiseröhre und den Magen geführt. So kann der Arzt die Schleimhaut betrachten und Gewebeproben entnehmen.
Wichtige Fakten
- Die Untersuchung dauert in der Regel 10 bis 15 Minuten.
- Sie erhalten vorher ein Beruhigungsmittel, damit Sie entspannt sind.
- Nach der Untersuchung dürfen Sie wegen der Beruhigung nicht selbst Auto fahren oder Maschinen bedienen.
Ja, Gastroskopien gehören zu den häufigen Routineuntersuchungen in der Medizin.
Sie wird bei Menschen jeden Alters durchgeführt, die Beschwerden im oberen Verdauungstrakt haben, wie anhaltende Magenschmerzen, Sodbrennen, Übelkeit oder Blutungen.
Symptome
- Wenn Sie Blut erbrechen oder Blut im Stuhl sehen (schwarzer, teerartiger Stuhl) – rufen Sie sofort den Notruf 112!
- Sehr starke Bauchschauen, die nicht nachlassen.
- Wenn Sie nach der Gastroskopie plötzlich Atemnot oder starke Schmerzen haben – sofort 112 wählen!
- ⚠Schluckstörungen, die sich verschlimmern.
- ⚠Anhaltendes Erbrechen, besonders mit Blutbeimengungen.
- ⚠Gewichtsverlust ohne ersichtlichen Grund.
Häufige Symptome
- Anhaltende Schmerzen im Oberbauch
- Sodbrennen und saures Aufstoßen
- Übelkeit oder Erbrechen
- Völlegefühl oder Blähungen
- Blutarmut (Anämie) unklarer Ursache
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern können ähnliche Symptome auftreten, oft sind es auch Schluckstörungen oder Gedeihstörungen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen stehen häufig Schluckbeschwerden, Bluterbrechen oder unerklärlicher Gewichtsverlust im Vordergrund.
Ursachen
Hauptursachen
- Magen-Darm-Beschwerden wie chronische Gastritis (Magenschleimhautentzündung)
- Verdacht auf Magengeschwüre oder Refluxkrankheit (Rückfluss von Magensäure)
- Schluckbeschwerden oder Verdacht auf Speiseröhrenerkrankungen
Risikofaktoren
- Dauerhafte Einnahme von Schmerzmitteln wie Aspirin oder Ibuprofen
- Übergewicht
- Rauchen und starker Alkoholkonsum
- Erblich bedingte Magen-Darm-Erkrankungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei akuten Blutungen wie Bluterbrechen oder schwarzem Stuhl
- Bei plötzlich auftretenden starken Schmerzen im Oberbauch
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei länger anhaltenden Magenbeschwerden, die nicht auf Eigenbehandlung ansprechen
- Bei Schluckstörungen, die über mehrere Wochen bestehen
- Zur Abklärung von Anämie unklarer Ursache
Diagnose
Die Gastroskopie wird von einem Gastroenterologen (Magen-Darm-Arzt) durchgeführt. Sie erhalten ein Beruhigungsmittel und ein örtliches Betäubungsspray im Rachen. Dann wird das Endoskop vorsichtig durch den Mund in die Speiseröhre und den Magen geschoben. Der Arzt kann die Schleimhaut auf einem Bildschirm betrachten. Während der Untersuchung kann er kleine Gewebeproben (Biopsien) entnehmen oder Blutungen stoppen.
Mögliche Untersuchungen
- Gastroskopie mit Biopsie (Gewebeprobe)
- Gegebenenfalls wird auch eine Helicobacter-pylori-Testung durchgeführt (Bakterien im Magen)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Vor der Untersuchung müssen Sie für etwa 6 bis 8 Stunden nüchtern sein (nichts essen oder trinken). Nach der Untersuchung bleiben Sie noch eine Stunde zur Beobachtung im Krankenhaus oder in der Praxis. Wegen der Beruhigung dürfen Sie am Tag der Gastroskopie kein Auto fahren. Sie bekommen die Ergebnisse in der Regel direkt nach dem Eingriff oder bei der Nachbesprechung mitgeteilt.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache, die bei der Gastroskopie festgestellt wird. Mögliche Therapien reichen von Medikamenten bis zu Ernährungsumstellung.
Selbsthilfe zu Hause
- Nach der Gastroskopie: Trinken Sie zunächst kleine Schlucke Wasser, wenn Sie wieder vollständig wach sind.
- Vermeiden Sie scharfes, heißes Essen für 24 Stunden nach dem Eingriff.
- Schonen Sie sich am Rest des Tages und legen Sie sich hin, falls Sie müde sind.
Medizinische Behandlungen
Falls der Arzt eine Magenschleimhautentzündung, ein Geschwür oder eine Infektion mit Helicobacter pylori feststellt, wird er Ihnen entsprechende Medikamente verschreiben. Dazu gehören säurehemmende Mittel oder Antibiotika – die genaue Verordnung besprechen Sie mit Ihrem Arzt. Bei Polypen oder anderen Veränderungen kann eine endoskopische Abtragung erfolgen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur sehr selten notwendig, beispielsweise bei schweren Blutungen oder bösartigen Tumoren. In den meisten Fällen reichen medikamentöse oder endoskopische Behandlungen aus.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Gastroskopie können Sie am nächsten Tag meist wieder Ihren normalen Aktivitäten nachgehen. Wenn keine ernste Erkrankung festgestellt wurde, müssen Sie keine besonderen Einschränkungen beachten.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf eine ausgewogene, magenschonende Ernährung.
- Vermeiden Sie übermäßigen Alkohol und Nikotin.
- Nehmen Sie Schmerzmittel nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt ein.
Ernährung und Bewegung
Essen Sie regelmäßig kleine Mahlzeiten. Meiden Sie stark gewürzte, fettige oder sehr süße Speisen, wenn sie Ihnen Beschwerden bereiten. Leichte Bewegung wie Spazierengehen ist förderlich, aber kein intensives Sporttraining am Tag nach der Untersuchung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Angst vor einer Untersuchung oder möglichen Befunden ist normal. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einer Vertrauensperson darüber. In der Regel ist eine Gastroskopie aber sehr gut verträglich und hilft, Klarheit zu schaffen.
Vorbeugung
Eine Gastroskopie als Untersuchung kann nicht verhindert werden – sie ist notwendig, um Beschwerden abzuklären. Allerdings können Sie manche Magen-Darm-Erkrankungen durch einen gesunden Lebensstil vermeiden.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland wird die Gastroskopie auch zur Vorsorge von Magenkrebs angeboten, insbesondere ab einem bestimmten Alter oder bei familiärer Vorbelastung. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt über die Screening-Empfehlungen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn die zugrunde liegende Erkrankung nicht behandelt wird, können sich Geschwüre vergrößern, es kann zu Blutungen oder in seltenen Fällen zu Krebs kommen.
Langzeitprognose
Die Gastroskopie ist eine sichere Untersuchung mit sehr geringem Komplikationsrisiko. Die meisten Menschen vertragen sie gut. Wenn eine Erkrankung gefunden wird, kann sie in der Regel erfolgreich behandelt werden. Die Prognose ist daher fast immer gut.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.
Guidance may differ by country or region. Confirm local recommendations with a qualified healthcare provider.