Tag der Paukenröhrchen-OP
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Der Tag der Paukenröhrchen-Operation (auch Grommet-Tag genannt) ist der Tag, an dem Ihr Kind kleine Röhrchen, sogenannte Paukenröhrchen oder Grommets, in die Ohren eingesetzt bekommt. Diese Röhrchen helfen, Flüssigkeit aus dem Mittelohr abzuleiten und das Gehör zu verbessern.
Wichtige Fakten
- Paukenröhrchen sind winzige Röhrchen aus Kunststoff oder Metall, die das Trommelfell offen halten.
- Die Operation dauert in der Regel nur 10–20 Minuten und wird unter Vollnarkose durchgeführt.
- An diesem Tag müssen Sie einige Vorbereitungen treffen, z. B. Essens- und Trinkpausen einhalten.
Ja, das Einsetzen von Paukenröhrchen ist ein sehr häufiger und sicherer Eingriff bei Kindern, besonders im Vorschulalter.
Die Behandlung wird hauptsächlich bei Kindern durchgeführt, die unter wiederkehrenden Mittelohrentzündungen oder einem Paukenerguss („Glue Ear“) leiden. Auch Erwachsene können in seltenen Fällen Paukenröhrchen erhalten.
Symptome
- Starke, anhaltende Schmerzen im Ohr (sofortiger Notruf 112)
- Starke Blutung aus dem Ohr, die nicht aufhört
- Plötzlicher Hörverlust auf einem Ohr
- Fieber über 39 °C und Schüttelfrost
- ⚠Eiter oder übel riechende Flüssigkeit aus dem Ohr (noch am selben Tag zum Arzt)
- ⚠Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen, die länger als einen Tag anhalten
- ⚠Das Röhrchen fällt in den Gehörgang (lassen Sie es vom Arzt entfernen)
Häufige Symptome
- Schmerzen oder Druckgefühl im Ohr (oft nach der Operation, aber meist mild)
- Leichte Blutungen aus dem Ohr (selten und harmlos)
Symptome bei Kindern
- Das Kind kann nach der Narkose müde oder benommen sein.
- Manche Kinder haben Übelkeit oder Erbrechen.
- Das Gehör kann sich sofort verbessern, es kann aber auch einige Tage dauern.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Patienten berichten oft von einem Gefühl von Druck oder Rauschen im Ohr.
- Die Balance kann sich vorübergehend leicht verändern.
Ursachen
Hauptursachen
- Wiederkehrende Mittelohrentzündungen, die nicht auf Antibiotika ansprechen
- Paukenerguss (auch Glue Ear genannt), bei dem sich Flüssigkeit im Mittelohr ansammelt und das Hören beeinträchtigt
Risikofaktoren
- Alter unter 3 Jahren (häufiger)
- Besuch einer Kindertagesstätte (erhöhtes Infektionsrisiko)
- Passivrauchen (schädigt die Schleimhäute der Ohrtrompete)
- Allergien oder vergrößerte Rachenmandeln
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Starke Schmerzen, die nach Schmerzmitteln nicht besser werden
- Blut oder Eiter fließt aus dem Ohr
- Das Kind hört plötzlich deutlich schlechter
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Kontrolltermin beim HNO-Arzt nach etwa 4–6 Wochen, um zu prüfen, ob die Röhrchen richtig sitzen
- Falls die Röhrchen nach 9–12 Monaten nicht von selbst herausfallen, sollte ein Arzttermin vereinbart werden
Diagnose
Vor der Operation wird Ihr HNO-Arzt das Ohr untersuchen, einen Hörtest durchführen und die Entscheidung für Paukenröhrchen besprechen.
Mögliche Untersuchungen
- Ohrenspiegelung (Otoskopie) zur Beurteilung des Trommelfells
- Tympanometrie (Misst den Druck im Mittelohr)
- Hörtest (Audiometrie) bei Kindern oft ab 3 Jahren möglich
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Am Tag der Operation kommen Sie in die Klinik. Ihr Kind bekommt eine Vollnarkose, während der die Röhrchen durch einen kleinen Schnitt im Trommelfell eingesetzt werden. Nach dem Aufwachen bleibt Ihr Kind noch einige Stunden zur Beobachtung. Am gleichen Tag darf es meist nach Hause.
Behandlung
Die Behandlung besteht aus dem operativen Einsetzen von Paukenröhrchen. Ziel ist es, das Mittelohr zu belüften und Flüssigkeit abfließen zu lassen.
Selbsthilfe zu Hause
- Halten Sie die Ohren Ihres Kindes beim Baden oder Schwimmen trocken (verwenden Sie Ohrenstöpsel oder eine Badekappe).
- Vermeiden Sie eine Woche lang starke körperliche Anstrengung.
- Geben Sie Ihrem Kind keine Medikamente außer den vom Arzt verschriebenen.
Medizinische Behandlungen
Nach der Operation werden in der Regel keine Antibiotika benötigt. Bei Entzündungen kann Ihr Arzt ein Medikament verschreiben, das Sie selbst in das Ohr träufeln. Wichtig: Beachten Sie genau die Anweisungen des Arztes.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation mit Paukenröhrchen wird empfohlen, wenn: (1) Ihr Kind in 6 Monaten 3 oder mehr Mittelohrentzündungen hatte, (2) ein Paukenerguss länger als 3 Monate besteht und das Gehör beeinträchtigt, oder (3) das Kind unter einer Schwerhörigkeit leidet, die die Sprachentwicklung verzögert.
Leben mit der Erkrankung
Nach dem Einsetzen der Paukenröhrchen wird sich das Gehör in der Regel deutlich verbessern. Die Röhrchen fallen meist nach 6–12 Monaten von selbst heraus oder werden vom Arzt entfernt.
Tipps für den Alltag
- Schützen Sie die Ohren beim Baden und Schwimmen mit Ohrenstöpseln oder Silikonkappen.
- Vermeiden Sie es, Wattestäbchen oder andere Gegenstände in den Gehörgang zu stecken.
- Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob der Kontakt mit Rauchgemieden werden sollte.
Ernährung und Bewegung
Normale Ernährung und Bewegung sind direkt nach der Operation wieder erlaubt. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind den Kopf nicht zu tief in Wasser taucht, solange die Röhrchen noch sitzen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wenn die Hörprobleme lange bestanden haben, kann die plötzliche Hörverbesserung anfangs überfordernd sein. Das Kind braucht Zeit, sich an die neuen Klänge zu gewöhnen. Zeigen Sie Geduld und geben Sie Sicherheit.
Vorbeugung
Nicht alle Mittelohrentzündungen lassen sich verhindern, aber Sie können das Risiko senken: Vermeiden Sie Passivrauchen, fördern Sie das Stillen (wenn möglich), und achten Sie auf eine gute Belüftung der Kita-Gruppenräume.
Impfungen
Die Impfung gegen Pneumokokken und Grippe (Influenza) kann das Risiko von Mittelohrentzündungen leicht senken.
Früherkennungsprogramme
Ein allgemeines Hörscreening für Kinder wird in Deutschland im Rahmen der U-Untersuchungen angeboten. Lassen Sie diese Termine unbedingt wahrnehmen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Anhaltende Hörverluste, die die Sprachentwicklung und das Lernen beeinträchtigen
- Wiederholte, schwere Mittelohrentzündungen mit Trommelfell-Schäden
- Chronischer Paukenerguss („Klebeohr“) mit langfristigen Hörproblemen
Langzeitprognose
Mit Paukenröhrchen verbessert sich das Gehör in den meisten Fällen deutlich. Die Röhrchen fallen meist von selbst heraus, ohne weitere Probleme. Nur selten sind Nachfolge-Operationen nötig. Ihr Arzt wird den Verlauf begleiten – die Prognose ist insgesamt sehr gut.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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