Tag der Hüftoperation
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Der Tag der Hüftoperation ist der Tag, an dem Sie Ihr neues Hüftgelenk bekommen. Sie werden im Krankenhaus sein, und ein Team aus Ärzten und Pflegern kümmert sich um Sie. Die Operation selbst dauert etwa ein bis zwei Stunden. Nach der Operation beginnen Sie schon am selben Tag mit ersten Bewegungen.
Wichtige Fakten
- Die Operation wird meist in Vollnarkose oder mit einer Betäubung des Rückens durchgeführt.
- Sie dürfen vor der Operation ab Mitternacht nichts mehr essen und nur klare Flüssigkeiten trinken.
- Nach der Operation werden Sie für einige Stunden im Aufwachraum überwacht, bevor Sie auf Ihr Zimmer kommen.
Hüftgelenkersatz ist eine der häufigsten Operationen in Deutschland. Jedes Jahr werden über 200.000 solche Eingriffe durchgeführt.
Die meisten Patienten sind über 60 Jahre alt, aber auch jüngere Menschen mit schweren Hüftschäden können eine Hüftprothese bekommen.
Symptome
- Plötzliche starke Schmerzen in der Brust oder Atemnot (können auf eine Lungenembolie hinweisen).
- Starke Blutung aus der Wunde, die nicht aufhört.
- Anzeichen einer allergischen Reaktion auf Medikamente (z. B. Hautausschlag, Schwellung im Gesicht).
- ⚠Fieber über 38,5 °C nach der Operation.
- ⚠Rötung, Schwellung oder Eiter aus der Wunde.
- ⚠Schmerzen in der Wade, die neu und schlimmer werden (können auf eine Thrombose hindeuten).
Häufige Symptome
- Am Tag der Operation können Sie vor der Narkose etwas Angst oder Unruhe spüren – das ist ganz normal.
- Nach der Operation haben Sie Schmerzen im Operationsgebiet, die aber mit Schmerzmitteln gut behandelt werden.
- Sie können Übelkeit oder Müdigkeit durch die Narkose verspüren.
Symptome bei Kindern
- Kinder benötigen selten eine Hüftprothese. Bei Jugendlichen wird eine Operation nur in besonderen Fällen durchgeführt.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen haben oft ein höheres Risiko für Verwirrtheit nach der Narkose oder für Komplikationen wie Blutgerinnsel.
Ursachen
Hauptursachen
- Der häufigste Grund für eine Hüftprothese ist eine fortgeschrittene Arthrose (Gelenkverschleiß).
- Auch ein Oberschenkelhalsbruch nach einem Sturz kann eine Hüftprothese nötig machen.
- Seltener sind entzündliche Gelenkerkrankungen wie Rheuma oder Hüftkopfnekrose (Absterben von Knochengewebe).
Risikofaktoren
- Alter über 60 Jahre
- Übergewicht belastet die Gelenke
- Vorherige Hüftverletzungen oder Operationen
- Angeborene Hüftfehlstellungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei starken Schmerzen, die mit den verordneten Schmerzmitteln nicht nachlassen.
- Bei Anzeichen einer Infektion (Fieber, Rötung, Eiter).
- Bei plötzlicher Atemnot oder Schmerzen in der Brust.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Am Tag nach der Operation werden Sie von Physiotherapeuten besucht, um erste Übungen zu machen.
- Vor der Entlassung wird ein Nachsorgetermin vereinbart (meist nach 6–12 Wochen).
Diagnose
Bereits vor der Operation wurde festgestellt, dass Sie eine Hüftprothese brauchen. Am Operationstag selbst werden keine neuen Diagnosen gestellt, sondern die Vorbereitung abgeschlossen.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung (z. B. Blutbild, Gerinnungswerte)
- EKG (Herzstrommessung) zur Narkosevorbereitung
- Röntgenbild der Hüfte zur Planung der Prothese
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Am Morgen der Operation werden Sie gebeten, sich zu duschen und ein Krankenhaushemd anzuziehen. Ein Arzt oder eine Ärztin wird Sie noch einmal untersuchen und offene Fragen klären. Dann werden Sie in den Operationssaal gebracht.
Behandlung
Die Behandlung am Tag der Hüftoperation besteht aus der Operation selbst (Einsetzen der Hüftprothese) und der direkten Nachsorge (Schmerztherapie, erste Mobilisation).
Selbsthilfe zu Hause
- Atemübungen durchführen, um die Lunge zu entlüften (bekommen Sie im Krankenhaus gezeigt).
- Schonende Bewegung der Knöchel und Füße im Bett, um Thrombosen vorzubeugen.
- Viel trinken, wenn Sie dürfen, aber nur kleine Schlucke.
Medizinische Behandlungen
Zur Schmerzlinderung erhalten Sie Medikamente, die Ihnen der Narkosearzt oder die Stationsärztin verordnet. Meist werden Kombinationen aus Schmerzmitteln und entzündungshemmenden Wirkstoffen eingesetzt. Die genaue Auswahl richtet sich nach Ihren Vorerkrankungen. Zusätzlich kann eine örtliche Betäubung durch einen Katheter in der Leiste erfolgen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Die Operation ist die Behandlung selbst. Sie wird durchgeführt, wenn konservative Maßnahmen nicht mehr helfen und die Schmerzen im Alltag zu stark sind.
Leben mit der Erkrankung
Am Tag der Operation verbringen Sie die meiste Zeit im Bett, werden aber schon am Abend oder am nächsten Morgen kurz aufstehen und ein paar Schritte gehen (mit Hilfe).
Tipps für den Alltag
- Sie werden für einige Wochen auf Krücken angewiesen sein.
- Achten Sie darauf, dass zu Hause keine Stolperfallen (Teppiche, Kabel) liegen.
- Lagern Sie wichtige Dinge in Reichweite, damit Sie sich nicht bücken müssen.
Ernährung und Bewegung
Essen Sie am Operationstag nur leichte Kost (z. B. Zwieback, Tee). In den Tagen danach ist eine ausgewogene Ernährung mit viel Eiweiß wichtig für die Wundheilung. Bewegung wird langsam gesteigert: erst im Bett, dann im Zimmer, später auf dem Flur.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Operation kann Stress und Ängste auslösen. Sprechen Sie mit dem Pflegepersonal oder einem Psychologen, wenn Sie sich überfordert fühlen. Viele Patienten haben nach der Operation eine erleichterte Stimmung, weil die Schmerzen verschwunden sind.
Vorbeugung
Eine Hüftprothese lässt sich nicht immer verhindern, aber ein gesunder Lebensstil mit Normalgewicht, moderater Bewegung und gelenkschonenden Sportarten (z. B. Schwimmen) kann Arthrose hinauszögern.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wundinfektionen können sich ausbreiten und zu einer gefährlichen Blutvergiftung führen.
- Blutgerinnsel in den Beinen (Thrombose) können in die Lunge wandern (Lungenembolie).
- Eine Lockerung der Prothese kann zu anhaltenden Schmerzen und erneuter Operation führen.
Langzeitprognose
Die allermeisten Patienten können nach der Hüftoperation wieder schmerzfrei laufen und ihre Lebensqualität verbessert sich deutlich. Mit guter Nachsorge und Rehabilitation ist die Prognose ausgezeichnet.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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