Dilatation und Kürettage
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Dilatation und Kürettage (auch Ausschabung genannt) ist ein kleiner operativer Eingriff, bei dem der Gebärmutterhals vorsichtig erweitert wird und dann die oberste Schicht der Gebärmutterschleimhaut mit einem speziellen Instrument (einer Kürette) abgetragen wird. Der Eingriff dient entweder dazu, Gewebe für eine Untersuchung zu entnehmen (diagnostische Kürettage) oder um die Gebärmutter von Geweberesten zu befreien, zum Beispiel nach einer Fehlgeburt (therapeutische Kürettage).
Wichtige Fakten
- Die Dilatation und Kürettage ist ein häufiger, meist komplikationsarmer Eingriff, der in der Regel ambulant in Vollnarkose oder örtlicher Betäubung durchgeführt wird.
- Der Eingriff dauert nur etwa 10 bis 15 Minuten und die Erholungszeit ist kurz – die meisten Frauen können noch am selben Tag nach Hause gehen.
- Eine Ausschabung kann aus diagnostischen Gründen (z. B. bei ungewöhnlichen Blutungen) oder therapeutisch (z. B. nach einer Fehlgeburt) erfolgen.
Ja, die Dilatation und Kürettage zählt zu den häufigsten gynäkologischen Eingriffen im gebärfähigen Alter.
Der Eingriff betrifft Frauen im gebärfähigen Alter, kann aber auch bei älteren Frauen nach den Wechseljahren durchgeführt werden, wenn ungewöhnliche Blutungen auftreten. In seltenen Fällen wird er bei Jugendlichen aus bestimmten medizinischen Gründen empfohlen.
Symptome
- Sehr starke Blutungen, bei denen Sie innerhalb einer Stunde mehr als eine Binde pro Stunde durchbluten
- Plötzliche, starke Schmerzen im Unterleib
- Kreislaufprobleme wie Schwindel, Ohnmacht oder sehr niedriger Blutdruck
- ⚠Blutungen, die länger als normal anhalten (länger als die gewohnte Menstruation)
- ⚠Fieber oder Schüttelfrost nach dem Eingriff
- ⚠Übel riechender Ausfluss aus der Scheide
Häufige Symptome
- Starke oder langanhaltende Menstruationsblutungen
- Zwischenblutungen oder Schmierblutungen
- Blutungen nach den Wechseljahren
- Gewebereste in der Gebärmutter nach einer Fehlgeburt oder Geburt
- Unklare Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut im Ultraschall
Symptome bei Kindern
- Bei Jugendlichen wird eine Kürettage fast nie durchgeführt. In seltenen Fällen bei sehr starken, medikamentös nicht beherrschbaren Blutungen oder zur Gewebeuntersuchung bei Verdacht auf bestimmte Erkrankungen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei Frauen nach den Wechseljahren sind Blutungen das häufigste Symptom, das zu einer Kürettage führt. Diese Blutungen können auf Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut hinweisen.
Ursachen
Hauptursachen
- Die Dilatation und Kürettage wird nicht durch eine Krankheit verursacht, sondern ist ein Verfahren, das bei bestimmten Beschwerden oder Situationen eingesetzt wird.
- Häufige Gründe sind: ungeklärte Blutungen, Fehlgeburten, verbliebenes Plazentagewebe nach einer Geburt oder die Untersuchung der Gebärmutterschleimhaut auf Krebsvorstufen.
Risikofaktoren
- Ein erhöhtes Risiko für einen Eingriff besteht bei Frauen mit unregelmäßigen oder starken Blutungen, insbesondere in den Wechseljahren.
- Auch nach einer Fehlgeburt oder einer Geburt kann eine Ausschabung notwendig werden.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei sehr starken Blutungen, die nicht nachlassen
- Bei akuten, starken Schmerzen im Unterleib
- Bei Fieber nach dem Eingriff
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Zwischenblutungen
- Wenn Sie eine Fehlgeburt vermuten und die Blutung nicht aufhört
- Bei Blutungen nach den Wechseljahren
Diagnose
Die Notwendigkeit einer Dilatation und Kürettage wird in der Regel nach einer gynäkologischen Untersuchung, einem Gespräch über Ihre Symptome und nach einem Ultraschall festgestellt. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird entscheiden, ob der Eingriff sinnvoll ist.
Mögliche Untersuchungen
- Gynäkologische Untersuchung (Tastuntersuchung)
- Ultraschall (Sonographie) der Gebärmutter und der Eierstöcke
- Gegebenenfalls eine Gewebeprobe (Biopsie) vor dem Eingriff
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Vor dem Eingriff wird in einem Gespräch der Ablauf erklärt und Ihre Einwilligung eingeholt. Der Eingriff findet meist unter kurzer Vollnarkose oder örtlicher Betäubung statt. Sie liegen dabei auf einem gynäkologischen Stuhl. Die Ärztin oder der Arzt erweitert den Gebärmutterhals vorsichtig und entnimmt dann mit einer Kürette Gewebe. Nach dem Eingriff können Sie für etwa 1–2 Stunden im Aufwachraum bleiben und dann nach Hause gehen.
Behandlung
Die Dilatation und Kürettage selbst ist der Behandlungsvorgang. Sie kann sowohl zur Diagnose als auch zur Therapie dienen. Nach dem Eingriff wird das entnommene Gewebe meist ins Labor geschickt, um es feingeweblich zu untersuchen (Histologie).
Selbsthilfe zu Hause
- Schonen Sie sich nach dem Eingriff für mindestens einen Tag.
- Benutzen Sie für die nächsten 1–2 Wochen Binden statt Tampons, um Infektionen zu vermeiden.
- Verzichten Sie auf Geschlechtsverkehr, Baden und Schwimmen, bis die Blutung vollständig aufgehört hat (in der Regel 1–2 Wochen).
- Bei leichten Schmerzen können Wärmflaschen oder leichte Schmerzmittel (nach Rücksprache mit dem Arzt) helfen.
Medizinische Behandlungen
Nach dem Eingriff können Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt je nach Befund bestimmte Nachsorgemaßnahmen empfehlen, wie zum Beispiel Eisenpräparate bei Blutarmut oder eine Nachkontrolle per Ultraschall. Bitte fragen Sie in Ihrer Praxis nach den für Sie passenden Optionen. Keine Medikamente oder Dosen werden hier genannt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Die Dilatation und Kürettage selbst ist ein chirurgischer Eingriff. In manchen Fällen kann statt der Kürettage eine Saugkürettage (Vakuumaspiration) durchgeführt werden, die schonender ist. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird mit Ihnen besprechen, welche Methode für Sie am besten geeignet ist.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Kürettage können Sie meist nach 1–2 Tagen wieder Ihren Alltag aufnehmen. Vermeiden Sie in der ersten Woche schwere körperliche Arbeit oder Sport. Die Blutung kann noch einige Tage anhalten – das ist normal.
Tipps für den Alltag
- Trinken Sie ausreichend Wasser, um den Körper zu unterstützen.
- Achten Sie auf eine gute Hygiene, aber nicht mit Scheidenspülungen oder Bädern.
- Vermeiden Sie in den ersten zwei Wochen Geschlechtsverkehr und Tampons.
Ernährung und Bewegung
Es gibt keine spezielle Diät. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Eisen (z. B. Vollkornprodukte, grünes Gemüse, Hülsenfrüchte) kann helfen, wenn Sie durch die Blutung Eisen verloren haben. Leichte Bewegung wie Spazierengehen ist erlaubt, sobald Sie sich fit fühlen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Kürettage kann emotional belastend sein, besonders wenn sie nach einer Fehlgeburt oder bei einem unerfüllten Kinderwunsch durchgeführt wird. Trauer, Angst oder Niedergeschlagenheit sind normal. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber zu sprechen.
Vorbeugung
Eine Dilatation und Kürettage lässt sich nicht immer verhindern, da sie oft durch Erkrankungen oder Situationen nötig wird, die nicht vorhersehbar sind. Regelmäßige gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen können jedoch helfen, Auffälligkeiten früh zu erkennen und manchmal einen Eingriff zu vermeiden.
Impfungen
Nicht zutreffend.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (Pap-Abstrich, Ultraschall) können Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut frühzeitig aufdecken. Frauen nach den Wechseljahren sollten jede ungewöhnliche Blutung sofort ärztlich abklären lassen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Infektionen der Gebärmutter oder der Eileiter
- Verletzungen der Gebärmutterwand (Perforation) – selten
- Starke Blutungen, die eine erneute Behandlung nötig machen
- Narbenbildung in der Gebärmutter (Asherman-Syndrom) – sehr selten
Langzeitprognose
Die Dilatation und Kürettage ist ein sicherer Eingriff mit einer sehr guten Heilungsaussicht. Die meisten Frauen erholen sich ohne Probleme und die Beschwerden (wie Blutungen) bessern sich deutlich. Bei diagnostischer Kürettage hilft die Gewebeuntersuchung, die richtige Weiterbehandlung einzuleiten – oft mit einem sehr guten Ergebnis.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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