Überblick über die Glaukomoperation
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Glaukom-Operation ist ein chirurgischer Eingriff am Auge, um den Augeninnendruck zu senken. Das Glaukom (auch Grüner Star genannt) ist eine Erkrankung, bei der der Sehnerv geschädigt wird, oft weil der Druck im Auge zu hoch ist. Die Operation hilft, den Druck zu normalisieren und das Sehvermögen zu schützen.
Wichtige Fakten
- Die Operation wird durchgeführt, wenn Augentropfen oder Laserverfahren den Augeninnendruck nicht ausreichend senken können.
- Es gibt verschiedene Operationsmethoden, wie die Trabekulektomie oder die Implantation von Drainagesystemen.
- Der Eingriff findet meist unter örtlicher Betäubung statt und dauert etwa 30 bis 60 Minuten.
Ja, Glaukom-Operationen gehören zu den häufigsten Augenoperationen. In Deutschland werden jährlich viele Tausend solcher Eingriffe durchgeführt.
Die Operation wird vor allem bei Menschen mit fortgeschrittenem Glaukom durchgeführt, bei denen Medikamente oder Laser nicht mehr ausreichen. Sie betrifft häufiger ältere Menschen, kann aber auch bei jüngeren Patienten nötig sein.
Symptome
- Plötzlicher, starker Augenschmerz
- Plötzliche Sehverschlechterung oder Sehverlust auf einem Auge
- Rötung des Auges mit Übelkeit und Erbrechen (kann auf ein akutes Glaukom hinweisen)
- ⚠Anhaltende Augenschmerzen oder Druckgefühl
- ⚠Sehstörungen wie Blitze, Schatten oder Schleier vor dem Auge
- ⚠Rötung des Auges, die nicht verschwindet
Häufige Symptome
- Im Frühstadium verursacht ein Glaukom oft keine Beschwerden.
- Später können Gesichtsfeldausfälle (Einschränkungen des seitlichen Sehens) auftreten.
- Manche Patienten bemerken verschwommenes Sehen oder Lichterscheinungen.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern können Lichtscheu (Empfindlichkeit gegen Licht), Tränen der Augen oder ein trübes Aussehen der Hornhaut auf ein Glaukom hinweisen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Erwachsene bemerken häufig eine allmähliche Verschlechterung des Sehvermögens, vor allem am Rand.
- Auch Schwierigkeiten beim Sehen in der Dämmerung oder beim Anpassen an unterschiedliche Helligkeit können vorkommen.
Ursachen
Hauptursachen
- Das Glaukom entsteht meist durch einen zu hohen Augeninnendruck, der den Sehnerv schädigt.
- Seltener liegt eine gestörte Durchblutung des Sehnervs vor, auch bei normalem Druck.
Risikofaktoren
- Hohes Alter (über 60 Jahre)
- Familiäre Vorbelastung (Glaukom bei Verwandten)
- Kurzsichtigkeit (Myopie) oder Weitsichtigkeit (Hyperopie)
- Bluthochdruck oder Diabetes mellitus
- Langzeiteinnahme von Kortison (z. B. als Augentropfen oder systemisch)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen Augenschmerzen oder Sehverlust sofort den Notarzt (112) rufen oder in die Augenarztpraxis gehen.
- Wenn Sie nach einem Unfall oder einer Verletzung des Auges Sehstörungen bemerken.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Falls bei Ihnen ein Glaukom diagnostiziert wurde, regelmäßige Kontrolltermine beim Augenarzt wahrnehmen.
- Bei familiärer Vorbelastung ab dem 40. Lebensjahr jährlich zur Vorsorgeuntersuchung gehen.
Diagnose
Die Diagnose eines Glaukoms wird vom Augenarzt gestellt. Zunächst wird der Augeninnendruck gemessen, dann folgen eine Untersuchung des Sehnervs und eine Gesichtsfeldprüfung.
Mögliche Untersuchungen
- Tonometrie: Messung des Augeninnendrucks
- Ophthalmoskopie: Betrachtung des Sehnervs mit einem Augenspiegel
- Gesichtsfelduntersuchung: Prüfung des seitlichen Sehvermögens
- Optische Kohärenztomographie (OCT): hochauflösende Darstellung des Sehnervs
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern etwa 30 Minuten. Sie bekommen Augentropfen, um die Pupillen zu weiten, was das Sehen kurzzeitig verschleiern kann. Fahren Sie daher besser nicht selbst Auto nach der Untersuchung.
Behandlung
Die Behandlung eines Glaukoms zielt darauf ab, den Augeninnendruck zu senken und den Sehnerv zu schützen. Wenn Augentropfen oder Laser nicht ausreichen, kann eine Operation in Frage kommen. Dabei werden verschiedene Verfahren eingesetzt, die alle das Ziel haben, das Kammerwasser besser abfließen zu lassen oder die Produktion zu verringern.
Selbsthilfe zu Hause
- Nach der Operation sollten Sie sich an die Anweisungen Ihres Augenarztes halten, z. B. Augentropfen wie verordnet anwenden.
- Vermeiden Sie in den ersten Wochen schweres Heben, starkes Bücken und anstrengende körperliche Aktivitäten.
- Schützen Sie das operierte Auge vor Druck, Reibung und Wasser (z. B. beim Duschen eine Schutzbrille tragen).
Medizinische Behandlungen
Zu den medikamentösen Behandlungen gehören Augentropfen, die die Produktion von Kammerwasser verringern oder den Abfluss verbessern. Diese werden je nach Bedarf ein- bis mehrmals täglich angewendet. Bei Bedarf kann auch eine Lasertherapie (z. B. Selektive Lasertrabekuloplastik) eingesetzt werden, um den Abfluss zu verbessern.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird in Betracht gezogen, wenn der Augeninnendruck trotz Medikamenten und Laser nicht ausreichend gesenkt werden kann oder wenn die Erkrankung fortschreitet.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Glaukom-Operation verbessert sich das Sehvermögen in der Regel nicht, aber der Druck wird normalisiert. Sie müssen weiterhin regelmäßig zum Augenarzt zur Kontrolle gehen. Mit der Zeit können Sie Ihren Alltag weitgehend normal gestalten, sollten aber auf die Signale Ihres Auges achten.
Tipps für den Alltag
- Tragen Sie eine Sonnenbrille, um das operierte Auge vor hellem Licht zu schützen.
- Vermeiden Sie Nikotin, da Rauchen die Durchblutung des Sehnervs verschlechtern kann.
- Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse – das unterstützt die allgemeine Augengesundheit.
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde Ernährung, die reich an Vitaminen und Antioxidantien ist, kann die Augengesundheit fördern. Leichte Bewegung wie Spazierengehen ist in der Regel erlaubt, aber vermeiden Sie Sportarten mit hohem Druck auf das Auge (z. B. Gewichtheben, Tauchen).
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose Glaukom und eine Operation können Ängste vor Sehverlust auslösen. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einer Vertrauensperson darüber. Bei anhaltender Niedergeschlagenheit kann eine psychologische Beratung helfen.
Vorbeugung
Ein Glaukom ist nicht immer vermeidbar, aber regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen helfen, die Erkrankung früh zu erkennen. Eine gesunde Lebensweise mit normalem Blutdruck und Verzicht auf Rauchen kann das Risiko senken.
Früherkennungsprogramme
Für Menschen über 40 Jahre oder mit familiärer Vorbelastung wird eine jährliche Augenuntersuchung empfohlen, um ein Glaukom frühzeitig zu entdecken.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ohne Behandlung kann ein Glaukom zu irreversiblen Schäden am Sehnerv führen.
- Der Verlust des Gesichtsfeldes schreitet fort, bis zur völligen Erblindung auf dem betroffenen Auge.
Langzeitprognose
Mit einer frühzeitigen Diagnose und konsequenter Behandlung – sei es mit Medikamenten, Laser oder einer Operation – kann das Fortschreiten der Erkrankung in den meisten Fällen gestoppt werden. Das vorhandene Sehvermögen bleibt dann erhalten. Auch wenn ein Restrisiko besteht, ist die Prognose heute deutlich besser als noch vor Jahrzehnten.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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