Hämorrhoidenoperation
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Hämorrhoidenoperation (medizinisch: Hämorrhoidektomie) ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem vergrößerte Blutgefäße im After entfernt werden. Diese Blutgefäße nennt man Hämorrhoiden. Wenn sie Beschwerden machen und andere Behandlungen nicht helfen, kann eine Operation nötig sein.
Wichtige Fakten
- Die Operation wird meist unter Vollnarkose oder örtlicher Betäubung durchgeführt.
- Nach dem Eingriff kann es zu Schmerzen und leichten Blutungen kommen, die aber meist nach einigen Tagen nachlassen.
- Die vollständige Heilung dauert oft zwei bis vier Wochen.
Hämorrhoiden sind ein sehr häufiges Problem. Viele Menschen haben sie irgendwann im Leben. Eine Operation ist jedoch seltener nötig – nur bei schweren oder wiederkehrenden Beschwerden.
Betroffen sind vor allem Menschen mit Verstopfung, die häufig pressen müssen, Schwangere, Personen mit Übergewicht oder solche, die viel sitzen oder schwer heben.
Symptome
- Starke Blutung – mehr als nur ein paar Tropfen Blut
- Unfähigkeit, Urin zu lassen (Harnverhalt) – das ist ein Notfall
- Plötzliche starke Schmerzen, die nicht nachlassen
- ⚠Fieber über 38,5 Grad
- ⚠Eitriger oder übelriechender Ausfluss aus der Wunde
- ⚠Zunehmende Schwellung oder Rötung, die sich ausbreitet
Häufige Symptome
- Schmerzen im Afterbereich nach der Operation
- Schwellung und Rötung
- Leichte Blutungen beim Stuhlgang
- Juckreiz oder ein Fremdkörpergefühl
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern sind Hämorrhoiden selten. Treten sie auf, dann meist als Folge von starker Verstopfung.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen heilt die Wunde oft langsamer. Schmerzen und leichte Blutungen können länger anhalten.
Ursachen
Hauptursachen
- Die Hämorrhoiden selbst entstehen durch erhöhten Druck im Afterbereich. Die Operation ist die Behandlung, nicht die Ursache.
Risikofaktoren
- Chronische Verstopfung und starkes Pressen beim Stuhlgang
- Schwangerschaft und Geburt
- Übergewicht
- Langes Sitzen auf der Toilette
- Schweres Heben im Beruf oder Sport
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Starke Schmerzen, die nicht aufhören oder schlimmer werden
- Starke Blutung (hellrotes Blut in großen Mengen)
- Fieber oder Anzeichen einer Infektion (Eiter, Rötung)
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Anhaltende Beschwerden wie Jucken, Brennen oder Drücken
- Blut im Stuhl, das nicht von allein verschwindet
Diagnose
Vor der Operation stellt der Arzt die Diagnose durch eine Untersuchung des Afters. Dazu tastet er mit einem Finger (digitale rektale Untersuchung) oder schaut mit einem kleinen Röhrchen (Anoskop) hinein.
Mögliche Untersuchungen
- Digitale rektale Untersuchung
- Anoskopie (Betrachtung des Enddarms)
- Manchmal eine Darmspiegelung (Koloskopie), um andere Ursachen auszuschließen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist meist kurz und unangenehm, aber nicht sehr schmerzhaft. Der Arzt erklärt Ihnen vorher genau, was passiert.
Behandlung
Eine Hämorrhoidektomie ist eine Operation, bei der die vergrößerten Hämorrhoiden herausgeschnitten werden. Sie kommt infrage, wenn andere Behandlungen wie Salben, Zäpfchen oder schonende Verfahren (Verödung, Gummibandligatur) nicht ausreichen.
Selbsthilfe zu Hause
- Kühlen Sie den After mit einem Kühlpad oder einer Kühlkompresse (in ein Tuch wickeln).
- Nehmen Sie lauwarme Sitzbäder (ohne Zusätze) zwei- bis dreimal täglich.
- Trinken Sie ausreichend und essen Sie ballaststoffreiche Kost, um den Stuhl weich zu halten.
- Vermeiden Sie starkes Pressen beim Stuhlgang.
Medizinische Behandlungen
Es gibt verschiedene nicht-operative Verfahren, die Ihr Arzt empfehlen kann, wie etwa die Gummibandligation (Abschnüren der Hämorrhoiden) oder die Verödung (Sklerotherapie). Diese werden oft ambulant durchgeführt. Welche Behandlung für Sie infrage kommt, besprechen Sie mit Ihrem Arzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird empfohlen, wenn die Hämorrhoiden sehr groß sind, stark bluten oder nach anderen Behandlungen wiederkommen. Auch bei starken Schmerzen oder wenn der Stuhlgang sehr beeinträchtigt ist, kann eine Operation nötig sein.
Leben mit der Erkrankung
Nach der Operation sollten Sie sich einige Tage schonen. Vermeiden Sie schweres Heben und langes Sitzen. Gehen Sie aber auch nicht ständig im Bett liegen – leichte Bewegung wie Spazierengehen fördert die Heilung.
Tipps für den Alltag
- Trinken Sie täglich mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser oder ungesüßten Tee.
- Essen Sie Vollkornprodukte, Obst und Gemüse, um Verstopfung zu vermeiden.
- Gehen Sie bei Stuhldrang sofort auf die Toilette – halten Sie nicht zurück.
- Setzen Sie sich nicht länger als nötig auf die Toilette.
Ernährung und Bewegung
Eine ballaststoffreiche Ernährung und ausreichend Bewegung helfen, den Stuhl weich zu halten und Verstopfung zu vermeiden. Leichte Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren (mit bequemem Sattel) sind nach der Heilung zu empfehlen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Operation und die Schmerzen danach können belastend sein. Viele Menschen fühlen sich unsicher oder ängstlich. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einer Vertrauensperson darüber. Nach der Heilung sind die Beschwerden meist deutlich besser.
Vorbeugung
Hämorrhoiden lassen sich nicht immer verhindern, aber ein gesunder Lebensstil kann das Risiko senken. Dazu gehören: viel trinken, ballaststoffreich essen, nicht zu lange auf der Toilette sitzen und Übergewicht vermeiden.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine spezielle Früherkennung für Hämorrhoiden. Wenn Sie wiederholt Beschwerden haben, lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Schmerzen und Blutungen können bestehen bleiben oder schlimmer werden
- Infektionen der Hämorrhoiden (Thrombose) mit starken Schmerzen
- Anämie (Blutarmut) durch wiederholte Blutungen
Langzeitprognose
Nach einer Hämorrhoidektomie sind die meisten Menschen beschwerdefrei. Die Wunde heilt in der Regel gut ab, und die Lebensqualität verbessert sich deutlich. Seien Sie geduldig mit der Heilung – sie braucht Zeit, aber es wird besser.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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