Einsetzen der Spirale
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Einlage einer Spirale (Intrauterinpessar, kurz IUP) ist ein kleiner Eingriff, bei dem ein Arzt oder eine Ärztin ein Kunststoffstäbchen in die Gebärmutter einsetzt. Die Spirale verhindert eine Schwangerschaft oder wird bei starken Regelblutungen eingesetzt.
Wichtige Fakten
- Die Spirale ist ein langfristiges Verhütungsmittel, das 3 bis 10 Jahre wirken kann.
- Die Einlage dauert nur wenige Minuten.
- Manche Frauen haben während und nach der Einlage leichte Schmerzen oder Krämpfe.
- Die Spirale kann jederzeit wieder entfernt werden, dann ist die Fruchtbarkeit sofort zurück.
Ja, die Spirale ist eine der am häufigsten verwendeten Verhütungsmethoden weltweit. In Deutschland wird sie jährlich millionenfach eingesetzt.
Die Spirale wird vor allem von Frauen im gebärfähigen Alter genutzt, die eine langfristige, zuverlässige Verhütung oder eine Behandlung bei starken Regelblutungen wünschen.
Symptome
- Starke Unterleibsschmerzen, die nicht nachlassen
- Starke Blutungen, die in kurzer Zeit mehr als eine Binde pro Stunde durchnässen
- Fieber über 38,5 Grad Celsius
- Schüttelfrost
- Ohnmachtsgefühl oder starker Schwindel
- ⚠Schmerzen beim Geschlechtsverkehr nach der Einlage
- ⚠Ungewöhnlicher oder übelriechender Ausfluss
- ⚠Spülen der Spirale oder das Gefühl, dass sie nicht richtig sitzt
Häufige Symptome
- Leichte Krämpfe oder Schmerzen im Unterleib während und kurz nach der Einlage
- Leichte Schmierblutungen in den ersten Tagen nach der Einlage
- Unregelmäßige Blutungen in den ersten Monaten
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei Frauen über 40 Jahren können die gleichen Symptome auftreten wie bei jüngeren Frauen. Allerdings ist die Spirale auch für ältere Frauen geeignet, wenn keine anderen Risiken vorliegen.
Ursachen
Hauptursachen
- Die Einlage einer Spirale ist kein medizinischer Zustand, sondern ein geplanter Eingriff. Der Grund für die Einlage ist meist der Wunsch nach zuverlässiger Verhütung oder die Behandlung von starken Regelblutungen.
Risikofaktoren
- Eine bestehende Infektion der Geschlechtsorgane (z.B. Chlamydien oder Gonorrhoe)
- Fehlbildungen der Gebärmutter
- Eine Schwangerschaft – die Spirale darf nicht eingelegt werden, wenn eine Schwangerschaft besteht
- Bestimmte Krebserkrankungen der Gebärmutter oder des Gebärmutterhalses
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei starken Schmerzen oder Fieber nach der Einlage
- Wenn Sie die Spirale nicht mehr ertasten können oder sie sich verschoben hat
- Bei plötzlichen, starken Blutungen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Zur Nachkontrolle etwa 4 bis 6 Wochen nach der Einlage
- Einmal jährlich zur gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung
- Bei Fragen oder Problemen mit der Spirale
Diagnose
Vor der Einlage wird eine gynäkologische Untersuchung durchgeführt, um sicherzustellen, dass die Spirale sicher eingesetzt werden kann.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschalluntersuchung des Unterleibs, um Größe und Form der Gebärmutter zu prüfen
- Schwangerschaftstest zum Ausschluss einer bestehenden Schwangerschaft
- Abstrich auf sexuell übertragbare Infektionen, falls nötig
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Einlage selbst dauert nur wenige Minuten. Sie liegen auf dem Untersuchungsstuhl, der Arzt oder die Ärztin führt ein Spekulum ein, reinigt den Muttermund und setzt die Spirale mit einem dünnen Röhrchen ein. Danach werden die Fäden der Spirale gekürzt. Sie können nach der Einlage direkt nach Hause gehen.
Behandlung
Die Spirale ist selbst ein Behandlungsmittel – entweder zur Empfängnisverhütung oder als Therapie bei starken Regelblutungen. Die Einlage ist der erste Schritt der Behandlung.
Selbsthilfe zu Hause
- Ruhen Sie sich nach der Einlage aus – vermeiden Sie anstrengende Tätigkeiten für 24 Stunden.
- Bei leichten Schmerzen hilft eine Wärmflasche auf dem Unterbauch.
- Nehmen Sie bei Bedarf ein Schmerzmittel ein – fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, welches Mittel für Sie geeignet ist.
- Vermeiden Sie Geschlechtsverkehr, Tampons oder Binden für etwa die ersten 3 bis 5 Tage, um das Infektionsrisiko zu senken.
Medizinische Behandlungen
Falls nach der Einlage eine Infektion auftritt, kann eine Behandlung mit Antibiotika nötig sein. Bei anhaltenden Schmerzen oder Blutungen kann die Spirale entfernt werden. Die Hormonspirale wird in manchen Fällen medikamentös zur Behandlung von starken Regelschmerzen oder Endometriose eingesetzt – hierzu berät der Arzt oder die Ärztin über die geeignete Option.
Wann kommt eine Operation infrage?
Sehr selten kann die Spirale bei der Einlage die Gebärmutterwand durchstoßen (Perforation). Dann ist ein kleiner operativer Eingriff unter Vollnarkose nötig, um die Spirale zu entfernen und die Verletzung zu versorgen.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer Spirale können Sie ganz normal leben. Sie müssen im Alltag nichts Besonderes beachten. Einmal im Monat sollten Sie die Fäden der Spirale selbst ertasten – zum Beispiel nach der Regelblutung – um sicherzustellen, dass sie noch richtig sitzt.
Tipps für den Alltag
- Keine Einschränkungen bei Sport oder Reisen
- Geschlechtsverkehr ist ohne Probleme möglich
- Die Spirale beeinträchtigt die Fruchtbarkeit nicht dauerhaft – nach der Entfernung sind Sie sofort wieder empfängnisbereit
Ernährung und Bewegung
Es gibt keine besonderen Ernährungs- oder Bewegungsregeln. Eine gesunde Lebensweise unterstützt die allgemeine Gesundheit, hat aber keinen Einfluss auf die Wirkung der Spirale.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Spirale gibt vielen Frauen ein sicheres Gefühl, da sie sich nicht täglich um Verhütung kümmern müssen. Manche Frauen machen sich Sorgen über mögliche Nebenwirkungen oder eine Verrutschung. Diese Ängste sind meist unbegründet. Bei anhaltender Verunsicherung hilft ein Gespräch mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt.
Vorbeugung
Die Einlage einer Spirale ist kein vermeidbarer Zustand, sondern eine gewünschte Maßnahme. Um Komplikationen zu vermeiden, sollte die Einlage nur von erfahrenem Fachpersonal durchgeführt werden und unter hygienischen Bedingungen stattfinden.
Impfungen
Die HPV-Impfung kann helfen, bestimmte Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses zu verhindern, die ein Risiko für die Spiraleinlage darstellen könnten. Die Impfung selbst hat keinen direkten Einfluss auf die Spirale.
Früherkennungsprogramme
Vor der Einlage wird ein Abstrich auf Zellveränderungen (Pap-Test) und auf Infektionen empfohlen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt sind wichtig, um die Spirale zu überwachen und mögliche Probleme früh zu erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelte Infektionen können zu einer Entzündung der Eileiter oder der Gebärmutterschleimhaut führen.
- Eine verschobene Spirale kann in die Gebärmutterwand eindringen oder durch sie hindurchtreten (Perforation).
- Bei einer unentdeckten Schwangerschaft während der Spirale kann es zu einer Eileiterschwangerschaft kommen.
Langzeitprognose
Die Einlage einer Spirale ist in den allermeisten Fällen sicher und gut verträglich. Schwere Komplikationen sind sehr selten. Wenn sie auftreten, sind sie meist gut behandelbar. Die Spirale bietet über Jahre hinweg eine zuverlässige Verhütung oder Linderung von Regelbeschwerden – und kann jederzeit entfernt werden, wenn eine Kinderwunsch besteht.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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