Entfernen der Spirale
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Entfernung einer Spirale (auch Intrauterinpessar oder IUP genannt) ist ein kurzer, einfacher Eingriff in der gynäkologischen Praxis. Dabei wird die Spirale, die zur Empfängnisverhütung in der Gebärmutter sitzt, von einer Ärztin oder einem Arzt herausgezogen. Der Eingriff dauert meist nur wenige Minuten.
Wichtige Fakten
- Die Entfernung einer Spirale ist in der Regel schmerzarm und wird ohne Narkose durchgeführt.
- Die Spirale wird normalerweise nach 3 bis 5 Jahren entfernt, je nach Art der Spirale.
- Nach der Entfernung können Sie sofort wieder schwanger werden oder eine andere Verhütungsmethode wählen.
Ja, die Entfernung einer Spirale ist ein sehr häufiger Eingriff. Viele Frauen lassen sich die Spirale nach Ablauf der empfohlenen Tragedauer oder bei Kinderwunsch entfernen.
Die Entfernung betrifft alle Frauen und Personen mit Gebärmutter, die eine Spirale zur Empfängnisverhütung nutzen. Sie wird in jedem Alter durchgeführt, solange eine Spirale eingesetzt ist.
Symptome
- Starke Unterleibsschmerzen, die nicht nachlassen
- Hohes Fieber über 38,5 °C nach der Entfernung
- Starke Blutungen (mehr als eine Binde pro Stunde)
- ⚠Anhaltende oder zunehmende Schmerzen im Unterbauch
- ⚠Übelkeit oder Erbrechen nach dem Eingriff
- ⚠Wenn Sie das Gefühl haben, etwas stimmt nicht – suchen Sie noch am selben Tag Ihre Praxis auf.
Häufige Symptome
- Leichte Unterleibskrämpfe während oder kurz nach der Entfernung
- Schmierblutungen oder leichte Blutungen für ein bis zwei Tage
Symptome bei Kindern
- Eine Spirale wird bei Kindern in der Regel nicht eingesetzt, daher ist eine Entfernung bei Kindern nicht üblich.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Frauen treten meist die gleichen leichten Symptome auf wie bei jüngeren Frauen.
Ursachen
Hauptursachen
- Die Spirale muss nach Ablauf ihrer Haltbarkeit (3–5 Jahre) entfernt werden.
- Sie haben den Wunsch, schwanger zu werden.
- Nebenwirkungen wie unregelmäßige Blutungen oder Schmerzen treten auf.
- Die Spirale sitzt nicht mehr richtig oder hat sich verschoben.
- Wechsel zu einer anderen Verhütungsmethode.
Risikofaktoren
- Keine besonderen Risikofaktoren – die Entfernung ist ein Routineeingriff.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei starken, plötzlichen Unterleibsschmerzen
- Bei Fieber oder Schüttelfrost nach dem Einsetzen oder bei Verdacht auf Infektion
- Wenn Sie eine Schwangerschaft vermuten, obwohl die Spirale noch sitzt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Zur planmäßigen Entfernung nach Ablauf der Tragedauer
- Bei Kinderwunsch oder Wunsch nach Verhütungswechsel
- Wenn die Spirale nicht mehr gespürt wird (die Fäden sind nicht mehr tastbar)
Diagnose
Vor der Entfernung wird die Lage der Spirale überprüft. Die Ärztin oder der Arzt tastet die Fäden der Spirale am Muttermund oder führt eine Ultraschalluntersuchung durch, um die Position genau zu sehen.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschall (Schallkopf auf dem Bauch oder in der Scheide) zur Darstellung der Spirale
- Tastuntersuchung der Fäden mit den Fingern oder einer kleinen Zange
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei, lediglich das Einführen des Ultraschalls kann als etwas unangenehm empfunden werden. Die Ärztin oder der Arzt erklärt Ihnen jeden Schritt.
Behandlung
Die Spirale wird in der Regel ambulant in der gynäkologischen Praxis entfernt. Die Ärztin oder der Arzt fasst die Fäden der Spirale mit einer kleinen Zange und zieht die Spirale vorsichtig heraus. Meist ist das in weniger als einer Minute erledigt. Bei Bedarf kann vorher ein lokales Betäubungsmittel auf den Muttermund aufgetragen werden.
Selbsthilfe zu Hause
- Vor dem Termin können Sie leichte Schmerzmittel wie Ibuprofen (ohne Markennennung) einnehmen, wenn Sie Schmerzen befürchten – besprechen Sie das vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
- Nach der Entfernung sollten Sie für ein bis zwei Tage auf Tampons, Geschlechtsverkehr und Baden verzichten, um das Infektionsrisiko zu senken.
- Beobachten Sie, ob die Blutung innerhalb weniger Tage nachlässt.
Medizinische Behandlungen
Die Entfernung selbst ist der medizinische Eingriff. In seltenen Fällen, wenn die Spirale mit der Gebärmutterwand verwachsen ist, kann eine kurze Operation unter örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose nötig sein. Dies ist aber die absolute Ausnahme.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur dann erforderlich, wenn die Spirale nicht mehr über die Fäden erreichbar ist (z. B. weil die Fäden abgerissen sind) oder wenn sie sich in die Gebärmutterwand eingesenkt hat. Dann wird die Spirale meist mit einer Kamera (Hysteroskop) durch die Scheide entfernt.
Leben mit der Erkrankung
Nach der Entfernung können Sie Ihren Alltag sofort wieder aufnehmen. Leichte Krämpfe oder Schmierblutungen sind normal und klingen meist innerhalb von ein bis zwei Tagen ab.
Tipps für den Alltag
- Keine besonderen Einschränkungen – Sie dürfen wieder Sport treiben und arbeiten gehen, sobald Sie sich wohlfühlen.
- Planen Sie eine neue Verhütungsmethode, wenn Sie nicht schwanger werden möchten – Ihre Ärztin oder Ihr Arzt berät Sie gerne.
Ernährung und Bewegung
Eine spezielle Diät oder Bewegung ist nicht nötig. Bei anhaltenden Schmerzen kann leichte Bewegung wie Spazierengehen helfen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Entfernung einer Spirale kann bei manchen Frauen Erleichterung, aber auch leichte Angst oder Traurigkeit auslösen – vor allem, wenn sie mit einem Verhütungswechsel oder dem Ende der Verhütung verbunden ist. Das ist normal. Sprechen Sie mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner oder einer Vertrauensperson.
Vorbeugung
Die Entfernung selbst ist kein Ereignis, das man verhindern muss. Wichtig ist, die Spirale regelmäßig kontrollieren zu lassen und auf Warnsignale wie Schmerzen oder ungewöhnliche Blutungen zu achten.
Impfungen
Nicht zutreffend – Impfungen stehen in keinem Zusammenhang mit der Spirale.
Früherkennungsprogramme
Im Rahmen der jährlichen Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt wird die Lage der Spirale routinemäßig überprüft.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn eine Spirale über die empfohlene Tragedauer hinaus getragen wird, steigt das Risiko für Entzündungen oder eine Eileiterschwangerschaft.
- Bei einer verschobenen Spirale kann es zu Schmerzen oder Blutungen kommen.
Langzeitprognose
Die Entfernung einer Spirale ist sehr sicher und verläuft fast immer ohne Komplikationen. Falls Beschwerden auftreten, klingen sie meist von selbst. Nach der Entfernung ist der Körper wieder offen für eine Schwangerschaft – viele Frauen werden bereits im ersten Zyklus nach der Entfernung schwanger. Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt begleitet Sie bei allen Schritten.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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