Lumpektomie
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Lumpektomie ist eine Operation, bei der nur der bösartige Tumor in der Brust und ein schmaler Saum gesunden Gewebes entfernt werden. Die Brust bleibt dabei weitgehend erhalten. Sie wird auch brusterhaltende Therapie genannt.
Wichtige Fakten
- Die Lumpektomie ist eine häufige Behandlung bei Brustkrebs im Frühstadium.
- Meist folgt nach der Operation eine Bestrahlung der Brust, um verbliebene Krebszellen zu zerstören.
- Der Eingriff wird unter Vollnarkose oder örtlicher Betäubung durchgeführt und dauert etwa 1 bis 2 Stunden.
Ja, die Lumpektomie ist eine der häufigsten Operationen bei Brustkrebs. In Deutschland wird etwa jede zweite Brustkrebserkrankung im Frühstadium mit einer Lumpektomie behandelt.
Die Lumpektomie wird vor allem bei Frauen mit Brustkrebs durchgeführt. Auch Männer können Brustkrebs bekommen und eine Lumpektomie erhalten, das ist aber sehr selten.
Symptome
- Plötzliche starke Schmerzen in der Brust
- Schwere Atemnot
- Starke Blutung aus der Operationswunde nach dem Eingriff
- ⚠Neu auftretende Schwellung oder Rötung der Brust nach einer Lumpektomie
- ⚠Fieber über 38,5 °C nach der Operation
- ⚠Eitrige Absonderung aus der Wunde
Häufige Symptome
- Ein tastbarer Knoten oder eine Verhärtung in der Brust.
- Veränderungen der Brustform oder -größe.
- Einziehungen der Haut oder der Brustwarze.
- Hautrötungen oder Grübchen auf der Brust (Apfelsinenhaut).
- Flüssigkeitsabsonderung aus der Brustwarze, besonders wenn sie blutig ist.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Auch bei älteren Menschen treten die gleichen Symptome auf, sie werden jedoch oft später bemerkt.
Ursachen
Hauptursachen
- Brustkrebs entsteht durch krebsartige Veränderung von Zellen in den Milchgängen oder Drüsenläppchen.
- Die genauen Ursachen sind nicht immer bekannt. Faktoren wie vererbte Genveränderungen (z. B. BRCA1/BRCA2) oder hormonelle Einflüsse spielen eine Rolle.
Risikofaktoren
- Alter (höheres Risiko ab 50 Jahren)
- Familienvorbelastung durch Brust- oder Eierstockkrebs
- Übergewicht
- Bewegungsmangel
- Alkoholkonsum
- Langjährige Hormonersatztherapie in den Wechseljahren
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie einen neuen Knoten oder eine ungewöhnliche Veränderung in der Brust tasten.
- Bei anhaltenden Schmerzen in der Brust oder Achselhöhle.
- Wenn Sie Flüssigkeit aus der Brustwarze bemerken.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Nehmen Sie die empfohlenen Früherkennungsuntersuchungen wahr, wie die Mammographie ab dem 50. Lebensjahr (in Deutschland alle 2 Jahre).
- Bei familiärer Vorbelastung sollten Sie schon früher mit Ihrem Arzt über Vorsorge sprechen.
Diagnose
Brustkrebs wird durch eine Kombination von Untersuchungen festgestellt. Ihr Arzt wird zuerst Brust und Achselhöhlen abtasten und eine Bildgebung veranlassen.
Mögliche Untersuchungen
- Mammographie: Röntgenaufnahme der Brust
- Ultraschall: Schallkopf-Untersuchung der Brust
- Magnetresonanztomographie (MRT): detaillierte Bilder mit Magnetfeldern
- Biopsie: Entnahme einer Gewebeprobe mit einer feinen Nadel – sie wird unter dem Mikroskop untersucht und bestätigt die Diagnose
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Diagnose wird meist ambulant in einer radiologischen Praxis durchgeführt. Bei der Biopsie bekommen Sie eine örtliche Betäubung. Die Ergebnisse liegen nach einigen Tagen vor. Ihr Arzt wird alle Befunde mit Ihnen besprechen und die nächsten Schritte empfehlen.
Behandlung
Die Behandlung von Brustkrebs ist individuell. Ziel ist es, den Tumor zu entfernen und das Rückfallrisiko zu senken. Bei einer Lumpektomie wird nur der Tumor herausgeschnitten, die Brust bleibt erhalten. Fast immer schließt sich eine Bestrahlung an, um verbliebene Krebszellen zu zerstören. Je nach Tumorart können auch Medikamente (z. B. Hormontherapie oder Chemotherapie) oder gezielte Therapien eingesetzt werden.
Selbsthilfe zu Hause
- Schonen Sie den Arm auf der operierten Seite in den ersten Wochen, um Schwellungen zu vermeiden.
- Achten Sie auf eine gute Wundpflege: Halten Sie den Verband sauber und trocken, wechseln Sie ihn nach Anweisung.
- Vermeiden Sie schweres Heben und starke Belastung des Operationsarms für etwa 4–6 Wochen.
Medizinische Behandlungen
Nach der Lumpektomie erhalten die meisten Patientinnen eine Strahlentherapie (Bestrahlung). Je nach Tumorbeschaffenheit können zusätzlich Medikamente wie Anti-Hormon-Präparate, Chemotherapie oder Immuntherapie gegeben werden. Die genaue Kombination wird von Ihrem behandelnden Ärzteteam für Sie zusammengestellt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Lumpektomie kommt infrage, wenn der Tumor klein, nicht gestreut hat und die Brust ausreichend groß ist, um ein gutes kosmetisches Ergebnis zu erzielen. In manchen Fällen ist eine komplette Brustentfernung (Mastektomie) nötig. Ihr Chirurg wird mit Ihnen die beste Option besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Nach der Lumpektomie können Sie Ihren Alltag langsam wieder aufnehmen. In den ersten Tagen sollten Sie sich schonen und auf die Wundheilung achten. Nach etwa 2–4 Wochen sind die meisten körperlich wieder normal belastbar. Die Narbe heilt in den Wochen danach weiter aus.
Tipps für den Alltag
- Nehmen Sie regelmäßig an Nachsorgeuntersuchungen teil (Tastuntersuchung, Mammographie).
- Untersuchen Sie selbst einmal im Monat Ihre Brüste und Achselhöhlen.
- Vermeiden Sie Übergewicht und achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung.
- Bewegen Sie sich regelmäßig – das senkt das Rückfallrisiko.
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt Ihren Körper. Regelmäßige Bewegung wie Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen hilft, das Lymphödem-Risiko zu senken und das Wohlbefinden zu steigern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose Brustkrebs und die Operation können Angst, Traurigkeit oder ein verändertes Körpergefühl auslösen. Das ist ganz normal. Viele Patientinnen fühlen sich verunsichert, wie sie mit der Narbe umgehen sollen. Sprechen Sie offen mit Ihrem Partner, Ihrer Familie oder Freunden. Eine psychologische Begleitung kann sehr hilfreich sein.
Vorbeugung
Brustkrebs lässt sich nicht sicher verhindern, aber Sie können Ihr Risiko senken: Bewegen Sie sich regelmäßig, ernähren Sie sich gesund, vermeiden Sie Übergewicht und trinken Sie wenig Alkohol. Stillen hat ebenfalls eine schützende Wirkung.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland wird Frauen ab 50 Jahren alle zwei Jahre eine Mammographie zur Brustkrebs-Früherkennung angeboten. Bei familiärer Vorbelastung können auch frühere Untersuchungen sinnvoll sein. Sprechen Sie mit Ihrem Frauenarzt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn Brustkrebs nicht behandelt wird, kann er in benachbarte Lymphknoten und andere Organe streuen (Metastasen).
- Unbehandelter Brustkrebs kann zu Geschwüren, Blutungen und Schmerzen führen und die Lebenserwartung deutlich verkürzen.
Langzeitprognose
Bei frühzeitigem Erkennen und Behandlung mit Lumpektomie und Bestrahlung sind die Heilungschancen sehr gut. Die meisten Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium sind nach der Behandlung langfristig beschwerdefrei. Jede Behandlung ist individuell – Ihr Arzt wird die Prognose mit Ihnen besprechen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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