Herzklopfen: Tipps für den Eingriffstag
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Herzrasen oder Herzstolpern – medizinisch Palpitationen genannt – ist das bewusste Spüren des eigenen Herzschlags. Es kann sich anfühlen, als ob das Herz rast, stolpert oder einen Schlag aussetzt. Am Tag eines medizinischen Eingriffs (wie einer Operation oder Untersuchung) ist es wichtig, diese Wahrnehmung dem Behandlungsteam mitzuteilen.
Wichtige Fakten
- Die meisten Palpitationen sind harmlos und vergehen von selbst.
- Stress, Aufregung oder Koffein können sie auslösen – besonders am Tag eines Eingriffs.
- Informieren Sie immer Ihr Ärzteteam, wenn Sie vor dem Eingriff Herzrasen spüren.
Ja. Viele Menschen spüren gelegentlich ihren Herzschlag, besonders vor einem belastenden Ereignis wie einer Operation oder Untersuchung.
Palpitationen können in jedem Alter auftreten. Sie sind besonders häufig bei Menschen, die unter Stress oder Ängsten leiden, aber auch bei herzgesunden Personen.
Symptome
- Starke Schmerzen in der Brust, die in Arm, Hals oder Kiefer ausstrahlen
- Plötzliche Atemnot oder Atemnot, die nicht nachlässt
- Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht (Synkope)
- Sehr schneller oder sehr unregelmäßiger Puls, der länger als 5 Minuten anhält
- ⚠Palpitationen mit anhaltendem Schwindel oder Benommenheit
- ⚠Gefühl der Schwäche oder Ohnmacht, das nicht vergeht
- ⚠Palpitationen, die immer wieder kommen und im Alltag einschränken
Häufige Symptome
- Gefühl eines schnellen, hämmernden oder unregelmäßigen Herzschlags
- Herzstolpern oder Aussetzer
- Klopfen oder Pochen in der Brust, im Hals oder im Kopf
Symptome bei Kindern
- Kinder beschreiben oft ein „flattern“ in der Brust oder sagen, ihr Herz „hüpft“.
- Manchmal fühlen sie sich kurz schwindelig oder unruhig.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Erwachsene haben häufiger Palpitationen durch Vorhofflimmern oder andere Herzrhythmusstörungen.
- Sie können auch Schwindel, Müdigkeit oder Atemnot bemerken.
Ursachen
Hauptursachen
- Stress, Aufregung oder Angst (besonders vor einem Eingriff)
- Koffein, Nikotin oder Alkohol
- Medikamente wie bestimmte Asthmasprays oder Schilddrüsenhormone
- Elektrolytstörungen (z.B. zu wenig Kalium oder Magnesium)
- Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern
Risikofaktoren
- Bekannte Herzerkrankungen
- Schilddrüsenüberfunktion
- Starker Koffeinkonsum
- Schlafmangel oder Erschöpfung
- Angststörungen oder Panikattacken
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie zusätzlich Brustschmerz, Atemnot oder Ohnmacht haben – rufen Sie 112.
- Wenn die Palpitationen sehr schnell oder unregelmäßig sind und länger als 5 Minuten anhalten.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sprechen Sie mit Ihrem Arzt vor dem geplanten Eingriff, wenn Sie häufiger Palpitationen haben.
- Lassen Sie abklären, ob eine zugrunde liegende Herzrhythmusstörung vorliegt.
Diagnose
Am Tag des Eingriffs wird das medizinische Team zunächst ein Gespräch mit Ihnen führen und Ihren Puls messen. Oft wird ein Elektrokardiogramm (EKG) geschrieben, um den Herzrhythmus zu überprüfen.
Mögliche Untersuchungen
- Ruhe-EKG (Aufzeichnung der Herzströme im Liegen)
- Blutdruckmessung
- Bei Bedarf Bluttests (z.B. auf Elektrolyte oder Schilddrüsenwerte)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird fragen, wann die Palpitationen auftreten, wie sie sich anfühlen, und ob es Auslöser gibt. Meist reicht schon das EKG aus, um gefährliche Rhythmusstörungen auszuschließen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Oft reicht es, Auslöser zu vermeiden und sich zu beruhigen. Bei anhaltenden oder belastenden Palpitationen können Medikamente oder eine weiterführende Untersuchung nötig sein.
Selbsthilfe zu Hause
- Atmen Sie ruhig und tief ein und aus (z.B. 4 Sekunden ein, 6 Sekunden aus).
- Vermeiden Sie Koffein, Energy-Drinks und Nikotin am Tag des Eingriffs.
- Trinken Sie ausreichend Wasser, aber nicht direkt vor dem Eingriff (nach Anweisung).
- Sprechen Sie Ihre Ängste vor dem Eingriff offen beim Pflegepersonal an.
Medizinische Behandlungen
Falls eine Herzrhythmusstörung vorliegt, kann der Arzt Medikamente verschreiben, die den Herzschlag verlangsamen oder den Rhythmus stabilisieren. Diese werden nur nach genauer Diagnose und unter ärztlicher Aufsicht angewendet.
Wann kommt eine Operation infrage?
Ein chirurgischer Eingriff speziell wegen Palpitationen ist selten nötig. Wenn ein schwerer Herzrhythmusfehler vorliegt, kann eine Ablation (Verödung des fehlleitenden Gewebes) empfohlen werden – dies wird dann nicht am Tag des geplanten Eingriffs durchgeführt.
Leben mit der Erkrankung
Führen Sie ein Tagebuch über Ihre Palpitationen: Wann treten sie auf, wie lange, und was haben Sie davor getan? Das hilft dem Arzt, die Auslöser zu erkennen.
Tipps für den Alltag
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und Ruhepausen.
- Reduzieren Sie Stress durch Entspannungsübungen oder Spaziergänge.
- Vermeiden Sie übermäßigen Alkohol- und Koffeingenuss.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit genug Magnesium und Kalium (z.B. Bananen, Nüsse, Vollkorn) kann helfen. Moderate Bewegung wie Spazierengehen oder Radfahren ist förderlich – vermeiden Sie aber extremes Training ohne ärztliche Freigabe.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Palpitationen können Angst auslösen und zu einem Teufelskreis führen: Die Angst vor dem Herzklopfen verstärkt das Herzklopfen. Teilen Sie Ihre Sorgen mit Ihrem Arzt – er kann Ihnen helfen, diese Gedanken zu ordnen.
Vorbeugung
Nicht alle Palpitationen lassen sich verhindern. Aber Sie können das Risiko senken, indem Sie bekannte Auslöser meiden und auf einen gesunden Lebensstil achten. Besonders am Tag eines Eingriffs ist es hilfreich, frühzeitig mit dem Behandlungsteam über Ihre Ängste zu sprechen.
Früherkennungsprogramme
Screening auf Herzrhythmusstörungen mittels EKG wird bei Menschen mit Risikofaktoren oder bestehenden Herzerkrankungen empfohlen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob eine Untersuchung sinnvoll ist.
Komplikationen
Unbehandelt
- Selten: Entwicklung von Vorhofflimmern mit Schlaganfallrisiko (wenn eine ernste Rhythmusstörung vorliegt).
- Chronische Belastung durch Angst vor dem Herzklopfen.
- Beeinträchtigung der Lebensqualität durch ständige Sorge.
Langzeitprognose
Die meisten Palpitationen sind harmlos und gehen von selbst zurück. Selbst wenn eine behandlungsbedürftige Rhythmusstörung vorliegt, stehen gute Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Bleiben Sie im Austausch mit Ihrem Arzt – so können Sie beruhigt in den Eingriff gehen.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Herzstiftung e.V. · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.