Radiofrequenz-Denervation: Überblick
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Radiofrequenz-Denervation (auch Nervenverödung genannt) ist ein Verfahren, bei dem mit Hilfe von elektrischem Strom (Radiofrequenz) Schmerznerven gezielt verödet werden. Dadurch werden Schmerzsignale aus dem betroffenen Bereich unterbrochen. Der Eingriff wird vor allem bei chronischen Schmerzen im Rücken oder Nacken eingesetzt, die von den kleinen Wirbelgelenken (Facettengelenken) ausgehen.
Wichtige Fakten
- Bei der Radiofrequenz-Denervation werden Schmerznerven mithilfe von Wärme verödet.
- Der Eingriff ist minimalinvasiv, das heißt ohne großen Schnitt.
- Er wird meist dann empfohlen, wenn konservative Behandlungen wie Physiotherapie oder Schmerzmittel nicht ausreichend helfen.
Die Radiofrequenz-Denervation wird in Deutschland häufig durchgeführt, vor allem bei Menschen mit chronischen Rückenschmerzen, die von den Facettengelenken ausgehen.
Betroffen sind meist Erwachsene mit anhaltenden Schmerzen im unteren Rücken oder Nacken, die durch Arthrose der Wirbelgelenke oder nach einer Verletzung entstehen.
Symptome
- Plötzlicher Verlust der Blasen- oder Darmkontrolle
- Taubheitsgefühl im Bereich zwischen den Beinen (Reithosenanästhesie)
- Lähmungserscheinungen in den Beinen
- ⚠Starke Zunahme der Schmerzen ohne erkennbaren Grund
- ⚠Fieber oder Rötung im Bereich der Wirbelsäule (Zeichen einer Infektion)
Häufige Symptome
- Anhaltende, tiefe Schmerzen im unteren Rücken oder Nacken
- Schmerzen, die in die Beine oder Arme ausstrahlen können, aber nicht nässen oder taub machen
- Schmerzen, die sich bei bestimmten Bewegungen (z. B. Drehen oder Zurücklehnen) verstärken
- Steifheit im betroffenen Bereich
Symptome bei Kindern
- Radiofrequenz-Denervation wird bei Kindern nur sehr selten angewandt. Symptome wären ähnlich wie bei Erwachsenen, jedoch ist die Ursache oft anders.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen werden Schmerzen häufiger durch Verschleiß der Wirbelgelenke (Arthrose) verursacht.
- Die Schmerzen können auch mit Bewegungseinschränkung und Muskelverspannungen einhergehen.
Ursachen
Hauptursachen
- Verschleiß der kleinen Wirbelgelenke (Facettengelenke) durch Arthrose
- Überlastung oder Fehlbelastung der Wirbelsäule
- Verletzungen der Wirbelsäule (z. B. durch Stürze oder Unfälle)
Risikofaktoren
- Alter (über 50 Jahre)
- Übergewicht
- Berufe mit schwerem Heben und Tragen
- Sitzende Lebensweise mit wenig Bewegung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlich auftretenden Lähmungen oder Gefühlsstörungen in den Beinen
- Wenn Sie Ihren Urin oder Stuhl nicht mehr halten können
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Rückenschmerzen länger als 6 Wochen anhalten und nicht besser werden
- Wenn konservative Behandlungen (Physiotherapie, Schmerzmittel) nicht ausreichend helfen
Diagnose
Zunächst wird eine genaue Anamnese erhoben (Gespräch über Beschwerden und Vorgeschichte). Dann folgen eine körperliche Untersuchung und bildgebende Verfahren, um die Ursache der Schmerzen zu finden.
Mögliche Untersuchungen
- Manuelle Untersuchung der Wirbelsäule und der Gelenke
- Röntgenaufnahmen oder MRT (Magnetresonanztomographie)
- Diagnostische Injektionen: Ein Betäubungsmittel wird direkt an die vermuteten Schmerznerven gespritzt. Wenn die Schmerzen vorübergehend verschwinden, bestätigt das die Diagnose.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Vor einer Radiofrequenz-Denervation wird meist eine diagnostische Injektion durchgeführt, um sicherzugehen, dass die Behandlung die richtigen Nerven trifft. Der Eingriff selbst dauert etwa 30 Minuten und wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt.
Behandlung
Die Behandlung chronischer Facettengelenkschmerzen beginnt in der Regel mit konservativen Maßnahmen wie Physiotherapie, Bewegung und Schmerzmitteln. Wenn diese nicht ausreichen, kann eine Radiofrequenz-Denervation in Betracht gezogen werden.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßige Bewegung, z. B. Spazierengehen oder Schwimmen
- Wärmeanwendungen auf die schmerzende Stelle
- Entspannungsübungen, um Muskelverspannungen zu lösen
Medizinische Behandlungen
Zu den medizinischen Behandlungen gehören unter anderem nicht verschreibungspflichtige Schmerzmittel, Physiotherapie, Injektionen mit örtlichen Betäubungsmitteln oder Kortison, und als letzter Schritt die Radiofrequenz-Denervation. Ihr Arzt wird mit Ihnen besprechen, welche Behandlungen für Sie geeignet sind.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur sehr selten nötig, zum Beispiel wenn Bandscheibenvorfälle oder andere strukturelle Probleme die Schmerzen verursachen.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Radiofrequenz-Denervation können Sie meist schnell wieder Ihren Alltag aufnehmen. Es kann einige Wochen dauern, bis die volle Schmerzlinderung eintritt. Achten Sie auf eine gute Körperhaltung und vermeiden Sie schwere Lasten.
Tipps für den Alltag
- Bleiben Sie aktiv, aber überlasten Sie sich nicht.
- Vermeiden Sie langes Sitzen – stehen Sie regelmäßig auf und bewegen Sie sich.
- Nutzen Sie ergonomische Hilfsmittel wie einen höhenverstellbaren Schreibtisch.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung hilft, Übergewicht zu vermeiden. Gezielte Übungen zur Stärkung der Rückenmuskulatur, z. B. unter Anleitung eines Physiotherapeuten, sind sehr empfehlenswert.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Schmerzen können belastend sein und zu Ängsten oder Stimmungsschwankungen führen. Es ist wichtig, sich auch um die psychische Gesundheit zu kümmern – sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie sich überfordert fühlen.
Vorbeugung
Sie können Facettengelenkschmerzen nicht immer verhindern, aber durch regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung und schonende Körperhaltung können Sie das Risiko verringern.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine speziellen Früherkennungsuntersuchungen. Bei anhaltenden Rückenschmerzen sollten Sie frühzeitig einen Arzt aufsuchen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Verschlimmerung der Schmerzen
- Muskelverspannungen und Fehlhaltungen
- Einschränkung der Beweglichkeit und Lebensqualität
Langzeitprognose
Die Radiofrequenz-Denervation kann bei vielen Menschen zu einer deutlichen und langanhaltenden Schmerzlinderung führen. Die Behandlung ist kein Wundermittel, aber sie gibt vielen Patienten ein Stück Lebensqualität zurück. Bei Fragen besprechen Sie die Erfolgsaussichten mit Ihrem Arzt.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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