TURP: Überblick
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die transurethrale Resektion der Prostata (TURP) ist eine Operation, bei der ein Teil der Prostata entfernt wird, der die Harnröhre verengt. Dadurch kann der Urin wieder besser fließen.
Wichtige Fakten
- TURP ist ein häufiger Eingriff bei Männern mit stark vergrößerter Prostata.
- Die Prostata ist eine kleine Drüse unterhalb der Blase, die die Harnröhre umschließt.
- Bei der TURP wird ein Instrument durch die Harnröhre eingeführt, um überschüssiges Gewebe zu entfernen.
- Die Operation wird meist unter Vollnarkose oder Rückenmarksbetäubung durchgeführt.
Ja, die TURP ist eine der häufigsten Operationen bei Männern mit Prostatavergrößerung. In Deutschland werden jedes Jahr viele Tausende solcher Eingriffe durchgeführt.
Die Operation wird hauptsächlich bei Männern durchgeführt, die unter einer gutartigen Prostatavergrößerung (Benigne Prostatahyperplasie, BPH) leiden. Sie betrifft meist Männer ab etwa 50 Jahren.
Symptome
- Plötzliches, völliges Unvermögen, Urin zu lassen (Harnverhalt)
- Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen mit Fieber oder Schüttelfrost (Zeichen einer schweren Infektion)
- Blut im Urin mit Blutgerinnseln, die den Harnfluss blockieren
- ⚠Starke Schmerzen im Unterbauch oder in der Blasengegend
- ⚠Wiederholte Harnwegsinfektionen
- ⚠Blut im Urin ohne Schmerzen (sollte zeitnah abgeklärt werden)
Häufige Symptome
- Schwacher oder unterbrochener Harnstrahl
- Häufiger Harndrang, besonders nachts
- Plötzlicher, starker Harndrang
- Nachtröpfeln nach dem Wasserlassen
- Das Gefühl, die Blase nicht vollständig entleeren zu können
Symptome bei Kindern
- TURP wird bei Kindern nicht durchgeführt. Symptome wie Harnprobleme bei Kindern können andere Ursachen haben und sollten ärztlich abgeklärt werden.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Männern treten die typischen Symptome einer Prostatavergrößerung besonders häufig auf. Die TURP kann auch bei über 80-Jährigen sicher durchgeführt werden, sofern der Allgemeinzustand es zulässt.
Ursachen
Hauptursachen
- Die häufigste Ursache für eine TURP ist die gutartige Prostatavergrößerung (Benigne Prostatahyperplasie, BPH). Dabei wächst die Prostata mit dem Alter und drückt auf die Harnröhre.
- Seltener wird die TURP bei Prostatakrebs oder anderen Erkrankungen eingesetzt.
Risikofaktoren
- Alter (über 50 Jahre)
- Hormonelle Veränderungen
- Familiäre Veranlagung
- Übergewicht und Bewegungsmangel
- Ernährung mit wenig Ballaststoffen und viel rotem Fleisch
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie überhaupt keinen Urin mehr lassen können (sofort in die Notaufnahme oder 112 rufen)
- Bei starken Schmerzen im Unterbauch oder im Rücken
- Bei Fieber und Schüttelfrost zusammen mit Harnproblemen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie merken, dass Ihr Harnstrahl schwächer wird
- Wenn Sie häufiger als früher zur Toilette müssen, besonders nachts
- Wenn Sie nach dem Wasserlassen das Gefühl haben, die Blase sei nicht leer
- Wenn Sie Blut im Urin bemerken
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin (Urologe) stellt die Diagnose meist anhand Ihrer Beschwerden und einer körperlichen Untersuchung. Dazu gehört die Tastuntersuchung der Prostata über den Darm (digitale rektale Untersuchung).
Mögliche Untersuchungen
- Urinuntersuchung
- Bluttest (PSA-Wert, um Prostatakrebs auszuschließen)
- Ultraschall der Prostata und der Nieren
- Harnflussmessung (Uroflowmetrie)
- Restharnbestimmung (wie viel Urin nach dem Wasserlassen in der Blase bleibt)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird mit Ihnen über Ihre Symptome sprechen und dann die nötigen Untersuchungen durchführen. Die Untersuchungen sind in der Regel schmerzlos oder nur kurz unangenehm. Nach der Diagnose bespricht der Arzt mit Ihnen die besten Behandlungsmöglichkeiten.
Behandlung
Die Behandlung einer Prostatavergrößerung kann in leichten Fällen mit Verhaltensänderungen oder Medikamenten beginnen. Wenn diese nicht mehr ausreichen, kommt eine Operation wie die TURP in Frage.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie über den Tag verteilt ausreichend, aber reduzieren Sie die Flüssigkeitsaufnahme am Abend.
- Vermeiden Sie Koffein und Alkohol, da sie die Blase reizen können.
- Gehen Sie rechtzeitig zur Toilette, wenn Sie Druck verspüren – nicht zu lange hinauszögern.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, das fördert die Durchblutung.
Medizinische Behandlungen
Es gibt verschiedene Medikamente, die die Prostata entspannen oder verkleinern können. Dazu gehören Alphablocker (sie entspannen die Muskeln um die Harnröhre) und 5-Alpha-Reduktase-Hemmer (sie verlangsamen das Prostatawachstum). Diese werden nur auf ärztliche Verschreibung eingesetzt. In schwereren Fällen oder wenn Medikamente nicht helfen, wird eine Operation empfohlen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine TURP wird in der Regel empfohlen, wenn die Beschwerden stark sind, der Urin nicht mehr richtig abfließt, Nieren geschädigt werden könnten oder wenn Medikamente nicht ausreichend wirken.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer TURP ist die Prostata noch geschwollen, daher kann es anfangs zu verstärktem Harndrang oder Blut im Urin kommen. Die meisten Männer fühlen sich nach etwa 4 bis 6 Wochen wieder normal. Es kann sein, dass der Urin für einige Zeit etwas trüb ist oder Schmerzen beim Wasserlassen auftreten – das ist meist vorübergehend.
Tipps für den Alltag
- Trinken Sie viel Wasser, aber verteilt über den Tag.
- Vermeiden Sie anstrengende körperliche Aktivitäten in den ersten Wochen nach der OP.
- Kein Fahrradfahren für etwa 4 Wochen, bis die Wunde verheilt ist.
- Beobachten Sie, ob die Beschwerden nach und nach besser werden.
Ernährung und Bewegung
Eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann helfen, Verstopfung zu vermeiden – das entlastet die Blase. Leichte Bewegung wie Spazierengehen ist gut, aber schweres Heben oder Sport sollten Sie für einige Wochen meiden. Fragen Sie Ihren Arzt, wann Sie wieder aktiv sein dürfen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Operation im Intimbereich kann Ängste oder Scham auslösen. Viele Männer machen sich Sorgen um die Sexualfunktion oder Inkontinenz. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt – die meisten Probleme bessern sich mit der Zeit. Bei anhaltenden Gefühlen von Niedergeschlagenheit suchen Sie bitte ärztliche Hilfe.
Vorbeugung
Eine Prostatavergrößerung lässt sich nicht immer verhindern, aber ein gesunder Lebensstil kann das Risiko senken. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und ein normales Körpergewicht.
Früherkennungsprogramme
Männer ab 45 Jahren können beim Hausarzt oder Urologen eine Vorsorgeuntersuchung der Prostata machen lassen (jährlich). Dabei werden die Prostata getastet und der PSA-Wert bestimmt. Eine Früherkennung hilft, Erkrankungen rechtzeitig zu behandeln.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wiederholte Harnwegsinfektionen
- Blasensteine
- Nierenschäden durch Rückstau des Urins
- Akuter Harnverhalt (plötzliches Unvermögen zu urinieren, Notfall)
Langzeitprognose
Die TURP ist ein sehr erfolgreicher Eingriff. Bei den meisten Männern bessern sich die Beschwerden deutlich und die Lebensqualität steigt. Wie bei jeder Operation kann es zu Nebenwirkungen wie vorübergehender Inkontinenz oder Ejakulationsstörungen kommen – diese sind jedoch meist behandelbar. Mit einer guten Nachsorge können Sie Ihren Alltag bald wieder normal gestalten.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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