Bone health FRAX overview
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
FRAX ist ein Rechenwerkzeug, das Ihr persönliches Risiko für Knochenbrüche (Frakturen) in den nächsten zehn Jahren schätzt. Es berücksichtigt Faktoren wie Alter, Geschlecht, Knochendichte und andere Risikofaktoren.
Wichtige Fakten
- FRAX wurde von der Weltgesundheitsorganisation entwickelt.
- Es hilft, Behandlungsentscheidungen zu treffen, bevor ein Bruch passiert.
- Die Bewertung ist einfach und erfordert nur wenige Angaben zu Ihrer Gesundheit.
FRAX wird häufig eingesetzt, um das Bruchrisiko bei Menschen mit Osteoporose oder Knochenschwäche zu bewerten.
Es wird vor allem bei Frauen nach den Wechseljahren und Männern ab 50 Jahren angewendet, aber auch bei jüngeren Menschen mit bestimmten Risikofaktoren wie entzündlichen Erkrankungen oder langfristiger Einnahme von Kortison.
Symptome
- Plötzliche starke Rückenschmerzen nach einem Sturz oder Unfall, die auf einen Wirbelbruch hindeuten können.
- Sie können nach einem Sturz nicht mehr aufstehen oder ein Körperteil nicht mehr bewegen.
- ⚠Neu auftretende Knochenschmerzen ohne erkennbaren Grund.
- ⚠Wiederholte Knochenbrüche auch bei leichten Belastungen.
Häufige Symptome
- Oft gibt es keine Frühsymptome. Erste Anzeichen können Rückenschmerzen oder eine gebeugte Haltung sein.
- Ein Knochenbruch nach einem leichten Sturz kann auf ein erhöhtes Risiko hinweisen.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern kommt FRAX normalerweise nicht zum Einsatz. Aber Symptome wie wiederholte Knochenbrüche oder Knochenschmerzen sollten immer ärztlich abgeklärt werden.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Erwachsene können einen Höhenverlust (kleiner werden), einen Rundrücken oder plötzliche Knochenschmerzen nach einem Sturz bemerken.
Ursachen
Hauptursachen
- FRAX bewertet das Risiko, nicht die Ursache. Ursachen für ein hohes Bruchrisiko sind unter anderem niedrige Knochendichte (Osteoporose), Alter, familiäre Vorbelastung und bestimmte Erkrankungen wie Rheuma oder Zöliakie.
Risikofaktoren
- Fortgeschrittenes Alter (ab 65 Jahren)
- Weibliches Geschlecht (vor allem nach den Wechseljahren)
- Niedriges Körpergewicht oder früherer Knochenbruch
- Rauchen oder übermäßiger Alkoholkonsum
- Einnahme von Kortison über längere Zeit
- Bestimmte Grunderkrankungen (z.B. Diabetes Typ 1, Schilddrüsenüberfunktion)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen, starken Schmerzen in Rücken, Hüfte oder Handgelenk – besonders nach einem Sturz.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie über 50 sind und einen oder mehrere Risikofaktoren haben, oder wenn Sie bereits einen Knochenbruch nach einem leichten Sturz erlitten haben.
- Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über eine FRAX-Beurteilung, auch wenn Sie noch keine Beschwerden haben.
Diagnose
FRAX ist kein Test, sondern eine Berechnung auf Basis eines Fragebogens und manchmal einer Knochendichtemessung.
Mögliche Untersuchungen
- Ausfüllen eines Fragebogens zu Ihren Risikofaktoren (Alter, Größe, Gewicht, Vorerkrankungen, Lebensstil)
- Knochendichtemessung (DXA) – ein schmerzloser Röntgentest, der Ihre Knochendichte misst
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie beantworten einige Fragen, und Ihr Arzt berechnet mit einem Programm oder einer Tabelle Ihren FRAX-Wert. Das dauert nur wenige Minuten. Der Wert zeigt an, wie hoch Ihr Risiko ist, in den nächsten zehn Jahren einen Knochenbruch zu erleiden.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach Ihrem persönlichen Risiko und den Ergebnissen der FRAX-Bewertung. Ziel ist es, Brüche zu verhindern.
Selbsthilfe zu Hause
- Ausreichend Kalzium und Vitamin D zu sich nehmen (z.B. durch Milchprodukte, grünes Gemüse, angereicherte Lebensmittel und Sonnenlicht)
- Regelmäßige Bewegung mit Gewichtsbelastung, wie Gehen, Tanzen oder Treppensteigen
- Sturzprävention im Haushalt: Teppiche entfernen, Handläufe anbringen, gute Beleuchtung
- Rauchen vermeiden und Alkohol nur in Maßen trinken
Medizinische Behandlungen
Bei erhöhtem Risiko können Medikamente zur Stärkung der Knochen empfohlen werden. Ihr Arzt bespricht mit Ihnen die geeignete Option – diese gehören in die Hand von Fachleuten. Die deutschen Leitlinien der AWMF geben Ärzten Empfehlungen, wann eine medikamentöse Behandlung sinnvoll ist.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn bereits ein Knochenbruch aufgetreten ist, kann je nach Art und Schwere eine Operation notwendig sein, um den Bruch zu stabilisieren. Ihr Chirurg entscheidet das individuell.
Leben mit der Erkrankung
Leben mit erhöhtem Bruchrisiko bedeutet, vorbeugend zu handeln: Stürze vermeiden, die Knochengesundheit fördern und regelmäßig mit Ihrem Arzt über Ihre Fortschritte sprechen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Arztbesuche zur Kontrolle Ihres Risikos
- Anpassung der Wohnung: rutschfeste Unterlagen, Handläufe in Bad und Treppe
- Sicheres Schuhwerk mit rutschfesten Sohlen
- Ausreichend Bewegung, aber Vorsicht bei Sportarten mit Sturzrisiko (z.B. Skifahren, Eislaufen ohne Schutz)
Ernährung und Bewegung
Eine Ernährung reich an Kalzium (Milchprodukte, grünes Blattgemüse, Nüsse) und Vitamin D (fetter Fisch, Eier, Sonnenlicht) sowie Übungen wie Gehen, Tanzen oder leichtes Krafttraining stärken die Knochen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Sorge vor Brüchen kann belastend sein. Viele Menschen fühlen sich unsicher oder ängstlich. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder suchen Sie psychologische Unterstützung – das ist kein Zeichen von Schwäche. Ein offenes Gespräch hilft oft.
Vorbeugung
Sie können Ihr Bruchrisiko durch eine gesunde Lebensweise, ausreichend Bewegung und Sturzprävention senken. Eine frühzeitige Beurteilung mit FRAX hilft, Risiken früh zu erkennen und gezielt zu handeln.
Impfungen
nicht zutreffend
Früherkennungsprogramme
Die FRAX-Beurteilung selbst ist eine Art Screening. Sie wird oft im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung ab 50 Jahren empfohlen. Die Leitlinien der AWMF empfehlen bei bestimmten Risikogruppen (z.B. Frauen mit frühen Wechseljahren, Menschen mit Kortisoneinnahme) eine Knochendichtemessung.
Komplikationen
Unbehandelt
- Knochenbrüche, die zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und einer verminderten Lebensqualität führen
- Wirbelbrüche mit Höhenverlust und einer gekrümmten Haltung (Rundrücken)
- Erhöhtes Sturzrisiko und Folgebruche, die in eine Abwärtsspirale führen können
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung und Vorbeugung können die meisten Menschen mit erhöhtem Risiko Brüche vermeiden oder deren Folgen mildern. Eine frühzeitige Bewertung mit FRAX ist der erste Schritt, um aktiv zu werden. Bleiben Sie zuversichtlich – Ihr Arzt steht Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 26. Juli 2026
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