Cardiovascular risk score overview
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein kardiovaskulärer Risikoscore ist ein Rechenwert, der Ihr persönliches Risiko einschätzt, in den nächsten Jahren einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Der Arzt berücksichtigt dabei Faktoren wie Alter, Geschlecht, Blutdruck, Cholesterinwerte und Rauchgewohnheiten. Das Ergebnis hilft, gemeinsam über vorbeugende Maßnahmen zu entscheiden.
Wichtige Fakten
- Der Risikoscore wird meist mit speziellen Tabellen oder Computerprogrammen berechnet.
- Ein hoher Score bedeutet nicht, dass Sie sicher krank werden – er zeigt nur eine Wahrscheinlichkeit an.
- Durch Änderungen im Lebensstil und ärztliche Behandlung können Sie Ihr Risiko oft senken.
Ja, die Anwendung von Risikoscores ist in der hausärztlichen Praxis weit verbreitet. Viele Erwachsene ab 40 Jahren lassen ihren kardiovaskulären Risikoscore einmal im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung bestimmen.
Der Score wird für Menschen ohne bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankung berechnet, meist ab einem Alter von 40 Jahren. Er ist für Männer und Frauen gleichermaßen geeignet und hilft besonders Personen mit mehreren Risikofaktoren wie Bluthochdruck, hohem Cholesterin oder Diabetes.
Symptome
- Plötzlicher Brustschmerz oder Engegefühl, das länger als ein paar Minuten anhält
- Starke Atemnot ohne erkennbare Ursache
- Plötzliche Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen oder Sehverlust – könnten auf einen Schlaganfall hinweisen
- Verlust des Bewusstseins oder Ohnmacht
- ⚠Neu aufgetretene, ungeklärte Brustschmerzen bei Belastung
- ⚠Wiederholtes Herzstolpern oder sehr unregelmäßiger Puls
- ⚠Ungewöhnliche Müdigkeit oder Schwäche in Verbindung mit anderen Risikofaktoren
Häufige Symptome
- Ein erhöhter Risikoscore verursacht selbst keine Beschwerden – er ist ein rein rechnerisches Ergebnis.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern wird in der Regel kein kardiovaskulärer Risikoscore berechnet. Falls jedoch familiäre Risiken vorliegen, kann der Arzt frühzeitig Blutdruck und Cholesterin messen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Auch ältere Menschen haben oft einen höheren Score, da das Alter ein wichtiger Faktor ist. Auch hier verursacht der Score selbst keine Symptome.
Ursachen
Hauptursachen
- Die Höhe des Risikoscores ergibt sich aus einer Kombination von Faktoren: Alter, Geschlecht, Blutdruck, Gesamtcholesterin, HDL-Cholesterin (das „gute“ Cholesterin), Rauchstatus und eventuell Diabetes.
Risikofaktoren
- Bluthochdruck (Hypertonie)
- Erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin, Triglyzeride)
- Rauchen oder Passivrauchen
- Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
- Übergewicht (vor allem Bauchfett)
- Bewegungsmangel
- Ungesunde Ernährung (viel Fett, Salz, Zucker)
- Stress und psychische Belastungen
- Familiäre Vorbelastung (Herzinfarkt oder Schlaganfall bei nahen Verwandten)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich Brustschmerzen, Atemnot oder Lähmungserscheinungen haben – rufen Sie sofort den Notruf 112 an.
- Wenn Sie einen sehr hohen Blutdruck messen (z. B. über 180/110 mmHg) und Beschwerden haben.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Lassen Sie Ihren Risikoscore einmal im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung (Check-up 35 oder Gesundheits-Check-up) von Ihrem Hausarzt bestimmen.
- Wenn Sie einen oder mehrere Risikofaktoren haben, wie Rauchen, Übergewicht oder Bewegungsmangel, sprechen Sie bei einem Arztbesuch an, ob der Score für Sie sinnvoll ist.
- Wiederholen Sie die Berechnung nach etwa 1 bis 5 Jahren – je nach Ausgangswert und Veränderungen Ihres Lebensstils.
Diagnose
Der Risikoscore wird nicht durch eine einzelne Untersuchung „diagnostiziert“, sondern durch die Auswertung mehrerer Werte berechnet. Ihr Arzt ermittelt ihn mit Hilfe einer Tabelle (z. B. ESC-Score oder PROCAM-Score) oder einer Software.
Mögliche Untersuchungen
- Blutdruckmessung
- Blutuntersuchung: Gesamtcholesterin, HDL-Cholesterin, LDL-Cholesterin, Nüchternblutzucker
- Erhebung von Alter, Geschlecht, Rauchgewohnheiten
- Eventuell: Familienanamnese (Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Verwandten)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arztbesuch dauert etwa 15 bis 30 Minuten. Sie erhalten eine verständliche Erklärung Ihres persönlichen Risikowertes und besprechen, ob und welche Maßnahmen sinnvoll sind. Meist gibt es eine schriftliche Zusammenfassung für Sie.
Behandlung
Ein erhöhter Risikoscore ist keine Krankheit, sondern ein Warnsignal. Die Behandlung zielt darauf ab, die einzelnen Risikofaktoren zu verbessern und so das Herz-Kreislauf-Risiko zu senken.
Selbsthilfe zu Hause
- Mit dem Rauchen aufhören – das ist einer der effektivsten Schritte.
- Mehr Bewegung in den Alltag einbauen, z. B. 30 Minuten zügiges Gehen pro Tag.
- Stress abbauen durch Entspannungstechniken wie Meditation oder Yoga.
- Ausreichend schlafen (7–8 Stunden pro Nacht).
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Ihnen empfehlen, den Blutdruck oder die Blutfettwerte mit Medikamenten zu senken, wenn Lebensstiländerungen allein nicht ausreichen. Dabei kommen verschiedene Wirkstoffgruppen zum Einsatz – Ihr Arzt wählt das am besten geeignete Präparat für Sie aus. Die Behandlung ist immer auf Ihre persönliche Situation abgestimmt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Ein erhöhter Risikoscore allein führt nicht zu einer Operation. Sollte jedoch im Laufe der Zeit eine Verengung der Herzkranzgefäße oder anderer Arterien auftreten, kann ein Eingriff wie eine Katheterbehandlung oder eine Bypass-Operation notwendig werden.
Leben mit der Erkrankung
Ein erhöhter Risikoscore verändert Ihren Alltag nicht von heute auf morgen. Sie können aktiv werden: Nehmen Sie Ihre Werte ernst und setzen Sie kleine, erreichbare Ziele. Ihr Arzt begleitet Sie dabei.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung – am besten etwas, das Ihnen Spaß macht (Spazieren, Schwimmen, Radfahren).
- Gesunde Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und gesunden Fetten (z. B. Olivenöl, Nüsse).
- Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum.
- Gewichtskontrolle – schon eine Abnahme von 5 % des Körpergewichts kann das Risiko senken.
- Gute Stressbewältigung und ausreichend Erholung.
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung ist reich an Ballaststoffen, ungesättigten Fettsäuren und wenig Salz. Vermeiden Sie stark verarbeitete Lebensmittel, frittierte Speisen und zuckerhaltige Getränke. Bewegen Sie sich mindestens 150 Minuten pro Woche moderat (z. B. zügiges Gehen) oder 75 Minuten intensiv (z. B. Joggen) – das empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Kenntnis eines erhöhten Risikos kann Angst oder Sorgen auslösen. Es ist wichtig, dies mit Ihrem Arzt zu besprechen. Viele fühlen sich gestärkt, wenn sie aktiv werden können. Sollten die Gedanken belastend werden, suchen Sie sich professionelle Unterstützung, z. B. bei einer psychologischen Beratungsstelle.
Vorbeugung
Sie können den Risikoscore nicht auf Null senken, da manche Faktoren wie Alter und Familiengeschichte feststehen. Aber Sie haben großen Einfluss: mit gesunder Lebensweise, Nichtrauchen, Bewegung und guter Kontrolle von Blutdruck und Cholesterin. Je früher Sie beginnen, desto besser.
Früherkennungsprogramme
Ab dem 35. Lebensjahr haben Sie in Deutschland Anspruch auf einen Gesundheits-Check-up alle 3 Jahre. Dabei wird auch Ihr kardiovaskuläres Risiko besprochen. Lassen Sie diesen Termin regelmäßig wahrnehmen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Herzinfarkt (Myokardinfarkt)
- Schlaganfall (Apoplex)
- Periphere arterielle Verschlusskrankheit (Durchblutungsstörungen in den Beinen)
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
- Plötzlicher Herztod
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Ein erhöhter Risikoscore ist kein unabänderliches Schicksal. Viele Menschen verbessern ihren Score durch einfache Veränderungen im Alltag. Mit regelmäßiger ärztlicher Betreuung und einer gesunden Lebensweise können Sie Ihr Risiko deutlich senken und ein langes, aktives Leben führen.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 26. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.