Cervical screening after HPV vaccine
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Gebärmutterhalskrebsvorsorge (auch Zervixkarzinom-Früherkennung genannt) ist eine regelmäßige Untersuchung, bei der der Arzt oder die Ärztin Zellen vom Gebärmutterhals entnimmt und auf Veränderungen untersucht. Auch wenn Sie gegen HPV (Humane Papillomviren) geimpft wurden, ist diese Vorsorge weiterhin wichtig, denn die Impfung schützt nicht vor allen HPV-Typen.
Wichtige Fakten
- Die HPV-Impfung verhindert etwa 90 % der Gebärmutterhalskrebsfälle, aber nicht alle. Daher ist die Vorsorge auch nach der Impfung nötig.
- In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die HPV-Impfung für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren.
- Die erste Vorsorgeuntersuchung (Pap-Abstrich) wird in der Regel ab dem 25. Lebensjahr alle drei Jahre angeboten.
Ja, die Vorsorgeuntersuchung ist in Deutschland für alle Frauen ab 25 Jahren etabliert. Viele Frauen lassen sich regelmäßig untersuchen.
Die Vorsorge betrifft alle Menschen mit einem Gebärmutterhals, also Frauen und trans* Personen, die ihren Gebärmutterhals noch haben. Üblicherweise beginnt die Vorsorge ab dem 25. Lebensjahr.
Symptome
- Sehr starke, anhaltende Blutungen aus der Scheide
- Starke Schmerzen im Unterbauch, die nicht nachlassen
- ⚠Ungewöhnliche Blutungen zwischen den Menstruationen oder nach dem Geschlechtsverkehr
- ⚠Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- ⚠Übel riechender Ausfluss
Häufige Symptome
- Frühe Veränderungen am Gebärmutterhals verursachen in der Regel keine Symptome. Deshalb ist die regelmäßige Vorsorge so wichtig.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern und Jugendlichen wird keine Zervixkarzinom-Vorsorge durchgeführt, da die Erkrankung in diesem Alter sehr selten ist. Die HPV-Impfung wird jedoch bereits im frühen Jugendalter empfohlen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Auch im höheren Alter ist die Vorsorge wichtig. Nach den Wechseljahren können Veränderungen am Gebärmutterhals noch auftreten. Die Vorsorge wird bis zum 65. Lebensjahr fortgesetzt, danach entscheidet der Arzt individuell.
Ursachen
Hauptursachen
- Eine anhaltende Infektion mit bestimmten Hochrisiko-Typen der Humanen Papillomviren (HPV) ist die Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs. Die Vorsorge zielt darauf ab, solche Infektionen oder die daraus entstehenden Zellveränderungen früh zu erkennen.
Risikofaktoren
- Rauchen
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. nach Organtransplantation oder bei HIV)
- Langjährige Einnahme der Antibabypille (mehr als 5 Jahre)
- Mehrere Sexualpartner oder früher Beginn der Sexualität
- Frühere HPV-Infektionen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie ungewöhnliche Blutungen oder Schmerzen bemerken (siehe Symptome ‚dringend‘), vereinbaren Sie zeitnah einen Termin bei Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Die reguläre Vorsorgeuntersuchung sollten Sie alle drei Jahre wahrnehmen, auch wenn Sie beschwerdefrei sind und geimpft wurden.
Diagnose
Die Vorsorgeuntersuchung erfolgt in der Praxis. Dabei wird mit einem kleinen Bürstchen oder Spatel eine Zellprobe vom Gebärmutterhals entnommen (Pap-Abstrich). Zusätzlich kann ein HPV-Test gemacht werden.
Mögliche Untersuchungen
- Pap-Abstrich (Zytologie): Die Zellen werden unter dem Mikroskop auf Veränderungen untersucht.
- HPV-Test: Weist eine Infektion mit Hochrisiko-HPV-Typen nach.
- Bei auffälligem Befund: Kolposkopie (Vergrößerung des Gebärmutterhalses) und gegebenenfalls Gewebeprobe (Biopsie).
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Abstrich dauert nur wenige Minuten und ist meist nicht schmerzhaft, kann aber etwas unangenehm sein. Sie liegen dabei auf dem Untersuchungsstuhl, ähnlich wie bei einer gynäkologischen Routineuntersuchung. Nach 1–2 Wochen erhalten Sie das Ergebnis. Bei einem auffälligen Befund werden Sie zur weiteren Abklärung eingeladen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der Zellveränderung. Viele leichte Veränderungen heilen von selbst ab. Bei höhergradigen Veränderungen oder Krebsvorstufen stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, um die veränderten Zellen zu entfernen.
Selbsthilfe zu Hause
- Nach einem auffälligen Befund sollten Sie Ihren nächsten Vorsorgetermin unbedingt einhalten.
- Rauchen aufgeben – das unterstützt die Selbstheilung der Zellen.
- Gesunde Ernährung und Bewegung stärken das Immunsystem.
Medizinische Behandlungen
Zu den Behandlungen gehören Verfahren wie die Konisation (Entfernung eines kegelförmigen Gewebestücks aus dem Gebärmutterhals) oder die Lasertherapie. Diese Eingriffe erfolgen meist ambulant unter örtlicher Betäubung oder Kurznarkose. Nach der Behandlung ist eine engmaschige Nachsorge nötig.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation (z. B. Konisation) wird empfohlen, wenn bei der Biopsie eine höhergradige Krebsvorstufe festgestellt wird. Der Eingriff ist in der Regel sehr schonend und erhält die Fruchtbarkeit.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Behandlung von Krebsvorstufen ist der Alltag meist schnell wieder normal. Wichtig sind die vereinbarten Nachsorgetermine, um ein Wiederauftreten rechtzeitig zu erkennen.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen – das ist der wichtigste Schutzfaktor.
- Gesundes Körpergewicht anstreben.
- Sich gegen HPV impfen lassen (auch noch im Erwachsenenalter sinnvoll).
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten sowie regelmäßige Bewegung unterstützen Ihr Immunsystem. Das hilft dem Körper, HPV-Infektionen besser zu kontrollieren.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein auffälliger Befund kann Ängste auslösen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihre Sorgen. Viele Frauen fühlen sich nach der Behandlung erleichtert, weil etwas getan wurde. Bei anhaltender Belastung kann eine psychologische Beratung helfen.
Vorbeugung
Ja, die wichtigsten Maßnahmen sind die HPV-Impfung und die regelmäßige Vorsorge. Die Impfung verhindert die meisten HPV-Infektionen, die zu Krebs führen können. Die Vorsorge erkennt Zellveränderungen, bevor Krebs entsteht.
Impfungen
Die HPV-Impfung wird für alle Jugendlichen empfohlen, am besten vor dem ersten Geschlechtsverkehr. Auch Erwachsene können noch von der Impfung profitieren – fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.
Früherkennungsprogramme
Die Vorsorgeuntersuchung (Pap-Test und/oder HPV-Test) ist die zweite wichtige Säule. Beginnen Sie mit 25 Jahren und nehmen Sie sie regelmäßig wahr, auch nach der Impfung.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelte hochgradige Zellveränderungen können sich über Jahre zu Gebärmutterhalskrebs entwickeln.
- Gebärmutterhalskrebs kann in benachbarte Organe streuen und schwer zu behandeln sein.
Langzeitprognose
Die allermeisten Zellveränderungen werden früh erkannt und sind sehr gut behandelbar. Die Heilungschancen bei Krebsvorstufen und frühem Gebärmutterhalskrebs sind ausgezeichnet. Mit der Kombination aus HPV-Impfung und Vorsorge haben Sie die besten Möglichkeiten, dieser Krankheit vorzubeugen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 25. Juli 2026
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