Cholesterol screening
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Cholesterin-Screening ist ein Bluttest, der misst, wie viel Fett (Cholesterin) in Ihrem Blut ist. Hohe Werte können das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Der Test hilft, dieses Risiko früh zu erkennen.
Wichtige Fakten
- Cholesterin ist ein lebenswichtiger Baustoff, aber zu viel davon in bestimmten Formen kann schädlich sein.
- Ein Screening wird meist ab einem bestimmten Alter oder bei bestimmten Risiken empfohlen.
- Der Test ist einfach, schnell und schmerzarm – es wird nur etwas Blut abgenommen.
Ja, Cholesterin-Screenings gehören in Deutschland zu den häufigen Vorsorgeuntersuchungen, vor allem bei Erwachsenen ab 35 Jahren (für Männer) und ab 45 Jahren (für Frauen), oder früher bei Risikofaktoren.
Das Screening wird allen Erwachsenen empfohlen, besonders wenn in der Familie Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorkommen, wenn Sie übergewichtig sind, rauchen oder Bluthochdruck haben.
Symptome
- Plötzliche starke Brustschmerzen oder Engegefühl in der Brust
- Atemnot und plötzliche Schwäche oder Lähmungserscheinungen (können auf Herzinfarkt oder Schlaganfall hinweisen)
- ⚠Neu auftretende, anhaltende Brustschmerzen bei Belastung
- ⚠Schwindel, Ohnmachtsgefühl oder unregelmäßiger Herzschlag
Häufige Symptome
- Hohe Cholesterinwerte verursachen in der Regel keine Beschwerden. Deshalb ist das Screening so wichtig – es entdeckt das Risiko, bevor Probleme auftreten.
Symptome bei Kindern
- Auch Kinder können hohe Cholesterinwerte haben, besonders bei familiärer Veranlagung. Meist gibt es auch hier keine Symptome.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Erwachsenen zeigen sich ebenfalls keine direkten Symptome. Allerdings kann ein hoher Cholesterinspiegel zu Ablagerungen in den Gefäßen führen, die später Beschwerden wie Brustschmerz oder Atemnot verursachen.
Ursachen
Hauptursachen
- Hohe Cholesterinwerte entstehen durch eine Kombination von erblichen Faktoren und Lebensstil. Die Leber produziert Cholesterin, aber auch die Nahrung liefert es.
- Bestimmte Formen von hohem Cholesterin (z. B. familiäre Hypercholesterinämie) sind vererbt und können schon in jungen Jahren hohe Werte verursachen.
Risikofaktoren
- Ernährung mit viel gesättigten Fetten (z. B. fettes Fleisch, Butter, Fertigprodukte)
- Bewegungsmangel
- Übergewicht oder Adipositas
- Rauchen
- Hoher Blutdruck
- Diabetes mellitus
- Familiäre Vorbelastung mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder erhöhten Cholesterinwerten
- Bestimmte Erkrankungen (z. B. Schilddrüsenunterfunktion, Nierenerkrankungen)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Brustschmerzen, Atemnot oder anderen Anzeichen eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls sofort den Notruf 112 wählen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Ab dem 35. (Männer) bzw. 45. (Frauen) Lebensjahr wird im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung ein Cholesterin-Screening angeboten.
- Wenn Sie Risikofaktoren haben oder in der Familie Herz-Kreislauf-Erkrankungen häufig vorkommen, sprechen Sie schon früher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über ein Screening.
- Auch bei Kindern mit entsprechender familiärer Belastung kann ein Screening sinnvoll sein – besprechen Sie das mit der Kinderärztin.
Diagnose
Die Diagnose eines hohen Cholesterinspiegels wird durch eine Blutuntersuchung gestellt. Dabei werden verschiedene Fettwerte gemessen: Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin (das „schlechte“), HDL-Cholesterin (das „gute“) und oft auch Triglyzeride.
Mögliche Untersuchungen
- Blutentnahme aus der Vene – meist nüchtern (12 Stunden nichts essen, Wasser ist erlaubt). Manche Labore messen auch ohne Nüchternheit.
- Lipidprofil: misst LDL, HDL, Gesamtcholesterin und Triglyzeride.
- Bei erhöhten Werten können weitere Tests folgen, z. B. auf familiäre Hypercholesterinämie.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Blutabnahme dauert nur wenige Minuten. Sie sitzen bequem, der Arzt oder die Ärztin sucht eine Vene am Arm. Nach der Abnahme können Sie sofort wieder Ihren Aktivitäten nachgehen. Die Ergebnisse liegen meist nach ein bis zwei Tagen vor.
Behandlung
Wenn Ihr Cholesterinspiegel zu hoch ist, gibt es gute Möglichkeiten, ihn zu senken. Ziel ist es, das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall zu verringern. Die Behandlung richtet sich nach Ihrem persönlichen Risiko und umfasst in der zuerst Änderungen im Lebensstil. Bei Bedarf kommen Medikamente (sogenannte Cholesterinsenker) dazu.
Selbsthilfe zu Hause
- Ernährung umstellen: Weniger gesättigte Fette (Fleisch, Butter, Käse) und mehr Ballaststoffe (Haferflocken, Hülsenfrüchte, Obst, Gemüse).
- Regelmäßige Bewegung: Mindestens 30 Minuten an den meisten Tagen (z. B. Spazierengehen, Radfahren, Schwimmen).
- Gewicht reduzieren, falls Übergewicht besteht. Schon ein paar Kilo weniger können helfen.
- Rauchen aufgeben – das verbessert die HDL-Werte und schützt die Gefäße.
- Alkoholkonsum einschränken (maximal 1 Glas pro Tag für Frauen, 2 Gläser für Männer).
Medizinische Behandlungen
Bei anhaltend hohen Werten oder hohem Risiko verschreibt die Ärztin oder der Arzt Medikamente zur Cholesterinsenkung. Die häufigste Gruppe sind Statine, die die Cholesterinproduktion in der Leber bremsen. Es gibt auch andere Wirkstoffe wie Ezetimib oder kombinierte Präparate. Die Behandlung erfolgt immer nach ärztlicher Anleitung und wird regelmäßig kontrolliert.
Wann kommt eine Operation infrage?
Operationen sind bei hohem Cholesterin in der Regel nicht nötig. Nur in sehr seltenen Fällen, wenn Gefäße schon stark verengt sind, kann ein Eingriff (z. B. Stent oder Bypass) erforderlich werden – das entscheidet der Facharzt individuell.
Leben mit der Erkrankung
Wenn bei Ihnen ein hoher Cholesterinspiegel festgestellt wurde, können Sie mit einfachen Maßnahmen Ihren Alltag gesünder gestalten. Es geht nicht um strenge Verbote, sondern um eine ausgewogene Lebensweise.
Tipps für den Alltag
- Planen Sie regelmäßige Bewegung ein – ob Spaziergang, Joggen oder Tanzen, alles zählt.
- Kochen Sie öfter selbst mit frischen Zutaten und weniger Fertigprodukten.
- Nehmen Sie sich Zeit zum Essen, genießen Sie bewusst.
- Reduzieren Sie Stress, zum Beispiel durch Entspannungsübungen, Hobbys oder Gespräche.
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung ist reich an Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Nüssen und gesunden Ölen (z. B. Olivenöl, Rapsöl). Essen Sie zweimal pro Woche Fisch (besonders fettreichen Fisch wie Lachs oder Makrele). Vermeiden Sie Transfette (in stark verarbeiteten Lebensmitteln wie Chips, Keksen, frittierten Speisen). Bewegung steigert das gute HDL-Cholesterin und hilft beim Abnehmen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose „hohes Cholesterin“ kann verunsichern, aber sie ist kein Grund zur Panik. Viele Menschen fühlen sich motiviert, etwas für ihre Gesundheit zu tun. Sollten Sie sich übermäßig ängstlich oder niedergeschlagen fühlen, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt – auch psychologische Unterstützung kann helfen.
Vorbeugung
Ein hoher Cholesterinspiegel lässt sich oft durch einen gesunden Lebensstil verhindern oder zumindest hinauszögern. Die wichtigsten Faktoren sind eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, ein gesundes Körpergewicht, Nichtrauchen und moderater Alkoholkonsum. Bei familiärer Veranlagung kann das Risiko erblich bedingt sein – dann ist eine frühzeitige Vorsorge besonders wichtig.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen hohes Cholesterin. Impfungen gegen Grippe oder COVID-19 schützen jedoch indirekt das Herz-Kreislauf-System, da Infekte das Risiko für Herzinfarkte erhöhen können.
Früherkennungsprogramme
Das Cholesterin-Screening selbst ist ein wichtiges Instrument zur Früherkennung. Es wird im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung („Check-up 35“) angeboten. Wer jünger ist oder Risikofaktoren hat, sollte mit dem Arzt oder der Ärztin über eine individuelle Früherkennung sprechen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ablagerungen in den Gefäßen (Arteriosklerose), die zu Verengungen und Verhärtungen führen.
- Erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.
- Durchblutungsstörungen in den Beinen (periphere arterielle Verschlusskrankheit, pAVK).
- Schäden an den Nieren durch verminderte Durchblutung.
- Im schlimmsten Fall plötzlicher Herztod.
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Mit einer frühzeitigen Erkennung und Behandlung kann das Risiko für diese Komplikationen deutlich gesenkt werden. Viele Menschen mit erhöhten Werten führen ein langes und gesundes Leben, indem sie ihren Lebensstil anpassen und – falls nötig – Medikamente einnehmen. Eine enge Zusammenarbeit mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gibt Sicherheit und Orientierung.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
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