Fall risk screening older adults
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Sturzrisiko-Screening ist eine einfache Untersuchung, bei der Ihr Arzt oder Ihre Ärztin prüft, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie stürzen. Dabei werden Faktoren wie Gleichgewicht, Gang, Sehkraft und Medikamente bewertet. Ziel ist es, Stürze zu verhindern, bevor sie passieren.
Wichtige Fakten
- Jeder dritte Mensch über 65 Jahren stürzt mindestens einmal im Jahr.
- Stürze sind die häufigste Ursache für Verletzungen im Alter, wie Knochenbrüche.
- Ein Sturzrisiko-Screening ist einfach und schmerzlos.
- Durch gezielte Maßnahmen lässt sich das Sturzrisiko oft deutlich senken.
Ja, Stürze sind im Alter sehr häufig. Deshalb empfehlen Experten (z. B. die AWMF-Leitlinien) ein regelmäßiges Screening bei Menschen ab 65 Jahren.
Vor allem ältere Menschen sind betroffen, besonders wenn sie unsicher gehen, schwache Muskeln haben oder mehrere Medikamente einnehmen. Auch Menschen mit Sehproblemen oder chronischen Erkrankungen wie Diabetes haben ein höheres Risiko.
Symptome
- Wenn eine Person nach einem Sturz bewusstlos ist, nicht aufwacht oder schwer verletzt aussieht (z. B. offener Bruch, starke Blutung). Rufen Sie sofort den Notruf 112.
- ⚠Nach einem Sturz mit Schmerzen, Schwellungen oder Blutergüssen sollten Sie noch am selben Tag einen Arzt aufsuchen.
- ⚠Wenn Sie nach einem Sturz nicht mehr alleine aufstehen können und länger als eine Stunde auf dem Boden liegen, suchen Sie ärztliche Hilfe.
Häufige Symptome
- Unsicherheit beim Gehen oder Aufstehen
- Schwindel oder Benommenheit
- Häufiges Stolpern oder Beinahe-Stürze
- Angst vor dem Stürzen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Langsamer Gang oder kleine Schritte
- Schwierigkeiten, das Gleichgewicht zu halten
- Hängenbleiben an Teppichen oder Türschwellen
- Stürze bereits in der Vergangenheit
- Muskelschwäche in Beinen und Rumpf
Ursachen
Hauptursachen
- Nachlassende Muskelkraft und Gleichgewicht mit zunehmendem Alter
- Sehstörungen (z. B. Grauer Star, veränderte Sehstärke)
- Nebenwirkungen von Medikamenten (z. B. Blutdrucksenker, Schlafmittel)
- Umgebungsrisiken wie rutschige Böden, lose Teppiche, schlechte Beleuchtung
Risikofaktoren
- Alter über 65 Jahre
- Frühere Stürze
- Chronische Erkrankungen wie Parkinson, Arthritis oder Diabetes
- Einnahme von vier oder mehr Medikamenten
- Unzureichendes Schuhwerk (z. B. Hausschuhe ohne Halt)
- Alkoholkonsum
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie bereits gestürzt sind und sich verletzt haben.
- Wenn Sie nach einem Sturz starke Schmerzen haben oder Ihren Arm oder Ihr Bein nicht mehr bewegen können.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sprechen Sie bei Ihrem nächsten Routinebesuch mit Ihrem Hausarzt über Ihr Sturzrisiko – besonders wenn Sie über 65 Jahre alt sind.
- Wenn Sie unsicher gehen, Schwindel verspüren oder schon einmal gestürzt sind, vereinbaren Sie einen Termin für eine Sturzrisiko-Beurteilung.
Diagnose
Ihr Arzt oder Ihre Ärztin fragt nach Ihren Stürzen, Medikamenten und Ihrem Gesundheitszustand. Dazu kommen einfache Funktionstests, um Gleichgewicht, Gang und Muskelkraft zu prüfen.
Mögliche Untersuchungen
- Fragebogen zu Stürzen und Angst vorm Stürzen
- „Timed Up and Go“-Test: Sie stehen auf, gehen 3 Meter, drehen sich und setzen sich wieder – die Zeit wird gemessen.
- Gleichgewichtstest: z. B. auf einem Bein stehen
- Sehtest und Prüfung des Blutdrucks im Liegen und Stehen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung dauert etwa 15–30 Minuten. Sie müssen keine Angst haben – es gibt keine schmerzhaften Eingriffe. Ihr Arzt erklärt Ihnen die Ergebnisse direkt und bespricht mit Ihnen die nächsten Schritte.
Behandlung
Wenn das Screening ein erhöhtes Sturzrisiko zeigt, gibt es viele Möglichkeiten, dies zu verbessern. Die Behandlung zielt darauf ab, Stürze zu verhindern und Ihre Sicherheit zu Hause zu erhöhen. Dazu gehören Übungen, Optimierung Ihrer Medikamente und Anpassungen im Alltag.
Selbsthilfe zu Hause
- Führen Sie regelmäßig Gleichgewichtsübungen durch, z. B. Tai Chi oder einfaches Stehen auf einem Bein (halten Sie sich anfangs fest).
- Entfernen Sie Stolperfallen in Ihrer Wohnung: lose Kabel, rutschige Teppiche, Schuhe im Weg.
- Tragen Sie feste Schuhe mit rutschfester Sohle – auch zu Hause.
- Lassen Sie Ihre Sehkraft regelmäßig überprüfen und tragen Sie eine Brille, wenn nötig.
- Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Ihre Medikamente reduziert oder umgestellt werden können, wenn sie Schwindel oder Müdigkeit verursachen.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Ihre Medikamente überprüfen und anpassen, um Schwindel oder Müdigkeit zu vermindern. Bei Sehproblemen wird eine Überweisung zum Augenarzt empfohlen. Physiotherapie kann helfen, Kraft und Gleichgewicht zu trainieren. Bei Vitamin-D-Mangel kann Ihr Arzt eine Nahrungsergänzung empfehlen. Alle Maßnahmen werden individuell auf Sie abgestimmt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt nur dann in Frage, wenn durch einen Sturz bereits ein Knochenbruch entstanden ist, z. B. am Oberschenkelhals. Die Entscheidung trifft der Facharzt.
Leben mit der Erkrankung
Leben Sie aktiv, aber sicher. Planen Sie Ihren Alltag so, dass Sie sich nicht überfordern. Machen Sie regelmäßig Pausen. Sorgen Sie für gute Beleuchtung in allen Räumen. Benutzen Sie Haltegriffe im Bad und an Treppen.
Tipps für den Alltag
- Bewegen Sie sich täglich – schon 10 Minuten Spaziergang stärkt die Muskeln.
- Trinken Sie ausreichend Wasser, um Kreislaufproblemen vorzubeugen.
- Vermeiden Sie Alkohol, da er das Sturzrisiko erhöht.
- Lassen Sie Ihre Füße regelmäßig pflegen (z. B. bei Diabetes).
Ernährung und Bewegung
Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Eiweiß und Kalzium (z. B. Milchprodukte, grünes Blattgemüse). Bewegung wie Spazierengehen, Gymnastik oder Wassergymnastik hilft, Knochen und Muskeln zu stärken. Fragen Sie Ihren Arzt, welche Übungen für Sie geeignet sind.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Angst vor Stürzen ist normal, kann aber dazu führen, dass Sie sich zurückziehen und weniger bewegen – das erhöht das Risiko sogar. Reden Sie mit Ihrem Arzt oder einer Vertrauensperson darüber. Eine Physiotherapie oder ein Sturzpräventionskurs kann Ihr Selbstvertrauen stärken.
Vorbeugung
Ja, viele Stürze lassen sich durch einfache Maßnahmen verhindern. Ein Sturzrisiko-Screening ist der erste Schritt. Mit regelmäßiger Bewegung, sicherem Schuhwerk und einer gut beleuchteten Wohnung können Sie Ihr Risiko deutlich senken.
Impfungen
Eine Impfung gegen Grippe oder Gürtelrose ist allgemein empfehlenswert für ältere Menschen, verhindert aber keine Stürze direkt.
Früherkennungsprogramme
Das Screening ist eine Vorsorgemaßnahme. Die AWMF-Leitlinien empfehlen es für alle Menschen ab 65 Jahren. Lassen Sie es mindestens einmal durchführen und wiederholen Sie es nach einem Sturz oder wenn sich Ihr Gesundheitszustand ändert.
Komplikationen
Unbehandelt
- Knochenbrüche, besonders am Oberschenkelhals oder Handgelenk
- Kopfverletzungen (z. B. Gehirnerschütterung, Blutungen)
- Verlust von Selbstvertrauen und Angst vor Bewegung
- Einschränkung der Selbstständigkeit und erhöhtes Pflegerisiko
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Stürze sind kein unvermeidlicher Teil des Alterns. Mit einem Screening und den richtigen Maßnahmen können die meisten Stürze verhindert werden. Auch nach einem Sturz ist eine vollständige Erholung oft möglich. Ihr Arzt hilft Ihnen, aktiv und sicher zu bleiben.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
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