Hearing screening adults
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Hörtest für Erwachsene (auch Hörscreening genannt) ist eine einfache Untersuchung, die prüft, wie gut Sie Töne und Sprache hören können. Ziel ist es, eine Hörschädigung frühzeitig zu erkennen – noch bevor Sie selbst deutliche Probleme bemerken.
Wichtige Fakten
- Ein Hörscreening dauert nur wenige Minuten und ist schmerzfrei.
- Früh erkannte Hörprobleme lassen sich oft gut behandeln – zum Beispiel mit Hörgeräten oder anderen Hilfsmitteln.
- Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Hörverlust. Ein Screening ab 50 Jahren wird empfohlen.
Ja, Hörverlust ist eine häufige Alterserscheinung. In Deutschland leiden etwa 15 % aller Erwachsenen unter einer Hörschädigung – bei den über 65-Jährigen ist es sogar jeder Dritte.
Ein Hörscreening ist besonders sinnvoll für Erwachsene ab 50 Jahren, Menschen mit beruflicher Lärmbelastung, Personen mit familiärer Vorbelastung oder nach bestimmten Erkrankungen (z. B. Mittelohrentzündungen).
Symptome
- Plötzlicher Hörverlust auf einem Ohr (innerhalb von Minuten bis Stunden).
- Hörverlust nach einem Schädel- oder Ohrentrauma (z. B. Schlag aufs Ohr, Sturz).
- Starke Ohrenschmerzen mit plötzlicher Hörminderung und Fieber.
- ⚠Hörverlust, der über Tage hinweg schlimmer wird.
- ⚠Anhaltende Ohrgeräusche (Tinnitus) nach einer lauten Veranstaltung oder Verletzung.
- ⚠Druckgefühl oder Flüssigkeit im Ohr, das nach drei Tagen nicht besser wird.
Häufige Symptome
- Sie haben das Gefühl, andere sprechen undeutlich oder nuscheln.
- Sie drehen den Fernseher oder das Radio lauter als früher.
- In Gruppen oder bei Hintergrundgeräuschen verstehen Sie nur schwer.
- Sie müssen oft nachfragen oder bitten, wiederholt zu werden.
- Sie vermeiden Gespräche oder soziale Situationen aus Angst, etwas zu verpassen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verstärkte Schwierigkeiten, hohe Töne (z. B. Vogelgezwitscher) zu hören.
- Ohrgeräusche (Tinnitus) treten häufiger auf.
- Sie ziehen sich aus Gesprächen zurück oder wirken müde nach sozialen Treffen.
Ursachen
Hauptursachen
- Altersbedingter Hörverlust (Presbyakusis): Die Haarsinneszellen im Innenohr nutzen sich mit der Zeit ab.
- Lärmbedingter Hörverlust: Dauerhafte oder sehr laute Geräusche schädigen das Innenohr.
- Mittelohrentzündungen oder Verstopfungen (z. B. Ohrenschmalz) blockieren die Schallleitung.
- Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Durchblutungsstörungen können das Gehör beeinträchtigen.
- Bestimmte Medikamente (sogenannte ototoxische Substanzen) – immer mit Ihrem Arzt besprechen.
Risikofaktoren
- Alter über 50 Jahre
- Berufliche oder Freizeit-Lärmbelastung (z. B. in der Industrie, auf Konzerten)
- Rauchen und starkes Übergewicht
- Familiäre Vorbelastung
- Chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichem Hörverlust – sofort den Notarzt (112) rufen oder in die nächste Notaufnahme gehen.
- Nach einem Unfall mit Verletzung am Ohr oder Kopf.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie regelmäßig das Gefühl haben, schlecht zu hören – vereinbaren Sie einen Hörtest beim HNO-Arzt oder Hörgeräteakustiker.
- Auch ohne Beschwerden wird ein Hörscreening ab 50 Jahren empfohlen (z. B. beim Gesundheitscheck).
- Alle 2–3 Jahre, wenn Sie beruflich Lärm ausgesetzt sind oder eine familiäre Veranlagung haben.
Diagnose
Ein Hörtest wird in der Regel von einem HNO-Arzt oder einem Hörgeräteakustiker durchgeführt. Dabei werden verschiedene Töne und Sprachsignale abgespielt, um festzustellen, welche Lautstärken und Frequenzen Sie hören können.
Mögliche Untersuchungen
- Reinton-Audiometrie: Sie hören über Kopfhörer Töne unterschiedlicher Höhe und Lautstärke und geben ein Zeichen, sobald Sie etwas hören.
- Sprachaudiometrie: Sie wiederholen Wörter, die in unterschiedlicher Lautstärke vorgespielt werden – so prüft man das Sprachverstehen.
- Tympanometrie: Ein kleiner Test, der die Beweglichkeit des Trommelfells und den Druck im Mittelohr misst.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Test ist völlig schmerzfrei und dauert etwa 20–30 Minuten. Sie sitzen in einer ruhigen Kabine, tragen Kopfhörer und drücken einen Knopf, wenn Sie einen Ton hören. Bei der Sprachaudiometrie wiederholen Sie einfache Wörter. Danach bespricht der Arzt die Ergebnisse mit Ihnen.
Behandlung
Die Behandlung einer Hörschädigung hängt von der Ursache, dem Schweregrad und der Art des Hörverlustes ab. Nicht jede Hörminderung muss mit einem Gerät versorgt werden – manchmal reicht es, das Ohr zu reinigen oder eine Infektion zu behandeln.
Selbsthilfe zu Hause
- Schützen Sie Ihre Ohren vor Lärm – tragen Sie bei lauter Umgebung einen Gehörschutz.
- Vermeiden Sie es, Wattestäbchen oder andere Gegenstände in den Gehörgang einzuführen.
- Lassen Sie Ohrenschmalz vom Arzt oder von einer Fachkraft entfernen, wenn es das Hören stört.
- Achten Sie auf eine gute Durchblutung – regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung können das Gehör unterstützen.
Medizinische Behandlungen
Bei Schallleitungsschwerhörigkeit (z. B. durch Ohrenschmalz, Flüssigkeit im Ohr oder Mittelohrprobleme) kann der Arzt Medikamente verschreiben oder das Ohr reinigen. Bei Innenohr-Schwerhörigkeit (z. B. altersbedingt) helfen Hörgeräte oder spezielle Implantate. Ihr HNO-Arzt wird mit Ihnen besprechen, welche Option für Sie geeignet ist – niemals selbst behandeln!
Wann kommt eine Operation infrage?
In seltenen Fällen, wenn Hörgeräte nicht ausreichen oder eine Fehlbildung vorliegt, kann ein Cochlea-Implantat oder eine andere Operation infrage kommen. Das entscheidet der Facharzt nach gründlicher Untersuchung.
Leben mit der Erkrankung
Mit einem Hörverlust zu leben kann anstrengend sein, aber viele Hilfsmittel und Strategien erleichtern den Alltag. Hörgeräte sind heute klein, leistungsstark und oft kaum sichtbar. Auch spezielle Telefone, Höranlagen oder Apps können helfen.
Tipps für den Alltag
- Sprechen Sie offen mit Familie und Freunden über Ihre Hörprobleme – bitten Sie darum, deutlich und in ruhiger Umgebung zu sprechen.
- Nutzen Sie in öffentlichen Räumen (Theater, Kirche, Vortrag) vorhandene Höranlagen.
- Nehmen Sie bei Bedarf einen Gehörschutz mit, wenn Sie zu Konzerten oder in laute Restaurants gehen.
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Omega-3-Fettsäuren (z. B. in Fisch) kann die Durchblutung des Innenohrs fördern. Bewegung senkt Bluthochdruck und verbessert die Durchblutung – das tut auch den Ohren gut.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Hörverlust kann zu sozialem Rückzug, Einsamkeit und sogar zu depressiven Verstimmungen führen. Wenn Sie sich traurig oder ängstlich fühlen, suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Arzt oder einer psychologischen Beratungsstelle. Sie sind nicht allein – viele Menschen mit Hörproblemen profitieren von Selbsthilfegruppen.
Vorbeugung
Nicht jeder Hörverlust ist vermeidbar, aber Sie können Ihr Gehör schützen: Meiden Sie laute Umgebungen, tragen Sie Gehörschutz bei Lärm (z. B. beim Rasenmähen, Schießen, Konzerten) und lassen Sie regelmäßig Ihre Ohren untersuchen. Eine frühzeitige Erkennung durch ein Hörscreening ist die beste Vorbeugung gegen Folgeschäden.
Früherkennungsprogramme
Ein Hörscreening ist eine einfache und schnelle Vorsorgeuntersuchung. In Deutschland wird sie nicht von allen Krankenkassen automatisch bezahlt, aber viele bieten sie im Rahmen des Gesundheitschecks oder als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) an. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse oder Ihrem Hausarzt nach. Die AWMF-Leitlinie empfiehlt ein Hörscreening für Erwachsene ab 50 Jahren sowie für Personen mit Risikofaktoren.
Komplikationen
Unbehandelt
- Soziale Isolation und Einsamkeit, weil Gespräche anstrengend sind.
- Erhöhtes Risiko für Stürze, da das Gleichgewicht beeinträchtigt sein kann.
- Schnellere kognitive Verschlechterung (z. B. Demenzrisiko steigt bei unversorgtem Hörverlust).
- Berufliche Nachteile: Schwierigkeiten in Meetings oder am Telefon.
Langzeitprognose
Dank moderner Hörhilfen und Früherkennung ist die Prognose heute sehr gut. Viele Erwachsene mit Hörverlust führen ein normales, aktives Leben – ganz ohne Einschränkungen, die sie nicht selbst steuern können. Je früher das Problem erkannt wird, desto besser sind die Chancen, Folgen zu vermeiden. Sie haben viele Optionen, und es gibt immer Hilfe.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.