Heart failure clinic review checklist
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Herzinsuffizienz-Sprechstunde ist ein regelmäßiger Kontrolltermin in einer speziellen Herzambulanz. Dabei überprüft Ihr Behandlungsteam, wie gut Ihr Herz arbeitet und ob sich Ihre Beschwerden verändern. Ziel ist es, Ihre Lebensqualität zu verbessern und schwere Verläufe zu vermeiden.
Wichtige Fakten
- Eine regelmäßige Kontrolle hilft, Verschlechterungen früh zu erkennen.
- Die Behandlung umfasst oft Medikamente, Lebensstiländerungen und manchmal medizinische Geräte.
- Sie können selbst viel tun: Gewicht kontrollieren, salzarm essen und auf Warnsignale achten.
Ja, Herzinsuffizienz (Herzschwäche) ist eine häufige Erkrankung, besonders im Alter. In Deutschland sind etwa 1–2 Millionen Menschen betroffen.
Betroffen sind vor allem ältere Menschen, aber auch jüngere Erwachsene mit bestimmten Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder einer früheren Herzerkrankung.
Symptome
- Plötzliche Atemnot, die auch in Ruhe nicht nachlässt
- Schmerzen oder Engegefühl in der Brust, die länger als ein paar Minuten anhalten
- Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht
- Schaumiger, rosa Auswurf beim Husten
- ⚠Zunahme von Wassereinlagerungen (geschwollene Beine, Bauchumfang) trotz Therapie
- ⚠Schnelle, unerklärliche Gewichtszunahme (mehr als 2 kg in 2 Tagen)
- ⚠Anhaltende Übelkeit, Schwindel oder Verwirrtheit
Häufige Symptome
- Kurzatmigkeit bei Anstrengung oder im Liegen
- geschwollene Knöchel, Beine oder Füße (Wassereinlagerungen)
- Müdigkeit und verminderte Belastbarkeit
- nächtlicher Husten oder Harndrang
- schnelle Gewichtszunahme (mehr als 2 kg in 2–3 Tagen)
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern kann eine angeborene Herzschwäche vorliegen; Symptome sind Trinkschwäche, Gedeihstörungen oder schnelle Erschöpfung.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen treten Symptome oft unspezifisch auf, z. B. Verwirrtheit, Appetitlosigkeit oder Stürze durch Schwäche.
Ursachen
Hauptursachen
- Schädigung des Herzmuskels, z. B. durch Herzinfarkt oder Entzündung
- Langjähriger Bluthochdruck (Hypertonie)
- Herzklappenerkrankungen
- Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern
- Erkrankungen des Herzmuskels (Kardiomyopathie)
Risikofaktoren
- Rauchen
- Übergewicht
- Bewegungsmangel
- ungesunde Ernährung (fett- und salzreich)
- Diabetes mellitus
- familiäre Vorbelastung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Atemnot in Ruhe: sofort den Notarzt rufen (112).
- Bei plötzlicher starker Verschlechterung Ihres Allgemeinzustands ohne erkennbaren Grund.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Vereinbaren Sie einen Termin, wenn Sie eine Gewichtszunahme von mehr als 2 kg in drei Tagen bemerken.
- Wenn Sie neue oder stärkere Beschwerden wie Kurzatmigkeit oder Beinschwellungen haben.
- Auch wenn es Ihnen gut geht: Halten Sie die vereinbarten Kontrolltermine in der Herzinsuffizienz-Sprechstunde ein.
Diagnose
Die Diagnose einer Herzinsuffizienz wird in der Regel von einer Kardiologin oder einem Kardiologen gestellt. Dazu gehören eine ausführliche Befragung, eine körperliche Untersuchung und spezielle Tests.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung (z. B. NT-proBNP, ein Marker für Herzbelastung)
- EKG (Elektrokardiogramm) – misst die Herzströme
- Echokardiographie (Herzultraschall) – zeigt Pumpleistung und Klappen
- Belastungs-EKG oder Lungenfunktionstest (falls nötig)
- Röntgen oder MRT des Herzens (in manchen Fällen)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
In der Sprechstunde bespricht Ihr Team mit Ihnen Ihren aktuellen Gesundheitszustand, Ihre Medikamente und Ihren Lebensstil. Sie werden gewogen, Ihr Blutdruck wird gemessen und manchmal wird ein EKG geschrieben. Die Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern in der Regel 30–60 Minuten.
Behandlung
Die Behandlung einer Herzinsuffizienz ist meist langfristig und besteht aus einer Kombination von Medikamenten, Lebensstiländerungen und regelmäßigen Kontrollen. Ziel ist es, die Beschwerden zu lindern, die Herzleistung zu stabilisieren und Krankenhausaufenthalte zu vermeiden.
Selbsthilfe zu Hause
- Tägliches Wiegen und Dokumentieren des Gewichts
- Salzarme Ernährung (max. 5–6 g Salz pro Tag)
- Ausreichend Bewegung (z. B. Spaziergänge oder leichte Gymnastik nach Absprache)
- Flüssigkeitsbilanz beachten (manchmal Begrenzung auf 1,5–2 Liter pro Tag)
- Rauchstopp und Vermeidung von Alkohol
- Impfungen (Grippe, Pneumokokken) nach Empfehlung des Arztes
Medizinische Behandlungen
Die medikamentöse Behandlung umfasst in der Regel mehrere Wirkstoffgruppen, die das Herz entlasten und die Pumpleistung verbessern. Dazu gehören entwässernde Mittel (Diuretika), blutdrucksenkende Medikamente und Mittel, die die Herzfrequenz stabilisieren. Auch Geräte wie ein implantierbarer Defibrillator (ICD) oder ein Herzschrittmacher können infrage kommen. Die genaue Therapie wird individuell mit Ihrem Arzt abgestimmt.
Wann kommt eine Operation infrage?
In fortgeschrittenen Fällen kann eine Operation wie eine Herzklappenreparatur oder eine Bypass-Operation nötig sein. Bei manchen Patienten wird eine Herzunterstützungspumpe (VAD) oder eine Herztransplantation erwogen. Ihr Arzt wird alle Möglichkeiten mit Ihnen besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer Herzschwäche können Sie trotz Einschränkungen ein erfülltes Leben führen. Wichtig ist, auf Ihren Körper zu hören und sich nicht zu überlasten. Planen Sie Ruhepausen ein und teilen Sie sich Ihre Kräfte ein.
Tipps für den Alltag
- Tägliches Wiegen am Morgen nach dem Toilettengang und vor dem Frühstück
- Gesunde, salzarme Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten
- Regelmäßige leichte Bewegung (z. B. 30 Minuten Gehen pro Tag, je nach Belastbarkeit)
- Stress vermeiden und Entspannungstechniken wie Atemübungen oder Yoga ausprobieren
- Auf Warnsignale wie Gewichtszunahme oder Atemnot achten
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung mit wenig Salz und Fett unterstützt die Behandlung. Bewegung ist erlaubt und sogar erwünscht – allerdings je nach Schweregrad der Erkrankung. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder einer Herzsportgruppe beraten, welche Aktivitäten für Sie sicher sind.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose einer Herzschwäche kann Ängste und Niedergeschlagenheit auslösen. Es ist normal, sich manchmal überfordert zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Gefühle – psychologische Unterstützung kann helfen, besser mit der Erkrankung umzugehen.
Vorbeugung
Eine Herzinsuffizienz lässt sich nicht immer verhindern, aber das Risiko kann durch einen gesunden Lebensstil deutlich gesenkt werden. Dazu gehören: Nichtrauchen, ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und die gute Einstellung von Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin.
Impfungen
Eine Grippeimpfung und eine Impfung gegen Pneumokokken (Lungenentzündung) werden für Menschen mit Herzschwäche empfohlen, da Infekte das Herz stark belasten können. Bitte besprechen Sie dies mit Ihrem Hausarzt.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wie der Check-up 35 (alle 3 Jahre) helfen, Risikofaktoren früh zu erkennen. Bei Beschwerden wie Kurzatmigkeit oder Schwellungen sollte zeitnah ein Arzt aufgesucht werden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Verschlechterung der Herzleistung bis hin zur schweren Herzschwäche
- Wiederholte Krankenhausaufenthalte wegen Wasseransammlungen in der Lunge oder anderen Organen
- Herzrhythmusstörungen, die zu Schlaganfall oder plötzlichem Herztod führen können
- Eingeschränkte Nierenfunktion durch Minderdurchblutung
Langzeitprognose
Die Behandlung der Herzinsuffizienz hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Mit einer konsequenten Therapie und einer guten Selbstfürsorge können viele Betroffene über Jahre hinweg stabil bleiben und eine gute Lebensqualität erhalten. Jeder Mensch ist anders – lassen Sie sich von Ihrem Team beraten, was für Sie persönlich erreichbar ist.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Herzstiftung e.V. ↗ · Deutschland
- Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 25. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.