Lung cancer screening CT awareness
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Lungenkrebs-Screening mittels Niedrigdosis-CT ist eine Untersuchung, bei der mit einer speziellen Röntgenaufnahme (Computertomografie, kurz CT) die Lunge auf verdächtige Veränderungen untersucht wird. Dabei wird eine geringere Strahlendosis als bei einer normalen CT verwendet. Ziel ist es, Lungenkrebs möglichst früh zu erkennen, bevor er Beschwerden verursacht.
Wichtige Fakten
- Lungenkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland.
- Früherkennung verbessert die Heilungschancen erheblich.
- Das Screening wird für bestimmte Risikogruppen empfohlen, insbesondere für langjährige Raucher ab einem bestimmten Alter.
- Die Niedrigdosis-CT ist eine schnelle und schmerzfreie Untersuchung.
Ja, Lungenkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen bei Männern und Frauen. In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 60.000 Menschen neu an Lungenkrebs.
Das Screening richtet sich vor allem an Menschen mit hohem Risiko: langjährige Raucher und ehemalige Raucher (in der Regel ab 50 Jahren und mit mindestens 30 Packungsjahren*). Auch Menschen mit beruflicher Asbest- oder Radonbelastung können ein erhöhtes Risiko haben. (*Packungsjahre: Anzahl der gerauchten Packungen pro Tag multipliziert mit der Anzahl der Raucherjahre.)
Symptome
- Plötzlich auftretende starke Atemnot
- Bluthusten (Husten mit hellrotem oder schaumigem Blut)
- Akute starke Schmerzen im Brustkorb
- ⚠Husten, der länger als drei Wochen anhält
- ⚠Unerklärlicher Gewichtsverlust von mehr als 5 Prozent des Körpergewichts innerhalb von sechs Monaten
- ⚠Anhaltende Heiserkeit oder Schluckbeschwerden
- ⚠Neu auftretende Schwellungen im Gesicht oder am Hals
Häufige Symptome
- Anhaltender Husten (länger als drei Wochen)
- Brustschmerzen oder Druckgefühl
- Kurzatmigkeit (Atemnot) bei leichter Anstrengung
- Heiserkeit
- Wiederkehrende Atemwegsinfektionen (z. B. Lungenentzündung)
- Unerklärlicher Gewichtsverlust
Symptome bei Kindern
- Lungenkrebs bei Kindern ist extrem selten. Die genannten Symptome (Husten, Atemnot) sind bei Kindern meist harmloser Natur – dennoch sollte bei anhaltenden Beschwerden immer ein Arzt aufgesucht werden.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen können die Symptome oft mit anderen altersbedingten Erkrankungen verwechselt werden. Achten Sie besonders auf neuen oder veränderten Husten, unerklärliche Müdigkeit und Gewichtsverlust.
Ursachen
Hauptursachen
- Rauchen ist die mit Abstand häufigste Ursache für Lungenkrebs (etwa 85 bis 90 Prozent aller Fälle).
- Auch Passivrauchen, berufliche Schadstoffe (z. B. Asbest, Quarzstaub) und Radon in Innenräumen können Lungenkrebs verursachen.
Risikofaktoren
- Rauchen oder früheres Rauchen
- Passivrauchen
- Berufliche Exposition gegenüber krebserregenden Stoffen (Asbest, Nickel, Chrom, Dieselabgase)
- Radonbelastung (z. B. in älteren Gebäuden oder Regionen mit erhöhten Radonwerten)
- Familiäre Vorbelastung (Lungenkrebs bei nahen Verwandten)
- Vorbestehende Lungenerkrankungen wie COPD
- Alter (Risiko steigt mit zunehmendem Alter)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlicher Atemnot oder Bluthusten sofort den Notruf 112 wählen.
- Bei anhaltenden Beschwerden wie hartnäckigem Husten, Brustschmerzen oder unerklärlichem Gewichtsverlust innerhalb weniger Tage einen Arzt aufsuchen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie zur Risikogruppe gehören (Raucher, ehemalige Raucher, berufliche Exposition), sprechen Sie bei Ihrem nächsten Arztbesuch über ein mögliches Lungenkrebs-Screening.
- Einmal jährlich zur Vorsorgeuntersuchung gehen – auch wenn Sie keine Beschwerden haben.
Diagnose
Das Lungenkrebs-Screening wird mit einer speziellen Niedrigdosis-CT (Computertomografie) durchgeführt. Dabei werden mehrere Röntgenbilder der Lunge aus verschiedenen Winkeln aufgenommen und zu einem dreidimensionalen Bild zusammengesetzt.
Mögliche Untersuchungen
- Niedrigdosis-CT der Lunge (die Strahlendosis ist etwa 4- bis 5-mal geringer als bei einer normalen CT)
- Bei auffälligen Befunden: Bronchoskopie (Spiegelung der Atemwege) mit Gewebeprobe (Biopsie)
- Möglicherweise eine Positronen-Emissions-Tomografie (PET-CT) zur besseren Beurteilung
- Blutuntersuchungen (Tumormarker) werden nicht routinemäßig zum Screening eingesetzt
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur etwa 10 bis 15 Minuten. Sie liegen auf dem Rücken, die Arme über dem Kopf, und werden kurz durch die Röhre des CTs geschoben. Anschließend werten Radiologen die Bilder aus – das Ergebnis erhalten Sie in der Regel innerhalb weniger Tage. Besprechen Sie das Ergebnis immer mit Ihrem behandelnden Arzt.
Behandlung
Die Behandlung von Lungenkrebs hängt vom Stadium, der Art des Tumors und Ihrem Gesundheitszustand ab. Ziel ist es, den Tumor zu entfernen oder zu verkleinern und die Lebensqualität zu erhalten oder zu verbessern.
Selbsthilfe zu Hause
- Rauchen aufgeben (durch Beratungsstellen oder Nikotinersatztherapie unterstützt)
- Gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse
- Regelmäßige leichte Bewegung (nach ärztlicher Rücksprache)
- Ausreichend Schlaf und Stressabbau
- Auf das Körpergewicht achten und Gewichtsverlust melden
Medizinische Behandlungen
Die wichtigsten Behandlungsverfahren sind Operation (Entfernung des Tumors), Strahlentherapie, Chemotherapie, Immuntherapie und zielgerichtete Therapie. Welche Kombination für Sie infrage kommt, entscheiden die Ärzte auf Basis der Untersuchungsergebnisse. Nach der Behandlung sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen wichtig.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt vor allem in frühen Stadien infrage, wenn der Tumor noch lokal begrenzt ist und keine Tochtergeschwulste (Metastasen) vorhanden sind. Je nach Größe und Lage wird ein Lungenlappen oder ein Teil der Lunge entfernt.
Leben mit der Erkrankung
Nach der Behandlung müssen Sie regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen (CT, Blutuntersuchungen). Viele Menschen fühlen sich müde oder haben Atembeschwerden – das ist normal. Planen Sie Pausen ein und steigern Sie Ihre Aktivität langsam. Bei Beschwerden wie Husten oder Schmerzen wenden Sie sich an Ihr Behandlungsteam.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen – auch Passivrauchen vermeiden
- Sich ausreichend bewegen (Spaziergänge, leichte Übungen)
- Gesund essen: viel Vollkorn, Gemüse, wenig rotes Fleisch
- Übergewicht vermeiden, aber auch nicht absichtlich abnehmen ohne ärztlichen Rat
- Auf Alkohol verzichten oder stark einschränken
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung hilft, die Kräfte zu erhalten. Essen Sie, worauf Sie Appetit haben, aber achten Sie auf ausreichend Kalorien und Eiweiß (z. B. Nüsse, Hülsenfrüchte, mageres Fleisch). Bewegung – am besten an der frischen Luft – kann Müdigkeit lindern und die Lungenfunktion verbessern. Besprechen Sie Ihre Belastungsgrenze mit Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose Lungenkrebs kann große Angst machen. Viele Betroffene fühlen sich traurig, ängstlich oder überfordert. Das ist verständlich. Psychologische Unterstützung (z. B. Psychoonkologie) kann sehr helfen. Auch der Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen tut oft gut.
Vorbeugung
Lungenkrebs lässt sich nicht immer verhindern, aber das Risiko lässt sich deutlich senken. Das Wichtigste: Nicht mit dem Rauchen anfangen oder mit dem Rauchen aufhören. Vermeiden Sie Passivrauchen und schützen Sie sich vor Schadstoffen am Arbeitsplatz. In manchen Regionen kann eine Radonmessung im Haus sinnvoll sein.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Lungenkrebs.
Früherkennungsprogramme
Die Niedrigdosis-CT wird als Screening für Menschen mit hohem Risiko empfohlen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für bestimmte Risikogruppen. Fragen Sie Ihren Arzt, ob ein Screening für Sie infrage kommt. Die aktuelle AWMF-Leitlinie empfiehlt das Screening für langjährige Raucher und Ex-Raucher (ab 50 Jahren mit mindestens 30 Packungsjahren) und für Menschen mit beruflicher Exposition gegenüber Asbest oder Radon.
Komplikationen
Unbehandelt
- Der Tumor kann auf benachbarte Organe (z. B. Speiseröhre, Herzbeutel) oder in die Lymphknoten streuen.
- Metastasen in entfernten Organen (Gehirn, Knochen, Leber, Nebennieren) können auftreten.
- Es kann zu Lungenentzündungen, Atemnot (Pleuraerguss) oder Blutungen in der Lunge kommen.
- Unbehandelt führt Lungenkrebs in der Regel zu einer fortschreitenden Verschlechterung des Allgemeinzustands und schließlich zum Tod.
Langzeitprognose
Die Prognose bei Lungenkrebs hängt sehr stark vom Stadium bei Diagnose ab. Wird der Krebs im Frühstadium entdeckt, sind die Heilungschancen heute deutlich besser als noch vor zehn Jahren. Viele Menschen können nach einer erfolgreichen Behandlung wieder ein gutes Leben führen. Auch in fortgeschrittenen Stadien gibt es wirksame Behandlungen, die das Fortschreiten verlangsamen und die Lebensqualität verbessern. Wichtig: Kein Fall gleicht dem anderen – sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt über Ihre persönliche Prognose.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
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