Preoperative fitness screening
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein präoperatives Fitness-Screening ist eine medizinische Untersuchung vor einer geplanten Operation. Dabei wird Ihre körperliche Verfassung, Ihre Herz-Kreislauf-Funktion, Ihre Lungenfunktion und Ihr allgemeines Gesundheitsrisiko überprüft. Das Ziel ist, mögliche Komplikationen während oder nach der Operation zu erkennen und zu vermeiden.
Wichtige Fakten
- Das Screening wird von Ihrem Hausarzt oder einem Anästhesisten durchgeführt.
- Es hilft, Risiken wie Herzprobleme, Lungenprobleme oder Infektionen frühzeitig zu erkennen.
- Die Ergebnisse können zu einer besseren Vorbereitung auf die Operation führen, zum Beispiel durch Änderungen im Lebensstil oder zusätzliche Behandlungen.
Ja, vor größeren Operationen ist ein präoperatives Screening in Deutschland üblich. Es ist Teil der Qualitätssicherung in der Medizin.
Das Screening wird vor allem bei Menschen durchgeführt, die eine Operation unter Vollnarkose oder mit erhöhtem Risiko planen – zum Beispiel bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Übergewicht oder hohem Lebensalter.
Symptome
- Wenn während eines Belastungstests (z. B. auf dem Fahrrad) plötzlich Brustschmerz, starke Atemnot oder Schwindel auftreten, rufen Sie sofort den Notruf 112.
- ⚠Wenn Sie vor der Operation neu auftretende Symptome wie unerklärliches Herzrasen, anhaltende Müdigkeit oder Fieber bemerken, wenden Sie sich noch am selben Tag an Ihren Arzt.
Häufige Symptome
- Keine spezifischen Symptome – das Screening wird durchgeführt, um Risiken zu erkennen, bevor Symptome auftreten.
- Häufige Befunde, die das Screening zeigen können: erhöhter Blutdruck, erhöhter Blutzucker, eingeschränkte Lungenfunktion.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern wird vor allem nach angeborenen Herzfehlern oder Lungenerkrankungen gesucht.
- Ein Screening erfolgt meist nur bei besonderen Risiken, zum Beispiel bei schwerem Asthma oder Herzproblemen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen haben oft mehrere Grunderkrankungen, wie Bluthochdruck, Diabetes oder Herzschwäche.
- Das Screening prüft, ob das Herz und die Lunge für die Operation stark genug sind.
Ursachen
Hauptursachen
- Ein präoperatives Fitness-Screening wird nicht durch eine Krankheit verursacht, sondern ist eine Vorsorgemaßnahme.
- Es wird empfohlen, wenn Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel oder bekannte chronische Erkrankungen vorliegen.
Risikofaktoren
- Alter über 65 Jahre
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck oder koronare Herzkrankheit
- Diabetes mellitus
- Übergewicht (Adipositas)
- Rauchen oder chronische Lungenerkrankungen
- Frühere Komplikationen bei Operationen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie vor einer geplanten Operation Ihren Gesundheitszustand nicht selbst einschätzen können – z. B. bei unkontrolliertem Bluthochdruck oder neuen Herzbeschwerden.
- Bereits ein bis zwei Wochen vor der Operation sollten Sie einen Termin vereinbaren.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Prinzipiell immer dann, wenn eine Operation ansteht. Ihr Chirurg oder Anästhesist wird das Screening in der Regel veranlassen.
Diagnose
Das Screening wird von einem Arzt durchgeführt, meist einem Hausarzt oder Anästhesisten. Es umfasst eine Reihe von Tests, um Ihr Risiko für Komplikationen zu bewerten.
Mögliche Untersuchungen
- Ausführliches Gespräch über Ihre Krankengeschichte und Medikamente
- Blutdruckmessung
- Blutuntersuchung (z. B. Blutzucker, Nierenwerte, Blutbild)
- Elektrokardiogramm (EKG) – Aufzeichnung der Herzströme
- Belastungs-EKG oder Spiroergometrie (Test auf dem Fahrrad oder Laufband)
- Lungenfunktionstest (Spirometrie)
- Bei Bedarf: Ultraschall des Herzens (Echokardiografie) oder weitere bildgebende Verfahren
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Termin dauert etwa 30 bis 60 Minuten. Sie bekommen klare Anweisungen, ob Sie vorher nüchtern sein müssen. Fühlen Sie sich danach unsicher, fragen Sie nach. Die Ergebnisse werden mit Ihrem OP-Team besprochen.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, Ihre körperliche Verfassung vor der Operation zu verbessern. Das ist Ihre persönliche „Optimierungsphase“ – sie kann Tage bis Wochen dauern.
Selbsthilfe zu Hause
- Mit dem Rauchen aufhören – Ihr Arzt kann Ihnen Unterstützungsangebote nennen.
- Bei Übergewicht: langsam abnehmen, aber keine Crash-Diäten vor der OP.
- Regelmäßige leichte Bewegung, wie Spazierengehen oder Treppensteigen, um Herz und Lunge zu trainieren.
- Ausreichend schlafen und Stress vermeiden.
Medizinische Behandlungen
Bei Bedarf werden vorhandene Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Asthma medikamentös besser eingestellt. Ihr Arzt passt Ihre Medikamente an, wenn nötig. In manchen Fällen wird eine Atemtherapie oder eine physiotherapeutische Vorbereitung empfohlen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Das Screening kann dazu führen, dass die Operation verschoben wird, bis Ihr Gesundheitszustand stabiler ist. Das ist kein Grund zur Sorge – es dient Ihrer Sicherheit.
Leben mit der Erkrankung
In der Zeit vor der Operation leben Sie so normal wie möglich, aber mit dem Fokus auf Gesundheit. Befolgen Sie die Empfehlungen Ihres Arztes.
Tipps für den Alltag
- Gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten
- Vermeiden Sie Alkohol und Rauchen.
- Planen Sie ausreichend Ruhepausen ein.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und leichte Bewegung (z. B. 30 Minuten Spaziergang täglich) helfen, Ihre Kraft zu erhalten und die Wundheilung zu verbessern. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Bewegung für Sie sicher ist.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Vorbereitung auf eine Operation kann Angst oder Stress auslösen. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt oder einer Vertrauensperson. Viele Krankenhäuser bieten psychologische Unterstützung an.
Vorbeugung
Ein präoperatives Screening an sich muss nicht verhindert werden – es ist eine sinnvolle Vorsorge. Was Sie verhindern können, sind die Risiken, die zu einem schlechten Screening-Ergebnis führen: durch einen gesunden Lebensstil vor der Operation.
Impfungen
Lassen Sie Ihren Impfschutz auffrischen, besonders gegen Grippe und Pneumokokken, wenn Sie zur Risikogruppe gehören. Fragen Sie Ihren Arzt.
Früherkennungsprogramme
Das Screening ist selbst eine Screening-Methode. Es wird individuell empfohlen – je nach Art der Operation und Ihren persönlichen Risiken. In Deutschland orientieren sich Ärzte an der AWMF-Leitlinie zur präoperativen Evaluation.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn Risiken nicht erkannt werden, kann es während der Operation zu Herz-Kreislauf-Problemen kommen.
- Lungenentzündung oder Lungenversagen nach der Narkose
- Längere Krankenhausaufenthalte und verzögerte Erholung
Langzeitprognose
Die überwiegende Mehrheit der Menschen kann nach dem Screening bedenkenlos operiert werden. Falls Anpassungen nötig sind, werden Sie bestmöglich vorbereitet. Ein gutes Screening senkt das Risiko von Komplikationen deutlich – das ist ein Grund zur Zuversicht.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 22. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.