QRISK style score explanation
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Der QRISK-Score ist ein Rechentool, das Ihr persönliches Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall in den nächsten zehn Jahren abschätzt. Der Arzt oder die Ärztin trägt dazu verschiedene Werte von Ihnen ein, wie zum Beispiel Ihr Alter, Geschlecht, Cholesterinwerte und Blutdruck. Das Ergebnis ist eine Prozentzahl, die anzeigt, wie hoch Ihr Risiko ist.
Wichtige Fakten
- Der QRISK-Score hilft dabei, das individuelle Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einzuschätzen.
- Er berücksichtigt viele Faktoren wie Rauchen, Diabetes und Blutdruck.
- Ein niedriger Wert bedeutet ein geringeres Risiko, ein hoher Wert ein erhöhtes Risiko.
Der QRISK-Score wird in vielen Ländern, besonders in Großbritannien, häufig eingesetzt. In Deutschland verwenden Ärzte ähnliche Risikorechner wie den SCORE oder PROCAM.
Der QRISK-Score wird vor allem bei Menschen ohne bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankung angewendet, meist ab dem 40. Lebensjahr. Er hilft dabei, frühzeitig Maßnahmen zur Vorbeugung zu ergreifen.
Symptome
- Plötzliche starke Brustschmerzen, die länger als ein paar Minuten anhalten
- Plötzliche Schwäche oder Lähmung auf einer Körperseite
- Plötzliche Sprachstörungen oder Verwirrtheit
- Plötzliche starke Kurzatmigkeit
- ⚠Neu auftretende Brustschmerzen bei Belastung, die nach Ruhe wieder verschwinden
- ⚠Wiederholtes Schwindelgefühl oder Ohnmachtsanfälle
- ⚠Unregelmäßiger oder sehr schneller Herzschlag in Ruhe
Häufige Symptome
- Herzinfarkt: plötzliche Schmerzen in der Brust, die in den Arm, Rücken oder Kiefer ausstrahlen können
- Schlaganfall: plötzliche Schwäche oder Taubheit im Gesicht, Arm oder Bein, besonders auf einer Seite
- Kurzatmigkeit, Übelkeit oder Schwitzen im Zusammenhang mit Brustschmerzen
Symptome bei Kindern
- Der QRISK-Score wird bei Kindern nicht angewendet. Symptome einer Herzerkrankung bei Kindern sind sehr selten und erfordern sofortige ärztliche Abklärung.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen können typische Symptome wie Brustschmerzen oder Kurzatmigkeit weniger deutlich sein. Manchmal äußert sich ein Herzinfarkt nur durch Verwirrtheit, Müdigkeit oder Atemnot.
Ursachen
Hauptursachen
- Der QRISK-Score berechnet das Risiko, das durch verschiedene Risikofaktoren entsteht. Die Hauptursachen für ein hohes Risiko sind ein ungesunder Lebensstil, hoher Blutdruck, hohe Cholesterinwerte, Rauchen, Diabetes und Übergewicht.
Risikofaktoren
- Alter (je älter, desto höher das Risiko)
- Geschlecht (Männer haben ein höheres Risiko als Frauen vor den Wechseljahren)
- Rauchen
- Hoher Blutdruck (Hypertonie)
- Erhöhte Cholesterinwerte (insbesondere LDL-Cholesterin)
- Diabetes mellitus
- Übergewicht oder Fettleibigkeit (Adipositas)
- Familiäre Vorbelastung (Herzinfarkt oder Schlaganfall bei nahen Verwandten vor dem 60. Lebensjahr)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie eines der oben genannten Notfallsymptome bemerken, rufen Sie sofort den Notruf 112.
- Bei plötzlichen Brustschmerzen, Atemnot oder Lähmungserscheinungen handelt es sich um einen medizinischen Notfall.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie über 40 Jahre alt sind und Ihren persönlichen Risikostatus kennen möchten, sprechen Sie bei Ihrem nächsten Arztbesuch über eine Risikoeinschätzung.
- Auch wenn Sie Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder starkes Übergewicht haben, ist eine regelmäßige ärztliche Kontrolle sinnvoll.
Diagnose
Der QRISK-Score ist kein Test im eigentlichen Sinne, sondern eine Berechnung. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin erfasst dazu Ihre persönlichen Daten und Laborwerte. Dazu gehören Alter, Geschlecht, Blutdruck, Cholesterinwerte (LDL und HDL), ob Sie rauchen, ob Sie Diabetes haben, Ihr Gewicht und Ihre Größe sowie eventuell weitere Faktoren wie eine familiäre Vorbelastung.
Mögliche Untersuchungen
- Blutdruckmessung
- Blutuntersuchung (Cholesterin, Blutzucker, Nierenwerte)
- Ermittlung von Größe und Gewicht (Body-Mass-Index)
- Fragebogen zu Rauchgewohnheiten und familiären Erkrankungen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt oder die Ärztin wird Sie bitten, einige Angaben zu machen und eine Blutprobe abzugeben. Die Berechnung erfolgt dann am Computer und dauert nur wenige Augenblicke. Das Ergebnis wird in Prozent angegeben – zum Beispiel 15 % – das bedeutet, dass von 100 Menschen mit denselben Risikofaktoren innerhalb von zehn Jahren etwa 15 einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleiden. Ihr Arzt wird das Ergebnis mit Ihnen besprechen und gemeinsam mögliche Maßnahmen erörtern.
Behandlung
Der QRISK-Score selbst wird nicht ‚behandelt‘. Er dient als Grundlage für Entscheidungen zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wenn Ihr Risiko erhöht ist, kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Ihnen Maßnahmen empfehlen, um es zu senken. Dazu gehören Änderungen des Lebensstils und gegebenenfalls Medikamente, die den Blutdruck oder die Cholesterinwerte verbessern.
Selbsthilfe zu Hause
- Rauchen Sie nicht. Falls Sie rauchen, suchen Sie Unterstützung für den Ausstieg.
- Ernähren Sie sich ausgewogen und vermeiden Sie stark verarbeitete Lebensmittel, viel Zucker und gesättigte Fette.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, zum Beispiel mindestens 30 Minuten pro Tag an fünf Tagen in der Woche.
- Halten Sie Ihr Gewicht im normalen Bereich.
- Trinken Sie Alkohol nur in Maßen (maximal ein Glas pro Tag für Frauen, zwei Gläser für Männer).
Medizinische Behandlungen
Bei einem deutlich erhöhten Risiko (z. B. QRISK > 10 %) kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Medikamente empfehlen, die den Blutdruck senken oder die Cholesterinwerte verbessern. Diese Medikamente werden immer individuell verordnet. Die Behandlung richtet sich nach den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (AWMF). Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin beraten.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist im Zusammenhang mit dem QRISK-Score selbst nicht vorgesehen. Nur wenn bereits eine fortgeschrittene Verengung der Herzkranzgefäße vorliegt, können Eingriffe wie ein Katheter oder eine Bypass-Operation notwendig werden. Ihr Arzt wird dies mit Ihnen besprechen, falls erforderlich.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie wissen, dass Ihr Risiko erhöht ist, können Sie aktiv werden. Viele Menschen fühlen sich durch den Score besser informiert und motiviert, gesünder zu leben. Es ist wichtig, den Score nicht als Schicksal zu sehen, sondern als Ansporn für positive Veränderungen.
Tipps für den Alltag
- Integrieren Sie Bewegung in Ihren Alltag, z. B. Treppensteigen statt Aufzug oder Spaziergänge nach dem Essen.
- Planen Sie Mahlzeiten mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und gesunden Fetten (z. B. aus Nüssen oder Olivenöl).
- Vermeiden Sie Stress, indem Sie Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation ausprobieren.
- Schlafen Sie ausreichend – 7 bis 8 Stunden pro Nacht sind ideal.
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und regelmäßige Bewegung können Ihr Risiko deutlich senken. Expert:innen raten zu 150 Minuten moderater Bewegung pro Woche, z. B. zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Information über ein erhöhtes Risiko kann zunächst beunruhigend wirken. Viele Menschen empfinden jedoch auch Erleichterung, weil sie nun wissen, woran sie sind. Sollten Sie sich ängstlich oder niedergeschlagen fühlen, zögern Sie nicht, mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin darüber zu sprechen. Auch psychologische Unterstützung kann helfen.
Vorbeugung
Ja, ein hoher QRISK-Score bedeutet nicht, dass eine Herz-Kreislauf-Erkrankung unausweichlich ist. Viele Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte und Übergewicht lassen sich beeinflussen. Ein gesunder Lebensstil kann das Risiko deutlich senken.
Impfungen
Eine Impfung gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt es nicht. Allerdings wird eine Grippeimpfung empfohlen, da schwere Grippe das Risiko für Herzinfarkte erhöhen kann.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland gibt es die Gesundheitsuntersuchung ‚Check-up 35‘, die ab dem 35. Lebensjahr alle drei Jahre von den Krankenkassen bezahlt wird. Dabei werden unter anderem Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin gemessen. Auf dieser Grundlage kann Ihr Arzt Ihren persönlichen Risikoscore berechnen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Herzinfarkt (Myokardinfarkt)
- Schlaganfall (Apoplex)
- Durchblutungsstörungen der Beine (periphere arterielle Verschlusskrankheit)
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Wenn Sie Ihren Risikoscore kennen und Maßnahmen ergreifen, können Sie Ihr Risiko deutlich senken. Viele Menschen können durch einen gesunden Lebensstil und, falls nötig, Medikamente einen Herzinfarkt oder Schlaganfall vermeiden. Bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem Arzt und lassen Sie sich regelmäßig beraten.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 26. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.