angina on one side
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Angina (ausgesprochen: an-ghee-nah) ist ein Druck- oder Engegefühl in der Brust, das auftritt, wenn der Herzmuskel kurzzeitig nicht genug Sauerstoff bekommt. Meist ist es ein Zeichen dafür, dass die Herzkranzgefäße verengt sind. Das Gefühl kann sich auf eine Seite, oft die linke, ausbreiten.
Wichtige Fakten
- Angina ist kein Herzinfarkt, aber ein Warnsignal für eine mögliche Herzerkrankung.
- Die Beschwerden treten oft bei Belastung oder Stress auf und bessern sich in Ruhe.
- Es gibt verschiedene Formen von Angina, die unterschiedlich behandelt werden.
Ja, Angina ist recht häufig, besonders bei Menschen über 50 Jahren. Schätzungen zufolge haben in Deutschland mehrere hunderttausend Menschen eine stabile Angina.
Sie tritt häufiger bei Männern auf, aber auch Frauen sind betroffen. Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes, hohe Cholesterinwerte und Bewegungsmangel erhöhen die Wahrscheinlichkeit.
Symptome
- Plötzliche, starke Brustschmerzen, die länger als 10 Minuten anhalten.
- Schmerzen, die mit Ruhe oder bekannten Medikamenten nicht nachlassen.
- Gleichzeitig auftretende Symptome wie Atemnot, Übelkeit, Schweißausbrüche oder Ohnmachtsgefühl.
- ⚠Neue oder sich verändernde Brustschmerzen, die bei geringer Belastung auftreten.
- ⚠Häufiger auftretende Angina-Anfälle, die länger dauern oder heftiger sind als gewohnt.
- ⚠Beschwerden, die auch in Ruhe auftreten (instabile Angina).
Häufige Symptome
- Ein drückender oder ziehender Schmerz in der Brust, oft auf der linken Seite oder in der Mitte.
- Das Gefühl kann in den linken Arm, den Rücken, den Kiefer oder den Oberbauch ausstrahlen.
- Kurzatmigkeit, Schweißausbrüche, Übelkeit oder Schwindel während der Beschwerden.
- Die Symptome treten meist bei körperlicher Anstrengung, emotionalem Stress oder Kälte auf und klingen nach einigen Minuten Ruhe ab.
Symptome bei Kindern
- Angina bei Kindern ist sehr selten. Sollte ein Kind über Brustschmerzen klagen, sind oft harmlose Ursachen wie Muskelverspannungen oder Angst dahinter. Dennoch sollte jede Brustschmerz beim Kind ärztlich abgeklärt werden.
Ursachen
Hauptursachen
- Verengung der Herzkranzgefäße durch Arteriosklerose (Ablagerungen von Fett, Kalk und anderen Stoffen an den Gefäßwänden).
- Krämpfe der Herzkranzgefäße (sogenannte Prinzmetal-Angina), die die Blutzufuhr vorübergehend einschränken.
Risikofaktoren
- Rauchen
- Hoher Blutdruck
- Hohes Cholesterin
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Übergewicht
- Bewegungsmangel
- Ungesunde Ernährung
- Starker Stress oder psychische Belastung
- Familienvorbelastung für Herzkrankheiten
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen, starken oder länger anhaltenden Brustschmerzen sofort den Notruf 112 wählen.
- Wenn die Beschwerden beim Gehen oder Treppensteigen auftreten und noch nie da waren.
- Wenn bekannte Angina-Beschwerden stärker oder häufiger werden.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie wiederkehrende Brustschmerzen haben, die nach einigen Minuten wieder verschwinden.
- Wenn Sie Risikofaktoren haben und abklären lassen möchten, ob Ihre Herzkranzgefäße gesund sind.
- Vor Beginn eines Sportprogramms oder bei geplanten Operationen.
Diagnose
Die Diagnose wird von einem Kardiologen (Facharzt für Herz und Kreislauf) gestellt. Zuerst wird genau nach Ihren Beschwerden, Ihrem Lebensstil und Ihrer Familiengeschichte gefragt.
Mögliche Untersuchungen
- Ruhe-EKG (Elektrokardiogramm) – Aufzeichnung der Herzströme im Liegen.
- Belastungs-EKG – Messung der Herzaktivität auf einem Fahrrad oder Laufband.
- Blutuntersuchungen (z. B. Cholesterin, Blutzucker, Herzenzyme).
- Echokardiogramm – Ultraschall des Herzens.
- Langzeit-EKG – 24-Stunden-Aufzeichnung der Herzströme.
- Herzkatheteruntersuchung (Koronarangiografie) – Röntgen der Herzkranzgefäße mit Kontrastmittel.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel schmerzfrei und ambulant möglich. Manche Tests erfordern es, vorher nicht zu essen oder bestimmte Medikamente abzusetzen – Ihr Arzt wird Sie genau informieren.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, die Durchblutung des Herzens zu verbessern und neue Verengungen zu verhindern. Das geschieht durch eine Kombination aus Lebensstiländerungen, Medikamenten und manchmal Eingriffen.
Selbsthilfe zu Hause
- Rauchen aufgeben – das ist der wichtigste Schritt.
- Sich regelmäßig bewegen, z. B. 30 Minuten zügiges Gehen an den meisten Tagen.
- Gesund essen: viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, wenig Salz und gesättigte Fette.
- Stress abbauen – z. B. durch Entspannungsübungen, Spaziergänge oder Hobbys.
- Ihr Gewicht im gesunden Bereich halten.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Ihnen Medikamente verschreiben, die die Herzkranzgefäße erweitern, die Herzarbeit entlasten oder das Blut verdünnen. Dazu gehören Mittel gegen Bluthochdruck, Cholesterinsenker und blutverdünnende Medikamente. Die genaue Kombination wird individuell für Sie zusammengestellt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn die Verengungen sehr stark oder an mehreren Stellen sind, kann ein Eingriff nötig sein. Möglich sind eine Ballondilatation (Aufdehnen der verengten Stelle) mit Einsetzen eines Stents (kleine Drahtröhrchen) oder eine Bypass-Operation (Umgehung der Engstelle).
Leben mit der Erkrankung
Mit einer Angina können Sie gut leben, wenn Sie die Behandlung konsequent umsetzen. Achten Sie auf Ihren Körper: Bei ersten Anzeichen einer Belastung machen Sie eine Pause. Notieren Sie, wann und wie oft die Beschwerden auftreten, um Ihrem Arzt genaue Informationen zu geben.
Tipps für den Alltag
- Nehmen Sie Ihre Medikamente genau nach Vorschrift ein.
- Vermeiden Sie extreme körperliche Anstrengung ohne vorheriges Aufwärmen.
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und Ruhepausen.
- Reduzieren Sie Stress – probieren Sie Yoga, Meditation oder Atemübungen.
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung ist wichtig: viel Gemüse, Obst, Vollkorn, Hülsenfrüchte, Nüsse, fettreicher Fisch und gesunde Öle (z. B. Olivenöl). Bewegung ist ebenfalls wichtig, aber besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Belastung für Sie sicher ist. Oft sind Ausdauersportarten wie Gehen, Radfahren oder Schwimmen gut geeignet.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose Angina kann Angst machen. Viele Menschen sorgen sich, ob sie einen Herzinfarkt bekommen oder ob das Alltagsleben eingeschränkt wird. Diese Sorgen sind verständlich, aber mit einer guten Behandlung und Unterstützung können die meisten ein erfülltes Leben führen. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Arzt oder einer psychologischen Beratungsstelle darüber zu sprechen.
Vorbeugung
Ja, zu einem großen Teil. Ein gesunder Lebensstil senkt das Risiko für Arteriosklerose und damit für Angina. Wenn Sie bereits Angina haben, können Sie durch die Behandlung und Lebensstiländerungen eine Verschlimmerung verhindern.
Impfungen
Eine Impfung gegen Angina gibt es nicht. Allerdings kann eine Grippeimpfung (Influenza) bei Herzkranken vor schweren Verläufen schützen.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein allgemeines Screening. Bei Risikofaktoren oder familiärer Vorbelastung sollte Ihr Hausarzt regelmäßig Blutdruck, Blutfette und Blutzucker kontrollieren. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) gibt dazu Empfehlungen (AWMF-Leitlinien).
Komplikationen
Unbehandelt
- Herzinfarkt (Myokardinfarkt) – wenn ein Gefäß komplett verschlossen wird.
- Herzrhythmusstörungen.
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz).
- Plötzlicher Herztod.
Langzeitprognose
Mit einer rechtzeitigen Behandlung und konsequenten Lebensstiländerungen ist die Prognose meist gut. Viele Menschen mit Angina können ein aktives und langes Leben führen. Wichtig ist die regelmäßige ärztliche Kontrolle und das Beachten von Warnzeichen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2026
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