angina that worsens lying down
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Angina ist ein Druck- oder Engegefühl in der Brust, das auftritt, wenn der Herzmuskel nicht genug Sauerstoff bekommt. Wenn sich dieses Gefühl im Liegen verschlimmert, spricht man von einer besonderen Form. Das kann ein ernstes Zeichen für eine sich verschlechternde Durchblutung des Herzens oder eine beginnende Herzschwäche sein.
Wichtige Fakten
- Angina im Liegen kann ein Warnsignal für einen Herzinfarkt oder eine Herzschwäche sein.
- Die Beschwerden bessern sich oft, wenn man sich aufrichtet oder hinsetzt.
- Bei neu auftretender oder sich verschlimmernder Angina im Liegen sollte sofort ein Arzt oder die Notrufnummer 112 kontaktiert werden.
Angina im Liegen kommt seltener vor als die typische Angina bei Belastung. Sie tritt häufiger bei Menschen auf, die bereits eine Herzerkrankung haben, insbesondere eine fortgeschrittene Koronare Herzkrankheit oder eine Herzschwäche.
Am häufigsten betroffen sind ältere Menschen mit bekannten Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes oder starkem Übergewicht. Auch Raucher und Menschen mit erhöhten Blutfettwerten haben ein höheres Risiko.
Symptome
- Plötzlicher, starker Brustschmerz, der länger als 5 Minuten anhält
- Atemnot, die im Liegen nicht nachlässt oder schlimmer wird
- Schmerzen, die in Arme, Rücken, Kiefer oder Bauch ausstrahlen
- Übelkeit, Erbrechen, kaltes Schwitzen oder Schwindelgefühl
- Bewusstlosigkeit oder plötzliche Schwäche
- ⚠Neu auftretende Angina im Liegen, die sich innerhalb von Stunden nicht bessert
- ⚠Häufiger werdende Angina-Attacken im Liegen
- ⚠Angina, die sich mit Ruhe oder aufrechter Haltung nicht bessert
Häufige Symptome
- Druck, Enge oder Schmerz in der Brust, der im Liegen beginnt oder stärker wird
- Ausstrahlen der Schmerzen in Arme, Schultern, Nacken, Kiefer oder Rücken
- Kurzatmigkeit, die im Liegen zunimmt
- Besserung der Beschwerden beim Aufsetzen oder Aufstehen
Symptome bei Kindern
- Angina im Liegen tritt bei Kindern praktisch nicht auf. Sollte ein Kind über Brustschmerzen oder Engegefühl klagen, ist eine sofortige ärztliche Abklärung notwendig.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen können die Beschwerden weniger deutlich sein, z. B. nur als allgemeine Schwäche, Müdigkeit oder Kurzatmigkeit beim Liegen.
- Verwirrtheit oder Unruhe können hinzukommen.
- Ältere Menschen mit Herzschwäche haben ein erhöhtes Risiko für eine Verschlechterung im Liegen.
Ursachen
Hauptursachen
- Verengung der Herzkranzgefäße (Koronare Herzkrankheit) durch Ablagerungen
- Blutgerinnsel, die die Gefäße teilweise oder ganz verschließen
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz), bei der das Herz nicht mehr ausreichend pumpt
- Ein Anstieg des Blutdrucks oder der Herzfrequenz im Liegen
Risikofaktoren
- Rauchen
- Bluthochdruck
- Erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin)
- Diabetes mellitus
- Übergewicht und Bewegungsmangel
- Hohes Alter
- Familienvorbelastung mit Herzerkrankungen
- Dauerstress und ungesunde Ernährung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei jeder neu auftretenden Angina im Liegen – sofort den Notruf 112 rufen.
- Wenn die Beschwerden länger als 5 Minuten anhalten oder sich verschlimmern.
- Wenn gleichzeitig Atemnot, Übelkeit oder Schweißausbruch auftreten.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie bereits wissen, dass Sie eine Herzerkrankung haben, und sich die Beschwerden langsam verändern, sollten Sie zeitnah (innerhalb weniger Tage) Ihren Kardiologen aufsuchen.
- Falls die Angina im Liegen nur selten auftritt und sich durch Aufsetzen sofort bessert, kann ein Arzttermin in der Sprechstunde ausreichen – aber zögern Sie nicht im Zweifel.
Diagnose
Der Arzt wird zuerst ein ausführliches Gespräch mit Ihnen führen (Anamnese) und eine körperliche Untersuchung durchführen. Dabei wird er nach Ihren Symptomen, Vorerkrankungen und Risikofaktoren fragen.
Mögliche Untersuchungen
- Elektrokardiogramm (EKG) – misst die Herzströme, oft auch im Liegen oder unter Belastung
- Blutuntersuchungen – z. B. auf Herzenzyme, um einen Herzinfarkt auszuschließen
- Herzultraschall (Echokardiogramm) – zeigt die Pumpfunktion des Herzens
- Belastungs-EKG oder Herzkatheteruntersuchung – um verengte Gefäße zu finden
- Langzeit-EKG – um Herzrhythmusstörungen zu erfassen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist schmerzfrei und dauern je nach Umfang zwischen 15 Minuten und einer Stunde. Bei der Herzkatheteruntersuchung bleiben Sie wach, die Stelle in der Leiste oder am Arm wird örtlich betäubt. Nach dem Eingriff müssen Sie einige Stunden flach liegen, um Nachblutungen zu vermeiden.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache ab. Ziel ist es, die Durchblutung des Herzens zu verbessern und die Beschwerden zu lindern. In vielen Fällen ist eine Kombination aus Medikamenten und Änderungen des Lebensstils wirksam.
Selbsthilfe zu Hause
- Bei Auftreten der Beschwerden: Sofort in eine aufrechte Position setzen oder aufstehen.
- Ruhe bewahren, tief und ruhig atmen.
- Bereits verschriebene Notfallmedikamente (wie Spray oder Tabletten unter der Zunge) anwenden – aber nur, wenn sie vom Arzt verordnet wurden.
- Vermeiden Sie körperliche Anstrengung und Hektik.
- Führen Sie ein Symptomtagebuch, um Muster zu erkennen.
Medizinische Behandlungen
Der Arzt kann verschiedene Medikamente einsetzen, um die Gefäße zu erweitern, den Blutdruck zu senken, die Herzleistung zu verbessern oder Blutgerinnsel zu verhindern. Die Behandlung erfolgt immer nach den aktuellen AWMF-Leitlinien und wird individuell auf Sie abgestimmt. Nehmen Sie keine Medikamente auf eigene Faust ein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn die Verengung der Herzkranzgefäße sehr stark ist oder Medikamente nicht ausreichen, kann ein Eingriff nötig sein. Dazu gehören die Ballonaufdehnung (Angioplastie) mit Einsetzen eines Stents oder eine Bypass-Operation. Ihr Kardiologe wird mit Ihnen die beste Option besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer stabilen Angina im Liegen können Sie im Alltag gut leben, wenn die Behandlung eingestellt ist. Achten Sie auf Warnsignale und halten Sie sich an die ärztlichen Empfehlungen. Vermeiden Sie plötzliche Belastungen und schwere körperliche Arbeit ohne vorherige Absprache.
Tipps für den Alltag
- Aufrechte Schlafposition, z. B. mit erhöhtem Oberkörper durch zusätzliche Kissen
- Regelmäßige Bewegung, aber nur nach Absprache mit dem Arzt
- Stress vermeiden und Entspannungstechniken erlernen (z. B. Atemübungen, Meditation)
- Rauchen aufgeben und Alkoholkonsum einschränken
- Übergewicht abbauen
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung mit wenig Salz, wenig gesättigten Fetten und viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann die Beschwerden lindern. Leichte Bewegung wie Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen ist meist erlaubt, aber immer erst mit dem Arzt abklären. Hören Sie auf Ihren Körper – bei Schmerzen oder Atemnot sofort pausieren.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Angst vor einem Herzinfarkt kann sehr belastend sein. Viele Menschen mit Angina entwickeln Ängste oder depressive Verstimmungen. Es ist wichtig, darüber zu sprechen – mit Familie, Freunden oder einem Psychologen. Auch Herz-Sportgruppen oder Selbsthilfegruppen können helfen.
Vorbeugung
Ja, das Risiko für eine Angina im Liegen kann durch einen gesunden Lebensstil deutlich gesenkt werden. Wer bereits eine Herzerkrankung hat, kann durch konsequente Behandlung und Kontrolle der Risikofaktoren eine Verschlechterung verhindern.
Impfungen
Grippe- und Pneumokokken-Impfungen werden für Menschen mit Herzerkrankungen empfohlen, da Infekte das Herz belasten können. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.
Früherkennungsprogramme
Vorsorgeuntersuchungen beim Hausarzt (z. B. Check-up alle 3 Jahre) helfen, Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder erhöhte Blutfette früh zu erkennen. Bei bekannten Herzerkrankungen sind regelmäßige Kontrollen beim Kardiologen wichtig.
Komplikationen
Unbehandelt
- Herzinfarkt (Myokardinfarkt)
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz) mit Flüssigkeitsansammlungen in Lunge und Beinen
- Schwere Herzrhythmusstörungen, die zu Bewusstlosigkeit oder plötzlichem Herztod führen können
Langzeitprognose
Die Prognose ist heute dank moderner Behandlungen gut. Wer rechtzeitig medizinische Hilfe sucht und seinen Lebensstil anpasst, kann die Beschwerden meist gut kontrollieren und ein aktives Leben führen. Auch nach einem Eingriff wie einem Stent oder einer Bypass-Operation ist eine deutliche Besserung möglich. Lassen Sie sich nicht entmutigen – Ihr Herz kann oft mehr, als Sie denken.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 22. Juli 2026
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