angina with fever
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Angina mit Fieber bedeutet, dass jemand Brustschmerzen (Angina) hat und gleichzeitig erhöhte Körpertemperatur (Fieber). Das kann ein Zeichen für eine Entzündung am Herzen sein, zum Beispiel eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) oder eine Entzündung des Herzbeutels (Perikarditis). Auch eine schwere Infektion, die den Kreislauf belastet, kann Angina auslösen.
Wichtige Fakten
- Angina ist ein Druck- oder Engegefühl in der Brust, das oft bei Belastung auftritt.
- Fieber ist eine Körpertemperatur über 38 °C und zeigt eine Abwehrreaktion des Körpers an.
- Gemeinsam können Angina und Fieber auf eine ernste Herzerkrankung hinweisen, die ärztlich abgeklärt werden muss.
- Nicht jede Angina mit Fieber ist ein Herzinfarkt, aber es kann ein Notfall sein.
Angina mit Fieber ist nicht sehr häufig. Sie tritt eher bei Menschen auf, die bereits eine Herzerkrankung haben, oder als Folge einer Infektion.
Betroffen sein können Menschen jeden Alters. Besonders gefährdet sind Personen mit geschwächtem Immunsystem, Herzkranke und ältere Erwachsene.
Symptome
- Starke, anhaltende Brustschmerzen, die länger als 10 Minuten andauern
- Atemnot oder das Gefühl zu ersticken
- Plötzliche Übelkeit oder Erbrechen mit Brustschmerz
- Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit
- ⚠Neu auftretende Brustschmerzen mit Fieber, die nicht weggehen
- ⚠Fieber über 39 °C bei bekannten Herzproblemen
- ⚠Geschwollene Beine oder Knöchel (kann auf Herzschwäche hinweisen)
Häufige Symptome
- Druck oder Engegefühl in der Brust, oft hinter dem Brustbein
- Schmerzen, die in Arme, Schultern, Nacken oder Kiefer ausstrahlen können
- Kurzatmigkeit
- Fieber (über 38 °C) mit Schüttelfrost
- Müdigkeit und allgemeines Krankheitsgefühl
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern kann Angina selten vorkommen – sie klagen eher über Bauchschmerzen oder Übelkeit statt Brustschmerzen.
- Fieber ist oft das Hauptsymptom einer Infektion.
- Kinder können schnell erschöpft wirken und weniger Appetit haben.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen spüren Angina manchmal nicht als Schmerz, sondern als Druck oder Unwohlsein.
- Verwirrtheit oder Schwindel können hinzukommen.
- Fieber ist oft höher oder länger anhaltend.
Ursachen
Hauptursachen
- Entzündung des Herzmuskels (Myokarditis) durch Viren oder Bakterien
- Entzündung des Herzbeutels (Perikarditis)
- Schwere Infektionen wie Lungenentzündung oder Blutvergiftung (Sepsis), die das Herz belasten
- Bakterielle Infektion der Herzklappen (Endokarditis) – selten, aber ernst
Risikofaktoren
- Bestehende Herzkrankheit (z. B. koronare Herzkrankheit, Herzschwäche)
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Chemotherapie, HIV, Diabetes)
- Kürzliche Virusinfektion (z. B. grippaler Infekt, COVID-19)
- Alter über 60 Jahre
- Rauchen, Bluthochdruck, hohes Cholesterin
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei neu auftretenden Brustschmerzen mit Fieber sofort den Notarzt rufen (112)
- Wenn die Brustschmerzen sehr stark sind oder in den Arm ausstrahlen
- Bei Atemnot oder Schwindelgefühl
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Schmerzen leicht sind und nach Ruhe verschwinden, aber trotzdem mit Fieber einhergehen, sollten Sie am selben Tag Ihren Hausarzt aufsuchen.
- Bei wiederholten Episoden von Angina mit leichtem Fieber ohne akute Notzeichen
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose durch ein Gespräch, eine körperliche Untersuchung und verschiedene Tests. Er fragt nach den genauen Symptomen, Vorerkrankungen und Infektionen.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung: Entzündungswerte (CRP, BSG) und Herzenzyme (Troponin)
- Elektrokardiogramm (EKG): Zeigt Herzrhythmus und mögliche Schäden
- Ultraschall des Herzens (Echokardiographie): Beurteilt Herzmuskel, Herzbeutel und Klappen
- Röntgen des Brustkorbs: Zum Ausschluss einer Lungenentzündung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie werden in der Regel zunächst in einer Notaufnahme oder Praxis untersucht. Bei Verdacht auf eine Herzentzündung kann ein Krankenhausaufenthalt nötig sein. Die meisten Tests sind schmerzfrei und dauern nicht lange.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei einer bakteriellen Infektion sind Antibiotika nötig, bei einer Virusinfektion wird der Körper meist selbst fertig. Wichtig ist, das Herz zu schonen.
Selbsthilfe zu Hause
- Bettruhe einhalten, bis das Fieber weg ist und Sie sich wieder kräftig fühlen
- Viel trinken ( Wasser oder Tee)
- Bei Fieber: leichte Kleidung, Wadenwickel helfen nur, wenn der Arzt zustimmt
- Keine anstrengenden Tätigkeiten, kein Sport, bis der Arzt Entwarnung gibt
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung umfasst entzündungshemmende Medikamente (nichtsteroidale Antirheumatika wie Ibuprofen, aber nur auf ärztliche Anweisung) oder bei bakterieller Ursache Antibiotika. Bei schweren Entzündungen oder Herzschwäche können Herzmedikamente zum Einsatz kommen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die genaue Therapie.
Wann kommt eine Operation infrage?
In sehr seltenen Fällen, etwa bei eitrigen Herzbeutelentzündungen oder schweren Klappeninfektionen, kann eine Operation notwendig werden. Ihr Arzt wird dies mit Ihnen besprechen, falls erforderlich.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Herzentzündung müssen Sie sich mehrere Wochen schonen. Ihr Arzt wird sagen, wann Sie wieder arbeiten oder Sport treiben dürfen. Hören Sie auf Ihren Körper.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen – das schädigt die Blutgefäße
- Stress vermeiden und für Entspannung sorgen
- Regelmäßig leichte Bewegung, z. B. Spazierengehen, wenn der Arzt es erlaubt
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkorn und wenig Salz hilft. Vermeiden Sie fettreiche Speisen. Bewegung ist wichtig, aber nach einer Entzündung nur langsam steigern – lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Herzdiagnose kann Angst machen. Viele Menschen haben nach einer Herzkrankheit emotionale Belastungen. Das ist normal. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder suchen Sie sich psychologische Unterstützung.
Vorbeugung
Nicht alle Ursachen lassen sich vermeiden. Aber Sie können Ihr Herz schützen durch regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung und Vermeidung von Infektionen (z. B. durch Händewaschen, Impfungen).
Impfungen
Impfungen gegen Grippe und COVID-19 können schwere Infektionen verhindern, die eine Herzentzündung auslösen können. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.
Früherkennungsprogramme
Wenn Sie bereits Herzprobleme haben, sind regelmäßige Kontrollen beim Kardiologen sinnvoll. Bei Infekten sollten Sie frühzeitig einen Arzt aufsuchen, um Komplikationen zu vermeiden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) – das Herz pumpt nicht mehr richtig
- Herzrhythmusstörungen, die gefährlich werden können
- Herzbeuteltamponade – Flüssigkeit drückt das Herz zusammen (selten, aber lebensbedrohlich)
- Chronische Entzündung mit bleibenden Herzschäden
Langzeitprognose
Mit rechtzeitiger Behandlung heilen die meisten Herzentzündungen aus, ohne bleibende Schäden zu hinterlassen. Je früher die Therapie beginnt, desto besser sind die Aussichten. Viele Menschen können nach einer Ruhephase wieder ein normales Leben führen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2026
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