artery with nausea
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Übelkeit kann ein Warnsignal sein, dass die Herzkranzgefäße (die Arterien, die das Herz mit Blut versorgen) verengt sind. Das nennt man koronare Herzkrankheit. Wenn das Herz nicht genug Sauerstoff bekommt, kann das neben Brustschmerzen auch Übelkeit auslösen – besonders bei Frauen.
Wichtige Fakten
- Übelkeit kann bei einem Herzinfarkt das einzige Symptom sein.
- Herzkranzgefäßerkrankungen sind in Deutschland eine der häufigsten Todesursachen.
- Bei Übelkeit mit Brustenge oder Atemnot sofort den Notruf 112 wählen.
Übelkeit tritt bei etwa 30–40 % der Herzinfarkte auf, besonders bei Frauen. Sie wird oft verkannt.
Betroffen sind vor allem Menschen mit Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, Diabetes oder familiärer Vorbelastung. Frauen haben häufiger Übelkeit als Männer.
Symptome
- Übelkeit mit plötzlicher starker Brustenge oder -schmerz
- Übelkeit mit Atemnot
- Übelkeit mit Ohnmachtsgefühl
- Übelkeit mit kalter, blasser Haut
- ⚠Wiederkehrende Übelkeit mit Druckgefühl in der Brust
- ⚠Übelkeit mit Schwindel oder Atemnot bei Belastung
Häufige Symptome
- Übelkeit ohne ersichtlichen Grund
- Brustenge oder -schmerz (oft drückend)
- Atemnot
- kalter Schweiß
- Angstgefühl
Symptome bei Kindern
- Kinder haben selten eine Herzkranzgefäßerkrankung. Übelkeit bei Kindern ist meist durch Magen-Darm-Infekte bedingt. Bei anhaltender Übelkeit mit Brustschmerz oder Ohnmacht den Notarzt rufen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen spüren Herzinfarkt-Symptome oft schwächer. Übelkeit und Müdigkeit können die einzigen Anzeichen sein.
Ursachen
Hauptursachen
- Verengung der Herzkranzgefäße durch Arteriosklerose (Ablagerungen)
- Herzinfarkt (wenn ein Gefäß ganz verschlossen ist)
- Stabile Angina pectoris (Durchblutungsstörung bei Belastung)
Risikofaktoren
- Rauchen
- Hoher Blutdruck
- Erhöhte Blutfette
- Diabetes
- Bewegungsmangel
- Übergewicht
- Stress
- Familiäre Vorbelastung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Übelkeit mit Brustschmerz oder Atemnot auftritt
- Wenn Übelkeit plötzlich und heftig ohne Magen-Darm-Grund auftritt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie öfter Übelkeit mit Druckgefühl in der Brust haben (z.B. beim Treppensteigen)
- Wenn Sie Risikofaktoren haben und Übelkeit als neues Symptom bemerken
Diagnose
Der Arzt fragt nach Ihren Symptomen und führt eine körperliche Untersuchung durch. Er lauscht Herz und Lunge und misst den Blutdruck.
Mögliche Untersuchungen
- EKG (Herzstromkurve)
- Blutuntersuchung (Herzenzyme)
- Belastungs-EKG (auf dem Fahrrad)
- Herzultraschall (Echokardiografie)
- Herzkatheteruntersuchung (bei Verdacht auf Verengungen)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzfrei oder nur wenig belastend. Der Arzt erklärt jeden Schritt. Bei der Herzkatheteruntersuchung bleiben Sie wach – Sie bekommen ein Beruhigungsmittel. Nach den Ergebnissen bespricht der Arzt die Behandlungsmöglichkeiten. Ihr Arzt orientiert sich dabei an den aktuellen Leitlinien der AWMF.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, die Durchblutung des Herzens zu verbessern und einen Herzinfarkt zu verhindern. Sie umfasst meist Medikamente, Änderungen des Lebensstils und manchmal einen Eingriff.
Selbsthilfe zu Hause
- Rauchen aufgeben
- Stress abbauen – z.B. durch Entspannungsübungen
- Regelmäßig leichte Bewegung wie Spazierengehen
Medizinische Behandlungen
Medikamente helfen, die Blutgefäße zu erweitern, das Blut zu verdünnen und den Blutdruck zu senken. Welche Mittel Ihr Arzt verschreibt, hängt von Ihrem Befund ab. Bei massiven Verengungen kann ein Ballonkatheter oder ein Stent (Gefäßstütze) eingesetzt werden. In schweren Fällen ist eine Bypass-Operation möglich. Entscheidungen besprechen Sie mit Ihrem Kardiologen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Bypass-Operation oder Stent-Implantation kommt infrage, wenn Medikamente und Lebensstiländerungen nicht ausreichen und die Verengungen lebensbedrohlich sind.
Leben mit der Erkrankung
Leben mit einer Herzkranzgefäßerkrankung bedeutet, auf die Signale Ihres Körpers zu achten und Ihren Alltag anzupassen. Viele Menschen führen ein aktives Leben mit der richtigen Behandlung.
Tipps für den Alltag
- Rauchen vermeiden
- Gesund essen (wenig Fett, viel Obst und Gemüse)
- Regelmäßige Bewegung (30 Minuten pro Tag)
- Gewicht normalisieren
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung mit wenig Salz, Fett und Zucker unterstützt Ihre Gefäße. Bewegung wie Walken, Radfahren oder Schwimmen verbessert die Durchblutung. Besprechen Sie Ihr Trainingsprogramm mit Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Herzerkrankung kann Angst auslösen oder zu Niedergeschlagenheit führen. Das ist normal. Suchen Sie sich Unterstützung bei Familie, Freunden oder einer psychologischen Beratungsstelle. Bei akuten Krisen rufen Sie den Notruf 112 oder wenden Sie sich an Ihren Hausarzt.
Vorbeugung
Eine Verengung der Herzkranzgefäße lässt sich nicht immer verhindern, aber das Risiko sinkt deutlich durch einen gesunden Lebensstil: Nicht rauchen, sich viel bewegen, ausgewogen essen und Blutdruck sowie Blutfette im Auge behalten.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige Check-ups beim Hausarzt ab 35 Jahren oder früher bei Risikofaktoren sind sinnvoll. Dabei werden Blutdruck, Blutfette und Blutzucker gemessen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Herzinfarkt
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
- Herzrhythmusstörungen
- Plötzlicher Herztod
Langzeitprognose
Mit frühzeitiger Erkennung und moderner Behandlung haben Menschen mit Herzkranzgefäßerkrankungen eine gute Prognose. Viele leben viele Jahre beschwerdearm. Die Erkrankung lässt sich gut behandeln, wenn Sie aktiv mitarbeiten und Ihren Arzt regelmäßig aufsuchen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.