blood pressure on one side
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Blutdruck auf einer Seite bedeutet, dass der Blutdruck in einem Arm anders ist als im anderen Arm. Normalerweise sind die Werte auf beiden Seiten fast gleich. Ein Unterschied kann auf eine Verengung oder andere Probleme in den Blutgefäßen hinweisen – also in den Adern, die das Blut transportieren.
Wichtige Fakten
- Ein Blutdruckunterschied von mehr als 10–15 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) zwischen den Armen sollte ärztlich abgeklärt werden.
- Die Ursache kann eine verengte Schlagader (Arterie) im Arm oder im Bereich der Brust sein.
- Ein plötzlich auftretender großer Unterschied kann ein Notfall sein – besonders wenn er mit Schmerzen in der Brust oder im Rücken einhergeht.
Es ist nicht sehr häufig, kommt aber vor allem bei älteren Menschen oder bei bestimmten Grunderkrankungen wie Diabetes oder hohem Cholesterinspiegel vor.
Es betrifft Menschen mit Gefäßverkalkung (Arteriosklerose), Raucher, Menschen mit Bluthochdruck, Diabetes oder angeborenen Herzerkrankungen. Auch kann es nach Verletzungen oder Operationen an der Brust- oder Schulterregion auftreten.
Symptome
- Plötzlich auftretender starker Unterschied des Blutdrucks zwischen den Armen, verbunden mit heftigen Brust- oder Rückenschmerzen, Atemnot, Ohnmachtsgefühl oder Lähmungserscheinungen – dann sofort den Notruf 112 wählen.
- ⚠Ein anhaltender Blutdruckunterschied, der neu ist und mit Schmerzen, Kältegefühl oder blasser Haut in einem Arm einhergeht – noch am selben Tag ärztliche Hilfe suchen.
Häufige Symptome
- Oft treten keine Beschwerden auf – der Unterschied wird zufällig beim Blutdruckmessen bemerkt.
- Manchmal fühlt sich der Arm mit dem niedrigeren Blutdruck kälter an oder schmerzt bei Belastung.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern kann ein Blutdruckunterschied auf eine angeborene Verengung der Hauptschlagader (Aortenisthmusstenose) hinweisen. Mögliche Anzeichen sind Kopfschmerzen, Nasenbluten oder Beinschmerzen beim Laufen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Erwachsene bemerken vielleicht einen schwächeren Puls im Arm mit niedrigerem Blutdruck oder Kribbeln in den Fingern.
Ursachen
Hauptursachen
- Verengung einer Schlagader durch Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) – häufig im Bereich der Schlüsselbeinarterie.
- Aortenisthmusstenose – eine angeborene Engstelle in der Hauptschlagader (Aorta).
- Aortendissektion – ein Einriss der inneren Wand der Hauptschlagader, ein lebensbedrohlicher Notfall.
- Entzündungen der Blutgefäße (Vaskulitis), wie zum Beispiel die Riesenzellarteriitis.
- Narben oder Gefäßveränderungen nach Verletzungen oder Bestrahlungen im Brust-/Schulterbereich.
Risikofaktoren
- Rauchen
- Hoher Blutdruck
- Erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin)
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Übergewicht
- Bewegungsmangel
- Fortgeschrittenes Alter
- Angeborene Herzfehler in der Familie
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn der Blutdruckunterschied plötzlich auftritt und mit Brustschmerzen, Rückenschmerzen, Atemnot oder Lähmungen verbunden ist – sofort Notruf 112.
- Wenn ein Arm plötzlich kalt, blass oder schmerzhaft wird – noch am gleichen Tag in die Notaufnahme.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie bei einer Routine-Messung einen Unterschied zwischen beiden Armen bemerken (über 10–15 mmHg).
- Wenn Sie immer nur an einem Arm messen, sollte der andere gelegentlich mitgemessen werden – besonders bei Risikofaktoren wie Rauchen oder Diabetes.
- Sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt über die nächsten Schritte.
Diagnose
Die Diagnose beginnt mit der Blutdruckmessung an beiden Armen. Bei einem deutlichen Unterschied folgen genauere Untersuchungen, um die Ursache zu finden.
Mögliche Untersuchungen
- Wiederholte Blutdruckmessung an beiden Armen, auch im Liegen und Stehen.
- Doppler-Sonographie (Ultraschalluntersuchung der Blutgefäße), um Verengungen sichtbar zu machen.
- Angiographie (Röntgen mit Kontrastmittel) – meist nur bei Verdacht auf schwere Verengungen oder eine Aortendissektion.
- Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) der Brust- und Halsgefäße.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird Sie nach Ihren Beschwerden und Risikofaktoren fragen. Die Untersuchungen sind in der Regel schmerzfrei und dauern je nach Verfahren 15 bis 60 Minuten. Sie liegen dabei ruhig. Manchmal wird ein Blutgefäß punktiert – das betäubt die Stelle örtlich.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache ab. Ziel ist es, die Durchblutung zu verbessern und Komplikationen wie einen Schlaganfall oder einen Gefäßverschluss zu vermeiden.
Selbsthilfe zu Hause
- Hören Sie mit dem Rauchen auf – das ist einer der wichtigsten Schritte.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, z. B. Spazierengehen oder leichtes Ausdauertraining – besprechen Sie das Maß mit Ihrem Arzt.
- Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit wenig Salz und ungesunden Fetten.
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache können blutdrucksenkende oder die Blutgerinnung beeinflussende Medikamente verordnet werden. Bei Gefäßverkalkung kommen oft Thrombozytenaggregationshemmer (Mittel, die die Blutplättchen daran hindern, Verklumpungen zu bilden) und Cholesterinsenker zum Einsatz. Entzündungen der Gefäße werden mit entzündungshemmenden Medikamenten behandelt. Die genaue Therapie wird Ihr Arzt individuell mit Ihnen besprechen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation oder ein minimalinvasiver Eingriff (Katheter, Stents) kann nötig sein, wenn die Verengung sehr stark ist oder die Aortendissektion eine sofortige Reparatur erfordert. Das entscheidet der Gefäßchirurg oder Kardiologe.
Leben mit der Erkrankung
Achten Sie darauf, den Blutdruck regelmäßig an beiden Armen zu messen – notieren Sie die Werte. Vermeiden Sie starke Belastungen des betroffenen Arms, z. B. schweres Heben. Tragen Sie keine engen Kleidungsstücke oder Blutdruckmanschetten an diesem Arm ohne Absprache.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen
- Stress reduzieren (z. B. durch Entspannungsübungen, genug Schlaf)
- Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft
- Gewicht im gesunden Bereich halten
Ernährung und Bewegung
Essen Sie viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, mageres Fleisch und Fisch. Meiden Sie stark verarbeitete Lebensmittel. Bewegen Sie sich mindestens 30 Minuten am Tag – z. B. Radfahren, Schwimmen oder Walken. Ihr Arzt kann Ihnen ein individuelles Bewegungsprogramm empfehlen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Der Gedanke an ein Gefäßproblem kann verunsichern oder ängstigen. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Tauschen Sie sich mit vertrauten Menschen aus. Bei anhaltender Belastung suchen Sie bitte psychologische Unterstützung – Ihr Hausarzt kann Sie beraten.
Vorbeugung
Ein Blutdruckunterschied durch Gefäßverkalkung lässt sich durch einen gesunden Lebensstil oft vermeiden oder verzögern. Dazu gehören Rauchstopp, gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und die Behandlung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen die direkte Ursache. Aber eine Grippeimpfung kann Herz-Kreislauf-Komplikationen vorbeugen – sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.
Früherkennungsprogramme
Ein generelles Screening auf Blutdruckunterschiede in der Bevölkerung wird nicht empfohlen. Personen mit Risikofaktoren (Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck) sollten jedoch gelegentlich den Blutdruck an beiden Armen messen lassen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Fortschreiten der Gefäßverkalkung bis zum vollständigen Verschluss der Arterie, was zu Schmerzen, Taubheit oder Gewebeschäden im Arm führen kann.
- Erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall, wenn die Verengung die zum Gehirn führenden Gefäße betrifft.
- Bei Aortendissektion lebensbedrohliche innere Blutungen.
- Bei Kindern mit Aortenisthmusstenose unbehandelt Bluthochdruck, Herzschwäche und frühzeitige Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Langzeitprognose
Die Aussichten sind in der Regel gut, wenn die Ursache früh erkannt und behandelt wird. Viele Menschen können mit einer optimierten Lebensweise und gegebenenfalls Medikamenten ein normales Leben führen. Bei ernsteren Ursachen wie einer Aortendissektion ist eine sofortige Behandlung lebensrettend. Ihr medizinisches Team wird Sie bestmöglich begleiten.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2026
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