blood pressure that worsens lying down
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Bluthochdruck im Liegen (auch als supine Hypertonie bezeichnet) bedeutet, dass der Blutdruck ansteigt, wenn Sie sich hinlegen. Normalerweise sinkt der Blutdruck im Liegen leicht ab. Bei dieser Erkrankung ist das Gegenteil der Fall: Der Blutdruck wird im Liegen höher als im Sitzen oder Stehen. Dies kann ein Zeichen für eine Störung des autonomen Nervensystems (des unwillkürlichen Nervensystems, das unter anderem den Blutdruck reguliert) oder für andere gesundheitliche Probleme sein.
Wichtige Fakten
- Der Blutdruck kann im Liegen um 20 mmHg oder mehr ansteigen.
- Supine Hypertonie tritt häufig bei Menschen mit autonomen Störungen (wie Multisystematrophie oder reinem autonomen Versagen) auf.
- Unbehandelt kann supine Hypertonie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt erhöhen.
- Die Diagnose wird durch Blutdruckmessungen im Liegen, Sitzen und Stehen gestellt.
- Die Behandlung zielt darauf ab, den Blutdruck im Liegen zu senken, ohne den Blutdruck im Stehen zu stark zu senken.
Supine Hypertonie ist weniger bekannt als Bluthochdruck im Allgemeinen, aber sie kommt bei bestimmten Patientengruppen vor, insbesondere bei älteren Menschen, Menschen mit Diabetes oder Parkinson-Krankheit und solchen mit autonomen Funktionsstörungen. Genaue Häufigkeitszahlen sind nicht bekannt, da die Erkrankung oft unerkannt bleibt.
Betroffen sind vor allem Menschen mit Störungen des autonomen Nervensystems, wie bei Multisystematrophie, reinem autonomen Versagen, Parkinson-Krankheit oder Diabetes mellitus. Auch ältere Menschen mit Bluthochdruck können eine supine Hypertonie entwickeln, besonders wenn sie Medikamente gegen niedrigen Blutdruck im Stehen (orthostatische Hypotonie) einnehmen. Seltener tritt sie bei jüngeren Menschen auf.
Symptome
- Plötzliche starke Kopfschmerzen, die schlimmer sind als je zuvor
- Sehstörungen wie verschwommenes Sehen, Doppelbilder oder kurzzeitiger Sehverlust
- Schwierigkeiten beim Sprechen oder Verstehen von Sprache
- Lähmungserscheinungen auf einer Körperseite
- Starke Brustschmerzen oder Engegefühl in der Brust
- Atemnot, die nicht nachlässt
- Bewusstseinsverlust oder Ohnmacht
- ⚠Anhaltende Übelkeit oder Erbrechen
- ⚠Schwindel, der das Stehen unmöglich macht
- ⚠Neu auftretende oder sich verschlechternde Kopfschmerzen über mehrere Tage
- ⚠Blutdruckwerte von über 180/110 mmHg im Liegen (gemessen nach 5 Minuten Ruhe)
Häufige Symptome
- Kopfschmerzen, besonders morgens nach dem Aufwachen
- Schwindelgefühle beim Aufstehen (orthostatische Hypotonie) – paradoxerweise kann der Blutdruck im Stehen dann abfallen
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Verschwommenes Sehen
- Ohrensausen (Tinnitus)
Symptome bei Kindern
- Supine Hypertonie ist bei Kindern sehr selten. Wenn sie auftritt, können Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit und Müdigkeit auftreten. Oft ist sie mit Grunderkrankungen wie Nierenerkrankungen oder bestimmten Herzfehlern verbunden.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Erwachsene mit supiner Hypertonie haben oft auch einen niedrigen Blutdruck im Stehen (orthostatische Hypotonie), was zu Stürzen führen kann.
- Sie klagen häufig über morgendliche Kopfschmerzen, Benommenheit und ein erhöhtes Sturzrisiko. Der nächtliche Blutdruckanstieg kann die Nieren belasten.
Ursachen
Hauptursachen
- Störungen des autonomen Nervensystems (z. B. Multisystematrophie, reines autonomes Versagen, Parkinson-Krankheit)
- Diabetes mellitus mit autonomer Neuropathie (Nervenschädigung durch Diabetes)
- Nierenerkrankungen (z. B. Nierenarterienstenose, chronische Nierenerkrankung)
- Bestimmte Medikamente, insbesondere solche, die zur Behandlung von orthostatischer Hypotonie eingesetzt werden (z. B. Fludrocortison, Midodrin – aber ohne Namen nennen)
- Schlafapnoe (Atemaussetzer im Schlaf)
- Übermäßiger Salzkonsum oder Flüssigkeitsmangel
Risikofaktoren
- Fortgeschrittenes Alter (über 65 Jahre)
- Bestehender Bluthochdruck
- Diabetes mellitus
- Parkinson-Krankheit oder andere neurodegenerative Erkrankungen
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Nierenerkrankungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Ihr Blutdruck im Liegen regelmäßig über 160/100 mmHg liegt, sollten Sie innerhalb weniger Tage einen Arzt aufsuchen.
- Wenn Sie zusätzlich starke Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Übelkeit haben, suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe.
- Bei plötzlichen Symptomen wie Lähmungen oder Sprachstörungen rufen Sie sofort den Notruf 112.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie wiederholt erhöhte Blutdruckwerte im Liegen messen (z. B. über 140/90 mmHg) und keine Beschwerden haben, vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Hausarzt oder Kardiologen.
- Besprechen Sie auch, wenn Sie Medikamente gegen niedrigen Blutdruck einnehmen und nachts/ morgens hohe Werte haben.
Diagnose
Die Diagnose wird durch wiederholte Blutdruckmessungen in verschiedenen Körperpositionen (liegend, sitzend, stehend) gestellt. Zusätzlich wird nach möglichen Ursachen wie autonomen Störungen oder Nierenerkrankungen gesucht. Ihr Arzt wird auch Ihre Medikamente überprüfen und nach weiteren Symptomen fragen.
Mögliche Untersuchungen
- Blutdruckmessung im Liegen nach 5 Minuten Ruhe, dann nach 1 und 3 Minuten im Stehen
- 24-Stunden-Blutdruckmessung (ambulantes Monitoring), die auch den Blutdruck während des Schlafs aufzeichnet
- Kipptisch-Untersuchung (um das Verhalten des Blutdrucks bei Positionswechsel zu testen)
- Blut- und Urintests (z. B. auf Nierenfunktion, Blutzucker, Hormone)
- Echokardiographie (Ultraschall des Herzens) bei Verdacht auf Herzprobleme
- Schlafapnoe-Screening (z. B. Pulsoxymetrie oder Polygrafie)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Ihr Arzt wird zunächst eine ausführliche Anamnese (Krankengeschichte) erheben und dann die genannten Messungen durchführen. Die Diagnose kann ambulant erfolgen. Bei Verdacht auf eine autonome Störung wird Sie Ihr Arzt gegebenenfalls an einen Neurologen oder an eine Spezialklinik für autonome Funktionsstörungen überweisen.
Behandlung
Die Behandlung der supinen Hypertonie zielt darauf ab, den Blutdruck im Liegen zu senken, ohne den Blutdruck im Stehen zu stark zu senken, da viele Betroffene auch unter orthostatischer Hypotonie leiden. Die Therapie richtet sich nach der Ursache und wird individuell angepasst.
Selbsthilfe zu Hause
- Vermeiden Sie es, sich tagsüber hinzulegen, es sei denn, es ist notwendig.
- Schlafen Sie mit erhöhtem Oberkörper (z. B. durch ein Keilkissen oder ein verstellbares Bett), um den Blutdruck im Liegen zu senken.
- Trinken Sie über den Tag verteilt ausreichend, aber vermeiden Sie große Flüssigkeitsmengen direkt vor dem Schlafengehen.
- Essen Sie salzarm, da überschüssiges Salz den Blutdruck erhöhen kann. Besprechen Sie die ideale Salzmenge mit Ihrem Arzt.
- Bewegen Sie sich regelmäßig an der frischen Luft – aber vermeiden Sie anstrengende Übungen direkt vor dem Schlaf.
- Reduzieren Sie Alkohol und Koffein, besonders am Abend.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Medikamente verschreiben, die den Blutdruck senken, wie z. B. bestimmte Blutdrucksenker. Dabei wird besonders auf die Wahl der Medikamente geachtet, die den Blutdruck im Stehen nicht zusätzlich senken. In manchen Fällen werden Medikamente, die zur Behandlung von orthostatischer Hypotonie eingenommen werden, reduziert oder auf eine andere Tageszeit umgestellt. Die Behandlung erfolgt immer unter ärztlicher Aufsicht.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist in der Regel nicht erforderlich. Nur in sehr seltenen Fällen, wenn die supine Hypertonie durch eine behandelbare Ursache wie eine Nierenarterienstenose (Verengung der Nierenarterie) verursacht wird, kann ein Eingriff (z. B. eine Ballonaufdehnung) in Betracht gezogen werden. Dies wird vom Arzt nach gründlicher Abwägung entschieden.
Leben mit der Erkrankung
Supine Hypertonie erfordert ein Bewusstsein für den eigenen Blutdruck. Messen Sie Ihren Blutdruck regelmäßig morgens und abends – immer unter denselben Bedingungen (z. B. nach 5 Minuten Ruhe im Liegen). Führen Sie ein Blutdrucktagebuch und besprechen Sie die Werte mit Ihrem Arzt. Achten Sie darauf, plötzliche Positionswechsel langsam durchzuführen, um Schwindel zu vermeiden.
Tipps für den Alltag
- Halten Sie ein gesundes Körpergewicht.
- Vermeiden Sie langes Stehen oder Liegen ohne Bewegung.
- Schlafen Sie mit erhöhtem Oberkörper.
- Nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich, aber vermeiden Sie große Mengen auf einmal.
- Reduzieren Sie Stress durch Entspannungstechniken wie Meditation oder Atemübungen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit wenig Salz und viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt die Blutdruckkontrolle. Regelmäßige Bewegung wie Gehen, Schwimmen oder Radfahren hilft, den Blutdruck zu stabilisieren. Vermeiden Sie jedoch sehr intensive Belastungen unmittelbar vor dem Schlafengehen. Besprechen Sie Ihre Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten mit Ihrem Arzt oder einer Ernährungsberatung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die ständige Beschäftigung mit Blutdruckwerten und die Angst vor hohen Werten können belastend sein. Es ist normal, sich manchmal verunsichert oder ängstlich zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einer Vertrauensperson darüber. Bei anhaltenden psychischen Belastungen kann eine psychologische Beratung helfen. Falls Sie Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid haben, wenden Sie sich bitte sofort an die Telefonseelsorge (kostenlos, 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222) oder suchen Sie eine psychiatrische Notaufnahme auf.
Vorbeugung
Eine supine Hypertonie lässt sich nicht immer verhindern, da sie oft mit Grunderkrankungen zusammenhängt. Sie können jedoch das Risiko senken, indem Sie einen gesunden Lebensstil pflegen: ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, Vermeidung von Übergewicht und übermäßigem Alkoholkonsum. Wenn Sie bereits Bluthochdruck haben, ist eine gute Einstellung wichtig. Bei Diabetes ist die Kontrolle des Blutzuckers entscheidend.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine speziellen Vorsorgeuntersuchungen für supine Hypertonie. Allerdings wird bei Routineuntersuchungen oder bei bestehenden Risikofaktoren (wie Diabetes, Parkinson) der Blutdruck in verschiedenen Positionen gemessen. Sprechen Sie Ihren Arzt an, wenn Sie Symptome bemerken.
Komplikationen
Unbehandelt
- Erhöhtes Risiko für Schlaganfall (Hirnblutung oder -infarkt)
- Erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Nierenschäden bis hin zur Niereninsuffizienz
- Verschlechterung einer bestehenden Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
- Gefäßschäden, z. B. an den Beinen oder Augen
Langzeitprognose
Mit der richtigen Diagnose und Behandlung lässt sich die supine Hypertonie meist gut in den Griff bekommen. Die Prognose hängt stark von der zugrunde liegenden Ursache ab. Bei frühzeitiger Behandlung können schwerwiegende Komplikationen vermieden werden. Viele Menschen führen mit einer gut eingestellten supinen Hypertonie ein normales Leben. Es ist wichtig, die Behandlung konsequent umzusetzen und regelmäßig den Arzt aufzusuchen. Auch wenn die Erkrankung manchmal fortschreitet (z. B. bei neurodegenerativen Erkrankungen), kann die Lebensqualität durch angepasste Therapien und Unterstützung erhalten bleiben.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2026
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