cholesterol at night
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz, die in Ihrem Blut vorkommt. Ein hoher Cholesterinspiegel (Hypercholesterinämie) bedeutet, dass zu viel von diesem Fett im Blut ist. Das kann nachts die Blutgefäße belasten, aber direkte Symptome treten meist nicht auf.
Wichtige Fakten
- Cholesterin wird oft erst bei einer Blutuntersuchung entdeckt, weil es meist keine Beschwerden macht.
- Ein hoher Cholesterinspiegel kann langfristig zu Verengungen der Blutgefäße (Arteriosklerose) führen.
- Mit einer gesunden Lebensweise und ärztlicher Behandlung lässt sich der Cholesterinspiegel senken.
Ja, ein erhöhter Cholesterinspiegel kommt häufig vor. In Deutschland haben über 50 % der Erwachsenen zu hohe Cholesterinwerte.
Es kann Menschen jeden Alters betreffen, besonders aber Erwachsene ab 40 Jahren und Personen mit familiärer Veranlagung, Übergewicht oder ungesunder Ernährung.
Symptome
- Plötzliche starke Brustschmerzen oder Engegefühl in der Brust
- Atemnot, die nicht nachlässt
- Plötzliche Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen oder Sehverlust (Anzeichen eines Schlaganfalls)
- ⚠Neu auftretende Schmerzen in den Beinen beim Gehen, die in Ruhe verschwinden
- ⚠Schwindel oder Ohnmacht
- ⚠Anhaltende Müdigkeit oder Schwäche ohne erkennbaren Grund
Häufige Symptome
- Ein erhöhter Cholesterinspiegel verursacht selbst keine Symptome.
- Manche Menschen bemerken erst bei fortgeschrittener Arteriosklerose Beschwerden wie Schmerzen in den Beinen beim Gehen (Schaufensterkrankheit).
Symptome bei Kindern
- Auch Kinder können hohe Cholesterinwerte haben, meist ohne Symptome.
- Bei einer seltenen erblichen Form (familiäre Hypercholesterinämie) können gelbliche Ablagerungen (Xanthelasmen) auf der Haut auftreten.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Erwachsene haben häufiger erhöhte Werte, oft ohne Beschwerden.
- Spätfolgen wie Durchblutungsstörungen oder Schlaganfälle können jedoch Symptome wie Brustschmerz, Atemnot oder Sehstörungen verursachen.
Ursachen
Hauptursachen
- Ungesunde Ernährung mit viel gesättigten Fettsäuren und Transfetten (z. B. fettreiche Wurst, frittierte Speisen)
- Bewegungsmangel
- Übergewicht oder starkes Übergewicht (Adipositas)
- Rauchen
- Alkoholkonsum
Risikofaktoren
- Genetische Veranlagung (familiäre Hypercholesterinämie)
- Erkrankungen wie Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion oder Nierenerkrankungen
- Bestimmte Medikamente (z. B. Kortison)
- Hohes Lebensalter
- Männliches Geschlecht (vor den Wechseljahren sind Frauen seltener betroffen)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei akuten Brustschmerzen oder Atemnot sofort den Notruf 112 wählen.
- Bei Schlaganfallzeichen wie Lähmungen oder Sprachstörungen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Lassen Sie Ihren Cholesterinspiegel ab dem 35. Lebensjahr regelmäßig beim Hausarzt kontrollieren.
- Wenn in Ihrer Familie frühzeitig Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufgetreten sind, sollten Sie früher mit der Vorsorge beginnen.
Diagnose
Die Diagnose erfolgt durch eine einfache Blutuntersuchung. Dabei wird das Gesamtcholesterin, das LDL-Cholesterin („schlechtes“ Cholesterin), das HDL-Cholesterin („gutes“ Cholesterin) und die Triglyzeride gemessen.
Mögliche Untersuchungen
- Nüchternblutabnahme (nach 8–12 Stunden ohne Essen)
- Manchmal auch eine nicht nüchterne Blutabnahme, je nach Laborstandard
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie werden zur Blutentnahme in die Praxis oder ins Labor gebeten. Die Werte werden im Labor analysiert. Ihr Arzt erläutert Ihnen die Ergebnisse und bespricht mit Ihnen das weitere Vorgehen.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken. Sie umfasst meist eine Kombination aus Lebensstiländerungen und, falls nötig, einer medikamentösen Therapie. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) und die AWMF-Leitlinien empfehlen eine individuelle Therapie nach Risikobewertung.
Selbsthilfe zu Hause
- Ernährung umstellen: Weniger gesättigte Fette und Transfette, mehr Ballaststoffe (z. B. Haferflocken, Obst, Gemüse)
- Regelmäßige Bewegung: Mindestens 30 Minuten pro Tag (z. B. zügiges Gehen, Radfahren)
- Rauchen aufgeben
- Alkoholkonsum reduzieren
- Bei Übergewicht: Gewicht reduzieren
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Ihnen eine medikamentöse Therapie vorschlagen, falls Lebensstiländerungen nicht ausreichen. Die Medikamente senken die Cholesterinbildung im Körper oder verbessern die Ausscheidung. Die Auswahl und Dosierung erfolgt individuell durch den Arzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist in der Regel nicht nötig. In sehr seltenen Fällen einer schweren familiären Hypercholesterinämie kann eine Blutwäsche (Apherese) erwogen werden.
Leben mit der Erkrankung
Ein erhöhter Cholesterinspiegel lässt sich gut in den Alltag integrieren. Mit einer gesunden Ernährung und ausreichend Bewegung können Sie Ihren Wert oft deutlich verbessern.
Tipps für den Alltag
- Führen Sie ein Ernährungstagebuch, um verborgene Fette zu erkennen.
- Planen Sie feste Bewegungszeiten ein.
- Nehmen Sie sich Zeit für Stressabbau (z. B. Spaziergänge, Meditation).
- Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Blutwerte nach Absprache mit dem Arzt.
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung (z. B. Mittelmeerkost mit viel Obst, Gemüse, Vollkorn, Nüssen und Olivenöl) und Ausdauersport wie Schwimmen oder Radfahren helfen, den Cholesterinspiegel zu senken. Auch Krafttraining kann positiv wirken.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein erhöhter Cholesterinspiegel selbst löst keine psychischen Beschwerden aus. Aber die Sorge um die Gesundheit kann zu Stress oder Angst führen. Offene Gespräche mit Ihrem Arzt und nahen Menschen helfen.
Vorbeugung
Ein hoher Cholesterinspiegel lässt sich nicht immer verhindern, vor allem wenn er familiär bedingt ist. Aber eine gesunde Lebensweise senkt das Risiko erheblich. Vermeiden Sie Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum.
Impfungen
null
Früherkennungsprogramme
null
Komplikationen
Unbehandelt
- Arteriosklerose (Verhärtung und Verengung der Blutgefäße)
- Herzinfarkt
- Schlaganfall
- Durchblutungsstörungen in den Beinen (periphere arterielle Verschlusskrankheit)
- Nierenfunktionsstörungen
Langzeitprognose
Ein erhöhter Cholesterinspiegel ist gut behandelbar. Mit einer Kombination aus Lebensstiländerungen und medikamentöser Therapie können die Werte meist gesenkt und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich reduziert werden. Bleiben Sie in regelmäßigem Austausch mit Ihrem Arzt.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.