circulation at night
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Nachts verlangsamt sich oft die Durchblutung in Armen und Beinen. Das liegt daran, dass der Körper ruht und der Blutdruck sinkt. Bei manchen Menschen führt das zu einem Kältegefühl, Kribbeln oder Schmerzen in den Gliedmaßen. Dies wird als nächtliche Durchblutungsstörung bezeichnet.
Wichtige Fakten
- Nachts sinkt der Blutdruck auf natürliche Weise, was die Durchblutung verlangsamen kann.
- Bewegung am Tag fördert die Blutzirkulation und kann nächtliche Beschwerden lindern.
- Eine gesunde Schlafposition – zum Beispiel mit leicht erhöhten Beinen – kann die Durchblutung verbessern.
Ja, gelegentliche nächtliche Durchblutungsprobleme wie kalte Füße oder Kribbeln sind weit verbreitet. Etwa jeder zehnte Erwachsene über 65 Jahre hat stärkere, wiederkehrende Beschwerden.
Besonders betroffen sind Menschen über 50 Jahre, Raucher, Diabetiker und Personen mit Bluthochdruck oder hohen Cholesterinwerten. Auch wer viel sitzt oder sich wenig bewegt, kann nachts Durchblutungsstörungen erleben.
Symptome
- Plötzlicher, sehr starker Schmerz in einem Bein oder Arm mit blasser, kalter Haut und fehlendem Puls (Hinweis auf einen akuten Gefäßverschluss)
- Plötzliche Lähmung, Sprach- oder Sehstörungen (Anzeichen eines Schlaganfalls)
- Schwere Atemnot und Brustschmerz, der in Ruhe auftritt (Herzinfarkt möglich)
- ⚠Wiederkehrende nächtliche Wadenkrämpfe, die Sie regelmäßig aufwecken
- ⚠Taubheitsgefühl, das auch am Morgen nicht verschwindet
- ⚠Schmerzen in den Beinen beim Gehen, die sich nachts in Ruhe fortsetzen
Häufige Symptome
- Kältegefühl in den Füßen oder Händen
- Kribbeln oder Taubheitsgefühl
- Schmerzen in den Beinen, die in Ruhe schlimmer werden
- Blasse oder bläulich verfärbte Haut an den Zehen oder Fingern
- Schwere, müde Beine
Symptome bei Kindern
- Seltener, aber möglich bei angeborenen Gefäßveränderungen
- Kind klagt über Beinschmerzen, die nachts auftreten
- Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Gliedmaßen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Nächtliche Wadenkrämpfe, die den Schlaf stören
- Verstärkte Kälteempfindung, auch bei warmen Decken
- Schmerzen in den Beinen, die nachlassen, wenn die Beine aus dem Bett hängen
Ursachen
Hauptursachen
- Verengung der Arterien durch Ablagerungen (Arteriosklerose)
- Niedriger Blutdruck während des Schlafs
- Langes Liegen ohne Bewegung, wodurch das Blut langsamer fließt
- Ungünstige Schlafposition, die Blutgefäße abdrückt
- Diabetes (Zuckerkrankheit), der die Nerven und Gefäße schädigt
Risikofaktoren
- Rauchen
- Übergewicht
- Bewegungsmangel
- Hoher Blutdruck
- Erhöhte Blutfette (Cholesterin)
- Diabetes
- Alter über 60 Jahre
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie nachts plötzlich starke Schmerzen in einem Bein haben und die Haut blass und kalt wird
- Wenn ein Körperteil taub wird und Sie es nicht mehr bewegen können
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie regelmäßig nachts kalte Füße oder Kribbeln haben, das den Schlaf stört
- Wenn Ihre Beine beim Gehen schmerzen und die Schmerzen auch nachts in Ruhe auftreten
- Wenn Sie Wunden an den Füßen haben, die schlecht heilen
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin spricht zuerst mit Ihnen über Ihre Beschwerden und tastet die Pulse an Armen und Beinen ab. Mit einem Stethoskop kann er Strömungsgeräusche in verengten Arterien hören.
Mögliche Untersuchungen
- Blutdruckmessung an den Knöcheln und Oberarmen (Knöchel-Arm-Index)
- Ultraschall der Blutgefäße (Doppler-Sonographie)
- Blutuntersuchung auf Blutfette, Blutzucker und Entzündungswerte
- Bei Bedarf: ein Laufbandtest, um die Gehstrecke zu messen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind alle schmerzfrei. Sie liegen auf einer Liege, der Arzt trägt ein Gel auf die Haut auf und fährt mit einem Ultraschallkopf darüber. Manchmal wird der Blutdruck am Knöchel gemessen. Die Ergebnisse liegen meist sofort vor.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Ziel ist es, die Durchblutung zu verbessern und die Beschwerden zu lindern. Oft reichen schon Änderungen im Lebensstil. In manchen Fällen sind Medikamente oder ein Eingriff nötig.
Selbsthilfe zu Hause
- Bewegen Sie sich tagsüber regelmäßig, zum Beispiel Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen
- Vermeiden Sie langes Sitzen oder Stehen ohne Pausen
- Halten Sie Ihre Füße warm – tragen Sie nachts Socken oder benutzen Sie eine Wärmflasche (nicht zu heiß)
- Heben Sie die Beine beim Schlafen leicht an, falls das die Durchblutung verbessert
- Schlafen Sie in einer Position, die die Blutgefäße nicht abdrückt – zum Beispiel Rückenlage mit einem flachen Kissen unter den Knien
Medizinische Behandlungen
Medikamente können die Durchblutung anregen oder das Blut verdünnen. Auch Mittel gegen Bluthochdruck oder erhöhte Blutfette kommen infrage. Welche Behandlung für Sie geeignet ist, bespricht Ihr Arzt oder Ihre Ärztin mit Ihnen. Nehmen Sie keine Medikamente ohne ärztliche Verordnung ein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei stark verengten oder verschlossenen Arterien kann ein Eingriff nötig sein, zum Beispiel eine Aufdehnung (Ballondilatation) oder eine Bypass-Operation. Solche Verfahren werden nur bei schweren Fällen empfohlen.
Leben mit der Erkrankung
Sie können gut mit einer nächtlichen Durchblutungsstörung leben. Achten Sie auf eine sorgfältige Fußpflege und vermeiden Sie Verletzungen. Tragen Sie gut sitzende, warme Schuhe. Bewegen Sie sich ausreichend, aber überfordern Sie sich nicht.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen – das ist der wichtigste Schritt für Ihre Gefäße
- Gesund essen mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten
- Stress abbauen, zum Beispiel durch Entspannungsübungen oder leichte Bewegung
- Ihr Gewicht im Normalbereich halten
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit wenig Fett und wenig Salz hilft Ihren Blutgefäßen. Regelmäßige Bewegung wie Schwimmen, Gehen oder Radfahren fördert die Durchblutung. Fangen Sie langsam an und steigern Sie sich nach und nach.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wenn nächtliche Beschwerden Sie wachhalten, kann das belastend sein. Sorgen Sie für eine ruhige Schlafumgebung. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, falls Sie sich ängstlich oder niedergeschlagen fühlen.
Vorbeugung
Ja, Sie können viel tun, um Durchblutungsstörungen vorzubeugen: Nicht rauchen, sich regelmäßig bewegen, auf ein gesundes Gewicht achten und Blutdruck sowie Cholesterin im Auge behalten.
Früherkennungsprogramme
Wenn Sie Risikofaktoren wie Diabetes oder Bluthochdruck haben, lassen Sie regelmäßig Ihre Gefäße untersuchen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin kann einschätzen, ob eine Vorsorge sinnvoll ist.
Komplikationen
Unbehandelt
- Verschlechterung der Gehfähigkeit – die sogenannte Schaufensterkrankheit (Schonhaltung beim Gehen)
- Offene, schlecht heilende Wunden an den Füßen oder Unterschenkeln
- Nerven- und Gewebeschäden, die im schlimmsten Fall zu einer Amputation führen können
- Erhöhtes Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall
Langzeitprognose
Mit einer frühen Behandlung und gesunden Lebensgewohnheiten lassen sich Durchblutungsstörungen meist gut kontrollieren. Je früher Sie handeln, desto besser sind die Aussichten. Viele Menschen schaffen es, ihre Beschwerden deutlich zu lindern und ein aktives Leben zu führen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2026
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