edema at night
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Nächtliche Ödeme sind Schwellungen, die vor allem abends und nachts an den Beinen, Füßen oder Knöcheln auftreten. Sie entstehen, wenn sich Flüssigkeit im Gewebe ansammelt. Oft hängen sie mit einer schwächeren Herzfunktion zusammen – das Herz pumpt das Blut nicht mehr stark genug, sodass sich Flüssigkeit in den unteren Körperpartien staut.
Wichtige Fakten
- Nächtliche Ödeme sind ein häufiges Anzeichen für eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz).
- Im Liegen verteilt sich die Flüssigkeit – die Schwellung kann dann auch am Bauch oder an den Händen spürbar werden.
- Eine frühzeitige Behandlung kann die Beschwerden deutlich bessern und Komplikationen vorbeugen.
Ja, nächtliche Ödeme sind besonders bei älteren Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen recht häufig. Auch bei Personen mit langem Stehen oder Sitzen am Tag kann es abends zu leichten Schwellungen kommen.
Betroffen sind vor allem Menschen mit einer Herzschwäche, Venenschwäche (Krampfadern) oder Nierenerkrankungen. Auch ältere Menschen und Personen mit Bluthochdruck, Diabetes oder Übergewicht haben ein erhöhtes Risiko.
Symptome
- Plötzliche, starke Atemnot – vor allem im Liegen oder nachts.
- Brustschmerzen oder Engegefühl in der Brust.
- Husten mit rosafarbenem oder schaumigem Auswurf (Zeichen einer Lungenstauung).
- Plötzliche Schwellung nur eines Beins mit Schmerzen (kann auf eine Thrombose hinweisen).
- ⚠Zunehmende Schwellungen trotz Hochlagern der Beine.
- ⚠Starke Gewichtszunahme (mehr als 2 Kilo in 2–3 Tagen) ohne Ernährungsumstellung.
- ⚠Nächtlicher Husten oder das Gefühl, nachts „nicht richtig durchatmen zu können“.
- ⚠Neu auftretende Müdigkeit, Schwäche und verminderte Belastbarkeit bei gleichzeitigen Schwellungen.
Häufige Symptome
- Schwellungen an den Füßen, Knöcheln, Unterschenkeln – vor allem abends und nachts.
- Die Haut an den geschwollenen Stellen spannt und fühlt sich prall an.
- Wenn Sie mit dem Finger auf die Schwellung drücken, bleibt eine Delle zurück (sogenanntes „Dellenödem“).
- Die Schwellung wird im Liegen weniger – stattdessen kann morgens ein Blähgefühl im Bauch oder eine Schwellung der Hände auftreten.
- Ungewollte Gewichtszunahme (mehr als 2 Kilo in wenigen Tagen) kann ein Zeichen für Flüssigkeitseinlagerungen sein.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern sind Ödeme seltener. Wenn sie auftreten, dann meist im Gesicht oder an den Beinen – mögliche Ursachen sind Nierenprobleme oder Allergien.
- Achten Sie auf plötzliche Schwellungen im Gesicht oder an den Beinen Ihres Kindes – suchen Sie bitte einen Kinderarzt auf.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen sind nächtliche Ödeme häufig – oft aufgrund einer Herzschwäche oder Venenschwäche.
- Die Schwellung kann die Beweglichkeit einschränken und das Risiko für Hautverletzungen oder Stürze erhöhen.
- Bei älteren Personen kann zusätzlich Atemnot beim Hinlegen auftreten – das ist ein Warnsignal und sollte ärztlich abgeklärt werden.
Ursachen
Hauptursachen
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz) – das Herz pumpt das Blut nicht kräftig genug, sodass sich Flüssigkeit in den Beinen staut.
- Venenschwäche – die Venenklappen schließen nicht richtig, Blut „sackt“ in die Beine.
- Nierenerkrankungen – wenn die Nieren zu wenig Flüssigkeit ausscheiden, kommt es zu Ödemen.
- Lebererkrankungen – zum Beispiel eine Leberzirrhose kann Flüssigkeitseinlagerungen im Bauch und in den Beinen verursachen.
- Bestimmte Medikamente – manche Blutdrucksenker (z. B. Kalziumkanalblocker) oder entzündungshemmende Mittel können Ödeme begünstigen. (Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Verdacht haben.)
Risikofaktoren
- Alter (über 65 Jahre)
- Übergewicht oder Adipositas
- Bluthochdruck
- Diabetes mellitus
- Koronare Herzkrankheit (Verengung der Herzkranzgefäße)
- Langes Sitzen oder Stehen am Tag
- Schwangerschaft (in den letzten Monaten oft harmlos)
- Salzreiche Ernährung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlicher Atemnot oder Brustschmerzen – rufen Sie sofort den Notruf 112.
- Bei Schwellung nur eines Beins mit Schmerzen oder Überwärmung – das könnte eine Thrombose sein.
- Bei starkem Husten mit rosafarbenem Auswurf – das kann auf eine Lungenstauung hinweisen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Schwellungen über mehrere Tage bestehen bleiben oder schlimmer werden.
- Wenn Sie morgens ohne Erklärung mehr als 1 Kilo mehr wiegen als abends.
- Wenn Sie nachts oft aufwachen und das Gefühl haben, nicht genug Luft zu bekommen.
- Bei neu auftretenden Schwellungen – auch ohne Schmerzen – sollten Sie dies innerhalb weniger Tage ärztlich abklären lassen.
Diagnose
Der Arzt wird zunächst mit Ihnen sprechen und eine körperliche Untersuchung durchführen. Dabei wird er nach der Schwellung tasten, die Hautfarbe beurteilen und Herz und Lunge abhören. Auch Ihr Gewicht wird gemessen. Anhand dieser ersten Befunde wird er entscheiden, ob weitere Untersuchungen nötig sind.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung – um die Nierenfunktion, Leberwerte und ein Herzenzym namens BNP (B-natriuretisches Peptid) zu bestimmen.
- Echokardiografie (Herzultraschall) – damit kann die Pumpleistung des Herzens beurteilt werden.
- EKG (Elektrokardiogramm) – zur Überprüfung des Herzrhythmus.
- Ultraschall der Beinvenen – wenn eine Venenschwäche oder Thrombose vermutet wird.
- Röntgenaufnahme des Brustkorbs – bei Verdacht auf Flüssigkeit in der Lunge.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern meist nicht lange. Der Arzt wird die Ergebnisse mit Ihnen besprechen und gemeinsam eine Behandlung planen. Oft ist eine Verlaufskontrolle nach ein paar Wochen sinnvoll, um zu sehen, ob die Therapie anschlägt.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der nächtlichen Ödeme. Ziel ist es, die Flüssigkeit aus dem Gewebe zu entfernen und die Grunderkrankung zu behandeln. Bei einer Herzschwäche stehen Medikamente, Bewegung und eine angepasste Ernährung im Vordergrund. Bei Venenschwäche helfen Kompression und Bewegung.
Selbsthilfe zu Hause
- Lagern Sie Ihre Beine abends für 20–30 Minuten hoch – am besten auf einem Kissen oder einer Fußbank.
- Reduzieren Sie Salz in Ihrer Ernährung – verwenden Sie stattdessen Kräuter und Gewürze.
- Vermeiden Sie langes Sitzen oder Stehen – bewegen Sie sich alle 30–60 Minuten ein wenig.
- Tragen Sie lockere, nicht einschnürende Kleidung und Schuhe.
- Achten Sie auf Ihr Gewicht – sprechen Sie mit Ihrem Arzt über eine gesunde Gewichtsabnahme bei Übergewicht.
- Wenn Ihr Arzt Kompressionsstrümpfe verordnet hat, tragen Sie diese tagsüber konsequent.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Ihnen entwässernde Medikamente (Diuretika) verschreiben, die die Flüssigkeitsausscheidung über die Nieren fördern. Je nach Ursache kommen auch blutdrucksenkende Mittel oder herzstärkende Medikamente infrage. Diese Mittel werden immer individuell eingestellt – nehmen Sie keine Präparate ohne ärztliche Verordnung ein. Auch eine Anpassung bestehender Medikamente kann helfen.
Wann kommt eine Operation infrage?
In seltenen Fällen, zum Beispiel bei schweren Herzklappenfehlern oder fortgeschrittener Venenschwäche, kann ein chirurgischer Eingriff nötig sein. Das wird Ihr Arzt mit Ihnen besprechen, wenn die konservative Behandlung nicht ausreicht.
Leben mit der Erkrankung
Mit nächtlichen Ödemen zu leben bedeutet, auf die Signale des Körpers zu achten. Wiegen Sie sich regelmäßig – am besten morgens nach dem Toilettengang und notieren Sie das Gewicht. So erkennen Sie früh, ob sich Flüssigkeit ansammelt. Planen Sie tägliche Ruhepausen mit hochgelagerten Beinen ein. Tragen Sie bequeme Kleidung und vermeiden Sie enge Gürtel oder Socken.
Tipps für den Alltag
- Bewegen Sie sich regelmäßig – Spaziergänge, Radfahren oder Schwimmen sind gut, um den Kreislauf in Schwung zu bringen.
- Vermeiden Sie Alkohol und Rauchen – beides belastet Herz und Kreislauf.
- Schlafen Sie mit leicht erhöhtem Oberkörper – ein zusätzliches Kissen kann helfen, die Atmung zu erleichtern und Flüssigkeitsansammlungen im Oberkörper zu vermindern.
- Trinken Sie ausreichend – besprechen Sie mit Ihrem Arzt, wie viel Flüssigkeit für Sie persönlich sinnvoll ist (bei Herzschwäche oft etwas weniger).
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung mit wenig Salz und viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und magerem Eiweiß unterstützt die Behandlung. Vermeiden Sie stark verarbeitete Lebensmittel und Fertiggerichte, die viel verstecktes Salz enthalten. Moderate Bewegung wie Nordic Walking oder Gymnastik ist ideal – fragen Sie Ihren Arzt, welche Belastung für Sie geeignet ist.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ständige Schwellungen und das Gefühl, körperlich eingeschränkt zu sein, können belastend sein. Viele Menschen fühlen sich unsicher oder ängstlich. Es ist völlig in Ordnung, diese Sorgen anzusprechen – bei Ihrem Arzt oder bei Angehörigen. Wenn die Belastung groß ist, kann eine psychologische Beratung oder eine Selbsthilfegruppe sehr helfen.
Vorbeugung
Nächtliche Ödeme lassen sich nicht immer verhindern, aber das Risiko lässt sich deutlich senken. Eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung und Vermeidung von Übergewicht ist das A und O. Wenn Sie Bluthochdruck oder Diabetes haben, lassen Sie diese gut behandeln. Vermeiden Sie langes Sitzen und Stehen – bewegen Sie sich zwischendurch. Bei bekannten Risiken können Kompressionsstrümpfe vorbeugend wirken – fragen Sie Ihren Arzt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Hautschäden – die gespannte Haut kann einreißen und sich entzünden („Stauungsdermatitis“).
- Offene Beine (Ulcus cruris) – schlecht heilende Wunden am Unterschenkel.
- Verschlechterung der Herzschwäche – Flüssigkeit kann sich auch in der Lunge ansammeln (Lungenödem), was lebensbedrohlich sein kann.
- Eingeschränkte Beweglichkeit und erhöhtes Sturzrisiko.
- Thrombose – vor allem bei einseitiger Schwellung und Schmerzen.
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung und einer guten Selbstfürsorge können nächtliche Ödeme meist gut in den Griff bekommen werden. Die Beschwerden bessern sich oft schon nach wenigen Tagen durch entwässernde Maßnahmen. Bleiben Sie in regelmäßiger ärztlicher Kontrolle – dann können Sie auch langfristig aktiv und beschwerdeärmer leben.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 22. Juli 2026
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