heart that worsens lying down
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Wenn sich Ihr Herz verschlechtert, wenn Sie sich hinlegen, spricht man von Orthopnoe (or-THOP-no-ee). Das bedeutet, dass Sie im Liegen schwerer Luft bekommen und sich aufsetzen oder aufrichten müssen, um besser atmen zu können. Dies kann ein Zeichen für eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) sein, bei der das Herz nicht mehr genug Blut durch den Körper pumpen kann.
Wichtige Fakten
- Das Gefühl, beim Hinlegen kurzatmig zu werden, ist ein häufiges Symptom einer Herzschwäche.
- Es tritt auf, weil sich Flüssigkeit in der Lunge staut, wenn Sie flach liegen.
- Die Beschwerden bessern sich meist, wenn Sie sich aufsetzen oder aufrecht hinsetzen.
Ja, Kurzatmigkeit im Liegen ist ein typisches Anzeichen für eine Herzschwäche und kommt bei vielen Betroffenen vor. Schätzungen zufolge haben etwa 4 Millionen Menschen in Deutschland eine Herzschwäche.
Menschen mit einer Herzschwäche sind am häufigsten betroffen. Die Erkrankung tritt vor allem bei älteren Erwachsenen auf, kann aber auch jüngere Personen betreffen, die zum Beispiel einen Herzinfarkt hatten oder an Bluthochdruck leiden.
Symptome
- Starke Kurzatmigkeit, die sich nicht bessert, wenn Sie sich aufsetzen
- Brustschmerzen oder Engegefühl in der Brust
- Ohnmachtsgefühl oder Bewusstlosigkeit
- Husten mit rosafarbenem, schaumigem Auswurf
- ⚠Zunehmende Kurzatmigkeit, die Sie nachts aufweckt
- ⚠Schwellungen an Beinen oder Knöcheln, die nicht zurückgehen
- ⚠Anhaltende Müdigkeit oder Schwächegefühl im Alltag
Häufige Symptome
- Kurzatmigkeit oder Erstickungsgefühl beim Hinlegen
- Das Gefühl, sich aufsetzen oder mit erhöhtem Oberkörper schlafen zu müssen
- Husten oder Keuchen, besonders nachts
- Geschwollene Knöchel oder Beine (Ödeme)
- Müdigkeit und Schwäche
Symptome bei Kindern
- Säuglinge und Kinder mit Herzproblemen können beim Füttern oder Hinlegen unruhig werden, schwitzen oder schnell außer Atem sein.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen bemerken oft eine zunehmende Kurzatmigkeit beim Hinlegen, die sie nachts aufweckt.
- Sie können sich morgens müde und benommen fühlen.
- Geschwollene Füße oder Knöchel sind ebenfalls häufig.
Ursachen
Hauptursachen
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz): Das Herz pumpt nicht mehr kräftig genug, sodass sich Flüssigkeit im Körper staut.
- Flüssigkeitsansammlung in der Lunge (Lungenödem): Wenn Sie hinlegen, gelangt Flüssigkeit aus den Beinen in die Lunge und erschwert das Atmen.
- Andere Herzerkrankungen wie Herzklappenfehler oder Herzrhythmusstörungen können ebenfalls Kurzatmigkeit im Liegen verursachen.
Risikofaktoren
- Hoher Blutdruck (Hypertonie)
- Koronare Herzkrankheit (Verengung der Herzkranzgefäße)
- Herzinfarkt in der Vorgeschichte
- Diabetes mellitus
- Übergewicht
- Rauchen
- Hohes Alter
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie nachts plötzlich mit Atemnot aufwachen und sich aufsetzen müssen
- Wenn Ihre Kurzatmigkeit im Liegen sich innerhalb weniger Tage verschlechtert
- Wenn Sie zusätzlich Brustschmerzen oder Schwindel haben
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie bemerken, dass Sie immer mit einem höheren Kissen schlafen müssen
- Wenn Sie häufiger kurzatmig sind als früher, auch bei leichter Belastung
- Wenn Ihre Knöchel oder Beine anschwellen
Diagnose
Ihr Arzt wird zunächst ein ausführliches Gespräch mit Ihnen führen (Anamnese) und Sie körperlich untersuchen. Dabei hört er Herz und Lunge ab und prüft auf Schwellungen.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung: Bestimmung von BNP oder NT-proBNP – das sind Werte, die bei Herzschwäche erhöht sind.
- EKG (Elektrokardiogramm): Zeichnet die Herzströme auf und kann Hinweise auf Durchblutungsstörungen oder Rhythmusstörungen geben.
- Echokardiografie (Herzultraschall): Zeigt die Pumpfunktion des Herzens und ob die Herzklappen richtig arbeiten.
- Röntgen des Brustkorbs: Zeigt, ob sich Flüssigkeit in der Lunge angesammelt hat.
- Belastungs-EKG: Untersucht die Herzfunktion unter körperlicher Anstrengung.
- Herzkatheteruntersuchung: Wird bei Bedarf durchgeführt, um die Herzkranzgefäße darzustellen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist schmerzfrei und dauern je nach Umfang 30 Minuten bis einige Stunden. Ihr Arzt wird mit Ihnen die Ergebnisse besprechen und gemeinsam mit Ihnen einen Behandlungsplan erstellen. Bei dringenden Beschwerden werden Sie möglicherweise stationär aufgenommen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Ziel ist es, die Symptome zu lindern, die Herzfunktion zu verbessern und die Flüssigkeitsansammlung zu reduzieren. Ihr Arzt wird mit Ihnen eine individuelle Therapie besprechen.
Selbsthilfe zu Hause
- Schlafen Sie mit erhöhtem Oberkörper – zum Beispiel mit mehreren Kissen oder einem verstellbaren Lattenrost.
- Achten Sie auf eine salzarme Ernährung, da Salz Wasser im Körper bindet.
- Wiegen Sie sich regelmäßig (täglich), um eine plötzliche Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen früh zu erkennen.
- Bewegen Sie sich so, wie es Ihr Arzt empfiehlt – regelmäßige, leichte Bewegung ist gut, aber überanstrengen Sie sich nicht.
Medizinische Behandlungen
Die medikamentöse Behandlung umfasst in der Regel Wirkstoffe, die die Herzpumpleistung stärken und den Flüssigkeitshaushalt regulieren. Dazu gehören entwässernde Medikamente (Diuretika), ACE-Hemmer, Betablocker und Aldosteron-Antagonisten. Ihr Arzt wird Ihnen die für Sie geeigneten Medikamente verschreiben und die Dosierung anpassen. Bei Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge können entwässernde Medikamente auch intravenös gegeben werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
In manchen Fällen – zum Beispiel bei verengten Herzkranzgefäßen oder Herzklappenfehlern – kann ein Eingriff wie eine Katheterbehandlung oder eine Operation notwendig sein. Auch ein Herzschrittmacher oder ein implantierbarer Defibrillator (ICD) können die Herzfunktion unterstützen. Ihr Kardiologe wird mit Ihnen besprechen, ob ein solcher Eingriff infrage kommt.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer Herzschwäche können Sie trotz aller Einschränkungen ein erfülltes Leben führen. Wichtig ist, auf Ihren Körper zu hören und sich nicht zu überfordern. Planen Sie ausreichend Ruhepausen ein und vermeiden Sie extreme körperliche Anstrengung.
Tipps für den Alltag
- Rauchen aufgeben – das entlastet Ihr Herz und Ihre Lunge.
- Alkohol nur in Maßen oder ganz meiden – Alkohol belastet das Herz.
- Stress reduzieren durch Entspannungstechniken wie Atemübungen oder leichte Bewegung.
- Regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Kardiologen wahrnehmen.
Ernährung und Bewegung
Achten Sie auf eine herzgesunde Ernährung mit wenig Salz, wenig Fett und viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Leichte Bewegung wie Spazierengehen oder Radfahren (nach Absprache mit Ihrem Arzt) kann Ihre Ausdauer und Ihr Wohlbefinden verbessern. Vermeiden Sie anstrengende Aktivitäten, wenn Sie sich kurzatmig fühlen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose einer Herzschwäche kann ängstlich oder traurig machen. Viele Betroffene sorgen sich, dass die Erkrankung ihren Alltag stark einschränkt. Es ist normal, solche Gefühle zu haben. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einer psychologischen Beratungsstelle. Auch Selbsthilfegruppen können helfen, Erfahrungen auszutauschen.
Vorbeugung
Nicht immer, aber Sie können Ihr Risiko senken, indem Sie einen gesunden Lebensstil pflegen: nicht rauchen, ausreichend bewegen, gesund essen, Bluthochdruck behandeln und Diabetes gut einstellen. Wenn Sie bereits eine Herzerkrankung haben, können regelmäßige Kontrollen und eine konsequente Behandlung das Fortschreiten verlangsamen.
Impfungen
Eine jährliche Grippeimpfung und die Impfung gegen Pneumokokken werden für Menschen mit Herzschwäche empfohlen, da Infektionen das Herz zusätzlich belasten können.
Früherkennungsprogramme
Wenn Sie Risikofaktoren haben (Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht), sollten Sie regelmäßig Ihren Blutdruck und Ihre Blutfette kontrollieren lassen. Ihr Arzt kann bei Bedarf ein EKG oder eine Echokardiografie durchführen, um eine Herzschwäche früh zu erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Verschlechterung der Herzschwäche bis hin zur akuten Dekompensation (Notfall mit schwerer Atemnot)
- Wiederholte Krankenhausaufenthalte wegen Flüssigkeitsansammlung in der Lunge
- Nierenschäden durch verminderte Durchblutung
- Herzrhythmusstörungen, die zu Schlaganfall führen können
Langzeitprognose
Mit einer frühzeitigen Behandlung und einer guten Selbstfürsorge können Sie die Symptome wirksam lindern und Ihre Lebensqualität verbessern. Die Lebenserwartung hängt von der Ursache und dem Stadium der Erkrankung ab, aber viele Menschen mit Herzschwäche leben noch viele Jahre mit einer guten Lebensqualität. Bleiben Sie in ärztlicher Betreuung und nehmen Sie Ihre Behandlung ernst.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2026
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