Sodbrennen bei älteren Erwachsenen
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Sodbrennen ist ein brennendes Gefühl in der Brust oder im Hals, das entsteht, wenn Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt. Das wird auch als saures Aufstoßen bezeichnet.
Wichtige Fakten
- Sodbrennen ist bei älteren Menschen sehr häufig, etwa jeder Vierte über 65 Jahre ist betroffen.
- Die Symptome können sich bei älteren Menschen von denen jüngerer unterscheiden, z. B. durch Husten oder Heiserkeit.
- Unbehandelt kann Sodbrennen zu Entzündungen oder Verengungen der Speiseröhre führen – die Behandlung ist aber meist gut möglich.
Ja, Sodbrennen ist bei älteren Menschen besonders häufig. Schätzungsweise jeder vierte Erwachsene über 65 Jahre leidet gelegentlich darunter.
Sodbrennen betrifft Menschen jeden Alters, aber ältere Erwachsene haben ein höheres Risiko. Mit zunehmendem Alter werden die Muskeln, die den Magen verschließen, schwächer. Auch ein Zwerchfellbruch kommt bei Älteren häufiger vor.
Symptome
- Starke Brustschmerzen, die in Arme, Kiefer oder Rücken ausstrahlen
- Plötzliche Atemnot
- Blut erbrechen oder schwarzer Stuhl
- ⚠Sodbrennen, das trotz Selbsthilfe länger als zwei Wochen anhält
- ⚠Schluckbeschwerden mit ungewolltem Gewichtsverlust
- ⚠Übelkeit und Erbrechen
Häufige Symptome
- Brennen hinter dem Brustbein
- Saures Aufstoßen
- Dumpfer Schmerz in der Brust
- Schluckbeschwerden
Symptome bei Kindern
- Bauchschmerzen
- Aufstoßen
- Essverweigerung oder Erbrechen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Sodbrennen, das sich nach dem Essen oder im Liegen verschlimmert
- Schmerzen in der Brust, die oft mit Herzproblemen verwechselt werden
- Husten, Heiserkeit oder ständiges Räuspern
- Gefühl von Kloß im Hals
Ursachen
Hauptursachen
- Schwäche des unteren Schließmuskels der Speiseröhre (der Muskel, der den Magen verschließt)
- Zwerchfellbruch (Hiatushernie) – ein Teil des Magens rutscht nach oben in den Brustkorb
- Verlangsamte Magenentleerung
Risikofaktoren
- Übergewicht
- Fettreiche und scharfe Speisen
- Rauchen
- Alkohol
- Bestimmte Medikamente wie Schmerzmittel oder Blutdrucksenker
- Liegen direkt nach dem Essen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt sofort 112 rufen
- Bei Blutungen (Bluterbrechen oder schwarzer Stuhl) sofort zum Arzt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sodbrennen regelmäßig (mehrmals pro Woche) auftritt
- Wenn Hausmittel nicht helfen
- Vor der Einnahme von neuen Medikamenten gegen Sodbrennen
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch ein ausführliches Gespräch (Anamnese) und eine körperliche Untersuchung gestellt. Dabei folgt der Arzt den deutschen AWMF-Leitlinien.
Mögliche Untersuchungen
- Magenspiegelung (Gastroskopie) – der Arzt betrachtet die Speiseröhre und den Magen mit einem dünnen Schlauch
- pH-Metrie der Speiseröhre – eine Messung der Säurebelastung über 24 Stunden
- Röntgen mit Kontrastmittel
- Manometrie – Druckmessung des Speiseröhrenschließmuskels
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird Sie nach Ihren Symptomen fragen und den Oberbauch abtasten. Bei einer Magenspiegelung erhalten Sie eine leichte Beruhigungsspritze, sodass Sie nichts spüren.
Behandlung
Die Behandlung von Sodbrennen bei älteren Menschen umfasst meist Änderungen des Lebensstils, Medikamente und in seltenen Fällen einen operativen Eingriff. Ihr Arzt wird einen Behandlungsplan nach den AWMF-Leitlinien mit Ihnen besprechen.
Selbsthilfe zu Hause
- In kleinen Portionen essen
- Mindestens zwei Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr essen
- Oberkörper beim Schlafen erhöhen (z. B. mit einem Keilkissen)
- Lockere Kleidung tragen
- Aufrechte Haltung nach dem Essen einnehmen
Medizinische Behandlungen
Zur Behandlung werden Medikamente eingesetzt, die die Magensäure neutralisieren, die Säureproduktion verringern oder die Entleerung des Magens fördern. Ihr Arzt wird das für Sie passende Medikament auswählen. Lassen Sie sich in der Apotheke beraten – niemals eigenmächtig Medikamente über längere Zeit einnehmen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation (Fundoplikatio) kommt nur in Betracht, wenn Medikamente nicht ausreichen oder ein großer Zwerchfellbruch vorliegt. Dies wird mit dem Chirurgen besprochen.
Leben mit der Erkrankung
Viele ältere Menschen können mit Sodbrennen gut leben, wenn sie auf ihre Ernährung achten und die empfohlenen Maßnahmen umsetzen. Es ist wichtig, regelmäßige Kontrolltermine wahrzunehmen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige, aber nicht zu anstrengende Bewegung
- Stressabbau durch Entspannungsübungen oder Spaziergänge
- Gewichtskontrolle
Ernährung und Bewegung
Eine leichte, fettarme Kost und kleine Mahlzeiten helfen. Vermeiden Sie scharfe, saure oder sehr süße Speisen sowie Kaffee und Alkohol. Nach dem Essen ein kurzer Spaziergang kann die Verdauung fördern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronisches Sodbrennen kann belastend sein und zu Schlafstörungen oder Ängsten führen. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Arzt oder einem Psychotherapeuten darüber zu sprechen. Bei akuten Krisen wenden Sie sich an die Telefonseelsorge.
Vorbeugung
Nicht immer, aber durch einen gesunden Lebensstil, Vermeidung von Auslösern und die Behandlung von Risikofaktoren wie Übergewicht kann das Risiko gesenkt werden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Entzündung der Speiseröhre (Ösophagitis)
- Vernarbung und Verengung der Speiseröhre (Striktur)
- Barrett-Ösophagus – eine Veränderung der Schleimhaut, die in seltenen Fällen zu Speiseröhrenkrebs führen kann
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung und regelmäßigen ärztlichen Kontrollen ist die Prognose gut. Schwerwiegende Komplikationen sind selten. Bleiben Sie in ärztlicher Betreuung – dann können Sie in der Regel ein normales Leben führen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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