long lasting angina
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Angina pectoris (kurz: Angina) ist ein Druck- oder Engegefühl in der Brust. Es entsteht, wenn der Herzmuskel nicht genug Sauerstoff bekommt. Bei einer langanhaltenden Angina treten diese Beschwerden häufig auf und halten länger an – zum Beispiel bei Belastung oder Stress.
Wichtige Fakten
- Die langanhaltende Angina ist ein Zeichen einer verengten Herzkranzarterie (Koronararterie).
- Unbehandelt kann sie zu einem Herzinfarkt führen.
- Durch eine gesunde Lebensweise und ärztliche Behandlung können die Beschwerden oft gut gelindert werden.
Ja, Angina ist eine häufige Erkrankung, vor allem bei älteren Menschen. Schätzungsweise haben in Deutschland etwa 5 bis 7 von 100 Erwachsenen eine stabile Angina.
Betroffen sind vor allem Menschen mit Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, erhöhten Cholesterinwerten, Diabetes, Übergewicht oder einer familiären Vorbelastung. Männer erkranken häufiger als Frauen, aber nach den Wechseljahren steigt das Risiko für Frauen.
Symptome
- Starker, anhaltender Brustschmerz, der länger als 5 Minuten anhält
- Schmerzen, die in den Arm, Kiefer oder Rücken ausstrahlen
- Plötzliche starke Kurzatmigkeit
- Übelkeit, Erbrechen, kalter Schweiß
- Benommenheit oder Bewusstlosigkeit
- Rufen Sie sofort den Notruf 112.
- ⚠Neu auftretende oder sich plötzlich verschlechternde Brustschmerzen
- ⚠Schmerzen, die auch in Ruhe oder nachts auftreten
- ⚠Beschwerden, die sich durch Ihre übliche Medikation nicht bessern (z. B. Nitrospray – aber kein Medikamentenname nennen? Besser allgemein: „die vom Arzt verordnete Notfallmedikation“)
Häufige Symptome
- Druck-, Brenn- oder Engegefühl in der Brust, oft hinter dem Brustbein
- Schmerzen, die in den linken Arm, den Kiefer, den Rücken oder den Oberbauch ausstrahlen können
- Kurzatmigkeit, vor allem bei körperlicher Anstrengung
- Müdigkeit oder Schwächegefühl
- Bei manchen Menschen: Übelkeit, Schweißausbrüche oder Benommenheit
Symptome bei Kindern
- Angina tritt bei Kindern nur sehr selten auf – meist in Verbindung mit angeborenen Herzfehlern. Die Symptome sind ähnlich wie bei Erwachsenen: Brustschmerz bei Belastung, Kurzatmigkeit, Müdigkeit.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen kann die Angina atypisch verlaufen: Statt Brustschmerz haben sie oft nur allgemeine Schwäche, Kurzatmigkeit, Verwirrtheit oder Übelkeit. Auch Frauen zeigen häufiger diese unspezifischen Symptome.
Ursachen
Hauptursachen
- Verengung der Herzkranzarterien durch Ablagerungen (Plaques) – das nennt man Arteriosklerose.
- Ein Verkrampfen der Herzkranzgefäße (Koronarspasmus) – seltener.
Risikofaktoren
- Rauchen
- Hoher Blutdruck
- Erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin)
- Diabetes mellitus
- Übergewicht und Bewegungsmangel
- Ungesunde Ernährung (viel Zucker, Fett, Salz)
- Starker Stress
- Familiäre Vorbelastung (Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Eltern oder Geschwistern)
- höheres Alter
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen, starken Brustschmerzen (siehe Notfallsymptome) sofort den Notruf 112 anrufen.
- Wenn Ihre üblichen Angina-Beschwerden häufiger oder stärker werden oder länger anhalten – suchen Sie noch am selben Tag einen Arzt oder die Notaufnahme auf.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie zum ersten Mal Brustschmerzen bei Belastung verspüren, vereinbaren Sie innerhalb weniger Tage einen Termin bei Ihrem Hausarzt oder Kardiologen.
- Auch bei bereits bekannter Angina sollten Sie regelmäßige Kontrolltermine wahrnehmen (alle 3–12 Monate je nach Empfehlung).
Diagnose
Ihr Arzt wird zuerst mit Ihnen ein ausführliches Gespräch führen und eine körperliche Untersuchung durchführen. Anschließend können verschiedene Tests Klarheit bringen.
Mögliche Untersuchungen
- Ruhe-Elektrokardiogramm (EKG) – zeichnet die Herzströme auf.
- Belastungs-EKG – auf dem Fahrrad oder Laufband wird geprüft, wie Ihr Herz unter Belastung reagiert.
- Blutuntersuchung – misst Herzwerte (z. B. Troponin) und Risikofaktoren wie Blutzucker und Cholesterin.
- Herzultraschall (Echokardiografie) – zeigt die Struktur und Pumpfunktion des Herzens.
- Herzkatheteruntersuchung (Koronarangiografie) – Röntgenaufnahme der Herzkranzgefäße mit einem dünnen Schlauch. Das ist der genaueste Test, um Verengungen zu erkennen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist schmerzfrei und werden ambulant durchgeführt. Bei der Herzkatheteruntersuchung erhalten Sie eine örtliche Betäubung und ein Beruhigungsmittel. Ihr Arzt bespricht alle Ergebnisse ausführlich mit Ihnen.
Behandlung
Ziel der Behandlung ist es, die Herzkranzgefäße zu erweitern, das Herz zu entlasten und einen Herzinfarkt zu verhindern. Die Therapie besteht aus Lebensstiländerungen, Medikamenten und manchmal Eingriffen.
Selbsthilfe zu Hause
- Mit dem Rauchen aufhören – das ist der wichtigste Schritt.
- Gesund ernähren: wenig gesättigte Fette, viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte.
- Regelmäßige Bewegung (z. B. 30 Minuten zügiges Gehen an den meisten Tagen) – sprechen Sie vorab mit Ihrem Arzt.
- Stress reduzieren: Entspannungstechniken wie Atemübungen, Meditation oder Yoga.
- Übergewicht abbauen.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt wird Ihnen Medikamente verschreiben, die die Blutgefäße weitstellen, die Herzarbeit verringern oder die Blutgerinnung hemmen. Diese Arzneimittel müssen regelmäßig eingenommen werden – auch wenn Sie keine Beschwerden haben. Nehmen Sie keine Veränderungen ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt vor. Bei Bedarf erhalten Sie auch ein Medikament zur akuten Anwendung bei Angina-Anfällen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn Medikamente nicht ausreichen oder starke Verengungen vorliegen, können zwei Eingriffe helfen: die Ballonaufdehnung mit Stent-Einlage (perkutane Koronarintervention) oder eine Bypass-Operation. Ihr Arzt wird mit Ihnen die beste Option besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Lernen Sie Ihre Auslöser kennen (z. B. Treppensteigen, Kälte, starke Emotionen). Planen Sie Aktivitäten mit ausreichend Pausen. Halten Sie Ihre Notfallmedikation immer griffbereit. Führen Sie ein Symptomtagebuch, um Muster zu erkennen.
Tipps für den Alltag
- Rauchen aufgeben – auch Passivrauchen vermeiden.
- Ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkorn und gesunden Fetten (z. B. Olivenöl, Nüsse, Fisch).
- Regelmäßige Bewegung unter Anleitung – eine Herzgruppe oder Reha kann helfen.
- Gewicht normalisieren.
- Alkohol nur in Maßen (max. 1 Glas Bier/Wein pro Tag für Frauen, 2 für Männer).
- Ausreichend Schlaf und Stressmanagement.
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung (z. B. Mittelmeer-Diät) kann den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen. Bewegen Sie sich regelmäßig, aber überanstrengen Sie sich nicht. Ideal sind Ausdaueraktivitäten wie Walken, Radfahren oder Schwimmen – starten Sie langsam und steigern Sie sich nach Absprache mit Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Viele Menschen mit Angina haben Angst vor einem Herzinfarkt oder fühlen sich in ihrem Alltag eingeschränkt. Diese Belastung ist normal. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Auch professionelle psychologische Unterstützung oder eine Herz-Selbsthilfegruppe kann sehr hilfreich sein.
Vorbeugung
Eine langanhaltende Angina kann oft verhindert werden, indem Sie die Risikofaktoren für Arteriosklerose vermeiden oder behandeln: nicht rauchen, Blutdruck und Blutfette kontrollieren, Diabetes gut einstellen, gesund essen, sich bewegen und Stress regulieren. Wenn die Verengung bereits besteht, können Sie durch diese Maßnahmen ein Fortschreiten verlangsamen.
Impfungen
Eine Grippeimpfung wird für Menschen mit Herzerkrankungen empfohlen, da eine Grippe das Herz belasten kann. Fragen Sie Ihren Arzt.
Früherkennungsprogramme
Ab einem bestimmten Alter oder bei Risikofaktoren lassen Sie regelmäßig Ihren Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin messen. Ihr Hausarzt berät Sie zu sinnvollen Vorsorgeuntersuchungen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Herzinfarkt (Myokardinfarkt) – wenn ein Blutgerinnsel eine verengte Arterie komplett verschließt.
- Herzrhythmusstörungen – das Herz schlägt unregelmäßig, was gefährlich werden kann.
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz) – das Herz pumpt nicht mehr ausreichend.
- Plötzlicher Herztod – in seltenen Fällen.
Langzeitprognose
Mit einer konsequenten Behandlung – bestehend aus Lebensstiländerung, Medikamenten und gegebenenfalls einem Eingriff – können die meisten Menschen mit Angina ein weitgehend normales Leben führen und das Risiko für einen Herzinfarkt deutlich senken. Die Erkrankung ist ernst, aber behandelbar. Bleiben Sie in engem Kontakt mit Ihrem Ärzteteam.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Herzstiftung e.V. ↗ · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 22. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.