long lasting palpitations
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Lang anhaltende Palpitationen sind das unangenehme oder beunruhigende Spüren des eigenen Herzschlags, das über mehrere Minuten oder immer wieder über Stunden anhält. Es kann sich anfühlen, als ob das Herz rast, stolpert oder unregelmäßig schlägt.
Wichtige Fakten
- Lang anhaltende Palpitationen sind meist harmlos, können aber auf eine Herzrhythmusstörung hinweisen.
- Stress, Koffein, Alkohol oder bestimmte Medikamente können sie auslösen.
- Eine ärztliche Abklärung ist wichtig, um ernste Ursachen auszuschließen.
Ja, viele Menschen erleben irgendwann länger anhaltende Palpitationen. Sie sind einer der häufigsten Gründe, einen Hausarzt oder Kardiologen aufzusuchen.
Sie können in jedem Alter auftreten, sind jedoch bei Erwachsenen über 50 Jahren, bei Menschen mit Bluthochdruck oder Herzkrankheiten sowie bei Personen mit Angststörungen häufiger.
Symptome
- Brustschmerz oder Druckgefühl in der Brust
- Atemnot oder das Gefühl zu ersticken
- Plötzliche Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht
- Starke Schwindelgefühle, sodass Sie nicht mehr stehen können
- ⚠Die Palpitationen halten über Stunden an oder kommen immer wieder und sind sehr belastend
- ⚠Sie haben zusätzlich Schwindel, Schwächegefühl oder das Gefühl, gleich umzufallen
- ⚠Sie haben bereits eine bekannte Herzerkrankung und die Palpitationen sind neu oder stärker als sonst
Häufige Symptome
- Das Gefühl, dass das Herz rast, hüpft oder unregelmäßig schlägt
- Ein Aussetzen oder ein ‚Klopfen‘ im Brustkorb
- Das Herz klopft spürbar im Hals oder in der Brust
- Die Palpitationen dauern länger als ein paar Minuten oder treten immer wieder auf
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern sind Palpitationen oft harmlos, z. B. bei Aufregung oder Fieber.
- Sie klagen über ein plötzlich starkes Herzklopfen, das nach kurzer Zeit wieder verschwindet.
- Selten können angeborene Herzfehler oder Herzrhythmusstörungen dahinterstecken – daher ist ein Arztbesuch ratsam.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen können Palpitationen auf Vorhofflimmern hinweisen, eine häufige Herzrhythmusstörung.
- Häufig treten gleichzeitig Schwindel, Kurzatmigkeit oder eine verminderte Belastbarkeit auf.
- Das Risiko für Komplikationen wie Schlaganfall ist erhöht – daher ist eine ärztliche Abklärung besonders wichtig.
Ursachen
Hauptursachen
- Stress, Angst oder Panikattacken
- Übermäßiger Konsum von Koffein, Alkohol oder Nikotin
- Körperliche Erschöpfung oder Schlafmangel
- Herzrhythmusstörungen, z. B. Vorhofflimmern oder Extrasystolen (zusätzliche Herzschläge)
- Schilddrüsenüberfunktion (zu viele Schilddrüsenhormone)
- Nebenwirkungen von Medikamenten oder anderen Substanzen
Risikofaktoren
- Hoher Blutdruck (Hypertonie)
- Herzkrankheiten wie koronare Herzkrankheit oder Herzklappenerkrankungen
- Hohes Lebensalter (über 65 Jahre)
- Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen
- Starker Alkohol- oder Koffeinkonsum
- Psychische Belastung oder Angststörungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Palpitationen von Brustschmerz, Atemnot oder Ohnmacht begleitet werden – rufen Sie sofort den Notruf 112.
- Wenn Sie bereits an einer Herzkrankheit leiden und die Palpitationen sich verändern oder häufiger werden.
- Wenn die Palpitationen mit Schwindel oder dem Gefühl, gleich umzufallen, einhergehen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Palpitationen immer wieder auftreten, auch ohne Notfallsymptome.
- Wenn Sie sich durch das Herzklopfen verunsichert fühlen oder es Ihren Alltag beeinträchtigt.
- Wenn Sie eine bekannte Risikofaktoren haben (z. B. Bluthochdruck, Diabetes) und neue Palpitationen bemerken.
Diagnose
Der Arzt wird zuerst mit Ihnen über Ihre Symptome, Ihre Krankengeschichte und mögliche Auslöser sprechen. Danach folgt eine körperliche Untersuchung, bei der er Ihren Puls fühlt und Ihr Herz abhört.
Mögliche Untersuchungen
- Ruhe-EKG (Elektrokardiogramm) – zeichnet die Herzströme im Liegen auf
- Langzeit-EKG (24-Stunden-EKG) – misst den Herzrhythmus über einen ganzen Tag
- Belastungs-EKG – zeigt die Herzreaktion unter körperlicher Belastung
- Blutuntersuchungen – suchen nach Schilddrüsenwerten, Elektrolyten oder Entzündungszeichen
- Herzultraschall (Echokardiographie) – beurteilt die Struktur und Funktion des Herzens
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist schmerzfrei und erfordern keine besondere Vorbereitung. Der Arzt wird die Ergebnisse mit Ihnen besprechen und gegebenenfalls eine Überweisung zu einem Kardiologen (Herzspezialisten) ausstellen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Oft reichen schon einfache Änderungen im Lebensstil, um die Palpitationen zu reduzieren. Bei zugrunde liegenden Herzrhythmusstörungen gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten.
Selbsthilfe zu Hause
- Reduzieren Sie Stress durch Entspannungsübungen, Yoga oder Atemtechniken
- Vermeiden Sie Koffein, Alkohol und Nikotin, besonders abends
- Achten Sie auf ausreichend Schlaf und regelmäßige Pausen
- Führen Sie ein Tagebuch über Ihre Palpitationen mit Datum, Uhrzeit und möglichen Auslösern
- Nehmen Sie keine Medikamente auf eigene Faust ein
Medizinische Behandlungen
Falls eine Herzrhythmusstörung vorliegt, kann der Arzt Medikamente verschreiben, die den Herzschlag beruhigen oder den Rhythmus stabilisieren. Dazu gehören sogenannte Antiarrhythmika (Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen). Auch eine Katheterablation (Verödung der überaktiven Herzareale) oder ein Herzschrittmacher können in Betracht kommen – dies entscheidet der Kardiologe individuell.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist selten nötig. Bei schweren, medikamentös nicht einstellbaren Rhythmusstörungen kann eine Katheterablation oder das Einsetzen eines Herzschrittmachers oder Defibrillators erforderlich sein.
Leben mit der Erkrankung
Lernen Sie, Ihre Palpitationen zu beobachten und einzuordnen. Führen Sie ein Symptomtagebuch und besprechen Sie es mit Ihrem Arzt. Die meisten Menschen können gut mit Palpitationen leben, wenn sie die Auslöser kennen und vermeiden.
Tipps für den Alltag
- Treiben Sie regelmäßig, aber nicht zu intensiv Sport – fragen Sie Ihren Arzt, welche Aktivitäten für Sie geeignet sind
- Bauen Sie regelmäßige Entspannungszeiten in Ihren Alltag ein
- Vermeiden Sie übermäßigen Konsum von Koffein, Alkohol und Energydrinks
- Rauchen Sie nicht oder reduzieren Sie es
- Führen Sie einen regelmäßigen Schlafrhythmus ein
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit wenig Salz und viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt die Herzgesundheit. Leichte Bewegung wie Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen ist meist gut geeignet. Vermeiden Sie jedoch anstrengende Belastungen, wenn die Palpitationen akut sind – hören Sie auf Ihren Körper.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Lang anhaltende Palpitationen können Ängste auslösen – die Sorge, das Herz könne plötzlich versagen. Das ist verständlich. Wenn die Angst überhandnimmt und den Alltag beeinträchtigt, scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Hausarzt, einem Psychologen oder einer psychosozialen Beratungsstelle zu sprechen. Bei akuten seelischen Krisen erreichen Sie rund um die Uhr die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, anonym).
Vorbeugung
Nicht alle Ursachen von Palpitationen lassen sich verhindern, aber ein herzgesunder Lebensstil kann das Risiko senken. Dazu gehören eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, Stressmanagement und der Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum.
Früherkennungsprogramme
Bei Risikopatienten (z. B. Bluthochdruck, Diabetes, familiäre Vorbelastung) empfehlen die AWMF-Leitlinien regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Hausarzt oder Kardiologen, um Herzrhythmusstörungen frühzeitig zu erkennen. Dazu gehören Blutdruckmessungen und ein Ruhe-EKG.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bei unbehandelten Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern steigt das Risiko für einen Schlaganfall, da sich Blutgerinnsel im Herzen bilden können
- Dauerhaft zu schneller oder unregelmäßiger Herzschlag kann das Herz schwächen und zu einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche) führen
- In seltenen Fällen kann es zu lebensbedrohlichen Rhythmusstörungen kommen, die einen Herzstillstand verursachen können
Langzeitprognose
Die Prognose ist in den allermeisten Fällen gut. Wenn eine harmlose Ursache vorliegt, sind die Palpitationen zwar unangenehm, aber nicht gefährlich. Auch bei behandlungsbedürftigen Herzrhythmusstörungen stehen heute sehr wirksame Therapien zur Verfügung, die die Beschwerden lindern und das Risiko für Folgeschäden deutlich senken. Mit der richtigen Behandlung und Begleitung können Sie in der Regel ein normales Leben führen.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 22. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.