palpitations at night
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Palpitationen in der Nacht bedeuten, dass Sie Ihren Herzschlag unangenehm oder ungewöhnlich spüren, während Sie liegen oder versuchen zu schlafen. Das Herz schlägt dann vielleicht schneller, kräftiger, unregelmäßig oder stolpert. Das ist oft harmlos, kann aber auch auf eine Herzerkrankung hinweisen.
Wichtige Fakten
- Palpitationen sind in der Nacht relativ häufig und meistens harmlos.
- Stress, Alkohol oder Koffein können nächtliches Herzrasen auslösen.
- In seltenen Fällen steckt eine Herzrhythmusstörung dahinter, die ärztlich abgeklärt werden sollte.
Ja, viele Menschen erleben gelegentlich Palpitationen in der Nacht. Oft sind sie harmlos und treten nur kurz auf.
Sie können in jedem Alter auftreten. Besonders häufig sind sie bei Menschen, die gestresst sind, viel Koffein oder Alkohol trinken oder an Schlafstörungen leiden.
Symptome
- Plötzliche Schmerzen in der Brust, die länger als 10 Minuten anhalten
- Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht
- Starke Atemnot, die nicht nachlässt
- Palpitationen mit Brustschmerz, Übelkeit oder extremem Schwitzen
- ⚠Anhaltende Palpitationen, die länger als eine Stunde andauern
- ⚠Schwindel oder Benommenheit, die Sie ängstigen
- ⚠Palpitationen verbunden mit Ohnmachtsgefühl
Häufige Symptome
- Das plötzliche Gefühl von Herzrasen oder Herzklopfen im Liegen
- Ein "Stolpern" oder Aussetzen des Herzschlags
- Das Gefühl, dass das Herz in der Brust "rumort"
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern können Palpitationen ängstlich machen, sind aber oft harmlos. Sie zeigen sich durch Unruhe, Weinen oder die Angabe, dass das Herz "hüpft".
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Erwachsenen können Palpitationen Symptome einer Vorhofflimmern oder anderen Rhythmusstörungen sein. Sie verspüren oft Schwindel, Kurzatmigkeit oder Druckgefühl in der Brust.
Ursachen
Hauptursachen
- Stress und Angst
- Koffein, Nikotin oder Alkohol
- Schlafmangel oder Schlafapnoe
- Hormonelle Schwankungen (z.B. Wechseljahre, Schwangerschaft)
- Medikamente oder Drogen
- Herzerkrankungen wie Vorhofflimmern oder Herzrhythmusstörungen
Risikofaktoren
- Übergewicht
- Hoher Blutdruck
- Diabetes
- Schilddrüsenüberfunktion
- Bekannte Herzerkrankungen
- Starker Alkoholkonsum
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Sie haben Brustschmerz oder atmen schwer
- Sie werden ohnmächtig
- Sie haben das Gefühl, Ihr Herz rast und bleibt dann stehen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Die Palpitationen treten immer wieder auf und machen Ihnen Sorgen
- Sie wachen regelmäßig mit Herzrasen auf
- Sie haben Schwindel oder Müdigkeit tagsüber
Diagnose
Der Arzt wird zunächst ein Gespräch mit Ihnen führen, um die genauen Beschwerden zu erfragen. Danach folgen körperliche Untersuchungen und spezielle Herzuntersuchungen.
Mögliche Untersuchungen
- Elektrokardiogramm (EKG) – zeichnet die Herzströme auf
- Langzeit-EKG über 24 Stunden oder länger
- Event-Rekorder – ein Gerät, das Sie zu Hause tragen und bei Symptomen aktivieren
- Belastungs-EKG (unter körperlicher Belastung)
- Echokardiogramm (Herz-Ultraschall)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern meist nicht lange. Der Arzt erklärt Ihnen jeden Schritt. Es ist wichtig, dass Sie während der Untersuchung Ruhe bewahren und normal atmen.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache ab. In vielen Fällen reichen Änderungen im Lebensstil. Wenn eine Herzerkrankung vorliegt, wird der Arzt die geeignete Therapie einleiten.
Selbsthilfe zu Hause
- Vermeiden Sie Koffein, Nikotin und Alkohol am Abend
- Schaffen Sie eine entspannte Abendroutine und gehen Sie rechtzeitig ins Bett
- Lernen Sie Entspannungstechniken wie Meditation oder progressive Muskelentspannung
- Achten Sie auf eine regelmäßige Schlafenszeit und ausreichend Schlaf
Medizinische Behandlungen
Der Arzt kann bei Bedarf Medikamente verschreiben, die den Herzrhythmus stabilisieren, oder eine elektrische Kardioversion durchführen. In manchen Fällen wird eine Katheterablation empfohlen, bei der störende Herzmuskelstellen verödet werden. Die Therapie wird immer individuell auf Sie abgestimmt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Ein operativer Eingriff ist nur sehr selten notwendig, zum Beispiel wenn Schrittmacher oder implantierbare Defibrillatoren benötigt werden. Ihr Arzt bespricht das mit Ihnen, wenn nötig.
Leben mit der Erkrankung
Mit nächtlichen Palpitationen zu leben bedeutet für viele, dass sie Ängste abbauen und sich bewusst entspannen lernen. Die meisten Menschen gewöhnen sich daran und führen ein normales Leben. Es ist wichtig, die Ursache abklären zu lassen, um keine Angst zu haben.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie schweres Essen vor dem Schlafen
- Reduzieren Sie Stress im Alltag
- Führen Sie ein Tagebuch über Ihre Palpitationen und notieren Sie Umstände
- Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung wirken sich positiv auf Ihr Herz aus. Vermeiden Sie allerdings anstrengende Sporteinheiten kurz vor dem Schlafengehen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Palpitationen können Ängste auslösen oder verstärken, besonders wenn sie nachts auftreten. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Vielen hilft es, die genaue Ursache zu kennen und zu wissen, dass sie harmlos sind. Bei anhaltender Belastung suchen Sie psychologische Unterstützung.
Vorbeugung
Nicht alle Palpitationen lassen sich verhindern, aber ein gesunder Lebensstil reduziert das Risiko. Dazu gehören Stressabbau, ausreichend Schlaf, Verzicht auf Genussmittel und regelmäßige Bewegung.
Komplikationen
Unbehandelt
- Herzrhythmusstörungen können sich verschlechtern
- Mögliche Entstehung von Blutgerinnseln (bei Vorhofflimmern)
- Erhöhtes Risiko für Schlaganfall oder Herzinsuffizienz
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung und einem gesunden Lebensstil haben die meisten Menschen eine gute Prognose. Viele Palpitationen sind harmlos und klingen von selbst wieder ab. Wichtig ist, die Ursache ärztlich abklären zu lassen.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Herzstiftung · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 22. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.