palpitations with fever
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Herzklopfen (Palpitationen) bedeutet, dass Sie Ihren Herzschlag besonders stark, schnell oder unregelmäßig spüren – zum Beispiel als Hämmern, Flattern oder Aussetzer. Tritt gleichzeitig Fieber auf (Körpertemperatur über 38°C), spricht man von Herzklopfen mit Fieber. Meist ist dies eine normale Reaktion des Körpers auf eine Infektion, kann aber auch auf eine ernstere Erkrankung hinweisen.
Wichtige Fakten
- Fieber kann das Herz schneller schlagen lassen – das ist normal und meist harmlos.
- Herzklopfen mit Fieber tritt oft bei Infekten wie Grippe oder einer Harnwegsinfektion auf.
- Sollten zusätzlich Brustschmerz, Atemnot oder Ohnmacht auftreten, ist sofort ein Notarzt unter 112 erforderlich.
Ja, Herzklopfen mit Fieber kommt häufig vor. Die meisten Menschen erleben es mindestens einmal im Leben, zum Beispiel bei einem grippalen Infekt.
Es kann jeden treffen. Besonders anfällig sind Menschen mit bestehenden Herzerkrankungen, ältere Erwachsene und Personen mit geschwächtem Immunsystem.
Symptome
- Starke Brustschmerzen oder Engegefühl in der Brust
- Schwere Atemnot (auch in Ruhe)
- Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit
- Plötzliche Verwirrtheit
- Sehr hohes Fieber (über 40°C) mit Kreislaufproblemen
- ⚠Herzklopfen mit Fieber, das länger als 24 Stunden anhält
- ⚠Leichte Kurzatmigkeit oder Schwindel, der nicht vergeht
- ⚠Bekannte Herzerkrankung und neu auftretendes Herzklopfen mit Fieber
Häufige Symptome
- Spürbares Herzklopfen oder Herzrasen
- Gefühl eines flatternden oder aussetzenden Herzschlags
- Erhöhte Körpertemperatur (Fieber)
- Leichtes Schwindelgefühl oder Schwäche
- Kurzatmigkeit bei Belastung
Symptome bei Kindern
- Sie können Herzklopfen oft nicht beschreiben – wirken stattdessen unruhig, blass oder klagen über Bauchschmerzen.
- Bei Fieber hohes Risiko für Fieberkrämpfe – beobachten Sie Ihr Kind aufmerksam.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Herzklopfen kann sich als allgemeine Schwäche, Verwirrtheit oder Sturzgefahr äußern.
- Oft treten zusätzlich Benommenheit, Ohnmachtsgefühl oder Brustschmerz auf.
Ursachen
Hauptursachen
- Infektionen (viral oder bakteriell) wie Grippe, COVID-19, Harnwegsinfektionen oder Lungenentzündung
- Fieber – der Körper erhöht die Herzfrequenz, um die Körpertemperatur zu regulieren
- Flüssigkeitsmangel (Dehydratation) durch Fieber und Schwitzen
- Stress und Angst, die durch das Kranksein verstärkt werden
Risikofaktoren
- Bestehende Herzerkrankungen (z. B. Herzrhythmusstörungen, Herzklappenfehler)
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Diabetes, Chemotherapie)
- Hohes Alter oder sehr junges Alter
- Elektrolytstörungen (z. B. zu wenig Kalium oder Magnesium)
- Einnahme von fiebersenkenden Medikamenten, die das Herz beeinflussen können (nicht spezifisch genannt)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Sie haben zusätzlich Brustschmerz, Atemnot oder Ohnmachtsanfälle – dann rufen Sie den Notarzt (112).
- Sie fühlen sich sehr schwach oder verwirrt und haben hohes Fieber.
- Ihr Herzklopfen hört nicht auf oder wird stärker.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Leichtes Herzklopfen mit Fieber, das nach ein bis zwei Tagen nicht besser wird.
- Sie haben eine bekannte Herzerkrankung und bemerken Veränderungen.
- Sie machen sich Sorgen und möchten sichergehen.
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin wird zuerst ein ausführliches Gespräch führen und nach Ihren Symptomen, Vorerkrankungen und Medikamenten fragen. Danach folgt eine körperliche Untersuchung mit Messung von Puls, Blutdruck und Fieber.
Mögliche Untersuchungen
- Elektrokardiogramm (EKG) – zeichnet die Herzströme auf und erkennt Rhythmusstörungen.
- Blutuntersuchung – zeigt Entzündungswerte (CRP, Leukozyten) und Elektrolytstörungen.
- Langzeit-EKG (24 Stunden) – wenn Herzklopfen nur zeitweise auftritt.
- Herzultraschall (Echokardiographie) – falls der Arzt eine Herzerkrankung vermutet.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel schmerzfrei und einfach. Sie werden meist in der Hausarztpraxis oder einer Notaufnahme durchgeführt. Nach wenigen Tagen liegen die Ergebnisse vor – Ihr Arzt bespricht mit Ihnen den nächsten Schritt.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Steht eine Infektion im Vordergrund, wird diese behandelt – zum Beispiel mit Antibiotika bei einer bakteriellen Infektion oder mit Bettruhe bei einem Virusinfekt. Das Fieber wird gesenkt, um die Belastung für das Herz zu reduzieren.
Selbsthilfe zu Hause
- Ruhe gönnen – legen Sie sich hin und vermeiden Sie körperliche Anstrengung.
- Ausreichend trinken (Wasser, ungesüßter Tee), um den Flüssigkeitsverlust durch Fieber auszugleichen.
- Fieber messen und dokumentieren – teilen Sie die Werte Ihrem Arzt mit.
- Kühlende Wadenwickel oder lauwarme Bäder können helfen, das Fieber zu senken.
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache kann der Arzt fiebersenkende Mittel verschreiben (die genauen Wirkstoffe nennen wir nicht, fragen Sie in Ihrer Apotheke). Bei bakteriellen Infektionen kommen Antibiotika zum Einsatz, bei Herzrhythmusstörungen können Medikamente zur Stabilisierung des Herzschlags gegeben werden. In seltenen Fällen ist eine Behandlung im Krankenhaus nötig.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Herzklopfen mit Fieber nahezu nie notwendig. Nur wenn eine schwere Herzerkrankung (z. B. Herzklappenentzündung) vorliegt, kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich werden – das entscheidet der Kardiologe.
Leben mit der Erkrankung
Achten Sie auf Ihren Körper: Messen Sie regelmäßig Puls und Temperatur. Führen Sie ein kurzes Tagebuch, um zu notieren, wann das Herzklopfen auftritt und wie lange es anhält. Das hilft dem Arzt bei der Diagnose.
Tipps für den Alltag
- Stress vermeiden – entspannende Aktivitäten wie Spaziergänge oder leichte Dehnübungen.
- Auf ausreichend Schlaf achten – das unterstützt das Immunsystem.
- Keinen Alkohol oder Nikotin während der Erkrankung – beides kann das Herz zusätzlich reizen.
Ernährung und Bewegung
Leichte Kost bevorzugen (viel Gemüse, Vollkornprodukte) und auf schwere, fettige Mahlzeiten verzichten. Bewegung nur, wenn Sie sich fit genug fühlen – ein kurzer Spaziergang ist in Ordnung, aber keine anstrengenden Sportarten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Herzklopfen kann Angst auslösen – das ist verständlich. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber. Sorgen Sie für Entspannung, zum Beispiel durch Atemübungen oder leichte Musik. Wenn die Angst anhält, kann eine psychologische Beratung helfen.
Vorbeugung
Nicht immer, aber Sie können das Risiko senken: Behandeln Sie Infektionen frühzeitig, trinken Sie genug und vermeiden Sie Stress. Lassen Sie sich gegen Grippe und Pneumokokken impfen – das verringert die Wahrscheinlichkeit von fieberhaften Infekten.
Impfungen
Ja, die jährliche Grippeimpfung und die Impfung gegen Pneumokokken (Lungenentzündung) werden für Risikogruppen empfohlen. Fragen Sie Ihren Hausarzt.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein spezielles Screening für Herzklopfen mit Fieber. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (Check-up) können jedoch Herz-Kreislauf-Erkrankungen früh erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Verschlechterung der zugrunde liegenden Infektion (z. B. Lungenentzündung, Blutvergiftung)
- Dauerhafte Herzrhythmusstörungen, die Behandlung erfordern
- Herzmuskelentzündung (Myokarditis) in seltenen Fällen
Langzeitprognose
Die Prognose ist meist sehr gut: Sobald die Infektion abklingt, normalisiert sich der Herzschlag in der Regel von selbst. Nur bei schweren Grunderkrankungen oder Komplikationen kann es länger dauern. Mit ärztlicher Begleitung ist das Risiko gering.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 22. Juli 2026
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