Pelvic pain in older adults
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Beckenschmerz ist ein Schmerz im unteren Bauchbereich rund um die Hüftknochen. Bei älteren Erwachsenen kann er viele verschiedene Ursachen haben, wie Probleme mit der Blase, dem Darm, den Geschlechtsorganen oder den Muskeln und Knochen. Es ist wichtig, die Ursache zu finden, um die richtige Behandlung zu bekommen.
Wichtige Fakten
- Beckenschmerzen bei älteren Menschen sind häufig und oft behandelbar.
- Die Ursache kann in verschiedenen Organen liegen – von der Blase bis zum Darm.
- Ein Arztbesuch hilft, ernste Erkrankungen auszuschließen und die Beschwerden zu lindern.
Ja, Beckenschmerzen sind bei älteren Erwachsenen recht häufig. Etwa jeder vierte Mensch über 65 Jahren leidet irgendwann darunter.
Betroffen sind vor allem ältere Frauen und Männer, oft im Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen, chronischen Erkrankungen oder altersbedingten Verschleißerscheinungen.
Symptome
- Plötzliche, sehr starke Schmerzen im Beckenbereich
- Blut im Urin oder Stuhl
- Hohes Fieber über 38,5°C
- Schwindel, Herzrasen oder Atemnot (Anzeichen für einen Kreislaufkollaps)
- Unfähigkeit, Urin zu lassen
- ⚠Anhaltende Schmerzen, die nach ein paar Tagen nicht besser werden
- ⚠Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen ohne Notfall
- ⚠Wiederkehrende Schmerzen, die den Alltag beeinträchtigen
- ⚠Probleme mit dem Stuhlgang wie starke Verstopfung oder Durchfall
Häufige Symptome
- Dumpfer oder drückender Schmerz im Unterbauch oder Becken
- Schmerzen beim Wasserlassen oder Stuhlgang
- Druckgefühl oder Völlegefühl im Unterleib
- Schmerzen beim Sitzen oder Liegen
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern treten Beckenschmerzen selten auf; häufiger sind Bauchschmerzen durch Infektionen oder Verstopfung.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die Schmerzen können weniger deutlich sein, da ältere Menschen Schmerzen anders wahrnehmen.
- Häufig kommen zusätzliche Symptome wie Verstopfung oder Probleme mit dem Wasserlassen hinzu.
- Manche ältere Erwachsene haben auch Schmerzen in der Leiste oder im unteren Rücken.
Ursachen
Hauptursachen
- Harnwegsinfektionen (Blasenentzündung)
- Verstopfung oder Darmprobleme
- Muskel- oder Skelettschmerzen (z. B. durch Arthrose im Hüftgelenk)
- Gynäkologische Ursachen bei Frauen: Scheidentrockenheit, Myome (gutartige Wucherungen) oder Gebärmuttersenkung
- Prostatabeschwerden bei Männern (vergrößerte Prostata)
- Nervenprobleme, z. B. durch eingeklemmte Nerven oder Gürtelrose
Risikofaktoren
- Fortgeschrittenes Alter
- Mehrere chronische Krankheiten (Multimorbidität)
- Einnahme vieler Medikamente
- Bewegungsmangel und langes Sitzen
- Hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren
- Frühere Operationen im Beckenbereich
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen, unerträglichen Schmerzen – rufen Sie sofort den Notruf 112.
- Wenn Sie Blut im Urin oder Stuhl bemerken.
- Bei hohem Fieber und Schüttelfrost.
- Wenn Sie Ihren Urin nicht mehr lassen können.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei anhaltenden Beckenschmerzen über mehr als eine Woche.
- Wenn die Schmerzen Ihr tägliches Leben stören, z. B. beim Gehen, Sitzen oder Schlafen.
- Wenn Sie Veränderungen beim Wasserlassen oder Stuhlgang bemerken.
- Zur Vorsorgeuntersuchung, auch wenn keine akuten Beschwerden bestehen.
Diagnose
Der Arzt wird zunächst mit Ihnen über Ihre Symptome, Ihre Krankengeschichte und Ihre Medikamente sprechen. Dann folgt eine körperliche Untersuchung, bei der er Ihren Bauch und Beckenboden abtastet. Je nach Verdacht können weitere Tests nötig sein.
Mögliche Untersuchungen
- Urinuntersuchung (Urinstreifentest oder Urinkultur) zum Ausschluss einer Infektion
- Blutuntersuchung (Entzündungswerte, Nierenfunktion)
- Ultraschalluntersuchung (Sonographie) von Blase, Prostata oder Gebärmutter
- Stuhluntersuchung verstecktes Blut
- Bei speziellen Fragen: CT, MRT oder Beckenbodenspiegelung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird einfühlsam vorgehen und Sie über jeden Schritt informieren. Die Untersuchungen sind meist schmerzfrei oder nur kurz unangenehm. Nach der Diagnose wird gemeinsam ein Behandlungsplan erstellt. Sollten Sie unter Schamgefühlen leiden, sprechen Sie es offen an – Ihr Arzt ist für solche Fragen geschult.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Oft reichen schon einfache Maßnahmen wie mehr Bewegung oder eine Ernährungsumstellung. Bei Infektionen oder Entzündungen können Medikamente helfen. In manchen Fällen ist eine Physiotherapie oder eine Operation sinnvoll. Ihr Arzt wird Ihnen einen individuellen Plan vorschlagen.
Selbsthilfe zu Hause
- Legen Sie eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen auf den Unterbauch – Wärme entspannt die Muskeln.
- Trinken Sie ausreichend, mindestens 1,5 Liter pro Tag, um die Blase und den Darm zu unterstützen.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, z. B. Spazierengehen oder sanfte Beckenbodenübungen.
- Achten Sie auf eine ballaststoffreiche Kost mit viel Gemüse und Vollkornprodukten, um Verstopfung zu vermeiden.
- Halten Sie einen geregelten Stuhlgang ein – gehen Sie bei Bedarf rechtzeitig auf die Toilette.
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache können Schmerzmittel (z. B. entzündungshemmende Mittel), Antibiotika bei bakteriellen Infektionen, oder bei hormonellen Problemen bestimmte Hormonpräparate eingesetzt werden. Auch eine Behandlung mit lokalen Östrogenen bei Scheidentrockenheit ist möglich. Ihr Arzt wird die für Sie passende Medikation besprechen. Physiotherapie kann helfen, Verspannungen zu lösen und die Beckenbodenmuskulatur zu stärken.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt nur in Frage, wenn andere Behandlungen nicht wirken oder bei bestimmten Erkrankungen wie einem starken Organvorfall, einem Tumor oder einer schweren Verengung der Harnröhre. Ihr Arzt wird die Notwendigkeit sorgfältig mit Ihnen abwägen.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie unter Beckenschmerzen leiden, ist es hilfreich, Ihren Alltag etwas anzupassen. Planen Sie ausreichend Pausen ein, vermeiden Sie langes Sitzen und stehen Sie bei Bedarf auf. Ein Schmerztagebuch kann Ihnen und Ihrem Arzt helfen, die Auslöser zu erkennen.
Tipps für den Alltag
- Integrieren Sie sanfte Bewegung in den Alltag, z. B. tägliche Spaziergänge oder Wassergymnastik.
- Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Ballaststoffen (Obst, Gemüse, Vollkorn).
- Trinken Sie regelmäßig – aber vermeiden Sie übermäßigen Konsum von Kaffee oder Alkohol.
- Gehen Sie bei Harndrang sofort zur Toilette, um die Blase nicht zu überdehnen.
Ernährung und Bewegung
Eine ballaststoffreiche Kost beugt Verstopfung vor, die Beckenschmerzen verstärken kann. Sanftes Beckenbodentraining und leichte Dehnübungen verbessern die Durchblutung und entspannen die Muskeln. Ihr Arzt kann Sie an eine Physiotherapie überweisen, die spezielle Übungen für Senioren anbietet.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Schmerzen können belastend sein und zu Niedergeschlagenheit oder Angst führen. Es ist wichtig, auch darüber zu sprechen. Ihr Arzt kann Ihnen bei Bedarf eine psychologische Beratung vermitteln. Bei akuten Gedanken an Selbstmord oder schwerer Verzweiflung rufen Sie sofort den Notruf 112 oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117).
Vorbeugung
Nicht alle Beckenschmerzen lassen sich verhindern, aber Sie können das Risiko senken. Achten Sie auf regelmäßige Bewegung, viel Flüssigkeit und eine gesunde Ernährung. Vermeiden Sie starkes Pressen beim Stuhlgang und gehen Sie regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen.
Impfungen
Lassen Sie sich gegen Grippe und Gürtelrose impfen – das senkt das Risiko für Infektionen, die Beckenschmerzen auslösen können. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt über die für Sie empfohlenen Impfungen.
Früherkennungsprogramme
Nehmen Sie die Vorsorgeuntersuchungen wahr: bei Frauen die gynäkologische Untersuchung, bei Männern die Prostatauntersuchung. Auch die Darmkrebsvorsorge ab 50 Jahren ist wichtig, um Erkrankungen frühzeitig zu erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Schmerzen, die den Alltag stark einschränken
- Harnverhalt mit möglicher Nierenschädigung
- Wiederkehrende Harnwegsinfektionen
- Stürze durch Schmerzen oder Schwäche
- Psychische Belastung bis hin zu Depressionen
Langzeitprognose
Mit der richtigen Diagnose und Behandlung sind die meisten Beckenschmerzen bei älteren Erwachsenen gut in den Griff zu bekommen. Viele Betroffene erleben eine deutliche Besserung und können ihren Alltag wieder genießen. Auch wenn nicht alle Ursachen heilbar sind, gibt es viele Wege, die Beschwerden zu lindern. Bleiben Sie zuversichtlich und suchen Sie frühzeitig ärztlichen Rat.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.