Tinnitus in older adults
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Tinnitus ist ein Geräusch, das Sie hören, obwohl es keine äußere Schallquelle gibt. Es klingt wie Klingeln, Summen oder Rauschen im Ohr oder im Kopf. Es ist keine eigene Krankheit, sondern ein Symptom, das verschiedene Ursachen haben kann.
Wichtige Fakten
- Tinnitus ist kein Zeichen einer gefährlichen Erkrankung, kann aber sehr belastend sein.
- Bei älteren Menschen tritt er häufig zusammen mit einer natürlichen Hörminderung auf.
- Eine Behandlung kann die Beschwerden oft lindern, auch wenn eine vollständige Heilung nicht immer möglich ist.
Ja, Tinnitus ist bei älteren Erwachsenen sehr häufig. Etwa jeder dritte Mensch über 65 Jahre hat zumindest zeitweise Ohrgeräusche.
Hauptsächlich betrifft Tinnitus ältere Menschen, vor allem solche mit Altersschwerhörigkeit. Auch Menschen mit Durchblutungsstörungen, Bluthochdruck oder nach längerem Lärmkontakt sind häufiger betroffen.
Symptome
- Plötzlicher, einseitiger Tinnitus mit starkem Hörverlust auf demselben Ohr.
- Tinnitus zusammen mit Schwindelgefühl oder Drehschwindel.
- Tinnitus nach einer Kopfverletzung.
- ⚠Tinnitus, der ganz plötzlich auftritt und nicht von selbst verschwindet.
- ⚠Wenn Ohrenschmerzen oder Ausfluss aus dem Ohr dazukommen.
Häufige Symptome
- Klingeln oder Pfeifen im Ohr
- Summen oder Brummen
- Rauschen, Zischen oder Klicken
- Ein Gefühl von Druck im Ohr
Symptome bei Kindern
- Tinnitus bei Kindern äußert sich oft durch Unruhe oder Konzentrationsschwierigkeiten.
- Kinder können die Geräusche manchmal nicht richtig beschreiben.
- Symptome wie häufiges Händereiben an den Ohren können ein Hinweis sein.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Häufig begleitet von Hörminderung (Schwerhörigkeit).
- Kann den Schlaf stören und zu Müdigkeit führen.
- Manche ältere Menschen fühlen sich dadurch ängstlich oder niedergeschlagen.
Ursachen
Hauptursachen
- Altersbedingte Schwerhörigkeit (Presbyakusis) – die häufigste Ursache.
- Ohrenschmalz, das den Gehörgang verstopft.
- Bestimmte Medikamente, die das Ohr schädigen können (z. B. einige Antibiotika oder Schmerzmittel in hohen Dosen).
- Durchblutungsstörungen oder Bluthochdruck.
- Verletzungen des Innenohrs durch Lärm.
Risikofaktoren
- Fortschreitendes Alter
- Langfristige Lärmbelastung (z. B. durch laute Musik oder Maschinen)
- Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Stress und Schlafmangel
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichem Tinnitus auf einem Ohr, besonders mit Hörverlust.
- Nach einer Kopfverletzung oder einem Ohrunfall.
- Wenn der Tinnitus von Schwindel oder starken Schmerzen begleitet wird.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn der Tinnitus länger als eine Woche anhält.
- Wenn er Ihren Alltag stark beeinträchtigt, z. B. beim Schlafen oder Konzentrieren.
Diagnose
Der Arzt fragt nach Ihren Beschwerden, Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand und ob Sie bestimmte Medikamente einnehmen. Dann wird Ihr Gehör getestet.
Mögliche Untersuchungen
- Hörtest (Audiometrie) – prüft, wie gut Sie verschiedene Töne hören.
- Ohrenspiegelung (Otoskopie) – der Arzt schaut in den Gehörgang.
- Manchmal eine Blutdruckmessung oder Blutuntersuchung.
- Bei bestimmten Verdachtsfällen eine Bildgebung (z. B. MRT oder CT).
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert etwa 30–60 Minuten. Sie bekommen einen Termin beim HNO-Arzt (Hals-Nasen-Ohren-Facharzt). Nach der Diagnose bespricht der Arzt mit Ihnen die weiteren Schritte.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Oft lässt sich der Tinnitus nicht komplett entfernen, aber die Beschwerden können gut gelindert werden.
Selbsthilfe zu Hause
- Vermeiden Sie absolute Stille – nutzen Sie Hintergrundgeräusche wie leise Musik oder einen Ventilator.
- Reduzieren Sie Lärm und schützen Sie Ihre Ohren mit Ohrstöpseln bei lauter Umgebung.
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und bauen Sie Stress ab (z. B. durch Entspannungsübungen).
Medizinische Behandlungen
Eine medikamentöse Behandlung wird nur in schweren Fällen und nach ärztlicher Verschreibung erwogen. Dazu gehören Mittel, die die Durchblutung fördern oder die Nerven beruhigen. Hörgeräte können helfen, wenn gleichzeitig eine Schwerhörigkeit vorliegt. Auch eine spezielle Klangtherapie (Tinnitus-Retraining-Therapie) wird von Fachleuten angeboten.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt nur sehr selten in Frage, zum Beispiel wenn ein Tumor oder eine Verletzung die Ursache ist. Ihr Arzt wird dies mit Ihnen besprechen, falls nötig.
Leben mit der Erkrankung
Viele Menschen gewöhnen sich mit der Zeit an den Tinnitus. Versuchen Sie, ihn nicht ständig zu beachten. Lenken Sie sich mit Aktivitäten ab, die Ihnen Freude machen.
Tipps für den Alltag
- Pflegen Sie regelmäßige Hörpausen und vermeiden Sie Dauerlärm.
- Bauen Sie Stress ab – z. B. mit Yoga, Meditation oder Spaziergängen.
- Tauschen Sie sich mit anderen Betroffenen aus, zum Beispiel in Selbsthilfegruppen.
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung können das allgemeine Wohlbefinden steigern. Achten Sie auf ausreichend Flüssigkeit und verzichten Sie auf zu viel Koffein und Alkohol, da diese den Tinnitus manchmal verstärken.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Tinnitus kann auf Dauer belastend sein und zu Ängsten, Schlafstörungen oder Niedergeschlagenheit führen. Sollten Sie sich seelisch sehr belastet fühlen, sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt. Bei akuten Gedanken an Selbstverletzung wenden Sie sich sofort an die Telefonseelsorge (kostenlose Rufnummer 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222) oder rufen Sie den Notruf 112.
Vorbeugung
Nicht alle Formen von Tinnitus lassen sich verhindern. Sie können Ihr Risiko aber senken, indem Sie laute Umgebungen meiden oder Gehörschutz tragen, Bluthochdruck behandeln lassen und auf eine gute Ohrenhygiene achten (z. B. keine Wattestäbchen tief ins Ohr stecken).
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit
- Stress und Angstsymptome
- Depressive Verstimmungen
- Sozialer Rückzug
Langzeitprognose
Bei den meisten älteren Menschen bessert sich der Tinnitus mit der Zeit oder wird weniger störend. Mit den richtigen Behandlungen und Strategien können Sie gut lernen, mit den Ohrgeräuschen umzugehen. Eine vollständige Heilung ist nicht immer nötig – die Lebensqualität kann sich deutlich verbessern.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.