varicose veins at night
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Krampfadern sind erweiterte, geschlängelte Venen, die oft an den Beinen auftreten. Nachts können sie besonders unangenehm werden, weil die Beine nach einem langen Tag schwer und müde sind. Der Blutstau in den Venen kann zu Schwellungen und einem Spannungsgefühl führen.
Wichtige Fakten
- Krampfadern entstehen, wenn die Venenklappen nicht mehr richtig schließen und das Blut zurückfließt.
- Typische Beschwerden sind Schweregefühl, Schwellungen und nächtliche Wadenkrämpfe.
- Durch Bewegung, Hochlegen der Beine und Kompressionsstrümpfe lassen sich die Symptome oft lindern.
Ja, Krampfadern sind sehr häufig. Etwa 20 bis 30 Prozent der Erwachsenen in Deutschland haben sichtbare Krampfadern. Besonders Frauen sind betroffen.
Krampfadern können jeden betreffen, treten aber häufiger bei älteren Menschen, Frauen, Schwangeren und Menschen mit einer familiären Vorbelastung auf.
Symptome
- Plötzliche starke Schwellung eines Beins, verbunden mit Schmerzen und Überwärmung (Hinweis auf eine tiefe Venenthrombose)
- Akute Atemnot oder Brustschmerzen, die auf ein Blutgerinnsel in der Lunge hindeuten können
- ⚠Starke, anhaltende Schmerzen in einer Krampfader, die nicht nachlassen
- ⚠Hautveränderungen wie offene Stellen (Geschwüre) oder Blutungen aus einer Krampfader
- ⚠Rötung und Überwärmung der Haut über einer Krampfader (Verdacht auf Venenentzündung)
Häufige Symptome
- Schweregefühl in den Beinen, vor allem am Abend
- Schwellungen an den Knöcheln oder Unterschenkeln
- Nächtliche Wadenkrämpfe oder Unruhe in den Beinen
- Juckreiz oder Spannungsgefühl über den Krampfadern
- Sichtbare, geschlängelte Venen unter der Haut
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern sind Krampfadern sehr selten. Falls sie auftreten, sollten sie ärztlich abgeklärt werden – oft steckt eine angeborene Bindegewebsschwäche dahinter.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Im Alter werden die Venenwände schwächer, sodass Krampfadern häufiger und ausgeprägter auftreten. Die Beschwerden wie Schweregefühl und Schwellungen sind oft stärker.
Ursachen
Hauptursachen
- Geschwächte Venenwände und defekte Venenklappen, die den Blutrückfluss zum Herzen nicht mehr verhindern.
- Vererbung: Eine familiäre Neigung zu Bindegewebsschwäche begünstigt Krampfadern.
- Schwangerschaft: Hormonelle Veränderungen und der Druck der Gebärmutter belasten die Venen.
Risikofaktoren
- Übergewicht (erhöht den Druck in den Beinvenen)
- Langes Stehen oder Sitzen im Beruf
- Alter (das Bindegewebe wird mit den Jahren schwächer)
- Weibliches Geschlecht (weibliche Hormone beeinflussen die Venenwände)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlicher starker Schwellung oder Schmerzen in einem Bein
- Bei offenen Stellen (Geschwüren) oder Blutungen an den Beinen
- Bei Zeichen einer Venenentzündung (Rötung, Überwärmung, Schmerz)
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Krampfadern kosmetisch stören oder alltägliche Beschwerden wie Schweregefühl, Schwellungen oder Krämpfe auftreten
- Bei familiärer Vorbelastung, um frühzeitig vorzubeugen
- Wenn Kompressionsstrümpfe oder Hausmittel nicht ausreichend helfen
Diagnose
Ein Arzt oder eine Ärztin (Hausarzt, Gefäßspezialist) stellt die Diagnose meist durch eine körperliche Untersuchung. Dabei wird nach sichtbaren Krampfadern, Schwellungen und Hautveränderungen geschaut. Mit einem Ultraschallgerät kann der Blutfluss in den Venen genau dargestellt werden.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung im Stehen (Sicht- und Tastbefund)
- Duplexsonographie (Ultraschalluntersuchung der Venen mit Farbdarstellung des Blutflusses)
- Gegebenenfalls Lichtreflexionsrheographie (Messung der Venenfunktion mit Infrarotlicht)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern etwa 15 bis 30 Minuten. In der Regel erhalten Sie noch am selben Tag eine erste Einschätzung und Empfehlungen für die nächsten Schritte.
Behandlung
Die Behandlung von Krampfadern richtet sich nach den Beschwerden und dem Schweregrad. Ziel ist es, die Durchblutung zu verbessern, Beschwerden zu lindern und Komplikationen zu vermeiden. Bei leichten Fällen reichen oft Selbsthilfemaßnahmen. Bei stärkeren Beschwerden stehen verschiedene, meist schonende Verfahren zur Verfügung.
Selbsthilfe zu Hause
- Beine hochlegen, besonders nach langem Stehen oder Sitzen
- Regelmäßige Bewegung (Gehen, Radfahren, Schwimmen) fördert den Blutrückfluss
- Kompressionsstrümpfe tragen – lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder einer Apotheke beraten
- Wechselduschen oder kalte Güsse an den Beinen
- Beim Sitzen die Beine nicht übereinanderschlagen
Medizinische Behandlungen
Neben konservativen Maßnahmen gibt es Verfahren wie die Verödung (Sklerotherapie), bei der eine Flüssigkeit oder ein Schaum in die Krampfader gespritzt wird, sodass sie sich verschließt. Auch Laser- oder Radiofrequenzverfahren kommen zum Einsatz, bei denen die Vene von innen erhitzt und verschlossen wird. Diese Behandlungen sind meist ambulant und örtlich betäubt. Eine Operation wird seltener durchgeführt und ist größeren, stark erweiterten Venen vorbehalten.
Wann kommt eine Operation infrage?
Ein operativer Eingriff (Stripping oder Phlebektomie) kommt infrage, wenn andere Methoden nicht ausreichen oder die Krampfadern sehr groß sind. Die Entscheidung trifft der Gefäßspezialist gemeinsam mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Mit Krampfadern kann man gut leben, wenn man auf seine Beine achtet. Es hilft, sich regelmäßig zu bewegen, die Beine hochzulegen und bequeme Schuhe zu tragen. Achten Sie darauf, nicht zu lange in derselben Position zu stehen oder zu sitzen.
Tipps für den Alltag
- Tragen Sie lockere Kleidung, die nicht abschnürt.
- Vermeiden Sie Übergewicht, da jedes Kilo die Venen belastet.
- Bevorzugen Sie flache Schuhe, denn hohe Absätze erschweren den Blutrückfluss.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Ballaststoffen (Vollkorn, Obst, Gemüse) beugt Verstopfung vor, die den Venendruck erhöht. Ausreichend trinken (Wasser, ungesüßte Tees) hält das Blut flüssig. Bewegung ist das A und O: Gehen, Schwimmen, Radfahren und Gymnastik fördern die Durchblutung und entlasten die Venen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Krampfadern sind in erster Linie ein körperliches Problem. Manche Menschen fühlen sich jedoch durch das Aussehen unsicher oder haben Angst vor Verschlimmerung. Es ist wichtig zu wissen, dass die meisten Fälle gut behandelbar sind. Bei starken psychischen Belastungen kann ein Gespräch mit dem Arzt oder einer psychologischen Beratungsstelle helfen.
Vorbeugung
Krampfadern lassen sich nicht immer verhindern, besonders wenn eine familiäre Veranlagung besteht. Aber Sie können das Risiko senken: regelmäßige Bewegung, normales Körpergewicht, Wechsel von Sitzen und Stehen, Hochlegen der Beine sowie das Tragen von Kompressionsstrümpfen bei Neigung zu Schwellungen.
Früherkennungsprogramme
Wenn in Ihrer Familie Krampfadern oder Venenleiden häufig vorkommen, kann eine regelmäßige Untersuchung beim Gefäßarzt sinnvoll sein – auch ohne Beschwerden. Der Arzt kann frühzeitig Maßnahmen empfehlen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Venenschwäche mit dauerhaften Schwellungen und Hautveränderungen
- Offene Beine (Geschwüre an den Unterschenkeln), die schlecht heilen
- Venenentzündung (oberflächliche Thrombophlebitis)
- Blutungen aus oberflächlichen Krampfadern
- Selten: tiefe Venenthrombose (Blutgerinnsel in einer tiefen Beinvene)
Langzeitprognose
Die meisten Menschen mit Krampfadern haben einen guten Verlauf. Mit den richtigen Maßnahmen und einer Behandlung, die auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt ist, lassen sich Beschwerden deutlich lindern und Komplikationen vermeiden. Bleiben Sie zuversichtlich – es gibt viele Wege, Ihre Venen zu unterstützen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 25. Juli 2026
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