varicose veins on one side
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Krampfadern (medizinisch: Varizen) sind erweiterte, geschlängelte Venen, die meist an den Beinen auftreten. Wenn sie nur auf einer Seite vorkommen, kann das ein Hinweis auf eine Belastung dieser Vene sein. Die Venenklappen, die das Blut zum Herzen zurücktransportieren, arbeiten dann nicht mehr richtig. Das Blut staut sich, die Vene wird dick und sichtbar.
Wichtige Fakten
- Krampfadern sind in Deutschland sehr häufig – etwa jede fünfte Person hat sie.
- Sie sind meist harmlos, können aber unbehandelt zu Beschwerden führen.
- Mit guter Selbstpflege (Bewegung, Kompression, Hochlegen) lassen sich Symptome oft mildern.
Ja, Krampfadern sind sehr verbreitet. Bei etwa 20 % aller Erwachsenen treten sie im Laufe des Lebens auf. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.
Besonders oft treten Krampfadern bei Menschen auf, die viel stehen oder sitzen, bei Schwangeren, bei Übergewichtigen und mit zunehmendem Alter. Auch die Vererbung spielt eine große Rolle.
Symptome
- Plötzliche starke Schwellung eines ganzen Beines
- Heftige Schmerzen im Bein mit Rötung und Überwärmung
- Atemnot oder Brustschmerzen (Hinweis auf Lungenembolie) – rufen Sie sofort 112.
- ⚠Blutende Krampfader (auch wenn es nur wenig blutet)
- ⚠Offene Wunde (Geschwür) am Unterschenkel, die nicht abheilt
- ⚠Hautverfärbung oder Verhärtung um die Krampfader
Häufige Symptome
- Sichtbare, bläulich hervortretende Venen an den Beinen
- Schweregefühl, müde Beine, besonders abends
- Leichte Schwellungen an Knöcheln oder Unterschenkeln
- Spannungsgefühl oder Juckreiz über den Venen
- Nächtliche Wadenkrämpfe
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern sind Krampfadern selten. Falls sichtbare Venen auftreten, sollten Sie einen Kinderarzt aufsuchen. Meist handelt es sich um gutartige Besenreiser.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen haben häufiger ausgeprägte Krampfadern. Die Haut kann dünner werden, und es kann leichter zu Ekzemen oder offenen Stellen (Geschwüren) kommen.
Ursachen
Hauptursachen
- Geschwächte oder undichte Venenklappen, die das Blut nicht mehr richtig zum Herzen zurückpumpen.
- Angeborene Bindegewebsschwäche – Krampfadern treten familiär gehäuft auf.
- Einseitige Belastung (z. B. nach einer Venenthrombose oder durch äußeren Druck auf die Vene).
Risikofaktoren
- Stehende oder sitzende Tätigkeiten über viele Stunden
- Übergewicht
- Schwangerschaft (hormonelle Veränderungen und Druck des Babys)
- Alter über 50 Jahre
- Weibliches Geschlecht
- Bereits erlebte Venenthrombose (tiefe Beinvenenthrombose)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlicher Schwellung, Schmerz oder Rötung eines Beines – dann sofort ärztliche Hilfe suchen (Notfallpraxis oder 112).
- Wenn die Krampfader stark blutet – legen Sie einen Druckverband an und gehen Sie in die Notaufnahme.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn sichtbare Krampfadern Sie stören oder Schmerzen bereiten, vereinbaren Sie einen Termin bei Hausarzt oder Fachärztin für Gefäßmedizin (Phlebologie).
- Wenn die Beine abends regelmäßig anschwellen oder die Haut sich verändert.
Diagnose
Die Diagnose stellt die Ärztin oder der Arzt meist schon durch Betrachten und Abtasten der Beine. Zur genauen Beurteilung wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung: Abtasten der Venen, Beurteilung von Schwellungen und Hautveränderungen.
- Duplexsonographie: eine spezielle Ultraschalluntersuchung, bei der man die Venen und den Blutfluss sehen kann.
- In seltenen Fällen: Venenverschlussplethysmographie (Misst die Venenfunktion) oder eine Phlebographie (Röntgen mit Kontrastmittel).
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzfrei und werden in der Regel in der Praxis durchgeführt. Sie müssen keine besondere Vorbereitung treffen. Bei der Ultraschalluntersuchung wird ein Gel auf die Haut aufgetragen und ein Schallkopf über die Beine geführt. Das dauert etwa 15 bis 30 Minuten.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach den Beschwerden und dem Stadium der Krampfadern. Oft reichen schon Selbsthilfemaßnahmen aus. Bei stärkeren Beschwerden stehen schonende Verfahren zur Verfügung, die in der Regel ambulant durchgeführt werden.
Selbsthilfe zu Hause
- Kompressionsstrümpfe tragen: Sie erzeugen einen leichten Druck von außen und unterstützen den Blutrückfluss. Lassen Sie sich anmessen, damit sie richtig sitzen.
- Beine hochlegen: Mehrmals täglich die Beine für 15–20 Minuten erhöht lagern, sodass sie höher als das Herz sind.
- Bewegung: Gehen, Radfahren oder Schwimmen fördert die Durchblutung und aktiviert die Venenpumpe.
- Vermeiden Sie langes Stehen oder Sitzen ohne Bewegung – machen Sie regelmäßig kleine Bewegungspausen.
Medizinische Behandlungen
Zur Behandlung stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung: Verödung (Sklerotherapie) – dabei wird eine Flüssigkeit oder ein Schaum in die Krampfader gespritzt, die sie verschließen. Lasertherapie oder Radiofrequenzablation – über einen dünnen Katheter wird Hitze eingesetzt, um die Vene von innen zu verschließen. In manchen Fällen wird die Krampfader operativ entfernt (Stripping). Welche Methode für Sie geeignet ist, besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Medikamente gegen Krampfadern gibt es nicht, aber bestimmte Salben können bei Juckreiz oder Spannungsgefühl helfen – fragen Sie Ihre Apotheke.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt meist dann in Frage, wenn die Krampfadern sehr groß sind, starke Beschwerden verursachen oder wenn andere Behandlungen nicht ausreichen. Die Entscheidung trifft die Fachärztin gemeinsam mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Krampfadern lassen sich gut in den Alltag integrieren. Mit ein paar Gewohnheiten können Sie Beschwerden vorbeugen: Tragen Sie bequeme Kleidung, die nicht einschnürt, und wechseln Sie öfter die Position. Duschen Sie die Beine abends kalt ab – das regt die Durchblutung an.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung (30 Minuten pro Tag, z. B. zügiges Gehen).
- Gewicht normal halten – jedes Kilo weniger entlastet die Venen.
- Vermeiden Sie enge Kleidung oder zu hohe Absätze (mehr als 4 cm).
- Bei langen Flug- oder Autofahrten: Kompressionsstrümpfe anziehen und öfter aufstehen.
Ernährung und Bewegung
Eine ballaststoffreiche Ernährung (Vollkorn, Obst, Gemüse) hilft, Verstopfung zu vermeiden – Pressen beim Stuhlgang belastet die Venen. Trinken Sie ausreichend Wasser (etwa 1,5–2 Liter pro Tag). Bewegung wie Schwimmen, Radfahren oder Gymnastik ist ideal.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Krampfadern können das Selbstbewusstsein beeinträchtigen, besonders wenn sie gut sichtbar sind. Es ist normal, sich manchmal unwohl zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einer Vertrauensperson darüber. Denken Sie daran: Sie sind kein Schönheitsfehler, sondern ein häufiges Gesundheitsphänomen.
Vorbeugung
Nicht immer, aber Sie können Ihr Risiko senken. Achten Sie auf ein gesundes Körpergewicht, bewegen Sie sich regelmäßig und vermeiden Sie langes Stehen oder Sitzen. Tragen Sie bei Neigung zu Krampfadern vorbeugend Kompressionsstrümpfe – zum Beispiel auf langen Reisen.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein routinemäßiges Screening. Wenn in Ihrer Familie Krampfadern häufig vorkommen oder Sie selbst Beschwerden haben, lassen Sie Ihre Venen frühzeitig ärztlich untersuchen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Hautveränderungen wie Verfärbungen (Dermatosklerose) oder Ekzeme
- Offene Beine (Ulcus cruris – ein Geschwür, das schlecht heilt)
- Thrombose (Blutgerinnsel) in den oberflächlichen Venen – schmerzhaft, aber meist nicht gefährlich
- Blutungen aus aufgeplatzten Krampfadern
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Krampfadern sind in den allermeisten Fällen gut behandelbar. Mit der richtigen Selbstpflege und bei Bedarf einer schonenden Behandlung bleiben die meisten Menschen beschwerdefrei. Auch wenn die Krampfadern nicht ganz verschwinden, können die Symptome meist deutlich gelindert werden. Bleiben Sie aktiv und suchen Sie frühzeitig ärztlichen Rat – dann ist die Prognose sehr günstig.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 25. Juli 2026
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