Addison disease awareness
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Addison-Krankheit (auch Nebennierenrindeninsuffizienz genannt) ist eine seltene Erkrankung, bei der die Nebennieren – kleine Drüsen über den Nieren – nicht genug Hormone produzieren. Diese Hormone helfen Ihrem Körper, mit Stress umzugehen, den Blutdruck zu regulieren und den Salz- und Wasserhaushalt auszugleichen.
Wichtige Fakten
- Die Erkrankung wird durch eine Schädigung der Nebennierenrinde verursacht.
- Ohne Behandlung kann es zu einer lebensbedrohlichen Addison-Krise kommen.
- Die Therapie besteht aus einem lebenslangen Ersatz der fehlenden Hormone.
Nein, die Addison-Krankheit ist selten. In Deutschland sind etwa 100 von 1.000.000 Menschen betroffen.
Die Erkrankung tritt am häufigsten bei Erwachsenen zwischen 30 und 50 Jahren auf, kann aber in jedem Alter vorkommen– auch bei Kindern und älteren Menschen.
Symptome
- Plötzliche starke Schmerzen im Bauch, Rücken oder in den Beinen
- Sehr niedriger Blutdruck mit Ohnmacht oder Kreislaufversagen
- Schwere Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall, die zu Austrocknung führen
- Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit
- ⚠Anhaltende Schwäche oder Schwindel
- ⚠Tage anhaltende Übelkeit oder Appetitlosigkeit
- ⚠Schnelle Verschlechterung des Allgemeinzustands
Häufige Symptome
- Starke Müdigkeit und Schwäche
- Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit
- Dunkle Verfärbungen der Haut (wie ein brauner oder bräunlicher Schimmer, besonders an Stellen mit Reibung oder Narben)
- Niedriger Blutdruck, Schwindel beim Aufstehen
- Salzhunger (Verlangen nach salzigen Speisen)
- Muskel- oder Gelenkschmerzen
Symptome bei Kindern
- Verzögertes Wachstum
- Wiederkehrendes Erbrechen
- Blutzuckerschwankungen mit Unterzuckerung
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder Gedächtnisschwierigkeiten
- Sturzgefahr durch niedrigen Blutdruck
- Depressive Verstimmung
Ursachen
Hauptursachen
- Autoimmunreaktion: Das körpereigene Immunsystem greift die Nebennieren an (häufigste Ursache).
- Infektionen wie Tuberkulose oder HIV
- Tumorerkrankungen, die die Nebennieren schädigen
- Blutungen in den Nebennieren (selten, etwa nach schweren Verletzungen oder Blutverdünnung)
Risikofaktoren
- Andere Autoimmunerkrankungen (z. B. Hashimoto-Thyreoiditis, Typ-1-Diabetes)
- Langzeitbehandlung mit bestimmten Medikamenten (z. B. Kortison in hohen Dosen)
- Familiäre Veranlagung für Autoimmunerkrankungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie eines der Notfallsymptome bemerken– sofort den Notruf 112 wählen.
- Bei Verdacht auf eine beginnende Addison-Krise (z. B. nach Infekt, Verletzung oder OP)
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie über Wochen Müdigkeit, Gewichtsverlust oder dunkle Hautstellen bemerken.
- Bei anhaltend niedrigem Blutdruck oder häufigen Schwindelanfällen.
Diagnose
Die Diagnose stellt eine Fachärztin für Endokrinologie (Hormonmedizin) anhand von Blut- und Urinuntersuchungen sowie einem speziellen Belastungstest.
Mögliche Untersuchungen
- Bluttest auf Kortisol und das Hormon ACTH
- ACTH-Stimulationstest (Kurztest, bei dem die Reaktion der Nebennieren gemessen wird)
- Blutkontrolle auf Elektrolyte wie Natrium und Kalium
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Tests sind meist ambulant und unkompliziert. Der ACTH-Test dauert etwa eine Stunde. Besprechen Sie vorab, ob Sie Ihre Medikamente weiter einnehmen sollen.
Behandlung
Die Addison-Krankheit wird mit einem lebenslangen Ersatz der fehlenden Hormone behandelt. Ziel ist es, den Hormonspiegel so einzustellen, dass Sie sich wohlfühlen und Risiken vermeiden.
Selbsthilfe zu Hause
- Tragen Sie stets einen Notfallausweis oder ein Armband mit Ihrer Diagnose bei sich.
- Passen Sie Ihre Medikamentendosis bei Stress, Infektionen oder Verletzungen nach Anweisung Ihres Arztes an.
- Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeits- und Salzzufuhr.
Medizinische Behandlungen
Die Therapie besteht aus zwei Hormonersatzmedikamenten: Eines ersetzt das Kortisol (z. B. Hydrokortison oder Prednison), das andere ersetzt das Hormon Aldosteron (Fludrocortison). Die Dosierung wird individuell angepasst. Bei akuten Belastungen kann eine erhöhte Dosis nötig sein – Ihr Arzt gibt dazu einen Notfallplan.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn die Nebennieren durch einen Tumor geschädigt sind, kann eine Operation nötig sein. Auch bei einer Nebennierenblutung kann ein Eingriff erforderlich werden. Dies ist selten.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Menschen mit Addison-Krankheit führen ein normales Leben. Wichtig ist die regelmäßige Einnahme der Medikamente und die Anpassung bei Belastungen wie Krankheit oder Stress.
Tipps für den Alltag
- Planen Sie regelmäßige Arztbesuche zur Kontrolle der Hormonwerte.
- Erlernen Sie, wie Sie in Stresssituationen Ihre Medikamente anpassen.
- Führen Sie ein Tagebuch über Ihr Befinden und mögliche Auslöser.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Salz ist wichtig, besonders bei körperlicher Anstrengung oder Hitze. Sport ist erlaubt, aber steigern Sie die Intensität langsam. Trinken Sie genug.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose einer chronischen Erkrankung kann emotional belastend sein. Viele Betroffene fühlen sich anfangs unsicher. Ein Gespräch mit einer psychologischen Beratungsstelle oder einer Selbsthilfegruppe kann helfen.
Vorbeugung
Die Addison-Krankheit kann nicht verhindert werden, da sie meist auf einer Autoimmunreaktion beruht. Frühzeitiges Erkennen und Behandlung verhindern jedoch Komplikationen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Addison-Krise: Ein lebensbedrohlicher Zustand mit niedrigem Blutdruck, Schock und Bewusstlosigkeit.
- Chronischer Hormonmangel führt zu anhaltender Müdigkeit, Gewichtsverlust und verminderter Lebensqualität.
- Erhöhtes Risiko für Infektionen und Wundheilungsstörungen.
Langzeitprognose
Mit einer konsequenten Behandlung haben Betroffene heute eine normale Lebenserwartung und können alle Aktivitäten des täglichen Lebens genießen. Die Therapie ist einfach und wirksam. Regelmäßige Arztkontrollen und ein Notfallplan geben Sicherheit.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 27. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.