COVID-19
Verwendete Quellen
Dieser Artikel ist ein originaler Inhalt zur Patientenaufklärung.
- NICE—COVID-19 rapid guideline. NG191(2023)
- NHS—COVID-19(2024)
- WHO—COVID-19 fact sheet(2024)
- CDC—COVID-19(2024)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
COVID-19 ist eine Atemwegserkrankung, die durch das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst wird. Das Virus befällt vor allem die Atemwege – also Nase, Hals und Lunge – und kann auch andere Organe im Körper beeinflussen. Die meisten Menschen erkranken mild und erholen sich zu Hause. Bei manchen Menschen – vor allem bei älteren oder vorerkrankten Personen – kann die Krankheit aber auch schwerer verlaufen.
Wichtige Fakten
- COVID-19 wird hauptsächlich durch winzige Tröpfchen und Aerosole (kleine Schwebeteilchen in der Luft) übertragen, die beim Sprechen, Husten oder Niesen entstehen.
- Die Erkrankung verläuft bei den meisten Menschen mild, ähnlich wie eine Erkältung oder Grippe – viele erholen sich innerhalb von ein bis zwei Wochen.
- Eine Schutzimpfung ist verfügbar und kann schwere Krankheitsverläufe, Krankenhausaufenthalte und Todesfälle deutlich verringern.
COVID-19 ist seit 2020 weltweit sehr verbreitet. In Deutschland wurden viele Millionen Menschen infiziert. Das Virus zirkuliert weiterhin, auch wenn die Pandemie-Phase offiziell beendet wurde. Infektionen kommen das ganze Jahr über vor, häufiger jedoch in den kälteren Monaten.
COVID-19 kann jeden treffen – unabhängig von Alter, Geschlecht oder Herkunft. Ältere Menschen, Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder einem geschwächten Immunsystem (körpereigene Abwehr) haben ein höheres Risiko für einen schweren Verlauf. Auch Säuglinge und Kleinkinder können erkranken, aber die meisten Kinder vertragen die Erkrankung gut.
Symptome
- Starke Atemnot oder das Gefühl, keine Luft zu bekommen
- Anhaltender Druckschmerz oder Enge in der Brust
- Blaue oder graue Lippen, Fingernägel oder Haut (Zeichen für Sauerstoffmangel)
- Plötzliche Verwirrtheit, Desorientierung oder das Unvermögen, wach zu bleiben
- Bewusstlosigkeit oder Bewusstseinsverlust
- ⚠Atemprobleme, die sich verschlechtern, aber noch nicht lebensbedrohlich sind
- ⚠Anhaltend hohes Fieber, das trotz Maßnahmen nicht sinkt
- ⚠Starke Brustschmerzen
- ⚠Symptome, die sich nach einer kurzen Besserung plötzlich deutlich verschlechtern
- ⚠Kein Trinken möglich durch starke Schwäche oder Übelkeit
Häufige Symptome
- Fieber oder Schüttelfrost
- Trockener Husten
- Müdigkeit und starke Erschöpfung
- Halsschmerzen
- Schnupfen oder verstopfte Nase
- Kopfschmerzen
- Muskel- und Gliederschmerzen
- Verlust des Geruchs- oder Geschmackssinns (manchmal plötzlich)
- Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall
- Kurzatmigkeit (Atemnot) – vor allem bei schwereren Verläufen
Symptome bei Kindern
- Häufig mildere Symptome als Erwachsene
- Fieber und Husten
- Schnupfen
- Durchfall oder Bauchschmerzen
- Hautausschlag (in seltenen Fällen)
- In seltenen Fällen: ein entzündliches Syndrom namens MIS-C (Multisystem-Entzündungssyndrom bei Kindern), das Fieber, Hautausschlag und Organentzündungen verursacht – dann sofort Arzt aufsuchen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Symptome können weniger deutlich sein – manchmal kein Fieber trotz Infektion
- Verwirrtheit oder plötzliche Desorientierung (Orientierungslosigkeit)
- Starke Schwäche und Kraftlosigkeit
- Appetitlosigkeit
- Stürze durch Schwäche
- Atemnot, die schnell schlimmer werden kann
Ursachen
Hauptursachen
- Das Virus SARS-CoV-2 ist die einzige Ursache von COVID-19.
- Übertragung durch Tröpfchen und Aerosole (kleine Schwebeteilchen) aus dem Mund oder der Nase einer infizierten Person – beim Sprechen, Husten, Niesen oder Atmen.
- Ansteckung über Kontakt mit virushaltigen Oberflächen und anschließendem Berühren von Mund, Nase oder Augen – dies spielt aber eine geringere Rolle als die Luftübertragung.
- Enge, schlecht belüftete Räume erhöhen das Ansteckungsrisiko erheblich.
Risikofaktoren
- Hohes Alter (besonders ab 60 Jahren steigt das Risiko für schwere Verläufe)
- Übergewicht oder Adipositas (starkes Übergewicht)
- Diabetes (Zuckerkrankheit)
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz
- Chronische Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD (Raucherlunge)
- Erkrankungen oder Behandlungen, die das Immunsystem schwächen (z. B. Chemotherapie, bestimmte Medikamente, HIV)
- Nierenerkrankungen oder Lebererkrankungen
- Kein oder unvollständiger Impfschutz
- Enges Zusammenleben mit vielen Menschen (z. B. Pflegeeinrichtungen)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Atemnot schlimmer wird
- Wenn das Fieber sehr hoch ist und mehrere Tage anhält
- Wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören und sich krank fühlen
- Wenn Sie sich nach einer anfänglichen Besserung plötzlich deutlich schlechter fühlen
- Wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihre Symptome ernst sind
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie wissen möchten, ob ein Test sinnvoll ist
- Wenn Sie Fragen zum Impfschutz haben
- Wenn Sie anhaltende Beschwerden nach einer überstandenen Infektion haben (sogenanntes Long-COVID)
- Wenn Sie eine Bescheinigung oder ein Attest benötigen
Diagnose
COVID-19 wird durch einen Test nachgewiesen. Allein anhand der Symptome kann man die Erkrankung nicht sicher von einer Grippe oder anderen Atemwegsinfektionen unterscheiden. Deshalb ist ein Test wichtig – vor allem, wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören oder engen Kontakt zu gefährdeten Menschen haben.
Mögliche Untersuchungen
- PCR-Test (Polymerase-Kettenreaktion): Der genaueste Test – ein Abstrich aus Nase oder Rachen wird im Labor untersucht. Ergebnis meist innerhalb von 24 bis 48 Stunden.
- Antigen-Schnelltest: Gibt ein Ergebnis in 15 bis 30 Minuten. Etwas weniger genau als der PCR-Test, aber praktisch und überall erhältlich.
- Selbsttest zu Hause: Einfach anzuwenden, günstig und sofort verfügbar – ein positives Ergebnis sollte bei Bedarf durch einen PCR-Test bestätigt werden.
- Blutuntersuchungen: Können bei schwereren Verläufen eingesetzt werden, um Entzündungswerte und den Zustand innerer Organe zu beurteilen.
- Bildgebung (z. B. Röntgen oder CT der Lunge): Wird bei Atemproblemen oder Verdacht auf eine Lungenentzündung (Pneumonie) eingesetzt.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Wenn Sie einen Test machen, wird meist ein Abstrich aus der Nase oder dem Rachen genommen – das kann kurz unangenehm sein, ist aber nicht schmerzhaft. Bei einem Selbsttest zuhause folgen Sie einfach der Anleitung in der Packung. Wenn Ihr Test positiv ist, informieren Sie Ihren Arzt und enge Kontaktpersonen – besonders Menschen, die gefährdet sein könnten.
Behandlung
Für die meisten Menschen steht die Behandlung von Symptomen im Vordergrund: Ruhe, viel Trinken und Mittel gegen Fieber und Schmerzen helfen, die Erkrankung gut zu überstehen. Bei Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf gibt es medizinische Behandlungsmöglichkeiten, die frühzeitig eingesetzt werden können. Bitte sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, um herauszufinden, was für Sie am besten geeignet ist.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel ausruhen und Ihrem Körper Zeit zur Erholung geben
- Ausreichend Flüssigkeit trinken – Wasser, Tee oder klare Brühen helfen bei Fieber und Husten
- Bei Fieber oder Kopfschmerzen können fiebersenkende und schmerzlindernde Mittel helfen – fragen Sie Ihre Apotheke nach einer geeigneten Option
- Gut belüftete Räume nutzen und andere Menschen schützen – bleiben Sie zuhause, bis Sie sich erholt haben
- Den Sauerstoffgehalt im Blut beobachten: Ein Pulsoximeter (ein kleines Gerät, das am Finger gemessen wird) kann bei Risikogruppen hilfreich sein – fragen Sie Ihren Arzt
- Schlafen Sie auf der Seite oder auf dem Bauch, wenn Sie Atemprobleme haben – das kann kurzfristig helfen
- Alkohol und Rauchen vermeiden – beides belastet Lunge und Immunsystem zusätzlich
Medizinische Behandlungen
Für Menschen mit einem höheren Risiko für einen schweren Verlauf – zum Beispiel ältere Menschen oder Personen mit bestimmten Vorerkrankungen – gibt es antivirale Behandlungsmöglichkeiten (Medikamente, die das Virus direkt bekämpfen). Diese müssen früh begonnen werden – meist innerhalb der ersten Tage nach Beginn der Symptome. Außerdem können entzündungshemmende Behandlungen bei schweren Verläufen im Krankenhaus eingesetzt werden. Bei Bedarf wird Sauerstoff gegeben. Die Behandlung richtet sich immer nach dem individuellen Zustand der Person und sollte von einer Ärztin oder einem Arzt entschieden werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei COVID-19 in der Regel nicht notwendig. In sehr seltenen, schwerwiegenden Fällen – zum Beispiel bei bestimmten Komplikationen an der Lunge – können medizinische Eingriffe nötig werden. Das entscheidet das Ärzteteam im Krankenhaus.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Menschen erholen sich von COVID-19 innerhalb von ein bis zwei Wochen. Manche Menschen haben jedoch noch Wochen oder Monate nach der Infektion Beschwerden – dieses Phänomen nennt man Long-COVID. Typische Langzeitbeschwerden sind anhaltende Müdigkeit, Konzentrationsprobleme (oft 'Brain Fog' oder Gehirnnebel genannt), Kurzatmigkeit und Schlafprobleme. Wenn Sie solche Beschwerden bemerken, sprechen Sie mit Ihrem Arzt – es gibt mittlerweile spezialisierte Long-COVID-Ambulanzen in Deutschland.
Tipps für den Alltag
- Gönnen Sie sich ausreichend Schlaf und Erholung – drängen Sie sich nicht, zu früh wieder aktiv zu werden
- Kehren Sie schrittweise zu körperlicher Aktivität zurück – hören Sie auf Ihren Körper und steigern Sie langsam
- Vermeiden Sie Überanstrengung, besonders in der Erholungsphase
- Bleiben Sie in Kontakt mit Freunden und Familie – auch wenn Sie zuhause in Isolation sind, hilft sozialer Kontakt (per Telefon oder Video)
- Planen Sie regelmäßige Ruhepausen ein, auch wenn Sie sich schon besser fühlen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und ausreichend Eiweiß (z. B. aus Hülsenfrüchten, Milchprodukten, Fisch oder magerem Fleisch) unterstützt das Immunsystem und die Erholung. Trinken Sie genug – mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser oder ungesüßten Tee täglich. Bezüglich Sport gilt: Während der akuten Erkrankung bitte keine körperliche Belastung. Danach langsam und in kleinen Schritten wieder anfangen – zum Beispiel mit kurzen Spaziergängen. Wer Long-COVID hat, sollte mit einem Arzt oder Physiotherapeuten (Bewegungstherapeut) besprechen, wie er sicher wieder aktiver werden kann.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine COVID-19-Erkrankung kann auch die Seele belasten. Isolation, Angst vor der Krankheit, Sorge um Angehörige oder Erschöpfung können Gefühle der Traurigkeit, Reizbarkeit oder Angst auslösen. Das ist völlig normal und kein Zeichen von Schwäche. Wenn Sie das Gefühl haben, dass die psychische Belastung zu groß wird, sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt oder suchen Sie Unterstützung bei einer psychologischen Fachkraft. Die Telefonseelsorge ist kostenlos und rund um die Uhr erreichbar – Nummer: 0800 111 0 111 (kostenlos, 24/7).
Vorbeugung
Ja, es gibt mehrere bewährte Möglichkeiten, das Ansteckungsrisiko zu verringern. Kein Schutz ist hundertprozentig sicher, aber eine Kombination aus Impfschutz und einfachen Alltagsmaßnahmen senkt das Risiko deutlich – sowohl für Sie selbst als auch für Menschen in Ihrer Umgebung.
Impfungen
Eine Schutzimpfung ist der wirksamste Weg, um schwere Krankheitsverläufe, Krankenhausaufenthalte und Todesfälle durch COVID-19 zu verhindern. Die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut gibt aktuelle Empfehlungen heraus, für wen und wann eine Impfung oder Auffrischimpfung sinnvoll ist – besonders für ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob und wann eine Impfung für Sie empfohlen wird. Regelmäßige Auffrischungen können notwendig sein, da sich das Virus verändert.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein regelmäßiges Screening (Vorsorgeuntersuchung) für COVID-19 wie bei anderen Erkrankungen. Wenn Sie Symptome haben oder engen Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatten, ist ein Test sinnvoll. Informieren Sie sich beim Robert Koch-Institut (RKI) über aktuelle Empfehlungen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Lungenentzündung (Pneumonie) – eine Entzündung der Lunge, die Atemnot verursacht
- Akutes Atemnotsyndrom (ARDS) – ein schwerer Zustand, bei dem die Lunge nicht mehr genug Sauerstoff aufnehmen kann
- Herz-Kreislauf-Komplikationen wie Herzmuskelentzündung (Myokarditis) oder Herzrhythmusstörungen
- Blutgerinnsel (Thrombosen) in Beinen, Lunge oder anderen Organen
- Nierenversagen
- Neurologische Komplikationen wie Schlaganfall oder Hirnhautentzündung (selten)
- Long-COVID – anhaltende Beschwerden wie Erschöpfung, Gedächtnisprobleme und Atemnot über Wochen oder Monate hinaus
- In seltenen Fällen bei Kindern: MIS-C (schwere Entzündungsreaktion mehrerer Organe)
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Die allermeisten Menschen, die sich mit COVID-19 infizieren, erholen sich vollständig – besonders wenn sie jung und gesund sind oder gut geimpft sind. Auch ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen überstehen die Erkrankung häufig gut, vor allem wenn sie frühzeitig medizinische Hilfe suchen. Die Medizin hat in den letzten Jahren viel über COVID-19 gelernt und es stehen heute deutlich bessere Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung als zu Beginn der Pandemie. Wenn Sie an Long-COVID leiden, gibt es in Deutschland zunehmend spezialisierte Anlaufstellen, die gezielt helfen können. Mit der richtigen Unterstützung verbessern sich die Beschwerden bei vielen Menschen mit der Zeit.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
- Weltgesundheitsorganisation (WHO) – COVID-19 Informationen ↗
- European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) ↗
Lokale Organisationen
- Long-COVID Deutschland – Selbsthilfe und Vernetzung ↗ · Deutschland
- Kassenärztliche Bundesvereinigung – Arztsuche ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.